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28.07.2016 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Warum Banken digitales Streamlinen lernen müssen

Autor:
Otto Johannsen

Ein Konto eröffnen, einen Kredit beantragen, Fonds einkaufen: All das können Kunden heute bequem in wenigen Minuten vom Sofa aus erledigen. Möglich machen das so genannte Fintechs. 

Die jungen Technologieunternehmen digitalisieren die klassischen Finanzdienstleistungen und graben mit ihren radikal auf den Kunden fokussierten Geschäftsmodellen den Banken zunehmend die Kunden ab. Doch wie können Kreditinstitute auf diesen Trend reagieren? Wer von Fintechs lernen will, muss zunächst verstehen, was sich hinter den hippen Webseiten wirklich verbirgt: Fintechs haben erstmals die gesamte Wertschöpfungskette eines Finanzdienstleisters digitalisiert – vom 

  • Vertrieb über die Risiko- und Bonitätsprüfung,
  • die Datenverarbeitung bis zum
  • Backoffice.

Auf diese Weise konnten sie das Bankgeschäft auf eine neue Qualitätsebene heben und es deutlich schneller, effizienter und vor allem kundenfreundlicher machen. Das ist das eigentlich Revolutionäre an ihnen.

Digitales Streamlinen erforderlich

Für klassische Banken steht also ein drastisches Umdenken an. Anstatt lediglich innerhalb ihrer Abteilungen auf elektronische Dokumente und Datenbanken zu setzen, müssen zukünftig auch die Übergänge zwischen den Wertschöpfungsbereichen digitalisiert werden. Erst ein solches digitales "Streamlinen" ermöglicht es, den gesamten Prozess durch die IT zu steuern. Die Mitarbeiter der Finanzinstitute schreiten dann nur noch für das "Management by Exception", also die Ausnahmebearbeitung, ein.

Beispiel Girokonto: Für die Eröffnung eines neuen Kontos mussten in der analogen Welt Formulare ausgefüllt, Unterlagen in der Filiale eingereicht und überprüft werden. Der Vorgang wurde durch mehrere Abteilungen gereicht. Der Antragsprozess dauerte Tage oder gar Wochen. In der digitalen Finanzwelt sind diese Prozesse radikal abgekürzt: Die Daten werden online erfasst, die Identität des Antragstellers per Videotelefonat verifiziert und die Bonität anhand von Algorithmen in Echtzeit überprüft. Eine Kontoeröffnung dauert damit heute weniger als zehn Minuten. Und das ist es auch, was der Bankkunde von heute erwartet.

Schritt für Schritt zum Change-Prozess

Was für das Privatkundengeschäft richtig ist, gilt erst recht für das Firmenkundengeschäft. Denn die Identifikation und Qualifikation von Kundenkontakten im Kredit- und Assetgeschäft ist enorm aufwendig. Für den Abschluss etwa eines Factoring-Vertrages vergehen vom Erstgespräch bis zur ersten Auszahlung oft Wochen – für den Fall, dass das Unternehmen die aufwendige Risikoprüfung überhaupt besteht. Dabei lässt sich der Vertriebsprozess im Kredit- oder Factoring-Geschäft mit geeigneten Systemen nahezu vollständig automatisieren.

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Antragsteller können beispielsweise anhand hinterlegter Parameter auf zugelassene Branchen, Bonitätskriterien und Limit-Konditionen überprüft werden. Über Schnittstellen zu einer Wirtschaftsauskunftei erhält das System per Knopfdruck die benötigten Informationen. Abschlüsse lassen sich auf diese Weise direkt im Beratungsgespräch erzielen. 

Für die traditionsverhaftete Bankenbranche kommt eine solche digitale Transformation ihrer Geschäftsabläufe einem Erdbeben gleich. Verkrustete Strukturen müssen aufgebrochen und Mitarbeitern völlig neue Aufgaben zugewiesen werden. Es empfiehlt sich deshalb, zunächst mit einem Leuchtturmprojekt zu starten. Auf diese Weise lassen sich Mitarbeiter Schritt für Schritt für den Change-Prozess gewinnen.

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