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29.02.2016 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Banken schmieden ihre Zukunft

Autor:
Eva-Susanne Krah
2:30 Min. Lesedauer

Kostendruck durch Regulatorik, Zinsen nahe der Nulllinie. Da bleibt Banken nur wenig Spielraum für Innovationen. Die Springer-Autoren Norman Weißer und Laura Zdrzalek zeigen auf, wie Kreditinstitute sich auf die digitale Zukunft ausrichten sollten.

Innovative Technologien, vernetzte Kundenkanäle, digitale Umstrukturierung – das Aufgabenportfolio für Banken ist immens. Geldhäuser stehen dabei vor der Herausforderung, ihre Geschäfts- und IT-Prozesse zu automatisieren und eine innovative, ganzheitliche Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. Doch welche Instrumente führen zum Erfolg? Und wie gelingt beispielsweise die Transformation von der Omni- zur Multichannel-Bank? Wenn Kunden alle Produkte, Informationen und Services einheitlich über alle Vertriebskanäle hinweg angeboten werden sollen, zieht dies "im Grunde eine völlig neue Perspektive und einen neuen Entwurf für eine digitale Bank nach sich", weiß Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Autor des Branchendossiers "Banken – den digitalen Wandel gestalten".

Nur wenig Zeit für Innovation

Die Unternehmensberater und Springer-Autoren Norman Weißer und Laura Zdrzalek stellen im Kapitel "Banking 2020 – Nur neue Wege sichern Erfolge" (Seite 205-217) jedoch fest, dass derzeit ein Großteil der Budgets in Banken auf regulatorische Umsetzungsmaßnahmen und die operativen Systeme verwendet wird.

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Banking 2020: Nur neue Wege sichern neue Erfolge

Die Gewinne der Banken sind am Boden. Zinsen nahe der Nulllinie lassen die Zinserträge schmelzen. Die Regulatorik wirkt zudem nachhaltig negativ auf der Kostenseite. Die Projektportfolios beinhalten zu 70 Prozent regulatorische Umsetzungsthemen.

Für Innovationen bleibe hingegen zu wenig Zeit. Kreditinstitute müssen den Wandel durch die digitalen Veränderungen im Markt auch auf ihre Geschäftsstrategien übertragen. Das bedeutet, dass nicht nur "vereinzelt Produkte zurückgezogen, sondern auch ganze Geschäftsmodelle umstrukturiert" werden müssen. Dabei verändert die Digitalisierung die Geschäftsstrategien der Banken nachhaltig. Weißer/Zdrzalek nennen vor allem drei Stellhebel, die ineinander greifen sollten:

  • Vertriebsintensivierung,
  • Industrialisierung und
  • Digitalisierung.

Neben Filialnetz-Präsenzen, die in vielen Instituten bereits auf dem Prüfstand stehen, können virtuelle Fabriken zum Beispiel durch Joint Ventures, Outsourcing oder Nearshoring als Modelle andocken, um Filialaufgaben im Schulterschluss mit Kreditinstituten zu übernehmen. 

Silostrukturen auflösen

Die Prognose der Bankexperten: Klassische Banktransaktionen werden zukünftig nicht mehr als Kerngeschäft gesehen, sondern in so genannten Fabriken abgewickelt. Diese können entweder intern in Kooperation mit Partnerbanken oder als Outsourcing Service organisiert sein. Backoffices und Silostrukturen zwischen Marktbereichen und Backoffice sollten zugunsten einem stärkeren Kundenfokus aufgelöst und neu ausgerichtet werden, glauben die Autoren: "Die gesamte Organisation sollte überdacht und nahtlose Übergänge vom Vertrieb bis in die Abwicklung sichergestellt werden."

Kenntnisse über digitale Geschäftsmodelle werden für Geldhäuser dabei immer wichtiger, schreibt Bankmagazin-Herausgeberin Stefanie Burgmaier in der Januar-Ausgabe der Bankfachklasse, denn die Kunden verlangen schließlich immer selbstverständlicher virtuelle Angebote. Sie verweist auf eine Accenture-Studie, wonach in der Realität jedoch nicht einmal acht Prozent der internationalen Bankvorstände über Erfahrungen im Technikbereich verfügen. 

Zur zukunftsfähigen Bank gehören aus Sicht der Mitautoren des Springer-Buchs "Rating von Finanzinstituten" aber auch passende Personalstrategien. So sollten beispielsweise Bankmitarbeiter mobilisiert werden, um den Sprung in die neu organisierte digitale Bankenwelt zu schaffen und ihre Ressourcen so effizient wie möglich mit wertschöpfenden Tätigkeiten, beispielsweise Beratung, zu nutzen. 


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