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24.03.2017 | Batterie | Nachricht | Onlineartikel

Mit Technik aus dem All fahren Elektroautos weiter

Autor:
Benjamin Auerbach

Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Leistungsfähigkeit von Batterien in Satelliten besser voraussagen lässt. Davon könnten künftig auch Elektroautos profitieren.

Informatiker der Universität des Saarlandes haben ein neues Batterie-Modell für Nano-Satelliten vorgestellt, das eine genaue Vorhersage ermöglicht, wie viel Batterieleistung für eine bestimmte Aktion im All wann eingeplant werden sollte. Damit habe sich deren Effizienz um das Fünffache steigern lassen. Die Forscher zeigten ihr Verfahren unlängst auf der Computermesse Cebit.

Bisher hatten Raumfahrt-Logistiker eher mit einer zu großen, zu schweren Batterie geplant und damit in Kauf genommen, Platz für Ausrüstung und weitere Experimente zu verschwenden. "Sie haben dabei unter anderem nicht den Recovery Effect beachtet, den jeder auch vom Handy kennt. Wenn dieses aufgrund eines leeren Akkus ausgeht, braucht man oft nur wenige Minuten zu warten. Dann kann man es wieder einschalten und zumindest kurz verwenden", erklärt Holger Hermanns, Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes. Zusammen mit seinem Doktoranden Gilles Nies und Student Marvin Stenger hat er das neue Batteriemodell entwickelt. Dadurch lasse sich nun präzise verfolgen, wie viel Energie momentan zur Verfügung steht und welcher Anteil davon in chemisch gebundener Form zwar vorhanden, aber nicht direkt nutzbar ist. Dadurch können die Informatiker für jede Zeitspanne die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass die Batterie entladen sein wird.

Verlässliche Reichweitenplanung

Die Erkenntnisse der Saarbrücker Informatiker lassen sich auch auf der Straße anwenden. "Batterien sind überall im Alltag vorhanden. Und ein gutes Batteriemodell kann in vielen Situationen helfen", sagt Holger Hermanns. Man müsse nur den Energiebedarf von Elektroautos betrachten. "Bisher war nur die Antwort auf die Frage möglich: Schaffen sie es mit Ihrem Elektroauto unter idealen Bedingungen mit der vorhandenen Ladung bis zum Frankfurter Flughafen? Jetzt könnten wir beantworten, ob die Klimaanlage so betrieben werden kann, dass die Chance größer als 99 Prozent bleibt, dass Sie es mit dieser Ladung zu Ihrem Flieger schaffen", erklärt Hermanns.

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