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13.10.2016 | Batterie | Nachricht | Onlineartikel

Stromgroßspeicher für ausgemusterte Batterien

Autor:
Andreas Burkert

Mit einem Stromgroßspeicher wollen BMW, Bosch und Vattenfall ausgediente LI-Batterien zweitverwerten. Das Battery 2nd Life-Projekt fügt sie zu einem großen Speicher zusammen, um das Stromnetz stabil zu halten.

Gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen werden künftig in Hamburg zu einem großen Stromspeicher zusammengeschaltet. Das zumindest ist das Ziel des Entwicklungsprojekts "Battery 2nd Life", welches vor Kurzem nahe dem Cruise Center Steinwerde eröffnet wurde. Die Projektpartner BMW, Bosch und Vattenfall werden dort künftig ausgediente Traktionsbatterien zweitverwerten. Dessen Energie steht dann binnen Sekunden zur Verfügung und kann dabei helfen, das Stromnetz stabil zu halten.

Stromspeicher sind entscheidend, um mit alternativen Energiequellen eine stabile Stromversorgung zu ermöglichen. Die natürlichen Schwankungen etwa bei Solar- und Windkraftanlagen müssen durch möglichst effiziente Speichermethoden so weit wie möglich ausgeglichen werden. Der Stromspeicher besteht aus 2600 Batteriemodulen aus mehr als 100 Elektrofahrzeugen. Er verfügt über eine Leistung von 2 MW und eine Speicherkapazität von 2800 kWh. Mit dieser Kapazität könnte der Speicher einen durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt sieben Monate lang mit Strom versorgen.

Wichtiger Baustein zur Optimierung des Batteriemanagements

Die gespeicherte Energie dient jedoch nicht der allgemeinen Versorgung, sondern wird von Vattenfall zusammen mit anderen flexibel steuerbaren Anlagen am Primärregelenergiemarkt vermarktet. Der Speicher erbringt Primärregelleistung die notwendig ist, um die Netzfrequenz von 50 Hz stabil zu halten. Primärregelleistung muss innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stehen. Anlässlich der Inbetriebnahme erklärt Pieter Wasmuth, Vattenfalls Generalbevollmächtigter für Hamburg und Norddeutschland: "Unser erklärtes Ziel ist es, diese Batteriespeicher in das Energiesystem zu integrieren und einer Vielzahl solcher kleinen lokalen Anlagen über den Stromhandel einen Marktzugang zu verschaffen."

Für BMW hingegen ist der vor Kurzem eröffnete Batteriespeicher "ein wichtiger Baustein zur weiteren Optimierung des Batteriemanagements. Zukünftig werden wir so mit BMW-Speichern effiziente und auf Kunden zugeschnittene Batteriespeicherangebote anbieten können. Die BMW Group sieht im Kontext der Energiewende die Speicherung von Energie als den zentralen Baustein des Energie-Managements. Dies gilt sowohl für die Speicherung in den Fahrzeugen, als auch in stationären Speichersystemen“, erklärt Dr. Bernhard Blättel, Vice President Mobilitätsdienstleistungen und Energy Services, BMW. Batterien, die zuvor in BMW-Elektrofahrzeugen verwendet wurden und das Ende ihres Lebenszyklus im Fahrzeug erreicht haben, können durch das Gemeinschaftsprojekt weiter sinnvoll genutzt werden. Nachdem die gebrauchten Batteriemodule getestet und verkabelt wurden, werden sie zu Stromspeichern zusammengeschaltet und stellen im stationären Einsatz in der Energiewende weiterhin eine wichtige Ressource dar.

Entwicklungsprojekt Battery 2nd Life

Das Entwicklungsprojekt Battery 2nd Life von Vattenfall, BMW und Bosch wurde 2013 gestartet und ist auf fünf Jahre angelegt. Die Projektpartner erhoffen sich dabei neue Erkenntnisse über das Alterungsverhalten und die Speicherkapazität von gebrauchten Lithium-Ionen-Batteriemodulen. Über den Stromspeicher nahe dem Hamburger Cruise Center Steinwerder hinaus umfasst das Projekt zwei weitere Maßnahmen: Seit September 2014 dienen gebrauchte Batterien in der HafenCity als Zwischenspeicher und Leistungspuffer für Schnellladesäulen. Bei einer weiteren Anwendung wird der Eigenverbrauch aus der Photovoltaikanlage des Vattenfall-Heizwerks HafenCity maximiert, indem in sonnigen Zeiten mit niedrigem Strombedarf die Energie in diesen Batterien zwischengespeichert wird.

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