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07.03.2013 | Baubetrieb | Im Fokus | Onlineartikel

Bauobjektüberwachung – Steuerung und Kontrolle

Autor:
Annette Galinski

Neben einer fundierten Planung ist die sorgfältige Bauobjektüberwachung eine wichtige Voraussetzung für die mängelfreie Realisierung eines Bauprojektes. In dieser Phase steuert und kontrolliert der Architekt oder Bauingenieur die Arbeiten auf der Baustelle und achtet auf die Einhaltung des Zeitplans. Nach § 15 der HOAI werden die Leistungen der Objektüberwachung in der Leistungsphase 8 detailliert beschrieben.

Die Ausführung eines Bauprojekts, d. h. die Bauphase, beinhaltet nicht nur für die ausführenden Unternehmen zahlreiche Tätigkeiten, sondern ist insbesondere hinsichtlich der Bauobjektüberwachung eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie umfasst eine Vielzahl von Einzelaufgaben.

Beauftragung und Verträge

Der Bauherr beauftragt meist einen Architekten als Bauleiter, der für ihn die Ausführung des Baus überwachen soll. Der Bauleiter nimmt mit der Bauobjektüberwachung eine Kontrollfunktion für den Bauherrn ein. Im diesem Rahmen überwacht er die Ausführung des Bauprojekts auf Übereinstimmung mit den Ausführungsplänen, der Baugenehmigung, der Leistungsbeschreibung u. a. Die ausführenden Unternehmen werden auf dieser Grundlage vom Bauleiter überwacht.

Der Bauherr schließt zu diesem Zweck in der Regel unmittelbar mit dem Bauleiter einen Vertrag über die Objektüberwachung und zuvor einen weiteren Vertrag oder mehrere Verträge mit dem „Planungs-“Architekten, den Fachplanern und schließlich mit den Bauunternehmen ab.

Grundleistungen der Objektüberwachung (nach Lph 8)

  • Überwachen der Ausführung des Objekts auf Übereinstimmung mit der Baugenehmigung, den Ausführungsplänen und den Leistungsbeschreibungen
  • Überwachen der Ausführung von Tragwerken
  • Koordinieren der an der Objektüberwachung fachlich Beteiligten (z. B. Fachingenieure)
  • Aufstellen eines Zeitplanes (Balkendiagramm) und Führen des Bautagebuches
  • Gemeinsames Aufmaß mit den bauausführenden Unternehmen
  • Abnahme aller Bauleistungen unter Feststellung von Mängeln
  • Rechnungsprüfung und Kostenfeststellung nach DIN 276
  • Antrag auf behördliche Abnahmen und Teilnahme daran
  • Übergabe des Objekts einschließlich Zusammenstellung und Übergabe der erforderlichen Unterlagen, zum Beispiel Bedienungsanleitungen, Prüfprotokolle
  • Auflisten der Gewährleistungsfristen
  • Überwachen der Beseitigung der bei der Abnahme der Bauleistungen festgestellten Mängel
  • Kostenkontrolle durch Überprüfen der Leistungsabrechnung der bauausführenden Unternehmen im Vergleich zu den Vertragspreisen und dem Kostenanschlag

Um den Entstehungsprozesses eines Bauwerkes zu dokumentieren, ist der Bauleiter verpflichtet, ein Bautagebuch zu führen. Dieses dient dem lückenlosen Nachweis des Bauablaufs und kann im Streitfall zwischen den Parteien als Beweismittel herangezogen werden.

Vergütung

In Deutschland gelten für die Vergütung der Objektüberwachung die in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) festgesetzten Honorare. Der Anteil am Gesamthonorar des Architekten für diese Tätigkeiten beträgt 31 Prozent.

Komplexe Bauvorhaben

Bei komplexen Bauvorhaben, bei denen es in der Regel nicht möglich ist, dass ein Bauleiter die Sachkunde in allen vorhandenen Gewerken hat, wird der (General-)Bauleiter regelmäßig durch Fachbauleiter unterstützt; z. B. für die Technische Gebäudeausrüstung. Er ist in diesem Fall gehalten, die Fachbauleiter und das Gesamtbauvorhaben zu koordinieren.

Fachbuch "Bauobjektüberwachung" 

Weiterführende Informationen bietet Ihnen das Fachbuch "Bauobjektüberwachung" von Frank Würfele, Bert Bielefeld und Mike Gralla, das 2012 bei Springer Vieweg erschienen ist. Unsere Redaktionsempfehlung führt Sie zum Buchtipp der Woche.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2012 | Buch

Bauobjektüberwachung

Kosten - Qualitäten - Termine - Organisation - Leistungsinhalt - Rechtsgrundlagen - Haftung - Vergütung
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