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14.08.2013 | Baubetrieb | Interview | Online-Artikel

Baurechtliche Grundkenntnisse gehören dazu

verfasst von: Annette Galinski

3:30 Min. Lesedauer
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Das Baurecht ist nicht gerade des Planers Lieblingsthema. Dennoch müssen Architekten und Bauingenieure über ein Grundwissen und verlässliche Informationsquellen verfügen, um den rechtlichen Herausforderungen der Planungs- bzw. Umsetzungsphase eines Bauvorhabens angemessen begegnen zu können. Der kürzlich vom Handeslblatt im Bereich Construction als einer der besten Wirtschaftsanwälte Deutschlands ausgezeichnete Springer-Autor Professor Christian Zanner, gibt einen Einblick in das Architekten- und Ingenieurrecht sowie die praktische Handhabung der demnächst erscheinenden Fachbuchreihe mit Schwerpunktthemen wie VOB/B sowie Architekten- und Ingenieurrecht nach Ansprüchen.

Springer für Professionals: Sie wurden vom Handelsblatt im Juni 2013 für den Bereich Construction in der Rankingliste der "besten Wirtschaftsanwälte in Deutschland“ und in der Rankingliste der „Anwälte des Jahres“ für die Region Berlin ausgezeichnet. Wie sehen Sie diese besondere Auszeichnung?

Prof. Christian Zanner: Ich sehe es als besondere Ehre an, von einer so etablierten Fachzeitschrift wie dem Handelsblatt, das ja zusammen mit Best Lawyers, eine der renommiertesten Anwaltszeitschrift in den USA, die Auswertung der Erhebung vorgenommen hat, ausgezeichnet worden zu sein. Besonders ist dabei, dass die Empfehlung von Anwaltskollegen anderer Kanzleien, also von Mitbewerbern erfolgt ist. Die Anwaltskollegen können sich in der Tat das beste Bild der Qualifikation ihrer Berufskollegen machen.

Sie sind Mitbegründer des Deutschen Baurechtstages e.V. Welche Ziele verfolgt der Verein und welche Zielgruppe sprechen Sie an?

Der Deutsche Baurechtstag, dessen Vorsitzender ich auch bin, verfolgt das Ziel, interdisziplinäres Wissen zu transportieren. Aus diesem Grund wurde bei der Auswahl der Mitbegründer großen Wert darauf gelegt, dass möglichst alle Fakultäten vertreten sind, d. h. Hochschulprofessoren, Planer, Fachingenieure, Vertreter der Auftraggeber- und Auftragnehmerschaft sowie Richter. Zielgruppe der Veranstaltungen des Deutschen Baurechtstages sind Nicht-Juristen. Die nächste Veranstaltung am 27.09.2013 zum innerstädtischen Tunnelbau in München sieht Referenten aus allen Bereichen vor, so beispielsweise Juristen, Planer, Fachingenieure und Vertreter von Auftraggebern und Auftragnehmern.

Über welches grundlegende Wissen im Bereich Bau- und Architektenrecht sollte Ihrer Meinung nach ein planender Architekt bzw. Bauingenieur verfügen? Wo bedarf es entsprechend professioneller Beratung?

Der Planer und Bauingenieur hat zu beachten, dass er nicht nur einzelne Leistungen zu erbringen hat, sondern einen Vertrag erfüllen muss. Hierzu gehören natürlich auch Grundwissen der bauvertraglichen Materie, des öffentlichen Rechts, der VOB/B und je nach Ausschreibungsart auch vergaberechtliche Grundkenntnisse. Sofern die Anforderungen und die auftretenden Fragestellungen beispielsweise bei Bauablaufstörungen oder Leistungsänderungen über die Grundkenntnisse des Planers und Bauingenieurs hinausgehen, sollte stets ein Baujurist hinzugezogen werden. An dieser Stelle etwas, sofern es erlaubt ist, Werbung in eigener Sache: Die Kanzlei Wollmann & Partner, deren Mitgesellschafter ich bin, verfügt an den Standorten Berlin, München und Frankfurt über Spezialisten mit langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich. Von diesen drei Standorten ist Wollmann & Partner bundesweit tätig.

Was hat Sie dazu bewogen, eine mehrteilige Fachbuchreihe zum Bau- und Architektenrecht nach Ansprüchen zu verfassen, deren erste Bände im Herbst 2013 bei Springer Vieweg erscheinen? Welche Themen stehen im Fokus der einzelnen Bände?

Ziel der Buchreihe ist es, spezifisches juristisches Wissen den am Bau beteiligten Praktikern anschaulich, vollumfassend und praxisnah anhand entsprechender Beispiele zu vermitteln. Die übergeordneten Fachbücher sind dabei VOB/B nach Ansprüchen, Architekten- und Ingenieurrecht nach Ansprüchen und Vergaberecht nach Ansprüchen. Da gerade im vertragsrechtlichen Bereich und bei der VOB/B eine Vielzahl von Sonderfragen besonders häufig auftreten, sind weitere Bücher zum gestörten Bauablauf, Mangelhaftung, Leistungsänderungen/Vergütung und Abnahme vorgesehen, die eine Vertiefung zu dem Buchwerk VOB/B nach Ansprüchen darstellen.

Welche Empfehlungen haben Sie für die Handhabung der Fachbücher in Bezug auf den Praxiseinsatz?

Die Fachbücher sollten bereits von den Studenten während der Ausbildung genutzt werden, um sich einen Überblick über die juristischen Themen zu verschaffen. So ist beispielsweise das Buch VOB/B nach Ansprüchen Grundlage meiner Vorlesung an der TU Berlin, bei den Architekten, Bauingenieuren und Wirtschaftsingenieuren. Selbstverständlich sollte das Buch in jedem Projektbüro und auf jeder Baustelle zur Verfügung stehen, da es mit Hilfe der Grafiken in einem ersten Schritt eine schnelle und einfache Lösung von Problemen durch den Praktiker selbst ermöglich soll.

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