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18.12.2014 | Basel III | Im Fokus | Onlineartikel

Banken zweifeln am Nutzen der Regulierung

Autor:
Bianca Baulig

In einer Studie äußern sich IT-Leiter deutscher Geldhäuser skeptisch darüber, dass sie von den neuen regulatorischen Vorgaben profitieren. Wie sie das Regelwerk beurteilen.

77 Prozent der IT-Entscheider in Kreditinstituten glauben, dass die IT-Anpassungen aufgrund der neuen Regularien nur einen geringen oder keinen Nutzen für ihren Unternehmenserfolg haben. Das geht aus der Studie „Stauatlas: IT in der Bankenregulierung“ der PPI AG hervor, für die das Unternehmen 30 IT-Leiter befragt hat. Zudem sind 40 Prozent der Überzeugung, dass die Umsetzung etwa von Basel III und der Finanzmarktrichtlinie Mifid II dem Geschäftserfolg in keiner Weise nutzen wird. Dagegen meinen lediglich 16 Prozent, dass die Institute in größerem Maße von den Neuerungen profitieren werden.

Schlecht für das Verhältnis zum Kunden

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Aus Sicht der Befragten wirken sich die neuen Regeln zudem negativ auf das Verhältnis zu den Kunden aus. 57 Prozent betrachten die fehlende Akzeptanz bei den Konsumenten als eines der Hauptprobleme bei den aktuell zu bewältigenden Umstellungen. Thomas Reher, Studienleiter und Vorstand der PPI AG, sagt dazu: „In einer Zeit, in der Banken hart um das Vertrauen der Verbraucher kämpfen müssen, sind immer neue regularische Hürden kontraproduktiv.“

Die Springer-Autoren Jonathan Hofmann und Sandra Schmolz bestätigen dieses Problem. Im Interview mit Springer für Professionals erläutern sie, dass die Kreditinstitute durch Umfang und Komplexität der regulatorischen Anforderungen in ihrer Geschäftstätigkeit gegebenenfalls eingeschränkt würden, zum Beispiel bei den Kreditvergabemöglichkeiten. „Unserer Meinung nach ist es notwendig, die Komplexität des inzwischen über 1.000 Seiten umfassenden Regelwerkes abzubauen und es zu vereinfachen“, empfehlen die Autoren.

Die PPI AG hat in ihrer Studie auch die Kosten der Regulierung unter die Lupe genommen, wie Bankmagazin-Redakteurin Stefanie Hüthig im Beitrag „Regulierung kostet viel und bringt nichts“ ausführt.

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