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Bauleitung

weitere Buchkapitel

Kapitel 17. Baugrund- und Tiefbaurecht

Das Baugrund- und Tiefbaurecht, eine der zentralen und höchst spezialisierten Materien des deutschen Baurechts, beschäftigt seit vielen Jahren, in unterschiedlichen Ausprägungen, Rechtsprechung und Wissenschaft. Nichts desto trotz hat es bis zur zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bedurft, als dieses Gebiet nachhaltiger bearbeitet und zu Beginn der 1980er Jahre dann wissenschaftlich detailliert betrachtet wurde. Dieses Rechtsgebiet kann im Rahmen dieses Beitrags nicht in allen Einzelheiten und Facetten dargestellt werden.

Klaus Englert, Bastian Fuchs

Kapitel 2. Geschichte der TU Graz und des Instituts für Baubetrieb und Bauwirtschaft

Im Jahr 1811 schenkt Erzherzog Johann seine persönlichen naturwissenschaftlichen Sammlungen dem eigens gegründeten Joanneum als Hilfsmittel zur Förderung der Naturgeschichte, Ökonomie, Physik, Technologie und Chemie. Am 26. November 1811 überreicht Erzherzog Johann die Schenkungsurkunde dem steirischen Landtag. Dieser Tag gilt als Gründungstag des Joanneums und damit auch der heutigen Technischen Universität Graz.

Christian Hofstadler, Markus Kummer

Kapitel 35. Prozessdenken – Aktuelle Entwicklungen im Bereich Gebäudezertifizierung und Lean Construction

Die in den letzten Jahren verstärkte Bedeutungszunahme der Interdisziplinarität im Zuge der Abwicklung von Bauprojekten lässt vermehrt dynamisch-iterative Strukturen erkennen. Besonders für die Umsetzung lebenszyklusorientierten/nachhaltigen Planens und Bauens bedarf es einer systematischen Vorgehensweise anhand strukturierter Prozesslandschaften, um den Kundennutzen stärker zu betonen und diesen auch in der Realisierung besser fokussieren zu können.Dahingehend gilt es, die Prozesse in der Bauwirtschaft zu überdenken und die zur Verfügung stehenden Technologien, Methoden und Verfahren entsprechend zu nutzen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten diesbezüglich die Methoden des Lean Construction Managements.Der Ansatz des Prozessdenkens wird im Beitrag anhand der Prozessqualitäten der Gebäudezertifizierung veranschaulicht und die Gemeinsamkeiten mit den Methoden von Lean Construction hervorgehoben. Diese ermöglichen eine Verbesserung der Transparenz hinsichtlich der komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Abläufen des jeweiligen Bauprojekts, wodurch das gegenseitige Verständnis der Projektbeteiligten erhöht wird.

Johannes Wall, Carina Schlabach, Ian Quirke

Kapitel 36. Berechnung der Höhe des dezidierten Schadensersatzanspruchs bei Bauzeitansprüchen für tatsächlich erforderliche Allgemeine Geschäftskosten

Obwohl mittlerweile in Deutschland sowohl durch die neuen §§ 650b und 650c BGB sowie die Rechtsprechung klargestellt ist, dass Allgemeine Geschäftskosten (AGK) sowohl bei Mehrvergütungsansprüchen nach § 2 VOB/B als auch bei Schadensersatzansprüchen nach § 280 ff. BGB und im Entschädigungsanspruch nach § 642 BGB zu berücksichtigen sind, gibt es bezüglich der Berechnung der Höhe des AGK-Anspruchs noch Handlungs- und Erläuterungsbedarf.Basierend auf dem Äquivalenzverfahren ist in diesem Beitrag die bisher baubetriebswirtschaftlich und rechtlich nicht für möglich gehaltene dezidierte Berechnung der Höhe der tatsächlich erforderlichen AGK bei Schadensersatzansprüchen des Auftragnehmers dargestellt. Nach der Erläuterung von wesentlichen baubetriebswirtschaftlichen und baurechtlichen Grundlagen wird die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Höhe des Schadensersatzanspruchs für AGK dargelegt und an einem Beispiel beschrieben.

Ivan Čadež

Kapitel 53. Digitalisierung im Baubetrieb – Einsatz der Photogrammetrie zur 3D-Rekonstruktion

Zeitnahe SOLL-IST-Vergleiche sind nicht nur in baubetrieblicher und bauwirtschaftlicher Hinsicht sehr bedeutend, sondern haben auch für die Arbeitssicherheit – z.B. in der Schalungs- und Rüsttechnik – einen hohen Stellenwert. Für alle beteiligten Personen auf der Baustelle ist es wichtig, dass die Auswahl und Kombination der Produktionsfaktoren vorschriftsgemäß erfolgt. Es sind neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen auch die Anwendungshinweise der Hersteller einzuhalten. Die Kontrolle, ob der jeweilige IST-Zustand den planlichen Vorgaben (z.B. des Gerüstherstellers) entspricht, erfolgt weitgehend visuell durch Menschen.

Christian Hofstadler, Amir Dini, Johannes Petschnig

Kapitel 15. Konfliktursachen bei der Abwicklung von Bauprojekten

Konflikte am Bau sind allgegenwärtig und sind da, um von den Projektbeteiligten gelöst zu werden

Konflikte prägen z.T. den Projektablauf von Baustellen und stehen dabei in einem kausalen Zusammenhang mit einer Konfliktursache, die ein Ereignis oder Versäumnis ist. Der folgende Artikel stellt die im Rahmen des Forschungsprojekts „Effizienzsteigerung bei der Abwicklung von Bauprojekten durch Konfliktvermeidung“ bisher ermittelten Ergebnisse bzgl. Konfliktursachen dar. Auf Grundlage von ExpertInneninterviews und einer Auswertung von relevanten Literaturquellen wurden Konfliktursachen gesammelt, geclustert und eine Reihung vorgenommen. Weiters werden Studien zu Konfliktkosten – diese sind die Folge von Konfliktursachen – in allgemeinen Unternehmensbereichen vorgestellt und die Kostenbereiche eines Bauprojekts dargestellt, auf die Konflikte Einfluss nehmen können.

Jörg Ehgartner, Peter Fischer

Kapitel 12. 50 Jahre Sicherheit in der Schalung – Rückblick, Gegenwart und Zukunft

Das Thema Sicherheit in der Schalung hat sich zuletzt in immer kürzeren Abständen neuen, erhöhten Anforderungen stellen müssen. Während bis vor kurzem in manchen Ländern das Arbeiten ohne Geländer bis zu einer gewissen Absturzhöhe – abhängig vom Projekt – noch toleriert wurde, sind heute sichere Arbeitsplätze auf Baustellen deutlich in den Fokus der Sicherheitsverantwortlichen gerückt. Dabei geht es nicht nur um sichere Produkte – auch der Ablauf von der Montage und dem Umsetzen bis hin zur Demontage sind wichtig und können eine Baustelle wesentlich behindern oder beschleunigen.Um den sich verschärfenden Rahmenbedingungen gerecht zu werden, ist es erforderlich diese zu erkennen und dementsprechend zu agieren. Obwohl Schalungslösungen nur einen Teil der Sicherheitsgegebenheiten auf der Baustelle beeinflussen, zeigt die Praxis, dass Lücken oder falsche Anwendungen gewaltige Auswirkungen haben können.Da die Hauptursache für Unfälle nach wie vor das Verhalten der Menschen ist, können moderne Produkte bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Zusätzlich braucht es die Unterstützung der Organisation, in die MitarbeiterInnen eingebettet sind, damit die technischen Lösungen rechtzeitig geplant, verfügbar gemacht und eingesetzt werden können. Da sich das Geschäftsumfeld immer schneller ändert, besteht die Herausforderung darin, die Gestaltung einer Sicherheitskultur in einem Unternehmen zu betrachten.Die neuen Technologien und Erungenschaften bezüglich Vernetzung und Datenaustausch bringen zudem weitere Chancen und Potentiale, um Unfälle zu reduzieren.

Helmut Weißengruber

Kapitel 29. Prozessorientierte und integrierte Schnittstellenplanung als Basis für eine konfliktreduzierte Gebäudetechnik-Integration im Baukörper

Gebäudetechnische Systeme sind ein fixer Bestandteil heutiger Gebäude und stark im Zunehmen begriffen. Aktuell nehmen sie in komplexen Hochbauprojekten bereits einen hohen Anteil der Kosten ein und schaffen eine Komplexität, die oft nur schwer bewältigbar ist. Die adäquate Projektintegration von gebäudetechnischen Systemen ist zu einem erfolgskritschen Faktor geworden – viele gescheiterte Großprojekte zeugen mit massiven Kostenüberschreitungen und Bauzeitverlängerungen davon. Die hohe Systemkomplexität der gebäudetechnischen Anlagen in Verbindung mit den starken Abhängigkeiten zum Bauwerk (Platzbedarf, baulich konstruktive Einbettung …) sowie das notwendige enge Zusammenspiel von unterschiedlichen Planern und ausführenden Gewerken stellt angesichts der sich rasant weiterentwickelnden Gebäudetechnik und der stetig zunehmenden rechtlichen Vorschriften eine schwer zu lösende Aufgabe dar. Identifizierte Ursachen für Bauablaufstörungen in Bezug auf die Gebäudetechnik sind oft den Bereichen „Planung“ und „Koordination“ zuzuordnen. Häufig ist eine unzureichende Schnittstellenplanung mängelursächlich. Die Lösung von baulichen Schnittstellen (Platzbedarf, Durchführungen, Installationsführung in abgehängten Decken …) zwischen TGA und BAU hat eine hohe Relevanz, stellt allerdings auch eine große Herausforderung dar, die nur integral und mit detaillierter Planung unter Mitbetrachtung der Bauabläufe in der Ausführung bewältigbar ist. Der Beitrag verdeutlicht die komplexen Wechselwirkungen und notwendigen leistungsphasenübergreifenden Betrachtungen anhand von Trockenbaudurchbrüchen und schlägt eine prozessfokussierte, integrierte Schnittstellenplanung im Sinne von Lean Construction in Kombination mit BIM zur Konfliktreduzierung bei der Integration von gebäudetechnischen Anlagen vor.

Petra Fortmüller, Michael Monsberger

Kapitel 56. Die digitale Baustellendokumentation

Ein Mittel zum Zweck, kein Zweck für sich…

Was ist die Aufgabenstellung der Baustellendokumentation aus dem Blickwinkel der Vertragsmanagements? Ist die Digitalsierungswelle das Allheilmittel für eine „gute“ Dokumentation? Wie lässt sich eine „gute“ Baustellendokumentation definieren? Ziehen auch wirklich alle am Projekt Beteiligten die Dokumentation betreffend an einem Strang? Sollten wir uns vielleicht wieder mehr auf das Dokumentationsziel besinnen?

Wolfgang Wiesner, Andrea Moore

Kapitel 8. Zur Relevanz der Baulogistikplanung

Die Betrachtung der Umgebung von Baustellen im Bereich komplexer urbaner Strukturen oder im Bereich großer Infrastrukturprojekte offenbart die Relevanz der Baulogistik. Neben den für die Produktionsprozesse auf Baustellen üblichen Emissionen wie Staub, Lärm oder Erschütterungen, welche in den innerstädtischen Bereichen in der Regel einer strengen Überwachung unterzogen werden, sind zunehmend Verkehrsbeeinträchtigungen in der Projektraumumgebung in Form von Verkehrsbehinderungen zu registrieren. Es besteht erheblicher Handlungsbedarf, der unter anderem daraus abzuleiten ist, dass Baubehörden in Großstädten zunehmend die Vorlage von adäquaten Baulogistikkonzepten für die Erteilung von Baugenehmigungen verlangen.

Christoph Motzko, Jörg Fenner, Jonas Kleiner, Pia Richter

13. Qualitätssicherung Estricharbeiten

Qualitätssicherung beginnt bei der Qualität der Ausschreibung und endet bei der stichprobenartigen Prüfung der fertigen Leistung. Eine Leistung sollte nur dort geprüft werden, wo es aus fachtechnischer Sicht Sinn macht. Zum Beispiel soll eine Bestätigungsprüfung der Festigkeit nur durchgeführt werden, wenn es konkrete Hinweise gibt, die Zweifel an der Festigkeit aufkommen lassen.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

7. Trittschallschutz

Schallschutz verfolgt keinen Selbstzweck. Vielmehr ist Schallschutz Lebensqualität und dient der Gesundheit von Menschen.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

3. Fugen – Risse

Fugen gehören zu den unerwünschten, aber nicht immer vermeidbaren Details einer Fußbodenkonstruktion. Man unterscheidet zwischen den dauerhaft erforderlichen Fugen, zu denen die Bewegungsfugen und die Rand- bzw. Raumfugen gehören und den Fugen mit zeitlich begrenzter Funktion, die auch als Scheinfugen bezeichnet werden. Daneben gibt es Scheinfugen, die dauerhaft verbleiben, weil gelegentlich Zugkräfte, in der Regel durch Abkühlen, auftreten.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

12. Estrich und Belag

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden hier Probleme und Erscheinungsbilder im Zusammenwirken von Estrich und Belag und bei der Verlegung der Bodenbeläge, die in der Fachpraxis immer wieder zu beurteilen sind, behandelt. Unter „Bodenbeläge“ versteht man als Sammelbegriff vereinfachend alle Bodenbeläge (elastische, textile, Fliesen, Platten, Schichtstoffelemente, Parkett, Holzpflaster u. v. m.), die unmittelbar auf Estrichen verlegt werden. Analog dazu versteht man unter dem Begriff „Bodenleger“ allgemein den Auftragnehmer derartiger Verlegearbeiten.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

6. Anforderungen

Estriche werden mit und ohne Belag in sehr verschiedener Weise genutzt und beansprucht. Der Estrich muss genau auf das Nutzungsprofil abgestimmt werden. Den universellen Estrich gibt es nicht.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

2. Verlegearten

Mit der Auswahl der Verlegeart lassen sich Estriche für bestimmte Zwecke gezielt einsetzen. Eigentlich gibt es nur die Grundarten, die nach der Art der Auflagerung bzw. Bettung unterschieden werden, nämlich auf Dämmschicht, auf Trennschicht und im Verbund.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

1. Estricharten

Mit DIN EN 13318 wurden neue Bezeichnungen für Estricharten eingeführt, die auf der englischen Schreibweise basieren. Die Tabelle enthält die seit 2004 geltenden Kurzbezeichnungen.

Harry Timm, Thomas Allmendinger, Norbert Strehle

10. Kapitel Rietveld-Haus

Die Prins Hendriklaan in Utrecht, in südwestlicher Richtung von der Peripherie zum Stadtzentrum verlaufend, ist eine der nicht sonderlich aufregenden niederländischen Mittelschichtstraßen: dreigeschossige, aneinander gereihte Wohnbauten des frühen 20. Jahrhunderts, Ziegelsteinbauten, von bescheidenem, sparsamen, mitunter missglücktem Prunk geprägt. Dunkelbraune Backsteinflächen, ornamentale, diagonal herausgedrehte Vertikalstreifen des gleichen Materials. Kontrast und Auflockerung bieten über die Flächen verteilte weiß gerahmte Fenster. Puritanischer Übermut, wenn es ihn denn geben sollte, ließe sich in derartigen Fassaden erahnen. Auf der nordöstlichen Straßenseite, an die Brandwand des letzten Hauses ist (gleich dem aparten Rucksack des Metropolenbewohners) die weiße, zerklüftete Kiste des Rietveld- Schröder-Hauses gehängt. Ein zurückhaltendes, fast verstecktes Meisterwerk des De Stijl.

Prof. Dipl.-Ing. Ulf Jonak

Landschaftsplanung

Landschaftsplanung ist das zentrale Instrument zur räumlichen Konkretisierung und Verwirklichung der Ziele und Grundsätze von Natur, Landschaft und landschaftsgebundener Erholung. Sie hat eine ganzheitliche Betrachtung der Mensch-Umwelt-Beziehungen im Fokus. Handlungsgegenstände der Landschaftsplanung sind die Naturgüter Luft und Klima, Wasser, Gestein und Boden, die wild lebenden Tiere und Pflanzen, Lebensgemeinschaften und Biotope sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft und ihr Erholungswert. Die Landschaftsplanung ist im Bundesnaturschutzgesetz und ergänzend bzw. abweichend in den Landesnaturschutzgesetzen der Länder rechtlich verankert. Landschaftspläne stellen die Fachpläne für den Naturschutz dar und liefern naturschutzplanerische Beiträge für alle Ebenen der räumlichen Gesamtplanung (Landesentwicklungs-, Regional- und Flächennutzungsplanung) sowie wichtige Informationen für andere Planungsinstrumente, wie bspw. Umweltverträglichkeitsprüfungen. Aktuelle Herausforderungen stellen eine verstärkt prozessorientierte Teilhabe der Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung dar. Mit einer modular aufgebauten Herangehensweise kann die Landschaftsplanung aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, wie bspw. innerörtlichen Aspekten, Klimawandel, Kulturlandschaftswandel und demographischer Wandel, bedarfsgerecht begegnen.

Gottfried Hage, Christiane Bäumer

Kapitel 4. Maxime: Risiken bestimmen + Ressourcen fördern

Traditionell befasst sich BGM mit Belastungen aus dem Arbeitssystem gemäß dem arbeitswissenschaftlichen Paradigma (vgl. Schlick et al., 2018). Viele Verantwortliche haben ein Defizitmodell vor Augen. Betrieblich bedingte Belastungen gilt es zu kompensieren.

Thorsten Uhle, Michael Treier

9. Schalung und Gerüste

Die grundsätzliche Planung von Schalungsaufgaben wird heute in der Regel im Rahmen der Arbeitsvorbereitung von den entsprechenden Stabsabteilungen oder als Serviceleistung von den Schalungsherstellern mit Anwendung von spezieller Software und den technischen Unterlagen für die jeweiligen Schalungsgeräte durchgeführt. Diese Programme und technischen Unterlagen stehen in der Regel auch den Mitarbeitern in der Bauleitung zur Verfügung, werden dort aber eher seltener genutzt. Zur Anwendung auf der Baustelle stellen die Schalungshersteller neben den technischen Unterlagen Bemessungstabellen zur Verfügung, welche die Auswahl und Dimensionierung einzelner Schalungen wesentlich erleichtern.Die nachfolgend aufgeführten Beispiele aus dem Bereich Schalung und Gerüste beschreiben Aufgaben, die im Baustellenbetrieb auf die Bauleitung zu kommen können und auch ohne Unterstützung einer Stabsabteilung gelöst werden können.

Thomas Krause

10. Betriebsorganisation

In diesem Kapitel sind einfache Übungsaufgaben zusammengestellt, die sich an praxisnahen Situationen aus dem Baubetrieb orientieren. Die Reihenfolge der Aufgaben entspricht im Wesentlichen dem Kapitel 12 „Betriebsorganisation“ in den „Zahlentafeln für den Baubetrieb“. Zu den dort aufgeführten Abschnitten Organisation der Bauunternehmung, Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens und Berichtswesen der Baustelle gibt es jeweils Übungsaufgaben mit entsprechenden Lösungsvorschlägen.

Joachim Martin

Wirtschaftslehre

Frau Böhmer kauft sich bei Tchibo ein Pfund Kaffee „Milde Sorte“ zum Preis von 3,50 EUR. Während die Kaffeebohnen in der Maschine gemahlen werden, legt Frau Böhmer der Verkäuferin einen 5-Euro-Schein auf die Ladentheke.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 16. Weitere mögliche Maßnahmen der Behörden im Baurecht

Neben Baugenehmigung, Teilbaugenehmigung und Bauvorbescheid bestehen noch weitere Handlungsmöglichkeiten der Bauaufsichtsbehörde. Dazu gehören die Baueinstellung, die Nutzungsuntersagung, die Beseitigungsanordnung der baulichen Anlage sowie die Bauüberwachung.

