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16.06.2015 | Baubetrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Leitlinien für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit

Autor:
Christoph Berger

Konflikte in der praktischen Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern im Wohnungs- und Wirtschaftsbau sind nicht selten. Die Interessenverbände der zwei Parteien haben daher Leitlinien erarbeitet, die zu einem faireren Umgang untereinander führen sollen.

Immer wieder würden unklare Bestimmung der Projektziele und -anforderungen sowie nachträgliche Änderungen des Bausolls laut dem Präsidenten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA), Dr. Andreas Mattner, zu Nachträgen und damit zu Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen führen.

Mattner hat daher mit seinem Kollegen vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), Prof. Dr.-Ing. E.h.Thomas Bauer, zum Abschluss des „Tages der Immobilienwirtschaft“ gemeinsame Leitlinien für die partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft mit dem Titel „Fair Business“ unterzeichnet.

Klare Absprachen und faire Lastenteilung

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Mit klaren Absprachen und einer fairen Lastenteilung soll derartigen Konflikten zukünftig bereits vor dem Projektstart begegnet werden. So definieren die Leitlinien Standards für die präzise Projektbeschreibung, Leistungserwartung und Einbindungsregeln in einzelnen Projektphasen und Risikoszenarien.

Konkret soll

  • der Auftraggeber vor dem Projektstart eine klare Definition der Projektziele und der Projektanforderungen vornehmen.

  • Zudem soll er den Bietern klare Informationen darüber geben, an welcher Stelle des Planungs- und/oder Bauprozesses der Auftragnehmer eingeschaltet werden soll.

  • Und er nimmt eine klare Definition des Bausolls vor. Im Gegenzug stellt der Auftragnehmer die zur Verfügung stehenden bauseitigen Kompetenzen eindeutig dar. Und gemeinsam werden klare Vereinbarungen zu möglichen nachträglichen Änderungen des Bausolls durch den Auftraggeber und einer damit einhergehenden entsprechenden Vergütung des Auftragnehmers sowie zu einer schnellen Streitbeilegung getroffen. Dazu gehören auch interne und externe Konfliktlösungsmechanismen: Frühwarnsysteme, interne Eskalationsmodelle und außergerichtliche Streitlösungen.

  • Auftragnehmer und Auftraggeber sollen des Weiteren in Zusammenarbeit ein Risikomanagement aufbauen, in dem Risiken nicht nur identifiziert, sondern auch bewertet und untereinander verteilt werden.

Spezielle Vertragsmodelle sollen erarbeitet werden

Die beiden Verbände vereinbarten außerdem, sich in weiteren Gesprächen vertieft mit speziellen Vertragsmodellen sowie mit Partneringmodellen in der Planungsphase zu beschäftigen.

HDB und ZIA wollen die Leitlinien nun ihren Mitgliedsunternehmen als Grundlage einer fairen, partnerschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit in der bauvorbereitenden Phase und in der nachfolgenden Bauphase zur Anwendung empfehlen.

Die vollständigen Leitlinien sind auf den Websites der beiden Verbände zu finden.

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