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08.02.2017 | Baufinanzierung | Im Fokus | Online-Artikel

Die Preise für Immobilien steigen, doch Experten sehen keine Blase

verfasst von: Barbara Bocks

3 Min. Lesedauer
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Immobilien stehen bei Investoren weiterhin hoch im Kurs. Wie sich der Markt 2017 in den einzelnen Sparten entwickeln wird und welche Gründe das hat.

Immobilien sind am deutschen Markt auch 2017 so begehrt wie bisher. Dennoch könnte das Transaktionsvolumen bei Gewerbe- und Wohnimmobilienportfolios in diesem Jahr erneut moderat sinken. Das hat die Beratungsfirma Ernst & Young (EY) Real Estate in ihrem Trendbarometer für den deutschen Immobilien-Investmentmarkt 2017 herausgefunden. Für den Report wurden 135 Immobilieninvestoren befragt. Schon 2016 gab es dem Beratungshaus zufolge im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Rückgang der Transaktionen auf 66 Milliarden von zuvor 79 Milliarden Euro.

Den Grund für diese Entwicklung sieht Christian Schulz-Wulkow, Partner und Leiter des Immobiliensektors bei EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz, vor allem darin, dass "der Mangel an verfügbaren Investments weiter zugenommen hat." Immer mehr Eigentümer hielten ihre Immobilien langfristig, statt sie zu veräußern, so der Immobilienexperte. Daher erwarten 

  • 59 Prozent der Befragten für 2017 kleinere Deals; 
  • 61 Prozent gehen von einem kleineren Gesamtvolumen aus; 
  • vor allem Forward-Geschäfte, mit denen sich Investoren frühzeitig Objekte sichern, liegen laut neun von zehn Befragten künftig im Trend.

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Büroimmobilien stehen 2017 bei 62 Prozent der Befragten im Fokus  vor allem am Standort Berlin. Im vergangenen Jahr waren es noch 49 Prozent.

 Wohnimmobilien werden den Ergebnissen des Barometers zufolge in diesem Jahr von Investoren weniger nachgefragt. Einen Grund dafür sehen die Spezialisten von EY neben dem knappen Angebot auch in der politischen Regulierung: Als deutlichsten Trend im Wohnsegment erwarten 94 Prozent der Befragten eine Verschärfung der Mietpreispolitik im Bestand.

Preise für Wohnimmobilien steigen 

Trotz der prognostizierten geringeren Nachfrage von Investoren geht der Trendindikator Baufinanzierung (DTB) von Dr. Klein weiterhin von steigenden Preisen für den Bau und Kauf von Wohneigentum aus. Auch der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI), der den Erwerb von Bestandsimmobilien fokussiert, spiegelt diesen Trend in der Immobilienwirtschaft wider. Trotzdem könne von einer Immobilienblase in Deutschland keine Rede sein, "unabhängige Untersuchungen bestätigen dies", laut Thilo Wiegand, Vorsitzender des Vorstands der Europace AG, "immer wieder". So zeigt laut Wiegand beispielsweise eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), dass die realen Häuserpreise in Deutschland zwar seit 2010 um 26 Prozent gestiegen sind. Sie liegen laut IW damit aber lediglich auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn der 1980er Jahre.

Alexander Huber, Bankenexperte und Partner bei Bain & Company, sieht ebenfalls in der Juli-Ausgabe von Bankmagazin im Beitrag "Boom steht auf soliden Füßen" "im privaten Wohnungsmarkt gegenwärtig noch keine Blase". Für Kreditinstitute lohnt sich die Sparte Baufinanzierung trotz der verstärkten Regulierung weiterhin, selbst wenn der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) aufgrund des weiter funktionierenden Marktumfelds, der Wettbewerbssituation und der bewährten Produkte von keinen wesentlichen Veränderungen bei den Margen ausgeht.

Höherer Tilgungssatz bei Krediten

Auch von der Kreditseite gibt es Entwarnung. Die Darlehenshöhe von Immobilienkäufern und Bauherren bleibt laut Angaben des DTB von Dr. Klein zwar mit durchschnittlich 199.000 Euro auf einem hohen Niveau. Erstmals seit September 2016 wählen Kreditnehmer für ihre Baufinanzierung aber wieder einen Tilgungssatz von durchschnittlich über 3,02 Prozent. Bei der Hypovereinsbank lag die durchschnittliche Zinsbindung bei Wohnbaudarlehen an Privatpersonen laut des Bankmagazin-Beitrags bei mehr als 15 Jahren. Kunden bringen im Schnitt 20 bis 40 Prozent Eigenkapital mit. Auch diese Zahlen sprechen gegen eine Blasenbildung auf der Kreditseite.

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