Axel Wirth, André Schneeweiß

6. Energieeffizientes Bauen – Energetische Sanierung

Langfristige konstruktive und wirtschaftlich ausgereifte Konzepte sind für die Sanierung von Gebäuden im Bestand entscheidend. Der Gesetzgeber hat das Ziel, dass bis 2050 alle Gebäude im Bestand höchstens 20% der heute vorgeschriebenen energetischen Norm verbrauchen dürfen. Mit einer Sanierung im Passivhausstandard kann man schon heute den modernsten energetischen Standard für die nächsten Jahrzehnte erreichen.Drei Schwerpunkte sind für eine erfolgreiche Sanierung von großer Bedeutung: 1. Gebäudehülle 2. Haustechnik 3. Wirtschaftlichkeit Der NEH-Standard erfordert keine andere Architektur und lässt sich bis auf die Ausnahme einer exzessiven Glasarchitektur aus jedem Entwurf entwickeln, weil die Qualitätsverbesserung im Bereich der Wärmedämmung und der Luftdichtheit anzustreben ist.Die „Handschrift“ des Architekten bleibt also erhalten. Die Begriffe Effizienzhaus 55, Effizienzhaus 40 und Effizienzhaus40+ bezeichnen die Anforderungen an die Bauweise und zeigen durch die Zahlen, welcher Jahresprimärenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche nicht überschritten werden darf. Bei der Planung der Sanierung eines Hauses sollte auch eine ökologische Gestaltung oder Neugestaltung der Außenanlagen Berücksichtigung finden.

Dr. Michael Stahr

1. Nachhaltig Konstruieren

Im Kern des nachhaltigen Bauens geht es darum, unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit eine ökologisch, ökonomisch und soziokulturell angemessene Planung zu erstellen und umzusetzen.

Ulf Hestermann, Ludwig Rongen

§ 4 Rechtsgeschäfte über das Tätigwerden für einen anderen

Gemäß § 611 I BGB verpflichtet sich in einem Dienstvertrag der eine Vertragspartner „zur Leistung der versprochenen Dienste“, der andere Vertragspartner im Gegenzug „zur Gewährung der vereinbarten Vergütung“. Gegenstand eines Dienstvertrags können „Dienste jeder Art“ sein, § 611 II BGB. Somit kann in ganz unterschiedlichen Lebenssachverhalten von einem Dienstvertrag auszugehen sein. Irrelevant für die Einordnung als Dienstvertrag ist, ob es sich um einen einmalig und kurzzeitig zu erbringenden Dienst handelt oder um einen dauerhaften Leistungsaustausch. Freilich sieht das Gesetz in §§ 617, 629, 630 BGB für „dauernde Dienstverhältnisse“ teilweise Sonderregelungen vor.

Stefan Greiner

Kapitel 2. Woher stammen die Erkenntnisse und für wen ist dieses Buch?

Das zweite Kapitel gibt einen Einblick in die methodische Vorgehensweise der durchgeführten Untersuchung. Dabei werden in einem ersten Schritt die Adressaten der Untersuchung genannt. Diese erstrecken sich von Studierenden bis hin zu Verantwortlichen in den Bereichen Personalgewinnung und Personalführung. Insgesamt wurden 221 Studenten mittels Fragebogen befragt, wobei 127 Fragebögen zur Auswertung herangezogen wurden. Mithilfe der 127 Fragebögen konnten 9 Gruppierungen gebildet werden, die einem jeweiligen Studiengang entsprechen. Die qualitativen Antworten der Studierenden folgender Studiengänge wurden ausgewertet: Architektur & Städtebau, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre, Bibliotheksmanagement, Geisteswissenschaften/Philosophie, Interfacedesign, Öffentliche Verwaltung, Produktdesign, Soziale Arbeit. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte mithilfe einer vereinfachten Inhaltsanalyse, unterstützt durch ein Suchraster, mit dessen Hilfe nach Antworten zu den Themen Motivation und Arbeitgeberbindung gesucht wurde. Die Befragten befinden sich in einer Altersspanne zwischen 18 und 30 Jahren. Knapp über die Hälfte sind dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen. Neben den für die jeweilige Fachdisziplin üblichen Berufsfeldern strebt ein Teil der Befragten nicht nur Managementpositionen an, sondern vereinzelt auch eine zukünftige Existenzgründung.

Enrico Sass

Kapitel 5. Die Arbeitsmittel

Bei der Anwendung sind nicht nur die beschriebenen Arbeitsschritte relevant, sondern darüber hinaus verschiedene spezifische Arbeitsmittel, die den Beteiligten ein effizientes Arbeiten und ein qualitativ hochwertiges Ergebnis ermöglichen.

Martin Hodulak, Ulrich Schramm

Ordnung und Gliederung

wesentlich mitbeeinflussen. Eine Fassadengestaltung aus Elementen wie Fensteröffnungen, Simsen, Wandflächen etc. ist ein Beispiel für das ästhetisch wirksame rhythmische Zusammenspiel von Gestaltelementen, die in ihrer räumlichgeometrischen Anordnung durch das übergeordnete architektonische Ordnungsprinzip bestimmt sind.

José Luis Moro

11. Projektsteckbrief: Wilde Wasser

Wilde Wasser Untertal Themenweg und Alpinsteig

Hermann Trinker, Oliver Rathschüler, Agnes Feigl

10. Projektsteckbrief: Spazierhimmel Werfenweng

Spazierhimmel Werfenweng

Agnes Feigl

31. Abnahmemessungen

Abnahmemessungen an Gasturbinen finden i.Allg. statt, um vertraglich garantierte Betriebseigenschaften der Maschine nachzuweisen. Bei Anlagen mit reinem Gasturbinenbetrieb handelt es sich dabei meist um die elektrische Leistung an den Generatorklemmen sowie den Wirkungsgrad, gebildet aus elektrischer Leistung und zugeführtem Brennstoffenergiestrom. Darüber hinaus werden i.d.R. Emissionsmessungen zum Schadstoffausstoß und zur Schallausbreitung durchgeführt. Wird die Gasturbine in einem Kombikraftwerk betrieben, so können auch ihre Abgasgrößen, Massenstrom und Temperatur, Gegenstand der Abnahmemessung sein. Dieses Kapitel befasst sich im Wesentlichen mit den nachzuweisenden thermodynamischen Größen, da diese fast immer den Hauptanteil der Messkampagne ausmachen.Ziel der Messung ist also, die garantierten Größen und alle Randbedingungen der Garantie, z. B. Umgebungszustände, zu bestimmen. Liegen diese Daten vor, so können die nachzuweisenden Eigenschaften auf die Garantierandbedingungen umgerechnet und mit den vertraglich zugesicherten Werten verglichen werden.

Dr.-Ing. Klaus Werner, Dr.-Ing. Ulrich Wepler

27. Montage

Die Montage des Turbosatzes am Bestimmungsort (erection) erfordert im Vorfeld die Schaffung einer geeigneten Baustelleninfrastruktur. Vor Beginn der Montage sind der Bauplatz und die Zwischenlagerplätze für Teile und Komponenten herzurichten, Transport- und Hebeeinrichtungen sind bereitzustellen und die Standorte für Werkzeugcontainer und Spezialwerkzeuge festzulegen. Geeignete Büro- und Arbeitsplätze für das Baustellenpersonal müssen vor Beginn der Montage bereit stehen.

Willi Paschmann

Kapitel 5. Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

WerbungskostenWerbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) sind alle Aufwendungen, bei denen objektiv ein wirtschaftlicher ZusammenhangWerbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung Veranlassungszusammenhang mit der Vermietung und Verpachtung besteht und die subjektiv zur Förderung der Nutzungsüberlassung getätigt werden.

Ulrich Stache

6. Elektrotechnik

Der Aufbau von Starkstromanlagen für Gebäude mit Versorgung aus Mittel- und Niederspannungsanlagen wird erläutert. Auch die Grundlagen von Eigenstromerzeugung mit Photovoltaik und Kleinwindkraftanlagen ist Bestandteil. Die Fernmelde- und Informationstechnik differenziert die zahlreichen Anwendungen für Telekommunikation, Elektroakustik, Fernseh- und Antennenanlagen, Gefahrenmelde- und Alarmanlagen und Datentechnik. Die Darstellung der Gebäudeautomation schließt das Kapitel ab.

Dirk Bohne

Feuchte in Dämmstoffen – Bericht aus der Forschung

Der kürzlich fertiggestellte Forschungsbericht [1] mit dem Titel „Langzeitverhalten feuchter Dämmstoffe auf Flachdächern – Praxiserfahrungen und Wärmestrommessungen“ wurde vom Aachener Institut für Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik gGmbH (AIBau) in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München (FIW), insbesondere unter Mitwirkung von Dr. Sebastian Treml, erstellt sowie mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert. Der Bericht beruht insbesondere auch auf der Mitwirkung der Umfrageteilnehmer, bei denen wir uns ausdrücklich bedanken.

Ralf Spilker

Wichtige Neuerungen in bautechnischen Regelwerken – ein Überblick

Mit dieser Beitragsreihe werden die aus der Sicht eines in der Praxis tätigen Bausachverständigen wichtigsten Neuerungen in bautechnischen Regelwerken vorgestellt. Da innerhalb des letzten Jahres – seit meinem Vortrag im April 2017 – viele Regelwerke neu erschienen sind, kann im Vortrag nur auf einen Teil der Neuerungen eingegangen werden (Redaktionsschluss: April 2018).

Géraldine Liebert

Schimmelpilz im Bauteil: Abschottungen von Innenräumen – Ergebnisse aus der Bauforschung

Im Bauwesen werden oft Bauteilschichten von Konstruktionen bestimmungsgemäß und unvermeidbar durchfeuchtet, die nach dem zweistufigen Abdichtungsprinzip konzipiert wurden. Eine Abschottung zum Innenraum verhindert negative Folgen für die Innenraumluftqualität, auch wenn das Risiko eines mikrobiellen Bewuchses hinter der Abschottung gegeben ist.

Thomas Warscheid, Silke Sous

Das aktuelle Thema: Der merkantile Minderwert: technische und rechtliche Widersprüche: 2. Beitrag: Der „merkantile Minderwert“ bei deutschen Immobilien: Standard oder Axiom, gar Chimäre, bloß ein Irrtum?

Angenommen: Bei dem neu errichteten Mietshaus offenbart sich ein kapitales Schimmelpilzvorkommnis an und in den Gebäudeaußenwänden. Der wegen so produzierter Baumängel berechtigt auf Gewährleistung in Anspruch genommene Bauunternehmer (= Auftragnehmer) führt auf seine Kosten umfangreiche nacherfüllende Arbeiten durch; ein vom Bauherrn und Eigentümer (= Auftraggeber) zu den Zwecken der Begleitung dieser Reparaturen und der abschließenden Ergebniskontrolle konsultierter, qualifizierter bautechnischer Experte nimmt nach sorgfältiger Überprüfung diese Reparaturen ab („Jetzt ist da nichts mehr!“).

Jürgen Ulrich

Integrale Planung BIM – Umsetzungserfahrungen im Projekt „Viega World“

Dieses Kapitel berichtet über den Erfahrungsgewinn bei der Umsetzung der „Integralen Planung BIM“ beim Neubau des Seminarcenters „Viega World“ in Attendorn als Referenzprojekt für die Anwendung von BIM in der Gebäudetechnik.

Christoph van Treeck, A. Heidemann, J. Siwiecki, P. Schmidt, U. Zeppenfeldt

4. Projektorganisation

Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie der Aufbau und der Ablauf von Projekten mit Hilfe von einigen Grundregeln organisiert werden kann. Zunächst werden die verschiedenen Aufbauorganisationsformen vorgestellt, sie lernen deren Vor- und Nachteile kennen und sie können so anhand weniger Kriterien beurteilen, welche Form in einem konkreten Projekt am besten geeignet ist.Der zeitliche Ablauf von Projekten wird in Teilprojekte, Arbeitspakete, Projektphasen und Meilensteine gegliedert. Sie lernen den sequentiellen Ablauf mit strikter Phasenabgrenzung als Standard-Ablaufmodell und das Wasserfallmodell als seine bekannteste Realisierungsform kennen. Sie werden sehen, wie ein Ablauf mit Hilfe des Spiralmodells iterativ organisiert werden kann und wie sich die Projektlaufzeit durch Parallelisierung verkürzen lässt.Zur Regelung der Informationsflüsse in einem Projekt werden zunächst die Zusammenhänge zwischen Information, Kommunikation und Dokumentation aufgefrischt. Dabei sollen Sie die Bedeutung wichtiger Informations-, Kommunikations- und Dokumentenarten kennen lernen. Danach soll die Aufgabe eines allgemeinen Informationsmanagements in Unternehmen bewusst gemacht werden, um dann auf die Besonderheiten der Informationshandhabung in Projekten einzugehen. Abschließend werden die verschiedenen Dokumentenarten vorgestellt, die im Projekt vorkommen und die Aufgabe eines Projektmanagement-Handbuchs wird erläutert.

Walter Jakoby

Kapitel 5. Bauakustik

Wiederholung der Grundlagen zu den verschiedenen Arten des Schallschutzes, den Anforderungen nach DIN und Darstellung der erforderlichen Nachweisverfahren.

Wolfgang M. Willems, Kai Schild, Diana Stricker

4. Konstruktionen aus Lehmbaustoffen – Planung, Bauausführung und Bauüberwachung

Mit dem Nachweis ihrer Gebrauchstauglichkeit können Lehmbaustoffe zu Bauteilen und Konstruktionen verarbeitet werden.Gebäude aus Lehmbaustoffen müssen wie alle anderen Bauwerke allgemeinen konstruktiven, funktionellen und gestalterischen Anforderungen genügen und die Bedürfnisse der Nutzer voll erfüllen. Die Gebäudehülle muss eine optimale Verbindung zwischen den äußeren Umweltbedingungen und den Arbeits- und Lebensbedingungen im Haus sicherstellen.

Horst Schroeder

21. Brandschutz-Generalübernehmer

Man kennt den Begriff des Generalübernehmers aus der Bauindustrie. Ein vergleichbarer Begriff wäre Koordinator, also Brandschutz-Koordinator.Der Brandschutz-GÜ übernimmt die Ausschreibung der einzelnen Gewerke, die Auswahl der Subunternehmer und die zeitliche sowie qualitative Überwachung der Baustelle. Der Unterschied zwischen einem Generalunternehmer (GU) und einem Generalübernehmer (GÜ) besteht darin, dass der GU mindestens ein Gewerk selbst übernimmt und die anderen vergibt; der GÜ dagegen vergibt alle Gewerke an Subunternehmer und versteht sich lediglich als Koordinator.

Adam Merschbacher

Maßnahmen der Stadt Ortenberg zur Energieeinsparung

Ortenberg liegt in mitten der Natur im Wetteraukreis, eine Marathonstrecke nordöstlich von Frankfurt/Main entfernt.Hier wohnen 9.100 Menschen verteilt in 10 Ortsteilen. Das entspricht = 164 EW/m2. Zum Vergleich: Viernheim Bevölkerung: 32.526 (30. Juni 2009) = 672 EW / km2

Pia Heidenreich-Herrmann

13. Das Schnittstellenproblem

Der Sicherheits- und Brandschutzbereich ist zwangsläufig in Gewerke gegliedert, die sich zwar ergänzen und aufeinander abstimmen lassen, aber eine professionelle Koordination erforderlich machen.

Adam Merschbacher

7. Sicherheits-Generalübernehmer

Man kennt den Begriff des Generalübernehmers aus der Bauindustrie. Ein vergleichbarer Begriff wäre Koordinator, also Sicherheits-Koordinator.Der Sicherheits-GÜ übernimmt die Ausschreibung der einzelnen Gewerke, die Auswahl der Subunternehmer und die zeitliche sowie qualitative Überwachung der Baustelle. Der Unterschied zwischen einem Generalunternehmer (GU) und einem Generalübernehmer (GÜ) besteht darin, dass der GU mindestens ein Gewerk selbst übernimmt und die anderen vergibt; der GÜ dagegen vergibt alle Gewerke an Subunternehmer und versteht sich lediglich als Koordinator.

Adam Merschbacher

Kapitel 35. Ausgestaltung der Arbeitswelt 4.0 im mittelständischen Bauunternehmen

Das Baugewerbe als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige repräsentiert einen bedeutsamen Bestandteil des Mittelstands. Auch die Bauwirtschaft steht im Rahmen von Industrie und Arbeitswelt 4.0 neuen Herausforderungen gegenüber und muss sich mit den resultierenden Chancen und Risiken der Digitalisierung befassen. Der vorliegende Beitrag zeigt, in wieweit sich mittelständische Bauunternehmen der technologisch vernetzten Reporting- und Kalkulationsmöglichkeiten bedienen können und welche Einschränkungen bestehen. Hierbei stellt sich für das Baugewerbe die Frage, ob sich Hightech-Strategien grundsätzlich implementieren lassen oder ob aufgrund des ausgeprägten Projektcharakters dieser Branche eine Umsetzung derartiger Strategien nur eingeschränkt oder an sich nicht möglich ist.

Wolfgang Becker, Thomas Kuchejda, Eva Reitelshöfer

3. Der Verbraucherbauvertrag

Erstmalig wird seit dem 01.01.2018 der Verbraucherbauvertrag geregelt. Dies ist sehr zu begrüßen, weil in der Vergangenheit Verbraucher oft von Bauunternehmen übervorteilt worden sind.

Prof. Dr. Falk Würfele, Dipl.-Ing. Alexander Muchowski

Kapitel 6. Definitionen zum Sicherheits-, Kontinuitäts- und Risikomanagement

Begriffen werden oftmals unterschiedliche Bedeutungen zugeordnet. Um ein gemeinsames Verständnis zu den hier verwendeten spezifischen Fachbegriffen zu schaffen, enthalten die folgenden Unterkapitel diesbezügliche Erläuterungen. Im Kapitel Glossar und Abkürzungsverzeichnis finden Sie viele weitere Erklärungen.

Klaus-Rainer Müller

Vom Rinnsal zum Amazon(as): Wie das Bandbreitenwachstum den Medienmarkt vor sich her treibt. Rückblick im Kontext „25 Jahre Medienwirtschaft“

Im Folgenden wird ein gemeinsames Grundmuster hinter den tiefgreifenden Veränderungen identifiziert, die die Wertschöpfungskette der Medien in den letzten 25 Jahren durchlaufen hat. Es handelt um die permanente Zunahme der beim gleichen Preis verfügbaren Bandbreite. Sie ist mit dem weit bekannteren „Moore’s Law“ verwandt, die zum Zeitpunkt der Erfindung des Halbleiters eine Verdoppelung der Packungsdichte und Leistungsfähigkeit der auf dieser Technologie basierenden Systeme im Rhythmus von 18 Monaten prognostiziert hat. Dennoch sollten beide Effekte eigenständig betrachtet werden, da sie unterschiedliche technische und strukturelle Grundlagen haben.

Peter Bienert

11. Nachträgliche Vertikalabdichtung

In der Altbausanierung wird im Kellergeschoss teilweise eine gewisse Feuchtigkeit toleriert. Dies insbesondere dann, wenn der Keller planmäßig nur für untergeordnete Lagerzwecke genutzt werden soll. In solchen Fällen wird lediglich eine Horizontalsperre oberhalb des Geländeniveaus eingebaut, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit bis in das Erdgeschoss kapillar aufsteigt.

