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01.07.2013 | Basel III | Im Fokus | Onlineartikel

Fortschritte bei Vereinheitlichung der Leverage ratio

Autor:
Barbara Bocks
2 Min. Lesedauer

Wie die Börsenzeitung am Donnerstag berichtete, hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht in einem Konsultationspapier Vorschläge für eine einheitliche Berechnung der so genannten „Leverage ratio“, also einer Verschuldungsgrenze von Kreditinstituten, vorgestellt.

Den Überlegungen der Baseler Bankenaufsicht lagen insbesondere die IFRS-Regeln zugrunde, nach denen auch deutsche Kreditinstitute bilanzieren. Bisher waren US-Banken bei der Leverage ratio im Vorteil, da sie nach US-GAAP Derivate verrechnen und so die Leverage ratio senken konnnten. Die „Leverage ratio“ soll weiterhin nur als komplementäre Kennzahl zu den üblichen wie unter anderem der Kernkapitalquote dienen.

Die Leverage Ratio zeigt an, wie stark eine Bank im Vergleich zum Eigenkapital verschuldet ist. Maximal erlaubt ist das 33-Fache des Kernkapitals (hartes und weiches, „Tier 1“), wie BANKMAGAZIN-Autor Stefan Terliesner in seinem Beitrag ausführt. Die Höchstverschuldungsquote (Leverage Ratio) führt zu der Vorgabe einer Verschuldungsgrenze, die risikounabhängig festgelegt wird. Diese Regelung soll Springer-Autor Prof. Dr. Hans Paul Becker zufolge verhindern, dass die Banken trotz der Einhaltung der Eigenkapitalanforderungen eine zu hohe Verschuldung aufbauen.

Gerade die Risikounabhängigkeit der Kennziffer kritisiert der Bundesverband deutscher Banken (BdB):“Pauschale Kapitalunterlegungen – wie z. B. die Einführung einer übergreifenden Leverage Ratio – schaffen Möglichkeiten zur Kapitalarbitrage und führen somit zu falschen Anreizen, die die risikosensitiven Regeln von Basel III konterkarieren. Sie erhöhen den Kapitalbedarf und damit die Kreditkosten für risikoarme Forderungen, insbesondere aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Folge ist eine deutliche Verteuerung dieser Kredite und der Anreiz zur Anlage in risikoreichere Anlageformen, um die reduzierten Rentabilitätsmöglichkeiten zu kompensieren.“

Weltweit gleiche Standards sind wichtig

Die Springer-Autoren Prof. Dr. Stephan Paul, der Finanzierung und Kreditwirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum lehrt und Thomas Paul, Geschäftsführer von paul und collegen consulting, sehen in den weltweiten Regulierungsbemühungen die Gefahr von schädlichen nationalen Alleingängen, wie sie in ihrem Beitrag im „Wirtschaftsdienst“ ausführen: “Die Finanzkrise hat die Politik mit der Aufgabe konfrontiert, Banken und internationale Finanzmärkte besser zu kontrollieren. Dies ist bisher nur unzureichend gelungen. An der Bankenregulierung wird deutlich, dass es für ein effizientes Funktionieren der Finanzmärkte erforderlich ist, die gesamte Finanzarchitektur in den Blick zu nehmen.“ Und kritisieren die bisherige Vorgehensweise der Politik: "Das Beispiel der Bankenregulierung als Teil einer umfassenden Finanzarchitektur zeigt, wie komplex sich die internationale Zusammenarbeit auch im sechsten Krisenjahr gestaltet und wie einzelne, systemrelevante Kreditinstitute auf Regulierungsmaßnahmen reagieren. Bislang scheint die Agenda der Politik im Wesentlichen durch die eruptiven Wirkungen tagespolitischer Ereignisse bestimmt zu sein“.

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