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04.01.2016 | Batterie | Im Fokus | Onlineartikel

Handlungsbedarf ohne Ende

Autor:
Stefan Schlott

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird noch immer durch Innovationsstaus bei der Speichertechnik und ein lückenhaftes Ladenetz behindert. Ideen gibt es viele, aber an der Umsetzung hapert es.

Martin Winter, Leiter des Batterieforschungsinstituts Meet in Münster, ist durchaus selbstkritisch. "Ich würde mir wünschen, dass wir auch in der Forschung nicht jedem Trend hinterherlaufen, sondern auf Kontinuität setzen", bekennt er im Interview "Lithium-Ionen-Akkus sind einfach unschlagbar" aus der ATZelektronik 6-2015. Hintergrund für Winters Aussage sind die aktuellen Diskussionen um die Zellchemie von Speicherbatterien für Elektrofahrzeuge.

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01.11.2015 | Titelthema | Ausgabe 6/2015

„Lithium-Ionen-Akkus sind einfach unschlagbar“

„Wir haben eine Überbewertung der evolutionären Schritte bei der Lithium-Ionen-Technik, hier brauchen wir mal wieder ein kleine Revolution“ sagt Prof. Martin Winter, Leiter des Batterieforschungsinstituts Meet in Münster. Unterbewertet seien hingegen


Noch bevor die Lithium-Ionen-Technik mit wirklich großen Stückzahlen ihre Serientauglichkeit unter Beweis stellen kann, werden bereits neue Ideen für die Speichertechnik der Zukunft in den Ring geworfen. Lithium-Luft wurde Winter zufolge eine lange Zeit als Heilsbringer und Superzelle diskutiert. Aktuell wird die Lithium-Schwefel-Zelle aufgrund des hohen Energieinhalts pro Kilogramm favorisiert.

Allheilmittel sind nicht in Sicht

Für alle diese Techniken sprechen Vor- und Nachteile. Das Zeug zur eierlegenden Wollmilchsau hat keine. Oder wie Batterieforscher Winter es ausdrückt: "Es gibt derzeit nur die Entweder-oder-Batterie. 500 km Reichweite, Schnellladung innerhalb von nur fünf Minuten - und das bei Vierteilung der Kosten, das ist zumindest aus jetziger Sicht nicht machbar."

Immer kürzere Entwicklungszyklen bei gleichzeitig weiterer Optimierung hinsichtlich Reichweite, Leistungsfähigkeit und Kosten beklagen auch Lukas Behr von Bosch Battery Systems, Stephan Rees von Bosch, Thomas Kruse von Etas und Jian Xie vom Institut für Energiewandlung und -speicherung der Universität Ulm. Ihr Artikel "Effizienzsteigerung in der Applikation von Lithium-Ionen-Batteriesystemen" aus der ATZelektronik 6-2015 zeigt die Vorteile einer modellbasierten Vorgehensweise für Lithium-Ionen-Batteriesystem-Applikationen auf. Durch eine deutliche Reduktion der erforderlichen Anzahl an Messdaten zur Modellbildung wurde den Autoren zufolge ein großes Potenzial zur Effizienzsteigerung offengelegt.

Induktives Schnellladen in spätestens zehn Jahren

Versöhnliche Worte für den vorherrschenden Innovations- und Investitionsstau rund um Energiespeicherung und Ladetechnik findet Anthony Thomson, Vice President für Entwicklung und Marketing bei Qualcomm in München. Spätestens in zehn Jahren werden Elektrofahrzeuge und das induktive Schnellladen etabliert sein, lautet seine Prognose im Artikel "Kabelloses Laden - Technische und organisatorische Aspekte auf dem Weg in den Markt" aus der ATZelektronik 6-2015.

Diese zehn Jahre vom Konzept bis zum Beginn der Produktionsreife induktiver Ladesysteme seien angesichts der Standards für Verbraucherelektronik eine Ewigkeit. Doch Thomson weiß auch: "Tatsächlich ist das eine der kürzesten Zeitspannen aller Zeiten für eine neu entwickelte Technologie auf dem Automobilsektor. Die Schnelligkeit, mit der diese Idee aufgegriffen wurde, ist ein gutes Zeichen. Und wenn Fahrzeughersteller so schnell reagieren, dann muss die Idee wirklich außergewöhnlich gut sein."

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