Uwe Wild

8. Bauteiltrocknung in der Altbausanierung

In Bestandsgebäuden werden in der Sanierungsphase Bauteiltrocknungen infolge jahrelanger, teilweise intensiver Feuchtebelastung notwendig. Hinzu kommen notwendige Trocknungsmaßnahmen bei unplanmäßiger Feuchtebelastung der Bauteile im Sanierungszeitraum durch unplanmäßige Wasserleitungsschäden oder durch Regenbeaufschlagungen.

Jürgen Weber

2. Denkmalpflegerische Betrachtungen und Denkmalpflegerische Aspekte in der Bauwerksabdichtung/Bauwerkssanierung

Das Thema Nachnutzung und Transformation von erhaltenswerten Bestandsobjekten und hierbei insbesondere die Neu- und Nachnutzung von Baudenkmälern ist eine der großen Herausforderung im aktuellen Baugeschehen. Zum einen sollen die historischen Bautechniken und eingesetzten Materialien erhalten und bewahrt werden, zum anderen müssen die allgemein anerkannten Regeln der Technik und die einschlägigen Baunormen eingehalten und sicher angewendet werden. Dies führt für den Planer und die ausführenden Gewerke in der gesamten Bauabwicklung zu einem erhöhten Planungsumfang und großer handwerklichen Könnerschaft. Es müssen die historischen Grundrisse mit ihren ursprünglichen Nutzungsgegebenheiten in die heutige Zeit mir ihren Nutzeranforderungen und Qualitätsansprüchen übertragen werden und es steht der historischen Bausubstanz oftmals die heutige Baustoffauswahl und Bautechnik entgegen. Aus dem Missverständnis und der Unkenntnis heraus wird die historischen Substanz einer nachempfundenen „disneyhaften“ Kulisse geopfert.

Christoph Hellkötter

22. Zivilrechtliche Grundlagen

Die nachfolgende Darstellung der Beteiligten soll die zu betrachtenden Vertragskonstellationen veranschaulichen.

Volker Hafkesbrink, Ulrich Kühne

§ 8 Werkverträge

Das BGB enthält in den §§ 631 bis 650 BGB „allgemeine Vorschriften“ für Werkverträge. Diese beschränken sich allerdings auf ein Grundmodell, von dem in verschiedener Hinsicht Abweichungen auftreten können.

Hartmut Oetker, Felix Maultzsch

§ 7 Dienstverträge

Neben dem Werkvertrag zählt der Dienstvertrag zu den klassischen Schuldverträgen, bei denen die vertragstypische Hauptleistung in der Erbringung einer Tätigkeit besteht. Denjenigen, der diese Tätigkeit schuldet, bezeichnet das BGB als Dienstverpflichteten, seinen Vertragspartner als Dienstberechtigten.

Hartmut Oetker, Felix Maultzsch

Requirements and Applications

Bevor wir mit dem Kapitel „Requirements“ beginnen, ist es erforderlich, dem Leser mit einer kurzen Übersicht noch einmal die Struktur des ISA 315 bewusst zu machen. Um ihn einzustimmen, nehmen wir eine Anleihe bei der Oper auf und weisen darauf hin, dass der Standard nach einer Ouvertüre, in der „Objective“ und „Definitions“ (zu „assertions, business risks, internal control, risks assessment procedures, significant risks“) behandelt werden, aus vier Aufzügen, den Requirements besteht und dass es ein wesentliches Anliegen der ISA (und dementsprechend auch des ISA 315) ist, deren Komponenten mit Hilfe sogenannter Applications im Einzelnen zu erläutern.

Werner Krommes

1. Mathematik in der Kunst

Für viele Menschen sind die beiden Begriffe ,,Mathematik“ und ,,Kunst“ geradezu Gegensätze. Mathematik, diese doch so trockene und häufig auch viel zu schwierige Zahlenrechnerei (,,In Mathe war ich immer schlecht!“) und dagegen die so anmutige, leicht beschwingte Muse der Kunst – wie kann das zusammengehen? Tatsächlich gibt es in vielen Teilbereichen Zusammenhänge zwischen Kunst und Mathematik. Denken Sie z. B. an die Perspektive in der Malerei. Ich werde an vielen Beispielen zeigen, wie sich Künstler häufig Anregungen aus der Mathematik geholt haben.

Norbert Herrmann

Projektarbeit

Projekte sind grundsätzlich zeitlich befristet, verfügen über begrenzte Ressourcen (Geld, Zeit, Arbeitskräfte) und verfolgen vorgegebene, qualitativ bestimmte Ziele. Daraus ergibt sich das für Projekte klassische Dreieck, in dem die Projektziele in einer bestimmten Zeit und mit vorgegebenen Ressourcen in einer spezifischen Qualität erreicht werden müssen. Ein großer Teil der Projektarbeiten umfasst planende und entwickelnde Arbeiten und ist deshalb auf die Zukunft gerichtet.

Eckhard Heidling

Wirtschaftslehre

Frau Böhmer kauft sich bei Tchibo ein Pfund Kaffee „Milde Sorte“ zum Preis von 3,50 EUR. Während die Kaffeebohnen in der Maschine gemahlen werden, legt Frau Böhmer der Verkäuferin einen 5-Euro-Schein auf die Ladentheke.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 4. Gesetzliche Regelungen zum Einbau und Betrieb von Rauchwarnmeldern

Anfang der 2000er Jahre hat sich in Deutschland eine Kampagne gebildet, die den Einbau von Rauchwarnmeldern in Wohnungen voranbringen wollte und das letztlich auch geschafft hat. Getrieben wurden die Aktivitäten anfänglich vor allem von Brandschützern, die aus den positiven Erfahrungen mit der gesetzlichen Rauchwarnmelderpflicht in einigen europäischen Nachbarländern beeindruckt waren. Gründungsmitglieder der Initiative zur Verbreitung der Botschaft „Rauchmelder retten Leben“ waren neben dem Deutschen Feuerwehrverband e.V. (DFV) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e. V. (vfdb) mehrere Handwerks- und Industrieverbände sowie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Lars Inderthal

Kapitel 3 PPP- und Inter-state-Konstellationen

Besondere Aufmerksamkeit erfahren immer wieder PPP- und Inter-state-Konstellationen und dabei vor allem die In-house-Geschäfte und kommunale Kooperationen sowie jüngst auch Hoheitsübertragungen etwa auf einen Zweckverband.

Walter Frenz

3. Mediation zwischen Käufer und Bauträger Bauträger bei der Abnahme Abnahme einer Eigentumswohnung Eigentumswohnung

Der Bauträgervertrag zum Erwerb einer Eigentumswohnung unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von anderen Verträgen. Der Bauträgervertrag ist ein Hybrid aus Werkvertrag und Kaufvertrag. Die Erwartungen von Käufer (als Verbraucher) und Verkäufer (Bauträger) an die Eigentumswohnung unterscheiden sich deutlich. Der Bauträger beruft sich auf den Vertrag, die Baubeschreibung und die allgemein anerkannten Regeln der Technik. Die allgemein anerkannten Regeln der Technik regeln, was zum Schutz von Leib und Leben, Schutz vor Feuer und Einsturz, und so weiter zwingend erforderlich ist. Das ist deutlich weniger als Käufer sich von ihrer neuen Wohnung erwarten. Der Käufer erwartet einen dem Kaufpreis adäquaten Qualitätsstandard, mindestens eine Beschaffenheit von „mittlerer Art und Güte“. Die Übergabe einer Wohnung an den Käufer ist etwas anderes als der Rechtsbegriff der Abnahme. Eine Wohnung ohne Heizung ist im Winter nicht bezugsfertig. Die Übergabe einer bezugsfertigen Wohnung schließt jedoch nicht aus, dass die Wohnung zu diesem Zeitpunkt noch wesentliche Mängel aufweist. Zum Beispiel ist eine Wohnung bezugsfertig, wenn der Balkon noch nicht benutzbar ist, weil das Balkongeländer noch nicht montiert ist. Folgerichtig ist zum Zeitpunkt der Übergabe nicht der gesamte Kaufpreis fällig. Erst nach Fertigstellung der Außenanlagen und der vollständigen Mängelbeseitigung ist die letzte Kaufpreisrate fällig. Die Konstellation, dass der Käufer bereits wohnen kann, ohne die letzte Kaufpreisrate bezahlt zu haben, ist zwischen Käufer und Verkäufer vielfältig konfliktgeladen. Darin liegen zahlreiche Chancen für erfolgreiche Mediation

Dr. jur. Peter Hammacher, Ilse Erzigkeit, Sebastian Sage

10. Mediation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer

Die Konfliktprävention im Verhältnis zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber gehört zum Risikomanagement des Unternehmens. Die Baupraxis mir ihrem verrechtlichtem Umfeld und den großen Machtgefällen erschwert die Prävention Es werden die typischen Interessen der Baubeteiligten untersucht und die Lösung nach Optionen vorgestellt.

Dr. jur. Peter Hammacher, Ilse Erzigkeit, Sebastian Sage

3. Welche Faktoren fördern bzw. behindern die Entwicklung von Resilienz?

„Wer nicht nach vorne schaut, bleibt hinten!“ (Russisches Sprichwort)

Geht es um die Bedingungen der Standfestigkeit von Gebäuden, sind Statiker gefordert. Sie errechnen dann aufgrund der konkreten Bodenbeschaffenheit, Nutzungsart, Bauhöhe und Wettereinwirkungen, wie viel Stahl in welche Betonqualität mit welchen Wandstärken zu packen ist, damit das Vorhaben gelingt. Besonders bei sehr hohen Gebäuden und/oder unsicheren Bodenverhältnissen müssen Bauleitung und Handwerker in größter Sorgfalt auf die Umsetzung der technischen Vorgaben achten. Ergänzend ist zur Erreichung eines guten Nutzungszustands zu berücksichtigen, dass sich das Bauwerk durch die Sonne nicht zu stark aufwärmt bzw. bei Kälte zu stark abkühlt und die Erosions‐Prozesse eines aggressiven Klimas soweit wie möglich begrenzt werden.

So, wie für stabile Bauwerke Körbe, Matten, Stützpfeiler und Binder eingesetzt werden, so benötigen Babys für eine gute Entwicklung einen schützenden Hort (Korb), tragfähige Matten, sie stützende Rahmenbedingungen und eine gute Ver-Bindung zu ihren Eltern. Anstelle von Statikern sind dann Psychologen, Ärzte, Biologen – oft unter Einbeziehung soziologischer und anthropologischer Forschungen – und Hirnforscher gefordert.

Dr. Albert Wunsch

Der Rechtsformenmangel der öffentlichen Hand. Eine ökonomische Fallstudie zu den rechtlich-institutionellen Hindernissen in öffentlichen Unternehmen am Beispiel des Flughafens Berlin Brandenburg (BER)

Das Kapitel untersucht die Frage des Rechtsformenmangels für Unternehmen der öffentlichen Hand anhand einer ökonomischen Fallstudie zum krisengeplagten Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Die These des Rechtsformenmangels besagt, dass es bestimmte volks- und betriebswirtschaftliche Konstellationen gibt, in denen keine der existierenden Rechtsformen für öffentliche Unternehmen die für einen profitablen Betrieb notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen bereitstellen können. In der Fallstudie wird untersucht, ob diese These auf den Flughafen Berlin Brandenburg zutrifft. Es wird der Frage nachgegangen, ob von der Rechtsform abhängige rechtlich-institutionelle Hindernisse dem erfolgreichen Erwerbsstreben der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH entgegengestanden und die problemlose Realisierung des Großbauprojekts verhindert haben. Unter Zuhilfenahme eines Vorschlages einer alternativen Rechtsform für öffentliche Unternehmen, die als gemeinwirtschaftliche Unternehmensverfassung bezeichnet wird, gilt es zu überprüfen, ob die rechtlich-institutionellen Anforderungen des untersuchten Unternehmens durch diese neue Rechtsform hätten besser erfüllt werden können. Die in der Fallstudie erarbeiteten Ergebnisse führen zu Erkenntnissen, die auch für die Rechtsformenwahl von anderen Unternehmen der öffentlichen Hand in Deutschland von Bedeutung sind.

Alexander Wulf

Lernräume in der Erwachsenenbildung

Der (Lern-)Raum rückt als eine zentrale Dimension von Lehr-/Lernprozessen auch in der Erwachsenenbildung zunehmend in den Fokus. Unterschiedliche theoretische Zugänge ermöglichen einen multiperspektivischen Blick auf die Frage, wie sich professionelles Handeln und Organisation unter einer (Lern-)Raumperspektive formieren und Raum konstituieren. Erweitert wird die Perspektive um die Aspekte Sozialraum, Raumplanung und den digitalen Raum. Die (Lern-)Raumfrage ist für das Verständnis des Lernens von Erwachsenen insgesamt hoch relevant, weil Lernen immer in räumlichen Umgebungen – seien es physische, soziale oder digitale – stattfindet.

Richard Stang, Christian Bernhard, Katrin Kraus, Silke Schreiber-Barsch

5. Ökologische Qualität

Ökologisches Bauen soll sowohl den Menschen in seiner natürlichen und gebauten Umgebung schützen als auch die Umwelt vor den negativen Auswirkungen des Bauens durch den Menschen. Zum Schutz des Menschen müssen vor allem Schadstoffemissionen ausgeschlossen werden. Um die Umwelt zu schützen, sollten möglichst wenig Rohstoffe, Energie, Flächen und Wasser verbraucht sowie möglichst wenige Materialien entsorgt werden. Dabei ist immer der gesamte Lebenszyklus zu betrachten. Im folgenden Kapitel werden Relevanz und Zielsetzung der verschiedenen Themenbereiche dargestellt sowie konkrete Maßnahmen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zusätzlich wird erläutert, wie die genannten Kriterien in den Bewertungssystemen DGNB und NaWoh berücksichtigt werden.

Stefanie Friedrichsen

I. Die öffentliche Bestellung und Vereidigung

Es gibt sehr unterschiedliche Bezeichnungen für Sachverständige, insbesondere auch deshalb, weil die Bezeichnung „Sachverständiger“ in keiner Form geschützt ist. Jeder kann sich als Sachverständiger bezeichnen, wenn er über einen überdurchschnittlichen Sachverstand verfügt.

Karl-Heinz Keldungs, Joachim Ganschow, Norbert Arbeiter

4. Alles klar?! – Informationen weitergeben, Informationen erfragen

Oft kommt es zu Missverständnissen und Fehlern bei der Arbeit, weil der Informationsfluss zwischen den Beteiligten nicht ausreichend geklärt ist. Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Elemente der Gesprächsführung, die sicherstellen, dass die Informationen fließen. Dabei spielt die Verständlichkeit im Gespräch eine zentrale Rolle. Gleichermaßen wichtig für die Informationsbeschaffung sind die richtigen Fragen, die in unterschiedlichen Gesprächsformen, wie etwa Auftragsklärung, Projektübergabe oder der Anforderungsanalyse eingesetzt werden können. Fragen führen alleine meist nicht zum Ziel. Wertschätzung, aktives Zuhören und genaues Beobachten unterstützen Sie ebenfalls dabei, Ihre Anliegen verständlich zu machen. Das Apprenticing ist eine Methode, die diese grundlegenden Techniken der erfolgreichen Gesprächsführung bündelt. Sie findet vor allem in der Anforderungsanalyse Anwendung.

Prof. Dr. Annette Verhein-Jarren, Dr. Bärbel Bohr, Dr. Beatrix Kossmann

2. Sich verständigen – Bezugsrahmen teilen

Wie muss die Pilotanlage ausgelegt werden, um den Wirkungsgrad zu erhöhen? Wie kann sichergestellt werden, dass die Bauleitung die aktuellen Pläne hat? Wie kann der Materialfluss optimiert werden? Am Arbeitsplatz sind vielfältige fachlich‐technische Fragen von hoher Komplexität zu beantworten. Gleichzeitig sollen große Projekte aufgegleist und erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu kommen alltägliche Aufgaben im Betrieb, die effizient erledigt werden sollen. Neben technisch‐fachlichem Knowhow erfordert ein solcher Berufsalltag eine gut ausgebildete Kommunikationskompetenz.Voraussetzung für gute Kommunikation ist das Erkennen des eigenen Persönlichkeitsstils. Das Wissen um die verschiedenen Bezugswelten, in denen man sich bewegt, erleichtert den Beteiligten, sich in Gesprächen zu verständigen. Dafür muss ein geteilter Bezugsrahmen ausgehandelt und gelegentlich der Automatismus unserer gegenseitigen Wahrnehmung durchbrochen werden.

Prof. Dr. Annette Verhein-Jarren, Dr. Bärbel Bohr, Dr. Beatrix Kossmann

7. Planung, Bau und Betrieb von Fernwasserleitungen

Fernwasserleitungen transportieren große Mengen Trinkwasser durch großkalibrige Rohrleitungen über längere Entfernungen. Hohe Anforderungen sind an die Planung und an den Betrieb zu stellen, um die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Transportanlage zu gewährleisten. In diesem Beitrag werden Grundlagen für die Planung und für die wirtschaftliche Bemessung von Rohrleitungen erläutert. Ferner werden die rechtlichen Anforderungen diskutiert und an Beispielen ein energieeffizienter Betrieb von Fernwasserleitungen aufgezeigt.

Frieder Haakh, Hans-B. Horlacher

5. Kraftwerksleitungen, Dampfleitungen, Heiß-/Warmwasser-/Kühlwasserleitungen

Ziel dieses Kapitels ist es, dem Leser einen Überblick über die wesentlichen Randbedingungen mit Einfluss auf die Ausführung einer Rohrleitungsanlage in einem Wärmekraftwerk zu verschaffen. Neben personellen und organisatorischen Aspekten werden die wichtigsten Regelwerke, Normen und Richtlinien behandelt. Technische Themen sind vor allem die Werkstoffwahl, die Dimensionierung der Rohre, die Rohrleitungseinplanung in die Kraftwerksanlage mit den zu berücksichtigenden Randbedingungen, die als Ergebnis der Planung erstellten Fertigungs- und Montageunterlagen, Vorgaben an das Montage-, Schweiß- und Prüfpersonal sowie die Druckprobe nach erfolgter Montage. Abschließend wird noch auf den kommerziellen Projektabschluss eingegangen.Auf die Aufnahme von Berechnungsformeln wurde verzichtet, da diese in spezifischer Fachliteratur zu finden sind.

