Skip to main content

25.11.2022 | Baufinanzierung | Infografik | Online-Artikel

Weniger sparen fürs Eigenheim oder die Kapitalanlage

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer
share
TEILEN
print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Viele Menschen in Deutschland müssen den Gürtel enger schnallen. Fürs Sparen bleibt oft nichts mehr übrig. Wer dennoch etwas auf die hohe Kante legt, tut dies vor allem für die Altersvorsorge. Für Konsum, das Eigenheim oder die Kapitalanlage legen Verbraucher deutlich weniger zurück.

"Angesichts sinkender Realeinkommen und einer Rekordinflation, die sich 2023 kaum abschwächen dürfte, wird Sparen für die meisten Menschen in Deutschland immer schwieriger", erläutert Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, das Ergebnis der Herbstumfrage seines Hauses. Auch wenn viele Menschen gerne in den eigenen vier Wänden leben würden, zweifeln Normal- und Geringverdiener aber zunehmend daran, sich diesen Traum erfüllen zu können. So wurde Wohneigentum nur noch von 37 Prozent der rund 2.000 im Oktober befragten Bundesbürger ab 14 Jahren als Sparmotiv genannt. In der Sommerbefragung lag der Anteil noch bei 44 Prozent.

Ein Grund sind auch die seit Jahresbeginn steigenden Bauzinsen, die sich immer stärker in der Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen niederschlagen. Wie das Beratungshaus Barkow unter Berufung auf Zahlen der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank berichtet, habe das abgeschlossene Neufinanzierungsvolumen gegenüber Vorjahr im Mai noch bei 20 Prozent im Plus gelegen. Im Juni sei es deutlich ins Minus gerutscht. "Im Juli lag es dann schon 16 Prozent unter Vorjahr und im August beschleunigte sich der Rückgang weiter auf minus 19 Prozent", heißt es dort. Im September verzeichnete Barkow einen Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Wohneigentum darf nicht zum Luxusgut für Besserbetuchte werden", fordert daher Verbandschef König im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung. Die Politik müsse mehr tun, um die Sparfähigkeit und -bereitschaft in den niedrigen und mittleren Einkommensgruppen zu stärken.

Weniger Geld für die Kapitalanlage

Allerdings legen die Menschen nicht nur seltener fürs Eigenheim Geld zurück: Auch Kapitalanlagen sind nur noch für 29 Prozent der Teilnehmer ein Sparmotiv. Im Sommer waren es noch 33 Prozent. Angesichts knapper werdender Spielräume fürs Sparen beschränken sich viele auf die Altersvorsorge. Diese führe die Liste mit 56 Prozent deutlich vor den anderen Gründen an und liege damit auf dem Niveau vom Sommer. Da betrug der Anteil 57 Prozent. Einen Notgroschen legen mittlerweile neun Prozent zur Seite (Sommer: sechs Prozent) und für die Ausbildung der Kinder sparen nur noch zwei Prozent (Sommer: drei Prozent).

share
TEILEN
print
DRUCKEN

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner