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20.12.2016 | Bankvertrieb | Nachricht | Onlineartikel

Sparkassen-Gebühr sorgt für Diskussionen

Autor:
Eva-Susanne Krah
2 Min. Lesedauer

Geldhäuser suchen händeringend nach neuen Ertragsmöglichkeiten. Die Sparkasse Soest liefert mit ihrem Bezahlmodell für Online-Kunden Diskussionsstoff.

Kunden der Sparkasse, die ein bestimmtes Kontoangebot nutzen, müssen für den Abruf bestimmter Bankservices, etwa Umsatzabfragen, im Online-Bereich zahlen. Ähnliche Modelle gibt es auch für Konten anderer Banken. Dabei müssen beispielsweise Kunden, die eine niedrige Grundgebühr für ihr Girokonto wählen, bei jeder beleghaften Überweisung eine zusätzliche Einzelgebühr entrichten. Banken wollen so den Aufwand und die damit verbundenen Kosten analoger Serviceleistungen in den Filialen senken und den Marktveränderungen Rechnung tragen. Zugleich soll den Kunden aber auch mehr Komfort durch Online-Services zur Verfügung stehen.  

Diese Idee könnte mit Bezahlmodellen wie dem der Sparkasse Soest eine neue Wendung bekommen. Eine Gebühr für bestimmte Online-Services erhebt die Sparkasse bereits seit zwei Jahren. Sie gilt für Kunden, die laut dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) das günstigste Giromodell des Instituts gewählt haben. Es werde etwa von zehn Prozent der 50.000 Kunden der Sparkasse in Anspruch genommen. Dieser Klientel würden die Einzeltransaktionen im Onlinebanking-Bereich künftig mit zwei statt bisher einem Cent pro Klick in Rechnung gestellt. Das neue Entgelt gilt laut Thomas Schnabel, Pressesprecher der Sparkasse Soest, ab dem 1. Februar 2017 und betrifft hauptsächlich Bestandskunden, die eine Grundgebühr für ihr Konto von 3,50 Euro zahlen. Dazu kommen Kosten für den Abruf von Umsatzabfragen oder weiterer Services. Bei Neuabschlüssen zahlen Kunden der Sparkasse eine Pauschale von fünf Euro für ein Online-Konto inklusive Onlinebanking und Zugriff auf die Sparkassen-App. Zudem wird die Sparkasse laut Schnabel auch Gebühren für einige weitere Bankdienstleistungen anheben, beispielsweise Rücklastschriften. Als Begründung für die Gebührenanpassung nennt das Haus die Digitalisierung. Mit ihr seien "natürlich Kosten verbunden", so Schnabel. 

Laut Herbert Köhler, Vorstandschef der Sparkasse Soest, würden die Sparkassenkunden im Vorfeld sowohl bei der Einrichtung ihres Kontos als auch über jede Gebührenerhöhung informiert, sagte er gegenüber dem "Soester Anzeiger". 

Keine Gebühren für Seitenaufrufe

Für Diskussionen in der Branche sorgt die Tatsache, dass die Online-Gebühr nicht nur für getätigte Transaktionen, beispielsweise Online-Überweisungen, gilt, sondern auch für Umsatzabfragen oder den Abruf einer Übersicht zu bestehenden Daueraufträgen. Die betroffenen Kunden hätten sich in der Regel bewusst für das günstigste Modell entschieden und verzichteten weitgehend auf Onlinebanking, heißt es dazu seitens des DSGV. Der Verband betont in seiner Stellungnahme, dass keine Klickkosten für Seitenaufrufe berechnet würden, da dies technisch gar nicht möglich sei. Die Internet-Filiale der Sparkasse Soest entspreche "technisch dem zentralen Angebot der Sparkassen Finanz Informatik, wie es auch von den meisten anderen der 403 deutschen Sparkassen verwendet wird".

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