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22.09.2016 | Bankvertrieb | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassenverband fordert Aufschub für EU-Produktinformationsblatt

Autor:
Eva-Susanne Krah

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) fordert, dass die EU-weite Verordnung zum Produktinformationsblatt verschoben wird. Als Grund nennt er fehlende EU-Vorgaben zum genauen Inhalt der Beipackzettel.

"Anleger und Emittenten brauchen vom ersten Tag an Rechtssicherheit", argumentiert Karl-Peter Schackmann-Fallis, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV. Wenn die EU-Kommission nun zügig arbeite, könnten die Informationsblätter zeitgleich mit den neuen Regeln zur Anlageberatung MiFID II im Januar 2018 wirksam werden. Die EU-Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte, so genannte PRIIPs (Packaged Retail Investment and Insurance Products Regulation), sind Teil der Reform der überarbeiteten EU-Finanzmarktrichtlinie, die nun zum 3. Juli 2017 abgeschlossen sein soll. Die Anwendung erfolgt aber erst ab dem 3. Januar 2018. Ursprünglich waren die Standards für das erste Quartal 2016 vorgesehen, wurden dann jedoch im Juni 2016 vorgelegt und aufgrund inhaltlicher Mängel vom EU-Parlament zurückgewiesen.

Vorgaben überarbeiten

Auch der deutsche Fondsverband BVI spricht sich für eine Verschiebung der Verordnung aus und fordert, dass die EU-Kommission die Vorgaben für die PRIIPs-Informationsblätter gründlich überarbeitet: "Die Basisinformationsblätter sind eine sinnvolle Maßnahme. Sie nutzen den Verbrauchern aber nur etwas, wenn sie unterschiedliche Finanzprodukte wirklich vergleichbar machen. Das ist mit den derzeitigen Vorgaben nicht gewährleistet“, so Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. 

Bereits seit Juli 2011 bieten Banken ihren Kunden für alle Wertpapiere nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), etwa für Aktien, Anleihen, Zertifikate, Optionsscheine, Futures, Genussscheine und ähnliche regulierte Finanzmarktprodukte, Produktinformationsblätter an. Sie informieren über wichtige Kennziffern und Daten rund um das Finanzprodukt. Dazu gehören Funktionsweise und Risiken, Auswirkungen von Marktschwankungen auf die Kapitalrückzahlung und Erträge, wann über das eingesetzte Geld wieder verfügt werden kann, sowie die Kosten.

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