Johann Heindel

4. Besondere Aspekte des Kalkulationsprozesses

Dieses Kapitel behandelt besondere Aspekte des Kalkulationsprozesses. Zunächst wird die Vorgehensweise bei Änderungen des Bausolls anhand praktischer Beispiele behandelt. Es folgt die Ergänzung des Kalkulationsprozesses um die Risikokosten. Neben der Darstellung der Theoretischen Grundlagen folgt die Darstellung der Risikokalkulation für mittelständische Bau- und Generalunternehmer anhand eines praktischen Beispiels. Darauf aufbauend werden die Besonderheiten bei Baustellen im Ausland behandelt. Es folgt die Beschreibung der Besonderheiten der Kalkulation von Funktionsbau und GMP-verträgen sowie der Kalkulation von Lebenszykluskosten anhand von Puclic Private Partnerships. Der fünfte Unterabschnitt behandelt die Besonderheiten von Arbeitsgemeinschaften. Hier werden die grundlegenden Arbeitsgemeinschaften vorgestellt und deren Signifikanz im Bauwesen erläutert. Den Abschluss dieses Teils bildet ein Kapitel über Bausoftware. Neben der Erläuterung der Vorgehensweise von grundlegenden Software-Lösungen wird auch auf 3D-Modelierung und Building Information Modeling eingegangen und anhand dem Bau eines Stadions dargestellt.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Jacob, M. Sc. Clemens Müller, Tilo Nemuth, M. Sc. Martin Oehmichen, Dr. Constanze Stuhr, Markus Rambach, Dr. Christoph Winter

3. Kalkulationsbeispiele

Im folgenden Kapitel werden Kalkulationsbeispiele unterschiedlicher Bauwerksarten mit spezifischen Zahlen vorgestellt. Diese Beispiele sind fertiggestellte Bauprojekte, aus welchen die wesentlichen Gewerke betrachtet werden. Jedes Unterkapitel enthält einen Einführungsteil mit der Darstellung der wichtigsten Bergriffe und einer kurzen Beschreibung der Vorgehensweise bei der Kostenermittlung. Neben den grundsätzlichen bauwerksspezifischen Angaben enthalten die Unterkapitel konkrete Zahlen zu den Bausparten Hochbau, Erdbau, Straßenbau, Brückenbau, Tunnelbau, Spezialtiefbau sowie Stahlbau. Darauf aufbauend erfolgt zunächst die Kalkulation der Einzelkosten der Teilleistungen unter Berücksichtigung der Besonderheiten und Charakteristika dieser Bauwerke. Hierbei wird Fokus auf die einzelnen Kostenarten gelegt. Insbesondere die Kalkulation der Kosten für Lohn, Material und Geräte wird praxisnah dargestellt.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Jacob, Dr. Constanze Stuhr, Dr. Christoph Winter, M. Sc. Clemens Müller, Dipl.-Kfm. Markus Passeck, Dipl.-Ing. (FH), Dipl. Wi-Ing. Ahmed Belkaied, Prof. Dr.-Ing. Frank Dahlhaus, Dipl.-Ing., Dipl.-Wi-Ing. Johannes Tröndle, Dipl.-Ing. Heinrich Schulze, Dipl.-Ing. Torsten Hahm, Dipl.-Ing. Tino Weinhold, Dr. Fabian Theis, Dipl.-Wi-Ing., Dipl.-Ing. (FH) Ralf Zietz

5. Controlling

Ein funktionierendes Controllingsystem ist für die wirtschaftliche Abwicklung von Bauprojekten notwendig. Das nachfolgende Kapitel behandelt das Controlling von Bauprojekten als auch das Controlling von Unternehmen und Niederlassungen. Hierbei werden zuerst die Aufgaben und Zielstellungen des Bauprojekt-Controlling abgegrenzt und charakterisiert. Im Weiteren werden die Phasen, in welchen das Bauporjekt-Controlling Anwendung findet dargestellt und die Aufgaben während den einzelnen Phasen sowie die Methoden zur Bewähtligung dieser Anforderungen. In diesem Kontext werden die Planungsrechnung vor der Bauausführung sowie die Steuerung des Bauprojektes während der Bauausführung betrachtet. Im Zweiten Teil wird auf das Unternehmenscontrolling in mittelständischen Bauunternehmen eingegangen. Zu Beginn werden die Aufgaben, die Motivation sowie geeigente Führungsgrößen eines solchen Controlling dargestellt. Nachfolgend werden die Aufgaben sowie Optionen des operativen und strategischen Unternehmenscontrolling und deren Verzahnung beschrieben.

Prof. Dr. Ralf-Peter Oepen, Dr. Christian Keidel

2. Grundlagen der Kalkulation

Im folgenden Kapitel werden die für die Kalkulation wichtigsten betriebswirtschaftlichen Grundlagen gelegt. Diese beinhalten einen Unterabschnitt über die Ziele der Kalkulation, bei dem insbesondere auf die Zielkostenplanung eingegangen wird. Anschließend erfolgt die Erläuterung der wichtigsten betriebswirtschaftliche Kostenbegriffe wie Aufwand und Kosten sowie die Unterscheidung des Kostenbegriffs. Weiterhin wird auf die Kapitalkosten und die Kostenarten und die Verrechnung auf Kostenträger eingegangen. Es folgt eine Erläuterung des Baukontenrahmens und des Baukontenplans. Zu den Grundlagen gehört auch eine Erläuterung der häufigsten Bauvertragstypen der deutschen Baubranche. Darauf aufbauend wird noch auf die üblichen Kalkulationsweisen, die Methoden der Liquiditätsplanung eingegangen. Anschließend erfolgt die Erläuterung des Prozesses der Angebotskalkulation.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Jacob, Dr. Constanze Stuhr, Dr. Christoph Winter

7. Beton

Dipl.-Ing. Roland Pickhardt, Prof. Dr.-Ing. Ulrich Vismann

16. Bauphysik

Prof. Dr.-Ing. Martin Homann

3. Baubetrieb

Prof. Dr.-Ing. Alexander Malkwitz, M.Sc. André Thesing

14. Bauen im Bestand

Prof. Dr.-Ing. Uwe Weitkemper

Kapitel 3. Digitalisierung im Baugewerbe

Das Baugewerbe gilt als „Bricks & Mortar“-Geschäft, das von den Auswirkungen der Digitalisierung wegen seines analogen und materiellen Charakters scheinbar kaum betroffen sein dürfte. Diese Annahme ist falsch. Besonders in den Bereichen der Bauplanung und Bauvorbereitung, der Logistik an verschiedenen Stellen im Bauprozess und des Managements von Kundenbeziehungen manifestiert sich die digitale Transformation am deutlichsten. Unternehmen der Baubranchen müssen sich darauf einstellen, wenn sie am Markt bestehen und das Feld nicht allein den großen Baukonzernen überlassen wollen. Dieses Kapitel stellt die unterschiedlichen Trends und Entwicklungen der Digitalisierung im Baugewerbe dar, ordnet sie analytisch ein und gibt praxisrelevante Empfehlungen zum erfolgreichen Umgang mit den genannten Herausforderungen.

Andreas Moring, Lukas Maiwald, Timo Kewitz

Kapitel 31. Auswirkungen von Echtzeitkommunikation in der Baustellenlogistik

Der Beitrag handelt über Methoden zur Echtzeitkommunikation und deren Eignung zur Kommunikation zwischen Akteuren (menschlich) und Aktoren (maschinell) auf der Baustelle und in der Baustellenlogistik. Mit zunehmender Verbreitung des Building Information Modeling (BIM) sind die Grundlagen gegeben, Informationen in Echtzeit für die Nutzung in der Baulogistik verfügbar zu machen und somit, in Verbindung mit weiteren bauspezifischen Technologien, die Wertschöpfungskette der Baustelle digital zu steuern.

D. Schlüter, A. Spengler, A. Malkwitz

Taktplanung und Taktsteuerung bei weisenburger

Taktplanung und Taktsteuerung gehören zu den bekannten Methoden im Lean Construction. In diesem Beitrag wird diese Methode anhand eines Praxisbeispiel detailliert erklärt. Aus der Sicht eines mittelständischen Generalunternehmens werden die Einführung von Lean Construction und dieser speziellen Methode beschrieben.

Marco Binninger, Oliver Wolfbeiß

Die Wahl der richtigen Visualisierung für Baustellenabläufe

Das 1910 entwickelte Gantt-Chart ist bis auf kleine Anpassungen immer noch die Visualisierungsmethode der Wahl, wenn es um die Darstellung des Terminplans eines Bauprojektes geht. Dabei stellt sich folgende Frage: Ist eine über 100 Jahre alte Visualisierungsform noch dazu geeignet, der Komplexität moderner Projekte gerecht zu werden? Stellt die Nutzung dieser Methode eventuell mehr Bürde als Nutzen dar? Die Autoren evaluieren herkömmliche Visualisierungswerkzeuge anhand der Kriterien des Visual Managements und deren Anwendbarkeit in Bezug auf Lean Construction. Mithilfe des in Kap. 2 vorgestellten 3-Ebenen-Modells, welches auf der Grundlage der Lean Prinzipen entwickelt wurde, zeigen sie, wie ein neuer Standard in der Visualisierung von Bauprojekten gesetzt werden kann. Schließlich werden die Möglichkeiten der Digitalisierung der Bauablaufplanung und -steuerung mithilfe dieser Methode aufgezeigt und ein Blick in deren Zukunft gewährt.

Svenja Oprach, Dominik Steuer, Marco Binninger, Janosch Dlouhy

Akzeptanz von Lean Construction auf Baustellen

Dieses Kapitel liefert dem Leser ein Stimmungsbild aus vier Großprojekten im Industriebau. Dabei werden die Beteiligten täglicher Abstimmungsrunden zu ihrer Einschätzung eines Kanban-Board-basierten Systems in ihren Lean Construction-Projekten befragt. Die Interviewpartner beschreiben in qualitativen Interviews die Wirkungsweise des Systems in ihrer täglichen Arbeit und erklären die Zusammenhänge von großteils weichen Aspekten, die sich aus einer neuen Form der Zusammenarbeit ergeben. Dabei zielen die Antworten auf die Bedeutung von Kommunikation und Vertrauen im Projektteam ab. Sie weisen aber auch auf einen verbesserten Überblick des Projektablaufs, die Einhaltung von Prognosen und die Unterstützung in der eigenen Ablaufplanung hin. Das Kanban-Board wird hier als Mittel für eine Steigerung der eigenen Leistung im Bauprojekt bestätigt.Viele Kritiker sehen gerade in der Akzeptanz von Lean Construction auf Baustellen eine große Herausforderung. Stolze Mitarbeiter der Baubranche stehen neuen Steuerungsmechanismen tatsächlich oft kritisch gegenüber. Zudem trägt die englische Bezeichnung „Lean Construction“ zur Verstärkung der Ablehnung bei, wird dahinter doch ein Managementansatz vermutet, der mit Rationalisierung und steigendem Druck auf die Beteiligten einhergehen könnte.In der Tat zeigt die Erfahrung in Bauprojekten, die bisher noch keine Berührung mit Lean Construction hatten, dass die Ablehnung zu Beginn groß ist. Das bereits in Beitrag Fiedler, „Lean Thinking“ zuvor angesprochene Management-Commitment ist hier der entscheidende Motivator, um ein Team zu Beginn eines Projektes zur Mitarbeit zu bewegen. Nachhaltig ist sanfter Druck in der Startphase aber nicht, zur weiteren Motivation hilft nur die Erkenntnis der Projektbeteiligten, einen tatsächlichen Mehrwert aus den neuen Ansätzen zu ziehen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts zeigt, dass die Einführung von Lean Construction in Bauprojekten meist nach kurzer Zeit wegen fehlender Akzeptanz bei den Ausführenden zum Erliegen kommt. Dabei identifiziert die Studie vor allem die fehlende Schulung der betroffenen Mitarbeiter als Hauptgrund für das Scheitern, also eine mangelnde Qualifikation. Die Mitarbeiter erhalten zu Beginn des Projekts nicht das notwendige Handwerkszeug, um ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge und die Vorteile entwickeln zu können. Aus der Argumentationskette der Motivation von Können, Wollen und Dürfen geht hervor, dass Mitarbeiter zu Anfang vielleicht ein Lean Construction-Projekt ausführen wollen und dürfen, das Können wird aber nicht vermittelt. Nach kurzer Zeit führt das zu Frustration, die in bleibender Ablehnung der Methodik und Denkweise mündet.Der gegenteilige Effekt zeigt sich dagegen in Projekten, bei denen die Projektbeteiligten schlanke Bauprozesse als eine Form der eigenen Optimierung entdeckt haben. Mitarbeiter, die mit dem notwendigen Wissen um die Mechanismen und einem entsprechenden Entscheidungsspielraum ausgestattet sind, erkennen in der Zusammenarbeit mit Kollegen die Vorteile des Systems schnell für sich. Diese Mitarbeiter erhalten dadurch einen inneren Antrieb, in einem Lean Construction-Projekt das Optimum für ihr Gewerk, zugleich aber auch den Erfolg des gesamten Projektes, zu erreichen.Dieses Kapitel soll dem Leser einen Einblick geben, worin Baubeteiligte den Mehrwert eines Lean Projektes für sich identifizieren und was sie zur Kooperation und Kollaboration mit anderen Gewerken bewegt. Dazu wurden in einer Studie Bauleiter von Nachunternehmern, Bauleiter von Generalunternehmern, Objektüberwacher, Projektsteurer und Planer in vier Projekten befragt. Alle Projekte waren von Anfang an als Lean Projekte aufgesetzt. Die Befragung fand gegen Ende des Projektes statt, sodass die Interviewten bereits längere Erfahrung damit hatten sammeln können.Die Interviews zielten auf qualitative Ergebnisse ab, die mit einem standardisierten Interviewleitfaden zu vorher definierten Variablen rund um die Arbeit mit einem Kanban-Board erhoben wurden. Das Kanban-Board ist dabei der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Es steht symbolisch für die neue Form der Zusammenarbeit in Projekten, Kollaboration und Kooperation sowie für die Ausrichtung auf ein gemeinsames Projektziel. Mit dem Kanban-Board wird Transparenz über den Ablauf der nächsten vier bis sechs Wochen erreicht, die allen Beteiligten den Bauablauf klar vor Augen führt. Solch eine Form der Transparenz liegt zu Beginn nicht im Interesse aller Gewerke, insbesondere diejenigen, die ein Projekt mit zu geringer Mannstärke oder einem zu geringen Maschineneinsatz planen, haben hier verständlicherweise Vorbehalte, ihre Defizite offenzulegen. Die Visualisierung der Ablaufplanung und die nachfolgende Synchronisation der Abläufe einzelner Gewerke führen zu einer schonungslosen Aufdeckung von Minderleistern, spätestens nach den ersten Tagen ihrer Leistungserbringung auf der Baustelle. Daher ist das Kanban-Board ein zentraler Bestandteil in Lean Construction-Projekten.Die Interviews zu dieser Studie erfolgten in der Regel in einem persönlichen Gespräch, teilweise aber auch per Telefon und dauerten jeweils mehr als eine Stunde.

Martin Fiedler

Praxiserfahrung aus der Implementierung von Lean Construction

Dieses Kapitel gibt einen Einblick in die Praxis rund um die Einführung von Lean Construction in Unternehmen und Projekten. Lean Construction ist Chefsache. Gerade Chefs können hier aber durch ihr Handeln das Etablieren einer Lean Kultur verhindern. Hierzu steht vor allem die Einstellung zur Führung der Mitarbeiter und eine offene Fehlerkultur im Zentrum der Anstrengungen. Der offene Umgang mit Ängsten der Mitarbeiter ist ein Kernpunkt in der Einführung von Lean Ansätzen in allen Branchen. Die Baubranche muss hier besonders in der Kommunikation über neue Formen der Zusammenarbeit aktiv gegensteuern. Bauen ist kein Selbstzweck, und daher werden auch in dieser Branche alle Anstrengungen auf den Kundenwunsch ausgerichtet.

Samy Kröger, Martin Fiedler

Key Performance Indicators zur Steuerung des Tagesgeschäfts in der Baubranche

Kennzahlen bzw. Key Performance Indicators (KPIs) sind in großen Teilen der Wirtschaft verbreitet, um das Tagesgeschäft nachzuverfolgen und zu steuern. In der deutschen Baubranche dagegen ist der Einsatz von Prozess- und Produktionskennzahlen in dieser Form bisher nicht in großem Umfang vorzufinden. In diesem Kapitel werden daher Beispiele aus der Baupraxis von Projektallianzen und Lean Construction Projekten aufgezeigt, in denen bereits konkrete KPIs zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um praktische, leistungsbezogene Kennzahlen, mit denen die Prozessausführenden, d. h. Gewerbliche auf der Baustelle oder Angestellte im Unternehmen, objektiv den aktuellen Leistungsstand vor Augen haben, angestrebte Ziele kennen und ihre praktische Leistungserbringung nach der Einhaltung der Vorgaben sowie Verbesserung der Ergebnisse ausrichten. Des Weiteren wird ein Ausblick gegeben, wie Ansätze aus dem Lean Management in der Baubranche und anderen Wirtschaftszweigen in der Baupraxis genutzt werden könnten, um Prozesse als auch Bauproduktion kurzzyklisch, konstruktiv und vorausschauend zu steuern, sodass Kosten und Termine die angestrebten Ziele erreichen und das monatliche Berichtswesen daraus folgend nur positive Ergebnisse verzeichnet.

Carina Schlabach

Projektallianz als kooperationsorientiertes Partnerschaftsmodell und ihr Partnerauswahlprozess

Konflikte und Projektablaufstörungen treten immer wieder bei der Abwicklung von Bauprojekten auf, obwohl die etablierten Methoden bereits jahrelang im Einsatz sind. Lerneffekte und Verbesserungen von Projekt zu Projekt sind selten erkennbar und wenn dann von besonderen Personen initiiert. Trotz dieser Missstände kommen Alternativen zu den konventionellen Abwicklungsformen vergleichsweise wenig zum Einsatz. Dieses Kapitel hat zum Ziel, eine solche Alternative, die australische Projektabwicklungsform Project Alliancing mit ihren Kooperationsmechanismen kurz vorzustellen und vertieft auf die Auswahl der Projektpartner mit seinem Ablauf und den möglichen Auswahlkriterien einzugehen. Dieser Auswahlprozess ist als Kompetenzwettbewerb gestaltet, bei dem bereits der Grundstein für eine effiziente und vertrauensvolle Projektausführung gelegt wird. Die hier erarbeitete Ausgestaltung der Kernmechanismen im Projekt wie Geschäftsführungsregeln und personelle Besetzung, Einzelheiten des Vergütungssystems Management und Bepreisung von Chancen und Risiken sowie Umgang mit Änderungen gelten im Falle der Auswahl dieses Teams in der Ausführung fort, sodass der Auswahlprozess selbst, zusätzlich zu diesen Kernmechanismen einen großen Beitrag leistet, Konflikte vorzubeugen und einen glatten Projektverlauf herbeizuführen.

Carina Schlabach, Martin Fiedler

Vertragliche Umsetzung von Lean Construction in Deutschland

Lean Construction zielt auf die Optimierung von Bauprojekten als Ganzes. Bauverträge können ein „Best-for-Projekt“-Denken bei den Projektbeteiligten durch Nutzung geeigneter Anreizsysteme etablieren. Dann stehen die Partikularinteressen der Projektpartner in Einklang mit den Interessen des Gesamtprojektes, und Entscheidungen werden im besten Sinne des Projektes gefällt. Verschiedene „Best-for-project“- Vertragsarten existieren im Ausland, beispielsweise die Integrated Projekt Delivery-Verträge oder Alliancing-Verträge. Diese „Best-for-Project“-Verträge sind weitergehend als aktuell in Deutschland bestehende kooperative Vertragsformen. Dieses Kapitel stellt die Grundlagen der „Best-for-project“- Verträge, ihre Wurzeln und die Umsetzung in deutschen Bauverträgen dar. Kernmechanismen der Verträge sind Offenheit in Kommunikation und Kalkulation, Gewinn-, Verlust- und Risikoteilung, Gesamtprojektziele sowie Entscheidungsverfahren und Streitkultur. Existierende Vertragsformen von VOB und BGB können für private Bauherren durch diese Kernmechanismen erweitert werden, um das passende Anreizsystem für ein „Best-for-Project“-Denken umzusetzen.

