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27.05.2015 | Bankvertrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Zahl der Gründungen nur leicht gewachsen

Autor:
Eva-Susanne Krah
3 Min. Lesedauer

Der Gründungseifer hat in Deutschland im vergangenen Jahr laut KfW-Gründungsmonitor 2015 leicht zugenommen. Bei der Finanzierung nutzen die Unternehmer zunehmend Alternativen zum Bankdarlehen.

In den vergangenen zwölf Monaten gab es laut Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, deutschlandweit insgesamt 915.000 Gründungen. Das sind 47.000 mehr als 2013. Der Anstieg kommt laut KfW Research aus den Vollerwerbsgründungen, während Nebenerwerbsgründungen einen Rückgang verzeichnen. Den Sprung in die Selbstständigkeit wagen vermehrt Akademiker. 2014 lag der Anteil freiberuflicher Gründungen zudem erstmals bei mehr als 40 Prozent. Knapp die Hälfte der neuen Unternehmenslenker sind so genannte Chancengründer, die mit einer expliziten Geschäftsidee, vorrangig mit wirtschaftlichen Dienstleistungen, an den Start gingen. 30 Prozent haben aus der Not heraus gegründet, da sie keine bessere Erwerbsalternative hatten. Und 55 Prozent der neuen Unternehmenschefs haben sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus selbstständig gemacht. Dabei ist der steigende Prozentsatz von Frauen bei Unternehmensstarts im Vollerwerb bemerkenswert: 43 Prozent aller Gründungstätigkeiten gingen 2014 von Gründerinnen aus.

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Der KfW-Gründungsmonitor zeigt darüber hinaus, dass sich 2014 nur 16 Prozent für eine Gründung als tätige Beteiligung und gerade einmal acht Prozent der Gründungswilligen für eine Unternehmensübernahme entschieden haben. Zeuner sieht hier erhebliches Potenzial, denn: "Die Chefs von mehr als einer halben Million kleiner und mittlerer Unternehmen wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Firma an einen Nachfolger übergeben." Daraus ergäben sich spannende Möglichkeiten, die Gründungswillige aus seiner Sicht nutzen sollten.

Gründungsklima wird abflauen

Für das laufende Jahr erwarten die Experten der KfW einen Rückgang der Gründungstätigkeit, da keine zusätzlichen Konjunkturimpulse kommen und aufgrund der positiven Situation am Arbeitsmarkt kein Druck besteht, in die Selbstständigkeit zu gehen. Diese Prognose untermauert der jüngste Gründerreport 2015 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Danach ging die Zahl der Einstiegsgespräche und Start-up-Beratungen bei den IHKn 2014 um drei Prozent zurück. Der DIHK spricht gar von einer "Gründungsmisere".





Ein Blick auf den Finanzierungsbedarf der Gründer zeigt, dass im vergangenen Jahr zwar 62 Prozent der Gründer Finanzmittel für ihre Gründung einsetzten. Dafür griffen 40 Prozent auf Bankdarlehen zurück. 27 Prozent beantragten Fördermittel und 24 Prozent besorgten sich das Gründungskapital bei der eigenen Familie und bei Freunden. 2013 lag dieser Wert noch bei 13 Prozent. Kfw-Chefvolkswirt Jörg Zeuner führt diese Entwicklung auch darauf zurück, dass nach Aussage einiger Teilnehmer am Gründungsmonitor Finanzierungsgespräche mit Banken wieder schwieriger würden. Dazu tragen unter anderem die Banken-Ratings und eine weitere Standardisierung der Beratungsgespräche bei. Ein weiterer Indikator, dass Gründungskredite nicht üppig fließen, sind Mikrofinanzierungen von bis zu 10.000 Euro. Sie machten mit einem Anteil von 53 Prozent aller Finanzierungszusagen bei Gründern den höchsten Anteil aus obwohl laut der KfW durchaus höherer Kapitalbedarf geltend gemacht wurde. 80 Prozent der Gründer laut der Erhebung jedoch keine Finanzierungsschwierigkeiten.

Neue Programme bei Förderkrediten gefragt

Dass nicht nur frisch gegründete Unternehmen, sondern auch mittelständische Firmen insgesamt Bankkredite als Fördermittel weniger in Anspruch nehmen und welche Maßnahmen Förderbanken treffen können, beleuchtet Bankmagazin-Autorin Anja Kühner in ihrem Beitrag "Unternehmen mit neuen Programmen unterstützen" (Ausgabe 1/2015, Seite 26-29). Die Firmen fragen laut Kühner insbesondere auch deshalb weniger Förderkredite nach, weil diese im Niedrigzinsumfeld ihre Attraktivität gegenüber herkömmlichen Bankkrediten eingebüßt hätten. 

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