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05.03.2015 | Basel III | Im Fokus | Onlineartikel

DZ Bank warnt vor steigenden Risiken

Autor:
Stefanie Burgmaier
1:30 Min. Lesedauer

Die niedrigen Zinsen erschweren den Aufbau von dringend nötigem Eigenkapital in den Banken. Zugleich drohen Blasen an den Finanzmärkten.

Von Natur aus ist Wolfgang Kirsch eigentlich kein Schwarzseher. Doch nun sieht der Vorstandsvorsitzende der DZ Bank durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken wieder steigende Risiken im Finanzsektor. Für ihn ist es offensichtlich, dass die niedrigen Zinsen die Bankerträge schmälern und den Aufbau von Eigenkapital erschweren. Damit gerate die „Stabilität des Sektors auf lange Zeit“ in Gefahr. Zudem entstünden Preisblasen an den Finanzmärkten, wenn Liquidität überreichlich vorhanden sei.

Griechenland-Diskussion belastet Wirtschaftsklima

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Die US-Notenbank Fed hat ihre Zinswende, die für Ende 2014 oder Anfang 2015 erwartet worden war, bislang nicht vollzogen. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe sogar gerade ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen gestartet. Vor allem in der Eurozone könnte die Geldschwemme „Strukturreformen“ nicht ersetzen, sagt Kirsch. Die Diskussionen um einen Schuldenschnitt in Griechenland zeigten dies eindrücklich. Wegen der wieder aufgeflammten Unsicherheit werde das Wirtschaftsklima belastet. Als weiteren Risikofaktor sieht Kirsch die politische Lage in der Ukraine. Drei von zehn Mittelständlern sehen sich nach einer aktuellen Umfrage davon betroffen.

Der DZ  Bank-Chef hat prominente Mitstreiter. Auch die Bank für internationalen Zahlungsausgleich warnt vor dauerhaft niedrigen Zinsen. Sie würden den privaten Sektor ermutigen, Schulden aufzunehmen, erleichterten den Banken, marode Altschulden in den Büchern stehen zu lassen und verleiteten Regierungen dazu, überfällige Haushaltskonsolidierungen zu verschleppen.

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