Gerolf Sonntag, Gernot Hickethier

Lean Construction Management (LCM®)

Während Stillstand auf vielen Baustellen keine Seltenheit ist, wäre dies in der produzierenden Industrie undenkbar. Hier sind die Abläufe bereits so gut aufeinander abgestimmt, dass jede Sekunde akribisch ausgefüllt ist und jeder Handgriff sitzt. Auf Baustellen herrscht oftmals das blanke Chaos. Dabei ließe sich dies mit einfachen Mitteln wie einer besseren Planungstiefe vor Baustart und einem Steckkartensystem als Planungs- und Steuerungs-Tool auf der Baustelle lösen. Das Projektmanagement- und Bauberatungs-Unternehmen Drees & Sommer überträgt seit mehreren Jahren den Gedanken des Lean Managements aus der Produktionsindustrie in Form des Lean Construction Managements (LCM) auf Bauprojekte und den Baustellenbetrieb. Das Ergebnis: Der Projektablauf ist bis ins kleinste Detail und auf den Tag durchgetaktet. Dadurch können Arbeitsprozesse deutlich beschleunigt und Kosten um bis zu 30 % gesenkt werden. Entlastet werden nicht nur die Bauherren und Projektmanager, sondern vor allem auch die ausführenden Firmen.

Selim-Tuğra Demir, Patrick Theis

30. Planung von Abfallbehandlungsanlagen

Die Planung von Abfallbehandlungsanlagen steht heute im Zeichen der Globalisierung. Für die Behandlung und Entsorgung verschiedener Abfallströme stehen unterschiedliche Technologien und Behandlungsanlagen zur Verfügung. Unter den Begriff Abfallbehandlung fallen alle Verfahren, bei denen Abfälle entweder verwertet oder entsorgt werden. Bei abfallwirtschaftlichen Anlagen handelt es sich i. d. R. um relativ große und komplexe Projekte, die sich über längere Zeit hinziehen. Um solche Projekte wirtschaftlich abwickeln zu können, bedarf es einer gezielten Vorgehensweise. Diese wird nicht nur in Zusammenhang mit der Errichtung von Gebäuden und Anlagen als Planung bezeichnet.Die allgemeine praktische Erfahrung zeigt, dass Aufwendungen, die in eine präzise Planung investiert werden, sich überproportional im Erfolg eines Projekts widerspiegeln. Das gilt selbstverständlich auch für die Planung abfallwirtschaftlicher Anlagen, insbesondere da es sich hierbei nahezu ausschließlich um individuelle, nicht standardisierte Anlagen mit spezifischen Randbedingungen handelt.

Prof. Dr.-Ing. Hans-Dieter Huber, Dr. Ewa Harlacz

6. Vorsorgender Bodenschutz – Bodenkundliche Baubegleitung – Optimieren von Böden bei Baumaßnahmen

Böden sind eine zentrale Lebensgrundlage, zugleich wird durch die zunehmenden Ansprüche beim Wohnen, bei der Produktion, Freizeit und Infrastruktur Boden durch Bebauen so beansprucht, dass sein ökologisches Leistungsvermögen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt weiter besteht. Diese Einschränkungen durch Baumaßnahmen auf das gesellschaftlich akzeptierte Maß zu beschränken, ist auch Aufgabe der bodenkundlichen Baubegleitung. In der jüngeren Vergangenheit wich die bisherige Zurückhaltung der Genehmigungsbehörden, Investoren und Bauherren gegenüber dem Bodenschutz auf der Baustelle einer größeren Offenheit. Der mit zunehmendem Versiegelungsgrad steigende Bedarf an Bodenschutz sowie zahlreiche positive Erfahrungen mit der bodenkundlichen Baubegleitung haben zu einer gewachsenen Relevanz des Bodenschutzes geführt. Von den Verantwortlichen wurde vielfach erkannt, dass weiter reichende Kenntnisse zu Bodeneigenschaften und ein dementsprechend angepasstes Bauen die Qualität und Sicherheit, in manchen Fällen auch die Geschwindigkeit von Bauleistungen, erhöhen. Der Beitrag wendet sich an Bodenkundler sowie an Vertreter des Bauwesens und der öffentlichen Verwaltung. Er ermöglicht einen Einblick in die Prinzipien des Bodenschutzes beim Bau und nimmt zu deren Hintergrund Stellung. Darüber hinaus gibt er eine strukturierte Sammlung an Bodenschutzmaßnahmen wieder.

Dr. Andreas Lehmann

Die Wiener Staatsoper zwischen Österreich-Ideologie und Kaltem Krieg. Zur Politisierung des Wiederaufbaus des Operngebäudes, 1945–1955

Die Wiederaufbauarbeiten der im März 1945 bombardierten Wiener Staatsoper waren gleich auf mehreren Ebenen Austragungsort politischer Debatten. Die innenpolitischen Diskussionsbeiträge liefen bald entlang der Grenzlinie des Kalten Krieges, wie sich an einer Analyse der verschiedenen Parteizeitungen zeigen lässt. Die Wiederaufbauarbeiten waren aber auch von außenpolitischer Brisanz, insbesondere was materielle und finanzielle Unterstützungsleistungen aus der Sowjetunion und den USA betraf. In ihrer offiziellen Darstellung wollte die junge Zweite Republik bei der Wiedereröffnung der Staatsoper im November 1955 von beidem nichts mehr wissen - die wiederaufgebaute Oper sollte als unteilbare Leistung des "österreichischen Volkes" in die österreichische Geschichte eingehen.

Fritz Trümpi

High Potentials finden und binden: Theorie und Praxis bei Heitkamp & Hülscher, Stadtlohn

Der Beitrag beschreibt vor dem Hintergrund des zunehmenden Kampfes um die Leistungsträger und High Potentials die Erfolgs-Leadership-Geschichte des mittelständischen Familienunternehmens Heitkamp & Hülscher aus Stadtlohn. Es wird dargestellt, wie aus Mitarbeitern erfolgreiche Mitunternehmer gemacht wurden, die Verantwortung übernehmen und kreativ an innovativen neuen Lösungen arbeiten. Dies wiederum hat Sog- und Magnetwirkung auf neue Talente. Aus dieser Erfolgsstory – und dem Rückgriff auf die herausfordernde Reise von Odysseus – werden zudem konkrete Erfolgsfaktoren und Empfehlungen für wirksames und nachhaltiges Leadership abgeleitet.

Stefan Kerzel

Chapter 19. Projektentwicklung

Komplexität, Multidisziplinarität und ein hohes unternehmerisches Risiko sind wesentliche Merkmale der Projektentwicklung von Immobilien. Die Kernkompetenz eines Projektentwicklers sind das multidisziplinäre Management und die Koordination von Planungs-, Bau- und Vermarktungsprozessen mit dem Ziel der Wertschöpfung. Dieses Anforderungsprofil erfordert eine vielseitige Qualifikation und ein überdurchschnittliches Maß an Erfahrung.

Thomas Kinateder

Kapitel 3. Finanzbedarfsanalyse

Der Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist ein langfristiges Vorhaben, das viele Menschen nur einmal im Leben durchführen. Zudem ist es eine gute Möglichkeit, sein Geld sinnvoll anzulegen, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Aber wie viel Geld braucht man für eine Immobilieninvestition denn tatsächlich?

Tanja Müthlein, Thomas Hoffmann

Crew Resource Management

Wir alle erinnern uns an Fehler, die wir lieber vergessen würden. Es sind Fehler, die uns so unangenehm waren, dass wir im Erdboden versinken oder verschwinden wollten, am besten irgendwohin, wo uns keiner kennt. Wie ich zu Anfang sagte, Fehler sind uns nicht willkommen, vielmehr fühlen wir uns peinlich berührt, wenn uns einer unterlaufen ist.

Jan U. Hagen

4. Unternehmensplanung und -politik der Bauunternehmung

Jede Unternehmung steht im Spannungsfeld zwischen konkurrierenden Wirtschaftsinteressen und gesellschaftlichen Kräften. Die Unternehmung ist als juristische Person an die Gesetze des Staatswesens gebunden und muß dennoch zwischen den einengenden Vorschriften und Verordnungen ihren eigenen Weg suchen, um in dem Spannungsfeld existieren zu können. Bild 4.1 zeigt schematisch die Kräfte, die auf eine Unternehmung einwirken können.

Professor Dr.-Ing. Reinhard Seeling

2. Grundlagen – Begriffe, Projektbeteiligte sowie deren Aufgaben und Organisationsformen

Hier werden zunächst für die Arbeit wichtige Begriffe definiert. Nach Ausführungen zu den wesentlichen Beteiligten von Bauprojekten sowie zur Entscheidungstheorie werden die statistische und die methodische Basis für die durchgeführten Untersuchungen bzw. das entwickelte Entscheidungswerkzeug dargelegt.

Daniel Landowski

3. Aspekte der Planereinsatzformen Einzel- sowie Generalplaner

Anschließend werden die für eine Entscheidungsfindung möglicherweise bedeutsamen Unterschiede zwischen den beiden Planereinsatzformen herausgearbeitet, gegliedert in Teile der o. g. Projektsteuerungs-Handlungsbereiche nach AHO. Zusätzlich wird ein Unterkapitel den die Projektsteuerung selbst unmittelbar betreffenden Merkmalen der Planereinsatzformen gewidmet.

Daniel Landowski

Kapitel 5. Projektmanagement in der Pharmalogistik am Beispiel des Neubaus Finnair COOL Nordic Cargo Hub

Luftfracht ist ein essenzieller Bestandteil unsere weltweiten Distributionskette, speziell für hochwertige und verderbliche Produkte. Sie beschleunigt die Distributionskette, was insbesondere wichtig ist bei sensiblen Gütern wie Pharmaprodukten, deren Lebensfähigkeit von Temperatur und Umweltbedingungen abhängt. Die Transportkette in der Luftfrachtbranche ist komplex; viele Parteien sind beteiligt, bis die Ware beim Endkunden ankommt.

Kristin Beck, Uwe Beck

Wirtschaftslehre

Frau Böhmer kauft sich bei Tchibo ein Pfund Kaffee „Milde Sorte“ zum Preis von 3,50 EUR. Während die Kaffeebohnen in der Maschine gemahlen werden, legt Frau Böhmer der Verkäuferin einen 5-Euro-Schein auf die Ladentheke. Nachdem sie das Wechselgeld erhalten hat, reicht ihr die Verkäuferin die Tüte mit dem Kaffee. Daraufhin verlässt Frau Böhmer den Laden.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

8. Erdbau – Bauen in und mit Erde

Erdbauwerke können bei ausreichend tragfähigem Untergrund direkt über der Aushubsohle aufgetragen werden. Die Anforderungen an den Untergrund von Erdbauwerken sind in den „Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau“ (ZTV E-StB 09) festgelegt. Erdbau und Grundbau auf wenig tragfähigem und/oder weichem Untergrund verlangen nach besonderen Bauweisen, die das Herstellen standfester Bauwerke gewährleisten. Geringe Lagerungsdichte, hoher Wassergehalt, hohe Anteile an organischer Substanz und ungünstiger Schichtaufbau im Untergrund sind häufige Befunde.

Prof. Dr. Wolfgang Dachroth

18. Die Ertragsbesteuerung der Inlandsinvestition

Der Einkommensteuer unterliegen gemäß § 2 Abs. 1 EStG inländische Einkünfte im Rahmen der beschränkten Einkommensteuerpflicht (§ 1 Abs. 4 EStG). Dies ist der Fall, wenn einer der Tatbestände des § 49 Abs. 1 EStG erfüllt ist. Im Bereich gewerblicher Einkünfte verweist § 49 Abs. 1 Nr. 2 EStG auf §§ 15 bis 17 EStG. Beschränkt Einkommensteuerpflichtige müssen daher die Tatbestandsmerkmale gewerblicher Tätigkeit (insbesondere § 15 Abs. 2 EStG) erfüllen. Eine im Ausland ansässige natürliche Person wird in diesem Fall mit den im Inland erzielten gewerblichen Einkünften beschränkt einkommensteuerpflichtig.

Prof. Dr. Ulrich Schreiber

Schwierige Typen

Jeder Mensch empfindet eine andere Art von Mensch als „schwierig“. Wir schildern hier keine Ansammlung „schwieriger Typen“, wir erklären, wie man mit ihnen umgeht. Es gibt eine Reihe von Regeln, die dabei helfen, uns nicht zu verstricken, bzw. falls wir uns doch verstrickt haben sollten, aus der Sackgasse mit eigener Kraft wieder herauszufinden. Weiterhin zeigen wir bewährte Strategien, wie wir mit Provokationen souverän umgehen können. Wir zeigen auch, wie wir Eskalationen verlässlich vermeiden - egal, was die andere Person tut. Natürlich analysieren wir auch, wie wir selbst sicherstellen können, dass keine versehentliche Provokation durch unsere eigenen Formulierungen entsteht. Die Methoden, die wir schildern, haben ihren Ursprung in unterschiedlichen Wissensfeldern: Angefangen mit einflussreichen Kommunikationsstrategien der Hypnose bis hin zu Überzeugungstechniken, die von besonders erfolgreichen Verkäufern eingesetzt werden. Wir sind sicher, dass Ihnen nach der Lektüre und Anwendung der verschiedenen Strategien künftig deutlich seltener „schwierige Typen“ begegnen werden.

Thomas Fritzsche, Thomas Höster

Ökologische Sanierung eines naturschutzfachlich hochsensiblen, niedermoorgeprägten Tieflandflusses

Großflächige ökologische Fließgewässersanierungen im Niedermoorbereich sind technologisch schwierig durchzuführen und bedürfen wegen der zahlreichen geschützten Lebensräume und Arten einer intensiven naturschutzfachlichen Betreuung. An einem naturschutzfachlich hochsensiblen Abschnitt der „Nebel“ ist auf einer Länge von ca. 2,5 km eine solche Sanierung durchgeführt worden.

Dr. Volker Thiele, Dipl.-Ing. Klaudia Lüdecke, Dr. Ralf Koch

5. Abnahme von Bauleistungen

Die Abnahme der Bauleistung ist ein zentraler Punkt bei der Abwicklung von Bauverträgen. Insbesondere für den auftraggeberseitigen Bauleiter ist die Kenntnis der Grundzüge zwingend erforderlich, um eine einwandfreie Leistung im Sinne der Objektüberwachung zu erbringen. Daher liegt es im eigenen Interesse des bauleitenden Architekten, potenzielle Haftungsrisiken durch rechtliche Kenntnisse zu minimieren. Die Abnahme der Bauleistungen unter Mitwirkung anderer an der Planung und Objektüberwachung fachlich Beteiligter und die Feststellung von Mängeln sind als Grundleistungen der Leistungsphase 8 in der Anlage 10 Nummer 10.1 zu § 34 Abs. 4 HOAI aufgeführt. Die von der HOAI in § 34 Abs. 4 HOAI i.V. m. Anlage 10.1 erwähnte Abnahme beinhaltet nur die Entgegennahme der Leistung und deren technische Überprüfung, vor allem im Hinblick auf ihre Vertragsgemäßheit. Der Architekt hat die Bauleistungen der jeweiligen Auftragnehmer in technischer Hinsicht auf ihre Übereinstimmung mit der Leistungsbeschreibung zu überprüfen, die aus konkreten und standardisierten Leistungsbeschreibungselementen besteht.

Falk Würfele, Bert Bielefeld, Mike Gralla

2. Allgemeine Baustellenorganisation

Der bauleitende Architekt oder Ingenieur hat eine allgemeine Aufsichtspflicht auf der Baustelle. Wie weit diese geht, lässt sich nicht in absoluten Zahlen festlegen. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der Bauleiter mindestens so oft vor Ort sein muss, dass sichergestellt ist, dass das Bauwerk gemäß vorgegebener Planung und Ausschreibung erstellt wird und die hierzu vom Architekten gegebenen Vorgaben eingehalten werden. Die in Kap. 4 benannten Prüfungspflichten müssen eingehalten werden, der Bauleiter muss insbesondere bei wichtigen Bauabschnitten oder schwierigen bzw. gefahrträchtigen Arbeiten vor Ort sein. Bei Arbeiten, die ein Bauunternehmen in der Regel aufgrund der spezifischen Fachkenntnis eigenständig leisten kann, ist eine Aufsichtspflicht nur bedingt gegeben, stellt der Bauleiter jedoch Mängel fest, sind die folgenden Arbeiten der ausführenden Bauunternehmung mit entsprechender Sorgfalt zu beaufsichtigen. Das Erfordernis erhöhter Aufmerksamkeit begründet sich meist bereits aus der Kenntnis über Sorgfaltsprobleme ausführender Firmen anderenorts. Der Bauleiter sollte als Ansprechpartner bei Störungen oder Unklarheiten in der Ausführung vor Ort sein. Ein großes Problem stellen Eigenleistungen des Bauherrn dar, die auf Grund der meist fehlenden Fachkenntnis des Bauherrn besonders intensiv überwacht werden müssen.

Falk Würfele, Bert Bielefeld, Mike Gralla

4. Qualitätssicherung

Der Begriff der Qualität ist vielschichtig und wird uneinheitlich verwandt. Allgemein wird unter dem Begriff der Qualität die Güte, Beschaffenheit und/oder Wertstufe eines Gegenstandes oder eines Prozesses subsumiert. Um Qualitäten kontrollieren, überwachen und sichern zu können, müssen diese vor der Erstellung (Produktion) definiert worden sein. Hierbei wird zwischen allgemein gültigen Qualitätsdefinitionen und zwischen Qualitäten, die von den Projektbeteiligten festgelegt werden, unterschieden. Gesetze, Normen und Richtlinien beschreiben i. d.R. Mindestanforderungen an Qualitäten. Darüber hinausgehende bzw. zusätzliche Qualitätsdefinitionen werden in Form von Leistungsbeschreibungen, vertraglichen Vereinbarungen o.Ä. bestimmt. Dabei werden regelmäßig mess- und verifizierbare Qualitäten beschrieben. Subjektive Qualitäten wie Schönheit, Ebenmaß oder Ästhetik werden selten thematisiert und spielen auch im Qualitätsmanagement im Sinne der Normenreihe EN ISO 9000 ff. keine Rolle.

Falk Würfele, Bert Bielefeld, Mike Gralla

3. Terminplanung

Neben der Frage nach den Baukosten sind der Fertigstellungstermin und dessen Einhaltung für jeden Bauherrn von zentraler Bedeutung. Gemäß HOAI obliegt dem auftraggeberseitigen Bauleiter die Koordinationspflicht aller Leistungen. Daher liegt die Terminplanung sowohl aller planungsrelevanten Themen, das heißt die Koordination aller Planungsbeteiligten wie z. B. des Statikers, der haustechnischen Planung und der Sonderfachleute als auch die Koordination der baubetrieblichen Abläufe, während der Bauvorbereitung und der Bauausführung in seiner Verantwortung. Welche Pflichten ergeben sich hieraus im Einzelnen in Bezug auf die Terminplanung für den Bauleiter und welche Leistungen sind durch die ausführenden Firmen zu erbringen?

Falk Würfele, Bert Bielefeld, Mike Gralla

1. Einleitung

Die Ausführung eines Bauprojekts, d. h. die Bauphase, beinhaltet nicht nur für die ausführenden Unternehmen zahlreiche Tätigkeiten, sondern ist auch insbesondere hinsichtlich der Bauobjektüberwachung eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie umfasst eine Vielzahl von Einzelaufgaben und ‐tätigkeiten und wird von Architekten und Ingenieuren für den Bauherrn ausgeführt. In dieser Funktion werden sie bauleitende Architekten bzw. Ingenieure genannt; in den nachfolgenden Kapiteln werden sie von uns vereinfacht als „Bauleiter“ bezeichnet. Der Bauleiter steht dabei „auf der Seite“ des Bauherrn und nimmt mit der Bauobjektüberwachung eine Kontrollfunktion für den Bauherrn ein. Im Rahmen dieser Tätigkeit überwacht er die Ausführung des Bauprojekts auf Übereinstimmung mit den Ausführungsplänen, der Baugenehmigung, der Leistungsbeschreibung u. a. Auf diesen Grundlagen überwacht er die ausführenden Bauunternehmen. Der Bauherr schließt zu diesem Zweck in der Regel unmittelbar mit dem Bauleiter einen Vertrag über die Objektüberwachung und zuvor einen weiteren Vertrag oder mehrere Verträge mit dem „Planungs‐“ Architekten, den Fachplanern und schließlich mit den Bauunternehmen ab. Die einzelnen Aufgaben des Bauleiters werden in den nachfolgenden Kapiteln im Detail dargestellt. In der Anlage 10 HOAI (2013) werden 15 Grundleistungen und drei besondere Leistungen aufgeführt.

