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09.01.2019 | Bau-Software | Im Fokus | Onlineartikel

Von der Planungssoftware auf die Fräsmaschinen

Autor:
Christoph Berger

Um komplexe Holzteile herzustellen, mussten die Daten für die Fräsmaschine bisher manuell und für jedes Einzelteil in die Software eingegeben werden. Mit einer neuen Softwareschnittstelle ist dies nicht mehr notwendig.

Fräsmaschinen sind die vielseitigsten Holzbearbeitungsmaschinen heißt es bereits im Kapitel "Maschinelle Holzbearbeitung" des Springer-Fachbuchs "Holzfachkunde". Darin wird ein ganzer Abschnitt den Maschinen gewidmet. "Mit ihnen werden Holzverbindungen, Nuten, Fälze und Profile gefräst, mit Schablonen und Anlaufringen auch Einsätze."

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Doch bisher galt, dass die Übertragung von Daten an die Fräsmaschine für Produkte mit hohen Stückzahlen kein Problem ist, für komplexe Holzteile, zum Beispiel für Gebäude, hingegen vor allem zeitaufwendig ist. Denn die Daten müssen dabei für jedes Einzelteil manuell in die Software eingespeist werden. Das dauere pro Teil etwa 20 bis 25 Minuten, heißt es vonseiten der Arbeitsgruppe "Digitaler Holzbau" am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Kaiserslautern. Mit vielen Einzelteilen würden sich somit auch die Fertigungszeiten entsprechend erhöhen. Und ebenso die Kosten.

Schnelle Fertigung individuell gestalteter Bauteile

Dr. Christopher Robeller, Juniorprofessor an dem Fachbereich, hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem dieser zeitaufwendige Eingabeprozess entfällt. Mit einer neuen Softwareschnittstelle können die Daten direkt von einer Planungssoftware auf die Maschine übertragen werden – und das auch, wenn es sich um komplexe Datensätze mit genauen Angaben zur Geometrie der Bauteile handelt. Zwar gebe bereits technische Lösungen, durch deren Einsatz der manuelle Programmieraufwand für die Maschinen wegfalle, allerdings seien dafür Schnittstellen zu den Programmen der Architekten erforderlich. Und genau solche hat Robeller entwickelt.

Bereits durchgeführte Tests seien erfolgreich verlaufen, sodass holzverarbeitende Betriebe nun leichter individuell gestaltete Bauteile anfertigen können, seien es komplexe Gebäudeteile oder auch aufwendige Möbelstücke. Und man kommt in der Branche den "Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0" mit seinen drei wichtigen Charakteristika näher, wie sie im Kapitel "Schnittstellen ermöglichen Datenintegration in der Prozessindustrie" des Springer-Fachbuchs "Handbuch Industrie 4.0 Bd. 2" direkt zu Beginn aufgezählt werden:

  • Horizontale Integration über Wertschöpfungsnetzwerke,
  • Digitale Durchgängigkeit des Engineering über die gesamte Wertschöpfungskette und
  • Vertikale Integration und vernetzte Produktionssysteme.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2006 | OriginalPaper | Buchkapitel

Maschinelle Holzbearbeitung

Quelle:
Holzfachkunde

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Schnittstellen ermöglichen Datenintegration in der Prozessindustrie

Ansätze und Realisierung einer schnellen Standardisierung von Schnittstellen
Quelle:
Handbuch Industrie 4.0 Bd.2

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