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27.10.2015 | Bankvertrieb | Im Fokus | Online-Artikel

Wie die Familie, so die Geldanlage

verfasst von: Eva-Susanne Krah

2 Min. Lesedauer
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Das persönliche Finanzverhalten ist stark vom familiären Umfeld, Rollenmustern und Traditionen geprägt. Das kann zu Fehlentscheidungen führen, wie eine neue Studie zeigt.

Tradierte familiäre Wertvorstellungen und der genetische Code der Geldanlage bleiben über Generationen stabil. Das zeigt eine Untersuchung der Fondsgesellschaft Union Investment in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten Hamburg und Berlin zu den Verhaltensmustern von 30 Familien bei Finanzanlagen. Fehlendes Fachwissen und unbewusste Glaubenssätze beeinflussen das individuelle Finanzverhalten bei der Geldanlage in Privathaushalten, so die Herausgeber der Studie. In der Folge würden viele Finanzentscheidungen unreflektiert getroffen. Zudem werde das Kapitalmarktumfeld zu selten berücksichtigt, beispielsweise komme die klassische Zinsanlage trotz Niedrigzinsen bei Privatanlegern kaum auf den Prüfstand.

Über Geld spricht man nicht

"Der Umgang mit Geld wird nachhaltig von der Familie geprägt. Deshalb fällt es vielen Menschen schwer, sich von vorgegebenen Bahnen eines richtigen Sparverhaltens zu lösen, auch wenn das vielleicht notwendig wäre", schlussfolgert Rolf von Lüde, Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg. Das Thema Geld ist nach Erkenntnissen der Wissenschaftler in vielen deutschen Privathaushalten zwar allgegenwärtig, darüber gesprochen wird jedoch nicht. Somit stehen sich Familien bei vernünftigen Geldanlagen nicht selten selbst im Weg. Zudem verhalten sich Männer und Frauen unterschiedlich bei der Geldanlage, wie die Bankmagazin-Autoren Anja Kühner und Stefan Terliesner in einem Beitrag zur Behavioral Finance (Bankmagazin-Ausgabe 6/2014, Seite 22-25) aufzeigen. Während Männer schneller und aktionsgesteuert handeln, sind Frauen generell weniger risikobereit.

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Das Sparschwein aus der Kindheit ist laut der Studie von Union Investment hoch emotional und positiv besetzt, spätere Geldanlagen jedoch nicht. Im Gegenteil, sie werden sogar als Last empfunden. "Die wenigsten Deutschen gehen bei ihrer Geldanlage nach dem Lehrbuch vor", weiß Hans Joachim Reinke, der Vorstandsvorsitzende von Union Investment. Aus seiner Sicht horten sie ihr Erspartes lieber in Anlageformen, die sich über Generationen bewährt haben.

Mit Vorurteilen gegenüber Aktien Schluss machen

Reinke appelliert an die Teilnehmer im Finanzmarkt, Brücken zu bauen, damit Privatanleger nicht von vorneherein Anlagenformen ausschließen. Dass deutsche Anleger insbesondere Aktienanlagen skeptisch gegenüber stehen, verdeutlicht Bankmagazin-Redakteur Christian Kemper in seinem Beitrag "Drei Vorurteile gegenüber Aktien". Missverständnisse und Vorurteile führten zu einer spürbaren Zurückhaltung gegenüber der Assetklasse. Anlageberater von Banken und Sparkassen könnten das Potenzial besser nutzen und mit Vorurteilen bei Anlegern zu Aktienanlagen aufräumen.

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Quelle:
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