Falk Würfele, Bert Bielefeld, Mike Gralla

8. Mengenermittlung

Bauleistungen werden in der Regel durch einen Einheitspreisvertrag vergeben. Dabei werden zur Ermittlung der Gesamtpreise die vom Unternehmer kalkulierten Preise pro Einheit (z. B. 1 m2 Mauerwerk, 1 Stück Fenster) mit den vom Architekten angegebenen Mengen (Massen) multipliziert. Die Summe der Gesamtpreise ergibt den Angebotspreis

Von Stefan Scholz

19. Internationales Architekturmanagement

Das 7 Kap.19 befasst sich mit internationalem Architekturmanagement. Hierzu gibt es zunächst einen Überblick vor dem Hintergrund der Globalisierung und des weltweiten Wettbewerbs. So werden die besonderen Management-Anforderungen bei der Planung und Durchführung internationaler Projekte vorgestellt. Der Autor erläutert dazu die Schritte des Internationalen Strategischen Managements und die möglichen Ansätze Globale Strategie, Internationale Strategie, Transnationale Strategie und Multidomestik Strategie. Weiterhin werden Strategien auf Büroebene vs. Firmenebene, die Strategie einer Ebene, Diversifizierungsformen, Differenzierung und Kostenführerschaft vorgestellt. Weitere betriebswirtschaftliche Ansätze wie die Kostenführerschaft, Ausrichtung, Funktionale Strategien, Strategien auf Geschäftsebene sowie der Marketing Mix werden beschrieben. Der Autor erörtert ferner das Anreiz- und Informationsdilemma im Architekturmarketing sowie Elemente von Kultur, die Kulturebenen und die Anforderungen an die Akquisition in anderen Kulturkreisen. Weitere Punkte sind strategische Allianzen, die internationale Zusammenarbeit mit Partnern, Synergien und Wettbewerbsvorteile.

Von Marcus Hackel

5. Terminplanung

Inhalte, Darstellungsart, Terminüberschreitungen

Das Entwickeln und Realisieren von Projekten wird zunehmend komplexer, während Kosten- und Termindruck ebenfalls steigen. Um die wirtschaftliche Baufertigung sicherzustellen, ist eine sorgfältige und detaillierte Ablauf- und Terminplanung notwendig. Das Kapitel stellt die Terminplanung als Grundleistung vor. Betrachtungen zur Bauzeit werden aus Sicht des Bauherrn, des Architekten und des Baubetriebes vorgestellt. Finanzierungskosten werden ebenso aufgeführt wie potenzielle Störgrößen. Überdies sind verschiedene Arten von Terminplänen möglich: Rahmenterminplan, Generalterminplan, Grobterminplan und Detailterminplan. Vorgangs-, Ereignis- und Pufferzeiten sowie Toleranzen werden erläutert. Ein wichtiger Punkt sind überdies die Ausführungsfristen nach § 5 VOB/B. Der Leser erhält somit einen umfassenden Einblick in die Inhalte der Terminplanung.

Von Stefan Scholz

12. Baudurchführung und Objektüberwachung

Das Kapitel zu den Themen Baudurchführung und Objektüberwachung beschäftigt sich mit den wichtigen Aufgaben, die der Architekt während der Realisierungsphase zu leisten hat. Die Bedeutung dieser Phase wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass die Leistungsphase 8 der HOAI mit 32 Prozent fast ein Drittel des Gesamthonorars ausmacht. Die Grundleistungen dieser Leistungsphase werden detailliert aufgezeigt. Weitere Themen des Kapitels sind die Funktion und die Aufgaben des Bauleiters, die Bedeutung der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen), die Ausführung von Behinderungs- und Bedenkenanzeigen sowie die gesamtschuldnerische Haftung und Mängel. Weiterhin erfahren Leser Wichtiges über den Terminplan, die Kostenkontrolle, den Kostenanschlag sowie die Kostenfeststellung. Zuletzt gibt der Autor einen Ausblick auf die Entwicklung des Themas.Das Kapitel zu den Themen Baudurchführung und Objektüberwachung beschäftigt sich mit den wichtigen Aufgaben, die der Architekt während der Realisierungsphase zu leisten hat. Die Bedeutung dieser Phase wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass die Leistungsphase 8 der HOAI mit 32 Prozent fast ein Drittel des Gesamthonorars ausmacht. Die Grundleistungen dieser Leistungsphase werden detailliert aufgezeigt. Weitere Themen des Kapitels sind die Funktion und die Aufgaben des Bauleiters, die Bedeutung der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen), die Ausführung von Behinderungs- und Bedenkenanzeigen sowie die gesamtschuldnerische Haftung und Mängel. Weiterhin erfahren Leser Wichtiges über den Terminplan, die Kostenkontrolle, den Kostenanschlag sowie die Kostenfeststellung. Zuletzt gibt der Autor einen Ausblick auf die Entwicklung des Themas.

Von Schramm

20. Haftung

Der Architektenhaftung kommt im Berufsleben der Architekten und Ingenieure eine besondere Bedeutung zu. Dieses Kapitel will dazu beitragen, Zusammenhänge und die daraus resultierenden Gefahren zu erkennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Fehler vermieden werden können. Hierzu erläutert der Autor zunächst die diesbezüglichen Aufgaben und Pflichten des Architekten/Ingenieurs. Zu diesen zählen die Planung, Bodengutachten, Bauleitung und Ausschreibung sowie die Beratungs- und Aufklärungspflichten. Im weiteren Verlauf erhält der Leser Informationen zu den Rechtsgrundlagen der Haftung wie Gesetzliches Werkvertragsrecht, Sachmängel, Rechtsmängel, Vertragliche Haftung und Haftungsbeschränkungen. Im nächsten Schritt erläutert das Kapitel die Rechtsfolgen der Haftung, die Nebenpflichtverletzungen, unerlaubte Handlungen sowie die Baustellenverordnung. Auch die Vollmachtüberschreitung, Gesamtschuldnerische Haftung, Verjährung und Beweislastführung werden erläutert. Streitverkündung, Schadenschwerpunkte sowie Nichtbeachtung von Vorschriften/Bauherrenwünschen sind weitere Themen. Die Qualität der Bauleistung wird ebenso erörtert wie Maß- und Berechnungsfehler. Die Besprechung von Schadenhäufungen schließt das Kapitel ab.

Von Ulrich Langen

Chapter 7. Verkehrswesen im Rheinland im Dritten Reich

Aufgrund der in den 1920er Jahren zunehmenden Stärke des motorisierten Verkehrs im Rheinland und besonders rechtsrheinisch zwischen Köln und Düsseldorf war wie in anderen Gebieten Deutschlands der Wunsch nach reinen Kraftwagenstraßen entstanden. Der Landtag der Rheinprovinz beschloss 1926, zwischen Köln und Düsseldorf eine Provinzialstraße als reine Kraftwagenstraße zu bauen (im Grunde war eine Aneinanderreihung von Ortsumgehungen geplant).

Winfried Reinhardt

Kapitel 19. Projektentwicklung

„Projektentwickler sind wie Kinofilmproduzenten“ schreibt Miles in seinem Handbuch. „Sie engagieren viele Talente, um ihre Ziele zu erreichen. Sie motivieren mit Verantwortung für ein langfristiges Projekt. Und sie müssen proaktiv handeln, mit vielen Hindernissen auf dem Weg kämpfen, um letztendlich das Projekt zu vollenden. Die Kosten eines Fehlers sind enorm und im Prinzip ist der letztendliche Projekterfolg nicht wirklich prognostizierbar, sondern bleibt bis zum Schluß eine Überraschung.“

Daniel Arnold

Kapitel 20. Projektmanagement

Die Vorbereitung und Durchführung von Bauprojekten erfordert die Zusammenarbeit zahlreicher Beteiligter aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Unabdinglich ist eine für die jeweilige Konstellation maßgeschneiderte Projektorganisation, ein wohlüberlegter terminlicher Ablauf sowie Termin- und Kostensteuerung bei gleichzeitiger Qualitätsüberwachung. Zur Umsetzung dieser Themen ist ein zielgerichtetes Projektmanagement erforderlich.

Sascha Kilb, Markus Weigold

12. Abfallwirtschaftliche Planung und Abfallwirtschaftskonzepte auf Ebene der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger

Abfallwirtschaftskonzepte sind ein zentrales Element bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft auf Ebene der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Beginnend mit der grundlegenden Vorgehensweise und der Bestandsaufnahme sind in Szenarienbetrachtungen verschiedene Modellvarianten der Erfassungs-, Behandlungs- und Verwertungssystem bis hin zur Restabfallbehandlung zu vergleichen und anhand der Massenbilanzen unter Einbeziehung der Erfassungs-, Verwertungs- und Abschöpfungsquoten unter ökologischen, ökonomischen und regionalen Aspekten zu vergleichen und zu bewerten.Die Schritte der Umsetzung vor dem Hintergrund zeitlicher Entwicklung sind ebenfalls mit einzubeziehen. Die erforderlichen abfallwirtschaftlichen Anlagen müssen geplant und realisiert werden. Hierfür wird im Grundsatz die Verordnung über die Honorare für Architekten und Ingenieurleistungen zugrunde gelegt, wo die Planungsphasen von der Grundlagenermittlung bis hin zur Objektbetreuung und Dokumentation beschrieben sind. Hierbei sind verschiedene Vorgehensweisen möglich. Besonders die Genehmigungsverfahren sowie die Ausschreibung und Vergabe sind wichtige Elemente im gesamten Planungsprozess.

Dr. Hans-Dieter Huber, Prof. Dr. Martin Kranert

Chapter 3. Planung der Baustelleneinrichtung

In Abhängigkeit von der Art und Größe des Bauvorhabens, der Ausdehnung und der Lage der Baustelle, der Länge der Bauzeit, den zu erwartenden Witterungsverhältnissen und dem durch das Bauverfahren bedingten Maschinen- und Geräteeinsatz kann der Umfang und die Anordnung der Baustelleneinrichtung einen wesentlichen Einfluss auf das wirtschaftliche und sichere Arbeiten sowie die Minimierung von Gefährdungen ausüben. Deshalb muss jede damit verbundene Einzelentscheidung umfassend auf ihre Auswirkungen hin geprüft werden.

Rainer Schach, Jens Otto

Chapter 5. Kostenkalkulation der Baustelleneinrichtung

Die Kosten, die durch die Baustelleneinrichtung entstehen, können in der Regel nicht pauschal als Fixbetrag oder als ein bestimmter Prozentsatz der Baukosten ermittelt werden, da sie sich bei verschiedenen einzelnen Baustellen teilweise sehr stark unterscheiden

Rainer Schach, Jens Otto

Chapter 2. Elemente der Baustelleneinrichtung

Eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung einer Baumaßnahme ist die richtige Auswahl der einzelnen Elemente der Baustelleneinrichtung in ihrer Art und Dimension. Dabei müssen die gegenseitigen Abhängigkeiten der Elemente untereinander, aber auch die Abhängigkeiten zu den gewählten Bauverfahren sowie zum Bauwerk und der Umwelt beachtet werden, um insbesondere eine schnelle und sichere Bewegung von Gütern und Personen auf der Baustelle und die optimale Ausstattung der einzelnen Arbeitsplätze sicherzustellen.

Rainer Schach, Jens Otto

Chapter 19. Kosten von Windkraftanlagen und Anwendungsprojekten

Der Ausgangspunkt für alle Kosten-und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen sind die Herstellkosten der Anlagen. Zur Zeit sind Windkraftanlagen bis zu einer Leistung von etwa 5000 kW aus serienmäßiger Produktion verfügbar. Während der letzten fünfzehn Jahre konnte bei Windkraftanlagen ein enormer Fortschritt im Hinblick auf die Senkung der Herstellkosten erreicht werden. Bis Ende der neunziger Jahre waren die spezifischen Verkaufspreise von serienmäßig hergestellten Windkraftanlagen auf unter 1000 €/kW gefallen. Mit Blick auf die Zukunft ist das weiterhin erschließbare Kostensenkungspotential von Windkraftanlagen von Interesse. Die Windkraftanlagen selbst bilden zwar den Hauptbestandteil der Investitionskosten für schlüsselfertige Anwendungsprojekte zur Windenergienutzung. Die übrigen Kostenbestandteile dürfen aber nicht unterschätzt werden. Ein Sonderfall ist die Offshore-Aufstellung von Windkraftanlagen. Die Investitions- und Betriebskosten sind höher als an Land und außerdem ist die Bandbreite, abhängig von den Aufstellbedingungen, noch erheblich größer. Auf der anderen Seite wird durch die höheren Windgeschwindigkeiten auf dem Meer auch ein Teil der höheren Kosten wirtschaftlich wieder ausgeglichen.

Erich Hau

Chapter 3. Daten, Informationen, Wissen und BIM

Die Qualität von Daten und Informationen bildet die Ausgangsbasis für genaue Berechnungsergebnisse und fundierte Entscheidungsgrundlagen. Daten, Informationen und Wissen bilden das Grundgerüst für die systematische Berücksichtigung von Unsicherheiten im Chancen- und Risikomanagement. Dieses Kapitel beschreibt anhand der Wissenstreppe nach North die Entwicklung von singulären Daten und Informationen hin zu Wissen und letztendlich zum entscheidenden Erfolgsfaktor, der eine einzigartige Stellung am Markt ermöglicht. Wissen wird nur dann vermittelt, wenn Daten und Informationen systematisch vernetzt sind und im Kontext von Erfahrungen und Erwartungen stehen. Beleuchtet wird die Rolle des Informationserzeugers, der maßgeblich bestimmt, in welcher Qualität und Quantität die Informationen dem Nutzer zur Verfügung stehen. Jedes noch so gute BIM-Modell benötigt für die Simulation von Bauzeiten und Baukosten hochqualitative Daten mit den dazugehörigen Informationen (z.B. Entstehung, Randbedingungen). Erst dann ist mit BIM-Modellen der größtmögliche Nutzen für alle Projektphasen und -beteiligten sowie in weiterer Folge für den gesamten Lebenszyklus eines Bauobjekts zu erzielen.

Christian Hofstadler, Markus Kummer

Chapter 4. Chancen- und Risikomanagement

Die Förderung des chancen- und risikobasierten Denkens, das eine wertvolle Basis des effizienten und effektiven Handelns darstellt, steht im Fokus des Kapitels. Das Chancen- und Risikomanagement offeriert ein Repertoire an Werkzeugen und Methoden, um in effizienter Weise die Chancennutzung zu optimieren und Risiken zu bewältigen. Auf übergeordneter Ebene können damit die Unternehmensziele verfolgt werden, während untergeordnet die Projektziele effizient und effektiv erreicht werden können. Das Chancen- und Risikoverhalten der Akteure bestimmt die Anzahl der Aufträge, die einerseits akquiriert und andererseits wirtschaftlich erfolgreich abgewickelt werden. In der Makrobetrachtung bezieht sich das Chancen- und Risikomanagement auf die gesamte Organisation und in der Mikrobetrachtung auf einzelne Projekte. Für einen zeitnahen Überblick über die Kostensituation wesentlicher Projekte ist zwischen den beiden Betrachtungsebenen ein Projektportfoliomanagement zu implementieren. Primäres übergeordnetes Ziel ist die langfristige Sicherung des Unternehmenserfolgs bzw. der Unternehmensexistenz. Für die erfolgreiche Anwendung eines zielorientierten und systematischen Chancen-Risikomanagementprozesses werden im Kapitel Regelkreise dargestellt und beschrieben.

Christian Hofstadler, Markus Kummer

Chapter 10. Abwicklung von Energieprojekten

Investitionsvorhaben im Energiebereich sind meistens Projekte zur Erzeugung oder Verteilung von Energie.

Panos Konstantin

3. Rechte und Pflichten in der Ausführungsphase (§ 4 VOB/B)

Die § § 3 und 4 VOB/B regeln eine Vielzahl von Rechten und Pflichten der Vertragsparteien im Hinblick auf die Ausführungsunterlagen und die Ausführung des Bauvorhabens selbst. Sie stellen somit den rechtlichen Rahmen dar, werden jedoch von gesetzlichen Bestimmungen und in der Regel durch eine Vielzahl weiterer vertraglicher Vereinbarungen ergänzt.

Christian Zanner

2. Unternehmensleitung

Wenn man die Inhaber der Planungsbüros fragt: „Was ist Ihr Unternehmensziel?“, so müssen die meisten erst überlegen, was das sein könnte, und antworten dann normalerweise, dass man mehr Umsatz und mehr Gewinn machen möchte. Aber das ist doch nur eine wenig konkrete Absicht oder gar Wunschvorstellung. Vielleicht findet man eine bessere Antwort, wenn die Frage etwas anders gestellt wird, nämlich: „Was ist der Zweck des Unternehmens, bzw. wozu ist das Unternehmen da?“ Jetzt merkt man schon, dass es auch noch ein paar andere Werte gibt als diese monetäre Vorstellung. Nicht erstrebenswert wäre hingegen ein Unternehmensziel, das darin besteht, das Unternehmen nicht als Beruf, sondern als Berufung zu führen.

Dietmar Goldammer

13. Finanzwirtschaftliche Entscheidungen

Egon Leimböck, Andreas Iding, Heiko Meinen

9. Management

Voraussetzung für eine rationale und effiziente Unternehmensführung ist eine klare und eindeutige Zielbestimmung. In der Literatur wird diese Aufgabe als „Aufbau des Zielsystems“ eines Unternehmens bezeichnet. Um ein Zielsystem für ein Unternehmen festlegen zu können, müssen zunächst folgende Fragen eindeutig beantwortet sein. Was sind die generellen Ziele von Unternehmen in marktwirtschaftlichen Systemen?Mit welchen operativen Handlungszielen können diese generellen Ziele erreicht werden?Welcher Zusammenhang besteht zwischen Zielsystem und Organisationsstruktur?Welche Zielkonflikte gibt es und wie werden diese gelöst?Entsprechend diesen Fragestellungen wird im Folgenden ein Zielsystem für bauwirtschaftliche Unternehmen erarbeitet.„Für ein Unternehmen im marktwirtschaftlichen System gilt der erwerbswirtschaftliche Grundsatz. Nach diesem Grundsatz ist es das Ziel des Unternehmens, Einkommen für jene Haushalte zu erwirtschaften, die das erforderliche Eigenkapital zur Verfügung stellen“ (vgl. Heinen 1992, S. 106). Die stärkste Ausprägung dieses Grundsatzes bedeutet: Erzielung eines möglichst hohen Gewinnes.Unternehmen in marktwirtschaftlichen Systemen stehen einer Vielzahl von Risiken gegenüber, wie z. B. Konjunkturschwankungen, Nachfrageänderungen und veränderte Wettbewerbssituationen. Diese Risiken bedrohen nicht nur den Erfolg, sondern auch das Überleben der Unternehmen. Deshalb ist das Streben nach Sicherheit ein weiteres generelles Unternehmensziel.

