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30.03.2018 | Bau-Projektmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Eine solide Zeitplanung von Großprojekten

Autor:
Christoph Berger

Laut einer Studie liegt der Mehrzahl an Großprojekten keine solide Zeitplanung zugrunde. Die unzureichende Berücksichtigung von Stakeholderinteressen und fehlende soziale Akzeptanz lassen Großprojekte terminlich und finanziell vom Kurs abkommen.

Die Mehrzahl der baulichen Großprojekte in Deutschland mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro würden nicht termingerecht fertig gestellt, das angesetzte Budget um ein Vielfaches übersteigen oder komplett scheitern. Dies sagte Prof. Dr. Peter Wotschke vom Lehrstuhl für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin auf einer Tagung zur "Gesellschaftlichen Akzeptanz von Großprojekten". Er bezog sich dabei auf eine kürzlich veröffentlichte Studie. Demnach würden nur 34 Prozent der Großvorhaben eine solide Zeitplanung zugrunde liegen.

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Auf der Tagung wurde auch deutlich, dass nicht zuletzt wegen unzureichender Berücksichtigung der Interessen aller Stakeholder und der fehlenden sozialen Akzeptanz bauliche Großprojekte terminlich und finanziell immer wieder vom Kurs abkommen würden. Daher braucht es ein Stakeholdermanagement, wie auch David Krips im Springer-Fachbuchs "Stakeholdermanagement" erklärt. Im Kapitel "Grundlage des Stakeholdermanagements: Stakeholderanalysen" schreibt er unter anderem: "Bedeutsam für die Wirksamkeit dieses Stakeholdermanagements ist die rechtzeitige Durchführung von Stakeholderanalysen: Anpassungs- oder Reaktionskosten nehmen mit jedem Projektprozessschritt zu. Eine Konfliktlösung muss damit so früh wie möglich ansetzen, um die Kosten so gering wie nötig zu halten." Was eine Stakeholderanalyse alles beinhalten sollte, wird im Kapitel "Inhalt einer Stakeholderanalyse" aufgezählt und erläutert.

Potenziale des Bürgerengagements nutzen

Dr. Werner Reh, Leiter Verkehrspolitik der Umweltorganisation BUND, erklärte auf der Tagung, dass das Wissen um Beteiligung in Deutschland zwar Konsens sei, die Erkenntnis allerdings noch unzureichend in Gesetzesvorlagen einfließen würde. Dass Bürgerinnen und Bürger inzwischen einbezogen werden müssen, sei verbindlich. Dies gelte aber nur für zukünftige Vorhaben. Und Frank Kniestedt schreibt im Kapitel "Öffentlichkeitsarbeit bei Infrastrukturprojekten" des Springer-Fachbuchs "Projektmanagement von Infrastrukturprojekten" zur Beteiligung der Öffentlichkeit: "Es geht künftig nicht nur um Beteiligung in den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren, sondern dem Bürger muss darüber hinaus die Möglichkeit gegeben werden, das Projekt über ständig geöffnete Kommunikationskanäle zu begleiten." Dafür müssten keine Interna preisgegeben werden. Es gehe um gezielte Transparenz.

Doch, auch dies wurde auf der Tagung hervorgehoben und basiere auf den Erkenntnissen der vorgestellten Studie: Solche Planungsfehler sind global zu beobachten. Die Studienautoren zeigten hingegen auf, wie sich am Ende eines dynamischen Prozesses durch Bürgerbeteiligung idealerweise alle beteiligten Parteien auf einen (Minimal)-Konsens einigen könnten: Sichtbarkeit, Legitimität und schnelles Reagieren auf potentielle oder sich anbahnende Kontroversen identifizierten die Forscher als Schlüssel, um den Zugang zu weiten Teilen der Bevölkerung zu garantieren und auf deren Unterstützung bauen zu können. Überzeugungsarbeit gelinge dabei nur durch vollständige Information und Transparenz und umfassendes Wissen über regionale Gegebenheiten. Und: Das Bürgerengagement sollte zudem als Potenzial genutzt werden.

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