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16.04.2021 | Batterie | Nachricht | Onlineartikel

Mercedes-Benz präsentiert die elektrische S-Klasse EQS

Autor:
Patrick Schäfer
3 Min. Lesedauer

Mercedes-Benz hat mit dem EQS ein eigenständiges Modell im S-Klasse-Programm vorgestellt. Die elektrische Oberklasse-Limousine kommt im Spätsommer 2021 auf den Markt.

Das One-Bow-Design des neuen Mercedes-Benz EQS streckt sich über eine Länge von 5.216 mm bei einem Radstand von 3.210 mm. Die elektrische S-Klasse ist 1.926 mm breit und 1.512 mm hoch. Mit der coupéhaften Grundform und seiner weit nach vorne gezogenen, flachen Frontscheibe, der schmalen und verstellbaren Kühlerjalousie und dem glatten Unterboden kommt der Mercedes EQS als erstes Serienfahrzeug der Welt auf einen cw-Wert von 0,20. Das hat neben geringen Verbräuchen auch niedrige Windgeräusche zur Folge, die mit Maßnahmen wie versenkbaren Türgriffen, Akustik-Verbundglasscheiben sowie einer A-Säule mit speziell geformtem Zierstab noch weiter verringert werden konnten.

Optional sind automatische Komforttüren erhältlich. Bei Annäherung fahren zunächst die Türgriffe aus, danach öffnet die Tür vollautomatisch – und schließt auch wieder. Das Interieur des Viersitzers ist mit acht aufeinander abgestimmte Farbkombinationen erhältlich, mit Komfort- oder Sportsitzen (AMG-Line). Highlight ist neben der aktiven Ambientebeleuchtung oder dem Burmester-Surround-Soundsystem der aufpreispflichtige MBUX Hyperscreen, der drei Displays auf einem 141 Zentimeter breiten Bildschirmband vereint: Das Kombiinstrument für den Fahrer, das Infotainmentdisplay sowie eines für den Beifahrer. 

Mercedes EQS mit MBUX Hyperscreen

Die lernfähige KI-Software des Systems stellt sich auf die Bedürfnisse des Fahrers ein. Die Navigation Electric Intelligence berechnet die beste Route inklusive Ladestopps und berücksichtigt dabei Topografie, Streckenverlauf, Umgebungstemperatur, Geschwindigkeit, Heiz- und Kühlbedarf. Der EQS kann per Smartphone ein- und ausgeparkt werden und ist für Automated Valet Parking vorbereitet. Neue Fahrzeugfunktionen können per Over-the-Air-Updates (OTA) aktiviert werden.

Alle EQS nutzen eine 400-Volt-Architektur und werden von einer permanenterregten Synchronmaschine (PSM) an der Hinterachse angetrieben, die Allradversionen 4Matic besitzen zusätzlich auch einen E-Motor an der Vorderachse. Torque Shift erlaubt die intelligente und stufenlose Verteilung der Antriebsmomente zwischen Vorder- und Hinterachse. Das Fahrwerk ist mit dem der S-Klasse verwandt. Vorne arbeitet eine Vierlenker-Achse, hinten eine Raumlenkerachse. Die adaptive Luftfederung ist ebenso serienmäßig wie die Hinterachslenkung. Der EQS rollt auf Aerorädern von 19 bis 22 Zoll Größe. 

Zunächst zwei Versionen des EQS

Der EQS 450+ mit Hinterradantrieb leistet 245 kW (333 PS), das maximale Drehmoment liegt bei 568 Nm. Der EQS 580 4Matic bringt es auf 385 kW (523 PS) und ein maximales Drehmoment von 855 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit der etwa 2,5 t schweren Luxuslimousinen liegt bei abgeregelten 210 km/h. Dem Fahrer stehen die Fahrmodi Comfort, Sport, Eco und Individual zur Verfügung. Die Stärke der Rekuperationsleistung ermöglicht eine Verzögerung bis zum Stillstand und kann in drei Stufen über Schaltwippen am Lenkrad eingestellt werden. Je nach Version und Ausstattung soll eine WLTP-Reichweite von bis zu 770 km erreicht werden können.

Die Batterien bestehen aus zehn oder zwölf Zellmodulen und haben einen nutzbaren Energiegehalt von 90 und 107,8 kWh. An Schnellladestationen lässt sich der EQS mit bis zu 200 kW laden. Das Thermomanagement erlaubt das Laden von bis zu 300 km Reichweite in 15 Minuten. Zu Hause oder an öffentlichen Ladestationen kann der EQS mit Hilfe des optionalen Onboard-Laders mit bis zu 22 kW mit Wechselstrom aufgeladen werden. Die Reichweite liegt bei bis zu 770 Kilometern. Der Kobalt-Anteil ist auf zehn Prozent reduziert worden, das optimierte Aktivmaterial besteht im Verhältnis von 8:1:1 aus Nickel, Kobalt und Mangan.

Die neue, skalierbare Plattform EVA (Electric Vehicle Architecture) wird auch die Basis für weitere elektrische Modelle wie die Limousine EQE und die SUV-Varianten EQS und EQE bilden. Der Mercedes EQS wird laut Hersteller CO2-neutral in der Factory 56 im Mercedes-Benz Werk in Sindelfingen produziert und kommt im August in Europa auf den Markt.

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