Egon Leimböck, Andreas Iding, Heiko Meinen

8. Organisation

Die Aufgabe der Organisation liegt in der Nutzung von Vorteilen der Arbeitsteilung und der Standardisierung. Eine Lösung dieser Aufgabe ist nicht immer einfach zu finden, da sich mit der Arbeitsteilung und der Standardisierung ein komplexes Organisationsgebilde ergibt, das durch das Management koordiniert werden muss.Basis der Organisationsstruktur ist eine Sammlung an Regeln (Steinmann et al. 2013, S. 383), unter anderem zur Festlegung der Aufgabenverteilung,Regeln der Koordination,Verfahrensrichtlinien bei der Bearbeitung von Vorgängen,Beschwerdewege,Kompetenzabgrenzungen,Weisungsrechte,Unterschriftenbefugnisse.Die Gefahr beim Aufbau von Organisationsstrukturen besteht in der Überorganisation, da jedes Unternehmen durch ein soziales Gefüge geprägt ist, nicht jede Situation im Voraus erschöpfend vorhergesagt, und nicht jeder Prozess in all seinen Ausprägungen und Sonderfällen beschrieben werden kann. Dies betrifft insbesondere die Bauunternehmen aufgrund des Projektcharakters der Leistungserstellung. Darüber hinaus spielt die Motivation bzw. die Identität der betroffenen Mitarbeiter und Führungskräfte eine Rolle (vgl. Kap. 10).

Egon Leimböck, Andreas Iding, Heiko Meinen

16. Durchführung und organisatorische Einbindung des operativen Controlling

Controlling ist auch in der Bauwirtschaft ein signifikanter Faktor der Wettbewerbs‐ und der Existenzsicherung. Wie existenzgefährdet die Unternehmen der Bauwirtschaft sind, wird kurz anhand zwei Faktoren für die bauausführenden Unternehmen gezeigt. Zunächst wird hierbei die durchschnittliche Eigenkapitalquote betrachtet. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zwar kontinuierlich verbessert, sodass sie 2013 wieder bei rund 15 % liegt (zum Vergleich: 2002 befand sie sich bei unter 2 %). Im Vergleich hierzu liegt die Eigenkapitalquote beim verarbeitenden Gewerbe bei ca. 30 %. Ebenso ist die Anzahl der Insolvenzen im Baugewerbe ernst zu nehmen. Im Jahr 2013 war eine Insolvenzquote von etwas über 1 % der Betriebe zu verzeichnen. Im Verhältnis zum sonstigen verarbeitenden Gewerbe ist sie damit doppelt so hoch. Auch wenn sich die Zahlen in den letzten Jahren verbessert haben zeigt die Situation deutlich, dass es sich beim Bauen um ein risikoreiches Geschäft handelt. Insofern wird im Folgenden neben dem operativen Controlling auch ausführlich auf das Risikocontrolling eingegangen.Was bedeutet nunmehr Controlling?

Egon Leimböck, Andreas Iding, Heiko Meinen

19. Der Jahresabschluss als Informationsquelle für externe Gruppen

Wie an anderer Stelle ausgeführt – vgl. Abschn. 9.2.1 – haben eine Reihe von externen Gruppen unmittelbare Interessen am wirtschaftlichen Geschehen eines Unternehmens: Im Folgenden wird dargestellt, inwieweit der veröffentlichte Jahresabschluss als Informationsquelle für externe Gruppen dienen kann.„Die Problematik des Jahresabschlusses als Lieferant von Orientierungsdaten liegt darin, dass er keine Ansichtskarte des Unternehmens darstellt. Vielen Unternehmen wird dies erstmals bei Kreditverhandlungen deutlich. Ein Unternehmen sieht Möglichkeiten der Geschäftsausweitung, will Geräte anschaffen, den Baurahmen erweitern, dafür Kredit aufnehmen oder den Kreditrahmen erweitern. Langfristige Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen steht zur Debatte – Anteilserwerb, Gründung gemeinsamer Gesellschaften, z. B. für schlüsselfertiges Bauen. Dann treten plötzlich Begriffe auf, die – scheinbar – aus dem Jahresabschluss gar nicht hervorgehen: Der Cash‐flow sei zwar gut, aber teilweise periodenfremd, der Einfluss des Fremdkapitals auf die Ertragslage könnte stark werden. Die Deckungsverhältnisse der Bilanz seien anzustreben, zudem sei der Kapitalumschlag zu langsam.

Egon Leimböck, Andreas Iding, Heiko Meinen

Forschung und Technik

Seit 2011 wurden durch die EnBW in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelt studien Versuche zum Scheuchen und Leiten von Fisch en mit elektrischem Strom durchgeführt. Dabei wurde neben der Barrierewirkung von elektrischen Feldern auch die Möglichkeit zum Stoppen und Leiten von Fisch en entlang elektrifizierter Rechenanlagen untersucht. Die Versuche wurden sowohl unter Freilandbedingungen vor dem Einlaufbauwerk eines Kraftwerks als auch in einem Versuchsbecken durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass durch den Einsatz elektrischer Felder eine erhöhte Abweise- oder Leitwirkung erzielt werden kann.

Ulrich Rost, Uwe Weibel, Steffen Wüst, Oliver Haupt, Michael Gebhardt, Tobias Rudolph, Wolfgang Kampke, Norbert Eisenhauer, Raymond Johan Meijnen, Thomas Grünig, Michael Pötsch, Rolf-Jürgen Gebler, Béla Sokoray-Varga, Roman Weichert, Franz Nestmann, Mark Musall, Peter Oberle, Ruth Carbonell Baeza, Juan F. Fuentes-Pérez, Jeffrey A. Tuhtan, Franz Nestmann, Christoph Heinzelmann, Roman Weichert, Stefanie Wassermann, Jochen Ulrich, Paul Jäger, Christian Haas, Philipp Thumser, Fabian Völker, Martin Schletterer, Gebhard Senn, Manfred Menghin, Michael Hubmann, Richard Schwarzenberger, Christian Haas, Philipp Thumser, Magnus Thor Asgeirsson, Falko Wagner

Anforderungen und Maßnahmen

Das Thema Fisch schutz und Fisch abstieg ist seit längerem Gegenstand umweltpolitischer, umweltrechtlicher und fachlicher Diskussionen, wobei deren Intensität in den letzten Jahren zugenommen hat. Dies war Veranlassung zur Gründung des „Forums Fisch schutz und Fisch abstieg“. Grundsätzliches Ziel ist es, in den Jahre 2012 bis 2014 einen offenen Austausch zu den verschiedenen Aspekten des Themas zu er mög lichen und ein gemeinsames, bundesweit einheitliches Verständnis darüber zu fördern, welche Anforderungen und Lösungen nach dem derzeitigen Stand des Wissens und der Technik dem Fisch schutz und Fisch abstieg und dem Erhalt und der Etablierung von Fischpopulationen zu Grunde zu legen sind. In diesem Beitrag wird der aktuelle Stand dieses Prozesses dargestellt.

Stephan Naumann, Stephan Heimerl, Johannes Schnell, Paul Jäger, Stefan Gischkat, Beate Adam, Jochen Koop, Christian von Landwüst, Steffen Wieland, Matthias Scholten, Georg Loy, Manfred Holzner, Hans Michael Schober, Ralf Schindlmayr, Christoph Stein, Gerhard Haimerl, Oliver Born, Dagobert Smija, Pia Anderer, Christof Bauerfeind, Jens Görlach

Chapter 6. Vom Amerikanismus zur Baunormung

„Professor Ernst Neufert, Leiter der Bauabteilung der ehemaligen staatlichen Bauhochschule Weimar, wurde als Leiter der Bauabteilung der Kunstschule Itten, Berlin, berufen. Damit geht auch ein wesentlicher Teil der Weimarer Bauhochschüler nach Berlin.

Patricia Merkel

Chapter 2. Anfänge

Hermann Ernst Neufert wird am 15. März 1900 in Freyburg an der Unstrut, im heutigen Sachsen-Anhalt, geboren. Der Vater Karl Hermann Neufert, geboren am 7. September 1853, ist Kaufmann und Seiler, seine Mutter Florentine Berta Neufert, geborene Schlieder, wird am 17. Oktober 1859 geboren und stammt aus ländlichen Verhältnissen.

Patricia Merkel

Chapter 3. Anfänge im Umfeld des Bauhauses Weimar und Dessau

Als Ernst Neufert im Oktober 1919 auf Anraten seines Lehrers und Direktors der Baugewerken-Schule Paul Klopfer an die neu gegründete Hochschule geht, ist er einer der ersten Studenten des Staatlichen Bauhauses Weimar.

Patricia Merkel

Chapter 4. Anfänge der Normungsbestrebungen

Es ist bekannt, dass Ernst Neufert stets bestrebt ist, die Normierung im Bauwesen voranzutreiben. Um seine Beweggründe dafür nachvollziehbar darzustellen, soll an dieser Stelle zunächst ein kurzer Rückblick auf die Anfänge der Normung gegeben werden.

Patricia Merkel

Kapitel 4. Umsetzung erfolgreicher Vergabestrategien

Die Bauwirtschaft ist nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftszweig in Deutschland. Nach Krisen und Marktbereinigung in den letzten Jahrzehnten ist heute, begünstigt von niedrigen Zinsen, neuen Finanzierungsformen und einem Run auf Immobilien durch massiven Zufluss von internationalem Kapital in die deutschen Immobilienmärkte, ein neuer Bauboom feststellbar.

Volkmar Agthe, Stefan Löchner, Steffen Schmitt

Kapitel 3. Analyse der Vergabemodelle

In der Vergangenheit haben sich verschiedene tradierte Vergabemodelle (z. B. Einzelvergabe, GU-Vergabe) etabliert. Inhaltlich unterscheiden sich die Modelle danach, ob der Werkunternehmer alle oder einen Teil der Bauleistungen erbringt, in welchem Umfang er seine Leistungen an andere Unternehmen weitervergibt und inwieweit er Planungsleistungen übernimmt. Diese Modelle dienen dem Ziel, die vorstehend beschriebenen Risiken besser beherrschbar zu machen, gleichzeitig jedoch dem Bauherrn die Flexibilität und Möglichkeit des Nachsteuerns zu geben, wenn sich ihm zuzuordnende Risiken realisieren.

Volkmar Agthe, Stefan Löchner, Steffen Schmitt

Bauleitung f

Kapitel 10. Human Capital Management

Der in diesem Kapitel unter dem Namen Human Capital Management vorgestellte Ansatz zur Strategieimplementierung basiert auf dem Talentmanagement. Im Gegensatz zu den bisher diskutierten Ansätzen ist das Human Capital Management kein generelles Konzept, sondern die konkrete Umsetzung des strategischen Talentmanagements bei einer Schweizer Großbank. Das Human Capital Management beschreibt eine generische HR-Architektur, die Mitarbeitern und Führungskräften Orientierung darüber geben kann, welche Instrumente seitens des Personalmanagements zu welchem Zweck eingesetzt werden. Anknüpfend an den Gedanken der HR Scorecards ist es auch für das Human Capital Management eine zentrale Annahme, dass das Humankapital des Unternehmens mess- und überprüfbar ist: Nur wenn es gemessen werden kann, kann es auch aktiv gesteuert werden. Wie diese Messung durchgeführt wird und wie die Messgrößen und Instrumente dazu entwickelt bzw. integriert werden müssen, das sind die zentralen Themen dieses Kapitels. Ob und inwieweit der Ansatz auf andere Unternehmen übertragen werden kann, diskutieren wir abschließend.

Christian Lebrenz

6. Ökonomische Aspekte der betrieblich-medizinisch-technischen Einrichtungsplanung (BMTE)

Der betriebswirtschaftlich effiziente Einsatz medizintechnischer Systeme gewinnt aufgrund der Strukturreformen im deutschen Gesundheitswesen für Klinik- sowie Praxisbetreiber zunehmend an Bedeutung. Die daraus resultierenden Forderungen nach einer optimalen Auslastung von Ressourcen müssen deshalb bereits im Rahmen der betrieblich-medizinisch-technischen Einrichtungsplanung (BMTE) berücksichtigt werden, damit eine optimale Nutzung des Potenzials (bauliche Struktur sowie Technik) möglich ist. Hierbei sind neben der medizintechnischen Beschaffung entsprechend der vom Nutzer vorgesehenen Anwendung auch betriebsorganisatorische Aspekte zu beachten. Zudem ist durch das stetig zunehmende Leistungspotenzial der medizintechnischen Systeme sowie der damit verbundenen komplexen Installationsanforderungen eine koordinierte Zusammenarbeit verschiedenster Fachplaner erforderlich. Ziel dieses Kapitels ist die beispielhafte Darstellung eines Beschaffungsvorganges für ein medizintechnisches System im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, wobei grundsätzlich zwischen einer Neubaumaßnahme sowie einer Beschaffung im Bestand hinsichtlich eines Systemersatzes oder einer Erweiterung differenziert wird.

Bernd Karweik, Heiko Knickrehm

Die Grundsanierung des Bundesverfassungsgerichts

Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden aus der Nachkriegszeit wird oft das geschützte Erscheinungsbild so stark verändert, dass der Fortbestand als Denkmal in Frage gestellt wird.

Dipl.-Ing. Prof. Wolfgang Grether

Chapter 5. Bauakustik

Wiederholung der Grundlagen zu den verschiedenen Arten des Schallschutzes, den Anforderungen nach DIN und Darstellung der erforderlichen Nachweisverfahren.

Wolfgang M. Willems, Kai Schild, Diana Stricker

Bedeutung kleiner Leckagen in Luftdichtheitsschichten – Ergebnisse aus der Bauforschung

Mit steigenden Anforderungen an z. B. den Wärme- und Feuchteschutz sowie Bemühungen beim energiesparenden Bauen wurden Spezialbaustoffe und messtechnische Ausrüstungen im Themenbereich Luftdichtheit/ Luftdurchlässigkeit entwickelt.

Dr. Klaus Vogel, Dipl.-Ing. Silke Sous

Schulhausbau in Zürich von 1860 bis 1920 – zwischen Expertenherrschaft und öffentlicher Kontrolle

Das Schulhaus steht in der Schweiz für die öffentliche Schule. Daraus stellt sich die Frage nach der lokalen Organisation des Schulhausbaus am Beispiel unterschiedlicher Gemeinden des Kantons Zürich zwischen 1860 und 1920. Der Vergleich ausgewählter Schulhäuser ermöglicht die Analyse der Funktionsweise der Behörden hinsichtlich der Machtverhältnisse zwischen den Akteuren, der Rolle der Experten und der Kompetenzverteilung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Governance-Perspektive. Der Beitrag zeigt, inwiefern sich Bürokratisierungs- und Professionalisierungsprozesse der Schulhausbautätigkeit der Gemeinden auf das Verhalten der Akteure auswirken und ob der konkrete Schulhausbau öffentlich-demokratisch beaufsichtigt oder hingegen professionell geführt wurde.

Marianne Helfenberger

Chapter 12. Computergestützte AVA

Wegen der schnell fortschreitenden weiteren Entwicklung des Einsatzes digitaler Software- und Hardwarelösungen im AVA-Bereich soll am Anfang der hier komprimierten Darlegungen die Historie sowie der Entwicklungsstand im Jahre 2016 kurz beschrieben werden.

Wolfgang Rösel, Antonius Busch

I. Honoraransprüche schlüssig einklagen

1. Abschluss des Architektenvertrags2. Vertraglicher Leistungsumfang3. Honorarvereinbarung4. Fälligkeit des Honoraranspruchs5. Honorar bei vorzeitiger Vertragsbeendigung

Ralf Averhaus

15. Bau- und Planungsverträge

Überblick Im Rahmen der Projektentwicklung ist ein besonderes Augenmerk auf die zu schließenden Verträge zu werfen. Das Schwergewicht liegt dabei eindeutig auf dem Bauvertrag, also dem Vertrag zwischen Bauunternehmer auf der einen und Auftraggeber/Bauherrn auf der anderen Seite. Doch erschöpft sich darin nicht das Bauvertragsrecht. Denn an einem Bauvorhaben sind in aller Regel außer dem Bauunternehmer und dem Bauherrn noch erheblich mehr Personen beteiligt. Dies gilt insbesondere für die Planungsseite, wobei folgendes Schaubild dies in einem Überblick verdeutlichen soll (s. Abb. 15.1).

E. Joussen

9. Mietvertrag

Im nachfolgenden Abschnitt sollen wesentliche rechtliche Aspekte des Mietvertrages aus der Sicht des Investors unter besonderer Berücksichtigung der praktischen Bezüge des Mietrechts dargestellt werden.

E. von Bressensdorf

Chapter 16. Weitere mögliche Maßnahmen der Behörden im Baurecht

Neben Baugenehmigung, Teilbaugenehmigung und Bauvorbescheid bestehen noch weitere Handlungsmöglichkeiten der Bauaufsichtsbehörde. Dazu gehören die Baueinstellung, die Nutzungsuntersagung, die Beseitigungsanordnung der baulichen Anlage sowie die Bauüberwachung.

Axel Wirth, André Schneeweiß

Chapter 4. Dampfkraftwerke

In Deutschland waren im Jahr 2015 fossil gefeuerte Dampfkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 75GW betriebsbereit, die rund 65% des Strombedarfs deckten und immer dann Strom produzierten, wenn bei einer Windflaute die Windturbinen sich nicht drehten und die Solarzellen bei bedecktem Himmel nur wenig Strom lieferten.Charakteristisch für die Entwicklung der Kohleverstromung seit 1975 ist die Automatisierung der Anlagen, die Ausrüstung der kohlegefeuerten Kraftwerke mit Anlagen zur SOX und NOX Rückhaltung sowie die Vergrößerung der Blockleistung bis auf 1.200 MW, die zu günstigeren Gestehungskosten für den Strom führten.Wichtigste Aufgaben bei der Weiterentwicklung der kohlegefeuerten Wärmekraftwerke sind neben der Verbesserung des Wirkungsgrades und der Entwicklung von Verfahren zur CO2-Rückhaltung die Verkürzung der Startzeit und die Verbesserung des Laständerungsverhaltens.

Karl Strauss

Kommentar: Vorbemerkungen

Seit 1950 galt die Gebührenordnung für Architekten (GOA) im Wesentlichen unverändert als Höchstpreisverordnung. Mit Inkrafttreten der ersten HOAI 1977 am 01.01.1977 wurde sie aufgehoben und abgelöst. Für Architektenleistungen bei raumbildenden Ausbauten und Freianlagen, städtebaulichen und landschaftsplanerischen Leistungen sowie Ingenieurleistungen für Tragwerksplanung wurde mit der HOAI erstmals ein Honorarrecht auf gesetzlicher Grundlage geschaffen.

Rudolf Jochem, Wolfgang Kaufhold

§ 24 Besondere Kreditformen und mezzanine Finanzierungen

Der rechtliche Grundtatbestand des Kreditgeschäfts der Banken ist der Darlehensvertrag (dazu ausführlich § 15). In der Praxis haben sich allerdings eine Vielzahl von Kreditformen herausgebildet, die besondere rechtliche Probleme aufwerfen. Ferner gibt es Kreditgeschäfte, denen keine Darlehensverträge, sondern andersartige Vertragsverhältnisse zugrunde liegen. Hieran zeigt sich, dass der Kreditbegriff weiter ist als der Darlehensbegriff. Unter einem Kredit ist daher jedes Vertragsverhältnis zu verstehen, das der direkten oder indirekten Verschaffung von Finanzierungsmitteln dient.

