Skip to main content
main-content

11.07.2019 | Baubetrieb | Interview | Onlineartikel

"Auch ein kleineres Planungsbüro kann wirtschaftlich erfolgreich sein"

Autor:
Christoph Berger
Interviewt wurde:
Dietmar Goldammer

Dr. Dietmar Goldammer, Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater für Architekten und Ingenieure. Er gibt als Dozent Seminare zur Betriebswirtschaft für Planer und ist Fachbuchautor zahlreicher Publikationen zum Thema Betriebswirtschaft.

Springer-Autor Dr. Dietmar Goldammer erklärt im Interview, was ein erfolgreiches Architektur- und Ingenieurbüro kennzeichnet und zeigt Wege auf, wie die Büros ihren Erfolg nachhaltig sichern können.

Springer Professional: Welches sind die Kriterien, anhand denen ein Architektur- oder Ingenieurbüro als wirtschaftlich erfolgreich eingestuft werden kann?

Dr. Dietmar Goldammer: Die Kriterien sind klar: Ein hoher Projektstundenanteil, ein niedriger Gemeinkostenfaktor, ein mindestens durchschnittlicher Bürostundensatz und eine Umsatzrendite von zehn Prozent, nach Berücksichtigung des kalkulatorischen Unternehmerlohns.

Empfehlung der Redaktion

2019 | Buch

Wirtschaftliche Unternehmensführung im Architektur- und Ingenieurbüro

Rechtsform – Personalpolitik – Controlling – Unternehmensplanung

Eine erfolgreiche Unternehmensführung zeichnet sich durch Rentabilität aus. Dieses Fachbuch beleuchtet die Faktoren, die eine erfolgreiche Unternehmensführung, speziell im Architektur- und Planungsbüro, bestimmen. Es gibt dem Büroinhaber …


Um erfolgreich zu sein, braucht es ein funktionierendes Controlling-System. Wie kommt man zu einem solchen System und was bringt es?

Auch die Techniker als Projektleiter in den Büros müssen die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Projekte übernehmen. Dafür brauchen sie eine branchengerechte Controlling-Software, um rechtzeitig zu erkennen, wann ein Projekt aus dem Ruder zu laufen droht. Und Grundvoraussetzung dafür wiederum ist eine konsequente Zeiterfassung. Denn ohne eine solche funktioniert kein Controlling-System.

Neben den Kunden sind Mitarbeiter das eigentliche Kapital von Planungsbüros. Doch die sind rar. Welche Möglichkeiten der Mitarbeiterrekrutierung und -bindung empfehlen Sie?

Die Personalanzeige in der Zeitung funktioniert nicht mehr. Die Planungsbüros müssen sich neue Möglichkeiten der Personalbeschaffung überlegen: zum Beispiel neue Zielgruppen ansprechen, ihre Vorteile im Wettbewerb um neue Mitarbeiter gegenüber den großen Unternehmen ausloben oder für ein ansprechendes Betriebsklima sorgen. Und auch sie müssen ihren Mitarbeitern eine bedarfsgerechte Weiterbildung, flexible Arbeitszeitmodell sowie erfolgsabhängige Prämiensysteme anbieten, um sie zu binden und zu halten.

Sie plädieren in Ihrem Buch dafür, als Unternehmer strategische Partnerschaften einzugehen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Warum könnte dies wichtig werden?

In Deutschland arbeiten überwiegend Freiberufler in dieser Branche. Sie haben es zunehmend schwieriger, größere Aufträge alleine zu bewältigen. Das können sie ändern, wenn sie sich strategisch zu größeren Allianzen zusammenschließen. Und für die zukünftige bereichsüberschreitende Zusammenarbeit aller Beteiligten am Bauwerk brauchen sie Building Information Modeling (BIM).

Aus Ihrer Erfahrung: Wie sehen Sie die Architektur- und Ingenieurbüros hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit und den dazugehörigen Voraussetzungen aufgestellt.

Auch ein kleineres Planungsbüro kann wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn es ebenfalls die Werteorientierung, die von den Auftraggebern erwartet wird, pflegt, wenn es Projekte nicht ohne die erforderliche Kalkulation anbietet, wenn es die richtigen Partner findet und wenn es sich im Internet so interessant darstellt, dass es dort auch gefunden wird.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

10.06.2016 | Architektur | Im Fokus | Onlineartikel

Architekten zuversichtlich wie nie

    Bildnachweise