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17.10.2016 | Baufinanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Bausparkassen müssen kämpfen

Autor:
Eva-Susanne Krah

Das Geschäft mit neu abgeschlossenen Bausparverträgen steigt dank niedriger Zinsen. Den Anbietern fällt es dennoch schwer, nachhaltig Erträge zu erwirtschaften.  

Besonders in den deutschen Metropolregionen ziehen die Preise für Immobilien bereits seit Jahren an. Laut dem Immobilienmarktmonitoring von Oktober 2016, das der Bewertungsspezialist Sprengnetter erhebt, wurden von 2015 auf 2016 über das gesamte Bundesgebiet hinweg durchschnittliche Preissteigerungen im einstelligen Bereich gemessen, etwa 

  • 6,3 Prozent bei Ein- und Zweifamilienhäusern,
  • 7,9 Prozent bei Eigentumswohnungen und
  • 6,9 Prozent bei Mehrfamilienhäusern.

Diese Entwicklung findet laut Sprengnetter auch in ländlicheren Gebieten statt. Doch mehr Bauspardarlehen auf der Passivseite bei gleichzeitig rückläufigen Immobilienkrediten auf der Aktivseite fordern die Bausparkassen heraus. Denn ihre Geschäftstätigkeit und Anlagemöglichkeiten sind strengen gesetzlichen Vorgaben unterworfen und Einlagen dürfen nur vorübergehend für die Refinanzierung verwendet werden. 

Richtlinie beschränkt Geschäftstätigkeit 

Ein Grund für die angespannte Situation ist die neue Wohnimmobilienkreditrichtlinie, die seit März 2016 eingeführt wurde und sich direkt auf die Immobilienkredite auswirkt.

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So zeigte eine Mitgliederumfrage des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV), dass die Richtlinie bei vier von fünf Banken zu einem Rückgang der Kreditzusagen geführt hat. Seit die verschärften Regeln aus der Richtlinie gelten, gehen die Kreditabschlüsse der Sparkassen zurück. Besonders von Ablehnungen betroffen sind den Ergebnissen zufolge ältere Menschen und junge Familien.

Die sinkenden Abschlüsse bei Baufinanzierungen treffen Geldhäuser im Kern ihres Geschäfts. Denn fast die Hälfte der von Banken vergebenen Kredite entfallen laut einer Bundesbank-Statistik auf Immobiliendarlehen. Auch der Widerrufsjoker beschäftigt die Kreditinstitute weiter, berichtet Bankmagazin-Chefredakteurin Stefanie Hüthig, und führt ein aktuelles Gerichtsurteil an. Das Landgericht Frankfurt am Main etwa erklärte die Widerrufsbelehrung in drei Darlehensverträgen der Landesbank Baden-Württemberg aus dem Jahr 2008 für falsch, wie die Esslinger Kanzlei Aslanidis, Kress & Häcker-Hollmann, die den Verbraucher vertrat, im Oktober meldete. Erschwerend für Bausparkassen kommt laut dem September-Bericht der Deutschen Bundesbank hinzu, dass die Tarifkonditionen der Altverträge nicht den veränderten Marktlage angepasst werden können. In der Folge verringerten sich die Zinsüberschüsse zwischen den Jahren 2011 bis 2015 um 16 Prozent. Ein Ausweichen auf andere Ertragsquellen ist für Bausparkassen wegen der regulatorischen Vorgaben nur bedingt möglich. 

Neue Vertriebskanäle entdecken

Wie Banken und Sparkassen ihr Bauspargeschäft auf ertragreichere Säulen stellen können, erläutern Jens Fehlhauer und Kurt Gerlach in ihrem Beitrag "Zukunftsmarkt Baufinanzierung" im Springer-Buch "Banking & Innovation 2015": das Internet und die Finanzierungsvermittler.

"Insbesondere Regionalbanken haben eine sehr gute Offline-Marke. Diese gute Offline-Marke als Online-Marke zu etablieren, wird eine zentrale Aufgabe in der Zukunft sein".
Jens Fehlhauer, Kurt Gerlach, in: "Zukunftsmarkt Baufinanzierung – Wachstum in neuen Vertriebskanälen und mit neuen Produktpartnern"

Bereits 30 Prozent der Kunden lassen sich von Hypothekenmaklern beraten, 75 Prozent informieren sich im Internet. Das hat ergab eine Studie von Klaus Fleischer, Professor für Finanz-, Bank- und Investitionswirtschaft an der Hochschule München. Der Vertrieb über Makler berge für die Volksbanken und Raiffeisenbanken ein enormes Potenzial zur Neukundengewinnung. Einen schlanken und rechtssicheren Prozess in der Zusammenarbeit mit ihnen zu gestalten, sehen die Springer-Autoren Fehlhauer und Gerlach dabei als wichtige Aufgabe. 

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