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12.04.2019 | Bau-Projektmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Der Online-Vertrieb von Bauprodukten

Autor:
Christoph Berger

Die Digitalisierung wird herkömmliche Geschäftsmodelle verändern, sie müssen manches Mal sogar vollkommen neu gedacht und ausgerichtet werden. Das gilt auch für den Vertrieb von Bauprodukten und -materialien.

Im September 2017 prognostizierte eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, dass die Entscheidungen über in Bauprojekten verwendete Materialien und Produkte aufgrund von BIM im Speziellen und wegen der Digitalisierung im Allgemeinen innerhalb des Bauprozesses immer weiter nach vorne rücken werden. Somit würden sich die Geschäftsverhältnisse innerhalb der Bauindustrie verändern, Designer und Planer würden direkt mit Baustoffherstellern in Kontakt treten. Für die Baustoffhändler habe dies zur Folge, dass sie ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen, sie könnten sich zum Beispiel zum Anbieter modularer Baukästen für ganzheitliche Baustofflösungen auf dem Markt etablieren, so eine damalige Empfehlung.

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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Integrale Planung BIM – Umsetzungserfahrungen im Projekt „Viega World“

Dieses Kapitel berichtet über den Erfahrungsgewinn bei der Umsetzung der „Integralen Planung BIM“ beim Neubau des Seminarcenters „Viega World“ in Attendorn als Referenzprojekt für die Anwendung von BIM in der Gebäudetechnik.


Diese Prognose scheint sich zu bewahrheiten. Anfang 2018 gründete sich beispielsweise das auf den Online-Vertrieb von Bauprodukten spezialisierte Technologie-Netzwerk Promaterial. Über die Plattform wird die Suche und der Kauf von Baustoffen innerhalb von Millisekunden in verschiedenen Kanälen unterstützt. Hersteller und Händler präsentieren ihre Baustoffe und Baumaterialien über verschiedene Kanäle im Internet – wobei sämtliche für den Online-Vertrieb erforderlichen Daten nur noch einmal zentral gepflegt und optimiert werden müssen, spätere Änderungen werden in sämtlichen Kanälen synchronisiert. Kaufinteressierte finden Informationen über die Produkte in der benötigten Form, in AVA-, BIM- oder Kalkulationssystemen oder einfacher per Webshop, App oder Tablett.

Stichwort: Produktdatenmanagement

Ein weiteres Beispiel: Das auf Baufachinformationen spezialisierte Unternehmen Heinze startete auf der Messe BAU 2019 offiziell die Initiative HeinzeBIM. Über die Plattform sollen zukünftig alle Baubeteiligten bedarfsgerecht auf die erforderlichen geometrischen sowie alphanumerischen Produktdaten möglichst vieler Hersteller zugreifen können, auf die aktuelle Produktdaten in zuverlässiger Konsistenz, in echter BIM-Datenqualität sowie in den gängigen Datenformaten. Über ein Plug-In in der Entwurfssoftware Autodesk Revit können Planer mittels einer intelligenten Suche nach passenden Produkten recherchieren und die gewünschten Produktdaten sowie bei Bedarf auch Geometrien in das Datenmodell per Mausklick übernehmen.

Um vor allem gesunde Bauprodukte geht es auf der intelligenten Plattform der Building Material Scout GmbH. Architekten, Bauherren, Baufirmen und Auditoren erhalten dort einen Zugang zu nachhaltigen Materialien. Die Suche wird durch verschiedenen Filtermöglichkeiten unterstützt, zum Beispiel nach Anforderungen zum ökologischen und gesunden Bauen. Die gefundenen Produkte können dann in einen "Shopping-Basket" abgespeichert werden und direkt mit den eigenen Projekten verknüpft werden, mit und ohne BIM.

Dass sich durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der mehrstufige Vertriebsweg sowie der Planungs- und Fertigungsprozess im Bauwesen verändern wird, davon sind auch die Autoren des Kapitels "Integrale Planung BIM – Umsetzungserfahrungen im Projekt "Viega World"" im Springer-Fachbuch "Gebäudetechnik als Strukturgeber für Bau- und Betriebsprozesse" überzeugt. Im Abschnitt "Supply Chain Management im Bauwesen" (S. 72) schreiben sie, dass BIM ein wichtiger Baustein zur Umsetzung von Vorfertigung und Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Zulieferung von modularen vorgefertigten Systemen in der Gebäudetechnik sei. Und: "Die Vernetzung von Bauteilen und Komponenten und die Einführung neuer Mobilfunkstandards (5G Technologie) im Rahmen des Internet of Things (IoT) eröffnet zudem vollkommen neue Möglichkeiten im Service und Dienstleistungsbereich und hat gravierende Auswirkungen auf Herstellungs- und Logistikprozesse und den Vertriebsweg."

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