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06.07.2015 | Baukonstruktion | Im Fokus | Onlineartikel

24 Geschosse aus Holz

Autor:
Christoph Berger

In Wien ist ein Vorzeigeprojekt in Sachen Holzbau geplant: Dort soll bis 2018 ein 84 Meter hohes Hochhaus in Hybridbauweise entstehen, das „HoHo Wien“. Der 24-geschossige Bau wird ab dem Erdgeschoss einen Holzbauanteil von etwa 75 Prozent haben.

Die geplante Holzkonstruktion ist für die spätere eigentliche Nutzung gedacht. Angedockt ist sie an aussteifende Betonkerne, die der vertikalen Erschließung und Versorgung dienen.

Stützen, Unterzug, die Deckenplatten sowie die Fassadenelemente kommen vor allem als vorgefertigte Bauelemente zum Einsatz. Die Stützen aus blockverleimtem Brettschichtholz mit der vorgesetzten Fassade aus Massivholz tragen die Decken im Holzbetonverbund. Die Decken aus Massivholz werden somit um eine dünne Betonschicht ergänzt.

Brandschutz und flexible Nutzung

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Durch die strukturelle Trennung von Kernen und Nutzflächen, die laut Aussagen der Planer etwa 80 Prozent der Gesamtfläche betragen, plant man die zeitgleiche Herstellung der beiden Bereiche und erhofft sich so einen reduzierten Bauablauf. Die Räume werden zudem auf Flexibilität ausgerichtet sein, in den Funktionen variabel und nutzungsneutral.

Durch eine angemessene Dimensionierung der Holzbauteile und die effiziente Konzeption des Gebäudes soll der berechenbare Feuerwiderstand erreicht werden. Für den Brandschutz wird das HoHo Wien außerdem noch mit einer automatischen Löschanlage ausgestattet.

Energieversorgung und Vermeidung von Energieverlusten

Das Energiekonzept setzt sowohl auf Maßnahmen der Energieversorgung als auch auf die Vermeidung von Energieverlusten. Geplant sind daher Aufzüge mit Energierückgewinnung, Photovoltaik-Anlagen, Luft-Wasser-Kollektoren für den Pool, Fundamentabsorber sowie ein dezentrales Lüftungssystem mit Konditionierung.

Die Qualität des Holzhochhauses wird von der Planung über die Errichtung bis zur Nutzung dokumentiert und zertifiziert. Man setzt dabei auf das Bewertungssystem „Total Quality Building“ der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB).

Geplant für nachhaltigen Stadtbezirk

Entstehen wird das Hochhaus übrigens in Wiens Stadtentwicklungsprojekt aspern – Die Seestadt Wiens. Die Grundstücksfläche beträgt 3.920 Quadratmeter, die spätere Mietfläche 19.500 Quadratmeter. Der Baubeginn ist für Herbst 2015 geplant, die geplante Bauzeit beträgt zwei Jahre. Das geplante Investitionsvolumen liegt bei etwa 65 Millionen Euro. Eigentümer und Auftraggeber ist die cetus Baudevelopment GmbH, Architektur und Planung übernimmt die Rüdiger Lainer + Partner ZT GmbH.

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