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25.03.2015 | Basel III | Interview | Onlineartikel

"Unternehmerfamilien schätzen eine gewisse Vertraulichkeit"

Autor:
Stefanie Burgmaier

Privatbankier Stephan Schüller über die Unterschiede zwischen familieneigenen und börsennotierten Instituten, kritische Betriebsgrößen und die Tandemberatung.

Herr Professor Schüller, Sie waren im Vorstand einer börsennotierten Großbank. Nun sind Sie persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Lampe, das im Besitz der Familie Oetker ist. Was ist für Sie der größte Unterschied?

Schüller: Bestimmte Parameter sind anders ausgeprägt. In unserem Bankhaus steht das Thema Langfristigkeit absolut im Vordergrund. Das ist bei einer börsennotierten Bank naturgemäß ein Stück weit anders. Börsennotierte Banken sind meist größer als Privatbanken. Und Großbanken verfügen im Regelfall über eine andere Kapitalausstattung als Privatbanken.

Ist der Einfluss der Familie ein Unterschied?

Nein. Die Familie hält sich im Hintergrund.

Bis vor Kurzem war Ferdinand Oetker in der Bank tätig. Was hat sich durch sein Ausscheiden geändert?

Wir sehen immer gerne einen Träger des Namens Oetker in der Bank. Ferdinand Oetker hat sich aus privaten Gründen entschieden, nicht länger für die Bank tätig zu sein. Das bedauern wir, können es aber nicht ändern.

In Deutschland gibt es mittlerweile nur noch wenige unabhängige Privatbanken. Warum?

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Das ist eine Frage des Geschäftsmodells und eine Frage der Betriebsgröße. Insgesamt erfolgt bei den Privatbankiers der gleiche Konzentrationsprozess, den auch die großen Aktienbanken durchlaufen. Vor 15 Jahren gab es in Deutschland noch fünf große börsennotierte Institute, heute gibt es nur noch zwei. Zwei Drittel der Großbanken sind also mehr oder weniger vom Markt verschwunden. Die Konsolidierung bei den Privatbankiers dürfte im Vergleich dazu etwas geringer ausfallen.

Was tut denn das Bankhaus Lampe, damit es auf dem Markt bestehen bleibt?

Allgemein gibt es drei Themen für Privatbankiers, im Prinzip für alle Banken. Das erste ist das Thema Eigenkapitalausstattung. Das zweite ist das Thema Liquidität, das dritte das Thema Betriebsgröße.

Und was ist in Ihren Augen das wichtigste Thema?

Das Eigenkapital- und Liquiditätsthema hängt natürlich zusammen. Beide sind für Privatbankiers entscheidend. Weil im Regelfall der Kapitalmarkt nicht zur Verfügung steht. Das bedeutet für unser Haus, dass wir ganz bewusst das Funding nicht zu einem kritischen Thema werden lassen. Daher reduzieren wir unsere Bilanzsumme tendenziell eher.

Zur Person
Stephan Schüller ist seit 2006 Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses Lampe. Seit fast 25 Jahren bekleidet der gebürtige Rheinländer Führungsämter in der deutschen Finanzbranche. Von 1996 bis 2001 war er Vorstandsmitglied der Münchner Hypovereinsbank. Seit 1992 ist Schüller außerdem Hochschullehrer an der Universität Duisburg-Essen.

Das vollständige Interview lesen Sie in Bankmagazin 04/2015.

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Quelle:
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