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18.12.2015 | Baubetrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Frankfurt auf Rang 8 in globalem Baukostenranking

Autor:
Christoph Berger
2 Min. Lesedauer

Trotz ihrer vergleichsweise hohen Baukosten nimmt die Attraktivität europäischer Städte für Bauprojekte und Investitionen zu. Laut einer vergleichenden Kostenstudie gibt es dafür triftige Gründe. Allerdings gibt es auch Risiken aufgrund möglicher Negativfaktoren.

In New York, London und Honkong sind die relativen Baukosten laut der Studie „International Construction Costs“ von Arcadis am höchsten. In den Top 10 der diesbezüglich 44 untersuchten Großstädte befinden sich jedoch außer der Hauptstadt Großbritanniens noch fünf weitere europäische Städte: Genf (4), Kopenhagen (6), Stockholm (7), Frankfurt und Paris (9).

Die hessische Metropole am Main nimmt in dem Ranking Platz 8 ein. Gerade dort – aber auch in London und Amsterdam (21) – sind die Baukosten in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. Bezüglich Frankfurt erklärt John Atkins, European Leader Buildings bei Arcadis: „Die Konversion kommerzieller Bestandsgebäude in moderne Apartments und Studentenwohnungen wird wahrscheinlich weiterhin, zumindest kurzfristig, die Bautätigkeiten und Baukosten in der Stadt vorantreiben.“

Infrastruktur-Investitionsplan der EU setzt deutliches Signal

Auch sonst erwarten die Arcadis-Analysten in einzelnen Regionen Europas einen Wiederaufschwung an Investitionen im nächsten Jahr. Hierbei setze der Infrastruktur-Investitionsplan der EU mit einem Gesamtvolumen von 350 Milliarden Euro ein deutliches Signal.

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Zudem habe die Auswertung der BIP-Entwicklung gezeigt, dass Polen, Großbritannien, Irland, Spanien und die Niederlande zu den EU-Wachstumstreibern gehören. Auf deutlichem Erholungskurs befänden sich die Volkswirtschaften in Frankreich, Italien und Österreich. Die zu erwartende Entwicklung lasse die Prognose zu, dass die Bauindustrie in der EU in den nächsten drei Jahren um 2,3 Prozent wachse.

Weiterhin werde die Attraktivität des Bauens und Investierens in Europa von den stabilen Kosten in vielen Ländern Europas und dem wettbewerbsfähigen Euro gesteigert – dies gelte vor allem für das europäische Festland.

Staatliche Intervention, Rohstoff- und Energiepreise, makroökonomische Faktoren

In Großbritannien und den USA könnte hingegen die Preisinflation die Realisierungschancen wichtiger Projekte im gewerblichen und öffentlichen Sektor gefährden. Außerdem könnten sich steigende Kosten und fallende Währungskurse investitionshemmend auswirken.

Ein weiterer Risikofaktor stellt laut den Analyseergebnissen die Entwicklung der Rohstoffpreise dar. Besonders im Hinblick auf Öl werde sich eine zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Preisentwicklung langfristig unweigerlich auf die globale Bauindustrie auswirken.

Insgesamt sind die Zukunftsaussichten für die europäischen Städte als heterogen zu bewerten, heißt es bei Arcadis. Atkins sagt: „Staatliche Intervention, Rohstoff- und Energiepreise sowie sonstige makroökonomische Faktoren können jederzeit - im positiven wie im negativen Sinne - auf das fragile Wachstum durchschlagen.“

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