Jochen Hoffmann

3. Planungs- und Realisierungsphasen

Um den Planungs- und Bauprozess aufgrund seiner Immaterialität in den Planungsphasen einer systemischen Entwicklung zuzuführen, hat man fast in allen Ländern Prozessabläufe entwickelt, die in Phasen gegliedert sind. Damit wird sichergestellt, dass die Ziele bzw. die Bedürfnisanforderungen des Bauherrn stufenweise wie bei einem Entscheidungsbaum immer stärker detailliert und konkretisiert werden. Diese Prozessabläufe sichern eine strukturelle Qualitätssicherung für den Bauherrn. Diese strukturelle Qualitätssicherung besteht darin, dass Teilphasen, Leistungen und Ergebnisse pro Phase definiert sind. Ein solcher Prozessphasenablauf wurde von Brandenberger und Ruosch [1] (vgl. Abb. 3.1 Phasenorientierter Ablauf für ein Gesamtprojekt, S. 26 + 27) entwickelt.

Gerhard Girmscheid

15. Projektabwicklungs- und Vergabeformen im Untertagebau

Die Projekte des Untertagebaus gehören zu den risikobehaftetsten Aufträgen, die in der Bauwirtschaft abgewickelt werden. Daher ist hier ein besonderes Augenmerk auf die Projektabwicklungs- und Vertragsform mit der einhergehenden Verantwortungs- und Risikoverteilung notwendig. Die Vertrags- und Projektabwicklungsformen werden auch hier durch technische und wirtschaftliche Veränderungen geprägt.Das Zusammenwachsen Europas zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum prägt durch zwei wesentliche Entwicklungen auch den Baumarkt und insbesondere den Untertagebau. Einerseits sind dies die grossen nationalen und internationalen Verkehrsprojekte, mit denen aus nationalen Verkehrsnetzen ein internationales Netzwerk aufgebaut wird; andererseits ist es die Privatisierung grosser Infrastrukturunternehmen wie Bahnen und Energieversorger.

Gerhard Girmscheid

11. Beispiele moderner Gesamtleistungsabwicklungsformen – Phasen, Schritte, Erfolgsfaktoren

Initiiert wurde das Projekt durch einen Promotor, der infolge der Neustrukturierung seiner Industriebetriebe ein sehr grosses Industrieareal nicht mehr für seine eigenen Geschäftszwecke benötigte. Das Areal liegt in einem städtischen Gebiet an für andere Betriebe attraktiver Lage. Anstatt nur die Grundstücke zu verkaufen, wollte der Promotor es für mehrere Promotionsprojekte benutzen, um diese nach Abschluss aller wichtigen Verträge an Investoren zu verkaufen. Infolge der Grösse und der städtischen Lage dieses ehemaligen Industrieareals entwickelte der Promotor ein neues Nutzungskonzept, das die Entwicklung mehrerer grosser Hochbauprojekte beinhaltete. Das hier dargestellte Beispielprojekt ist eines dieser Hochbauprojekte.Als oberstes Ziel des Promotors galt es, Investoren für seine Objekte zu finden. Da der Promotor zu dieser Zeit mehrere grosse Projekte abwickelte, wollte er zudem einen reibungslosen Ablauf bei den einzelnen Projekten. Um Investoren für die Projekte gewinnen zu können, musste er eine bestimmte Rendite mit den Bauobjekten gewährleisten können. Somit benötigte er einen Pauschalpreis für die Erstellung des Gebäudes und einen vertraglich vereinbarten Mietpreis mit einem Mieter. Um den Aufwand bei den Verhandlungen mit einem Investor gering zu halten, wollte der Promotor schon vor der Kontaktaufnahme mit einem potenziellen Investor einen Vertrag mit einem Mieter und einem Totalunternehmen abgeschlossen haben. Zur zusätzlichen Aufwertung des Projekts zog der Promotor von Beginn an einen Stararchitekten bei.

Gerhard Girmscheid

8. Traditionelle Projektabwicklungsformen im Hochbau und Infrastrukturbereich

Bei diesem traditionellen Bauprozess (Abb. 8.1) führt der Bauherr Planung und Ausführung mittels individuell vertraglich beauftragten Einzelplanern und Einzelunternehmen durch. Bei einer traditionellen Einzelleistungsträgervergabe ist es die Aufgabe der Planer oder des Projektsteuerers, alle planenden Aktivitäten des Projektentwicklungsprozesses durchzuführen sowie die umfangreichen Aktivitäten der Termin-, Kosten- und Qualitätssteuerung in der Planung und Ausführung zu koordinieren (Abb. 8.2). Die ausführenden Unternehmen müssen dann das Projekt nach den Ausschreibungs- bzw. Vertragsunterlagen ausführen und ihre Werkgruppenarbeiten übergeben, ohne dass ihr Know-how in der Planung einfliessen kann.Die ausführenden Unternehmen haben keine Gesamtverantwortung für das Projekt in Bezug auf Funktionalität und Vollständigkeit. Jeder Unternehmer ist fragmentiert nur für seinen Teilauftrag verantwortlich. Der Planer bzw. Projektsteuerer hat die Prozessverantwortung für die Gesamtkoordination und/oder Gesamtverantwortung, die er im Auftrag des Bauherrn zu übernimmt.

Gerhard Girmscheid

1. Der Beginn im 19. Jahrhundert

Die Einführung der Wärmekraftwerke und der Verteilungsnetze zur Stromversorgung gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat unsere Lebenswelt schneller und nachhaltiger verändert als andere technische Innovationen. Der elektrische Strom ist zwar für uns nicht direkt verwendbar, wir benötigen ihn nicht wie die biochemische Energie unserer Nahrungsmittel, ohne die wir nicht leben können, nicht wie die Wärme, die wir für unser Wohlbefinden benötigen, nicht wie das Licht, das wir zum Sehen brauchen und nicht wie die mechanische Energie, ohne die wir bewegungslos wären. Der Nutzen des Stroms ergibt sich erst aus den vielfältigen Möglichkeiten der Elektrizität, mit denen wir Energie für uns nutzbar machen können. Bezogen auf die Anwendungen stellt die elektrische Energie eine Zwischenstufe dar, die es möglich macht, uns zur Verfügung stehende Primärenergiequellen wie Kohle, Erdöl, Uran, aber auch Wasserkraft und Windenergie sicher und zu geringen Kosten in Strom umzuwandeln, zu transportieren und zur Anwendung zu bringen. Der elektrische Strom als Energielieferant für Haushalt und Wirtschaft und die elektrischen Netze zu seiner Verteilung sind deshalb aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken.

Karl Strauß

2. Einsatzbeginn

Mit der Übernahme der Baustelle trägt der Bauleiter für das Team und das Unternehmen die Verantwortung. Deshalb ist es notwendig, dass er alle Voraussetzungen prüft, die Ordnung auf der Baustelle sichert und eine ausreichende Baustelleneinrichtung organisiert. Wegen der möglichen personellen Gefährdung ist besonders auf die Verkehrssicherung ist zu achten.

Konrad Micksch

1. Vorbereitung des Einsatzes

Für den Einsatz eines Bauleiters ist es besonders wichtig, sich auf seine Rolle vorzubereiten, die dazu erforderlichen Vollmachten abzufordern und alle Möglichkeiten der persönlichen Einsatzvorbereitung zu kennen und landesspezifisch zu nutzen. Im Vergleich zum Inlandeinsatz ergeben sich dabei bedeutend höhere Anforderungen für die späteren Aufgaben.

Konrad Micksch

3. Baustelle

Die Bauleitung im Ausland stellt an die Bauleiter höhere Anforderungen an seine notwendige Kommunikation mit den Beteiligten, die Beachtung landesspezifischer Eigenarten bei Verhandlungen, die Personalführung unter widrigen Umständen und gesundheitlichen Gefahren oder Notsituationen. Bei auftretenden Störungen ist dabei auf eine ordentliche Beweissicherung und ein situationsgerechtes Verhalten zu achten.

Konrad Micksch

6. Anlagen

Mit den Checks, Ordnungsmustern und international genutzten Beispielen soll die Arbeit des Bauleiters gegenüber Dritten erleichtert und nachvollziehbarer organisiert werden. Im täglichen Stress hilft ein Check, nichts Wesentliches zu vergessen. Mit einer schriftlich vorliegenden, zu vereinbarende Ordnung fällt es leichter,Verletzungen von Ordnung Und Sicherheit zu ahnden.

KonradBitte Micksch

1. Einführung

Erd-, Grund-, Fels-, Tunnel- und Bergbau basieren auf der Boden- und Felsmechanik – also auf physikalischen Grundlagen, soweit diese erforscht und Eingang in die Baupraxis gefunden haben. Bauingenieure, Geologen/Ingenieurgeologen und alle, die sich mit dem Bauen auf, in oder mit Boden bzw. Fels – zusammenfassend nachfolgend immer als Baugrund bezeichnet – befassen, können als Geotechniker bezeichnet werden.Geotechniker planen die Baugrunderkundungen, führen diese z. T. auch selber aus, begleiten von Fachfirmen ausgeführte Erkundungen, untersuchen Proben im Labor und bewerten die Ergebnisse dieser Untersuchungen. Sie versuchen, die Wechselwirkung zwischen Bauwerk und Baugrund zu prognostizieren und untersuchen Boden und Fels auch als Baustoff. Sie führen Nachweise zur Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit, schlagen Bauverfahren vor und begleiten das Bauen mit Messungen.Geotechniker sind als Fachingenieure in der Planung und der Bauausführung tätig. Einige entwickeln auch Software, bilden Studenten aus und bearbeiten Regelwerke. Als Sachverständige sind sie auch mit geotechnischen Schadensfällen befasst und helfen bei der Schlichtung von Streitigkeiten.Nach dieser Einführung und der Behandlung einiger Grundlagen aus der Physik folgt die Gliederung der Reihenfolge der geotechnischen Bearbeitung eines Projektes, was den Praxisbezug dieses Lehrbuches unterstreichen soll.

Konrad Kuntsche

11. Mit heftigerem Herzklopfen

Am Fuße von Wolkenkratzern wie dem Burj Khalifa oder dem Taipeh 101, vor dem Eiffelturm oder vor einer Talsperre, beim Anblick des Viadukts Millau oder auch bei der Einfahrt in den Tunnel unter dem Ärmelkanal – es wird wohl niemanden geben, der den genialen Planern und Erbauern dieser Bauwerke keinen Respekt zollt.Dieses Kapitel versteht sich als Motivationshilfe für die Geotechnik: Es werden einige berühmte Bauwerke und geotechnische Problemstellungen vorgestellt und kurz kommentiert mit der Aufforderung an den Leser, bei gewecktem Interesse weitergehend zu recherchieren. Es handelt sich dabei um eine persönliche Auswahl und sicher gibt es noch viele andere interessante Beispiele.Wer sich über aktuelle Projekte und Problemlösungen der Geotechnik informieren möchte, dem sei ein Besuch der im 2-Jahres-Rhythmus stattfindenden Baugrundtagung empfohlen, die von der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e. V. veranstaltet wird.

Konrad Kuntsche

6. Wasserspeicherung

Fast bei jeder WV-Anlage ist ein Bauteil erforderlich, das zur Speicherung von Wasser dient. Hierfür werden im Durchschnitt ca. 5–10 % der Gesamtkosten investiert, je nachdem, ob es eine große oder kleine WV-Anlage ist. Die Speicherung hat folgende Aufgaben einzeln oder z.T. gemeinsam zu erfüllen: 1.)Ausgleich der Verbrauchs Schwankungen und Abdeckung von Verbrauchsspitzen2.)Ausgleich zwischen Vor- und Hauptförderung3.)Einhalten der erforderlichen festgelegten Druckbereiche4.)Überbrücken von Betriebsstörungen5.)Bereithalten von Löschwasser6.)Druckzoneneinteilung7.)Verwendung als Misch-, Filter- und Absetzbecken8.)Ausgleich der Abflüsse eines oberirdischen Gewässers in einer Trinkwassertalsperre

Dr.-Ing. Gerhard Merkl

IV. Wirtschaftslehre

Frau Böhmer kauft sich bei Tchibo ein Pfund Kaffee „Milde Sorte” zum Preis von 3,50 EUR. Wahrend die Kaffeebohnen in der Maschine gemahlen werden, legt Frau Böhmer der Verkäuferin einen 5-Euro-Schein auf die Ladentheke. Nachdem sie das Wechselgeld erhalten hat, reicht ihr die Verkäuferin die Tüte mit dem Kaffee. Daraufhin verlässt Frau Böhmer den Laden.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

12. Betriebsorganisation

Das Kapitel 12 behandelt, ausgehend von Begriffen und Aufgaben der Betriebsorganisation, die Aufbau- und Ablauforganisation der Bauunternehmung sowie die Gestaltung einer Projekt-organisation. Es folgt eine Darstellung der Managementsysteme für Qualität, Umwelt und Arbeitsschutz, die sich zunehmend als sog. integrierte Managementsysteme (IMS) auch in Bauunternehmen etablieren. Grundlagen des Personalmanagements und des betrieblichen Rechnungswesens, die für eine(n) Baubetriebler(in) relevant sein können, ergänzen das Kap. Betriebsorganisation. Den Abschluss bilden Hinweise zum Berichtswesen der Baustelle.

Dipl.-Ing., Dipl.-Kfm. Joachim Martin

11. Schalung und Gerüste

Systemschalungen und Systemgerüste haben den Baustellenbetrieb in vielen Bereichen sehr vereinfacht. Dennoch sind Kenntnisse in diesen Feldern für eine erfolgreiche und effektive Bauleitung unverzichtbar. In diesem Kapitel werden Hinweise und Empfehlungen für die Bemessung und Einsatz von Schalungen, Trag- und Arbeitsgerüsten für den Baustellenbetrieb gegeben.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Krause, Dipl.-Ing. Nobert Kremer

13. Kalkulation

Das Kapitel behandelt die Kosten- und Preisermittlung, die Kostenvorgabe und Kostenkontrolle.Der Angebotspreis wird aufgeschlüsselt in die Einzelkosten der Teilleistungen, die Baustellengemeinkosten, die Allgemeinen Geschäftskosten und einen Zuschlag für Wagnis und Gewinn. Auf der Basis der Angebotskalkulation werden die Vorgaben für die Kostenkontrolle entwickelt.

Prof. Dipl.-Ing. Wilfried Streit

14. Schlüsselfertiges Bauen

Das Kapitel „Schlüsselfertiges Bauen“ bietet einen übersichtlich gegliederten Einstieg in dieses sehr komplexe Themengebiet – sowohl für das Studium der Bauingenieure und Architekten, als auch für die in der Praxis an schlüsselfertigen Projekten beteiligten Personen. Betrachtet werden hierbei die baubetrieblichen Besonderheiten des Schlüsselfertigbaus in den einzelnen Projektphasen.Zentrale Themen sind die Leistungsbeschreibung der schlüsselfertigen Bau- und Planungsleistung mittels Funktionaler Leistungsbeschreibung (FLB), die Ausschreibung der Einzelgewerke durch den Generalunternehmer sowie die daraus resultierenden typischen Verträge - insbesondere der SF-Bauvertrag, die NU-Bauverträge und die Planungsverträge. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Kalkulation im Schlüsselfertigbau und betrachtet dabei übliche und alternative Kalkulationsmethoden. Mit der wesentlichen Bedeutung von Nachunternehmerleistungen für den Erfolg eines schlüsselfertigen Projekts beschäftigt sich der Abschnitt NU-Management – hier werden Dokumentation, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung und Abnahme der NU-Leistungen behandelt.Thematische Überschneidungen mit anderen Kapiteln dieses Buches sind durch entsprechende Verweise gekennzeichnet.

Prof. Dipl.-Ing. Stefan Oerder

4. Bauwirtschaft und Baurecht

Die Leistungen der Bauwirtschaft und deren wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland werden anhand einer Vielzahl statistischer Daten verdeutlicht. Die im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen auftretenden branchenspezifischen Besonderheiten der Bauwirtschaft werden anhand von verschiedenen Kriterien herausgearbeitet. Das Zusammenspiel der einzelnen Akteure des Sektors und die dabei sich ergebenden bzw. zu beachtenden Rechts- und Vertragsgrundlagen werden dargestellt. Aufgrund der meist erheblichen Höhe des eingesetzten Kapitals aufseiten der Auftraggeber, aber auch seitens der Bauunternehmen während der Bauausführung sowie der besonderen Verantwortung der Beratenden Ingenieure werden auch notwendige Formen der Risikoabsicherungen und der in der Branche üblichen und teilweise vorgeschriebenen Versicherungsmöglichkeiten angesprochen. Intensive Beachtung finden auch die Auswirkungen des Öffentlichen Baurechts (Baugesetzbuch, Bauordnung NRW, Baunutzungsverordnung) auf Planung, Bau und Betrieb baulicher Anlagen und der dabei verwendeten Bauprodukte.

Prof. Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Karl-Helmut Schlösser

8. Arbeitsvorbereitung und Ablaufplanung

Kosten- und Verfahrensvergleiche können dabei zur Ermittlung des für die Aufgabe geeignetsten Bauverfahren führen. Für die sich daran anschließende Ablaufplanung werden die verschiedenen graphischen sowie rechnerischen Instrumente (Terminliste und Taktplan, Balkenplan, Weg-Zeit-Diagramm und Netzplan) erläutert und anhand von Beispielen vertieft. Schließlich wird ein im Rahmen der Arbeits- und Nachkalkulation vorzunehmender Soll-Ist-Vergleich mit Hilfe des Bauarbeitsschlüssels (BAS) zur Überprüfung der Aufwands- und Leistungswerte dargestellt.

Prof. Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Karl-Helmut Schlösser

6. Leistungsbeschreibung und Bauvertrag

Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen bildet die Grundlage für die Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge, aus der sich die Vergabe- und Vertragsordnungen für Freiberufliche Leistungen (VOF), für Lieferungen und Leistungen (VOL) und für Bauleistungen (VOB) ableiten. Die dabei in Frage kommenden Vergabeverfahren und die einzelnen Schwellenwerte gemäß EU-Recht werden detailliert aufbereitet und im Zusammenhang dargestellt.Die für die Ausgestaltung von Bauverträgen notwendigen Grundlagen des Werkvertragsrecht nach BGB sowie die branchenspezifischen Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Form der Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) mit ihren Zusätzlichen und Besonderen Vertragsbedingungen werden intensiv aufbereitet. Das Zustandekommen eines Bauvertrages ergibt sich dann aus der notwendigen Leistungsbeschreibung mit einem Leistungsverzeichnis und verschiedenen Positionen oder in Form einer Funktionalen Leistungsbeschreibung (Beschreibung mit Leistungsprogramm).Das Auslandsgeschäft der Baubranche (Bauausführende Unternehmen sowie Beratende Ingenieure und Consultants) wird von den jeweils vorliegenden Internationalen Wettbewerbsbedingungen bestimmt, deren Zusammenhänge anhand umfangreicher statistischer Daten und anhand von Beispielen dargestellt werden.

Prof. Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Karl-Helmut Schlösser

5. Abschätzung der Baggerleistung

Die mit dem ausgewählten Gerätesatz erzielbare Baggerleistung in m3/w zu bestimmen, ist im Zuge einer Angebotsbearbeitung neben der Abschätzung der Baggerkosten in €/w die Hauptaufgabe.

Volker Patzold, Günter Gruhn

7. Risiken bei der Angebotsbearbeitung

Ein prinzipielles Fließschema einer Projektbearbeitung ist in Abb. 7.1 dargestellt.

Volker Patzold, Günter Gruhn

Chapter 7. Gliederung der Fallstudien

Die Fallstudien sind – mit Ausnahme der Fallstudie 9: SNI AG, Paderborn – nach folgendem Muster gegliedert, das allerdings bei den einzelnen Unternehmen etwas variieren kann.

Karl-Klaus Pullig

Chapter 8. Sicherheiten

Am Bau kommt dem Thema der wechselseitigen Absicherung der Vertragsparteien besondere Bedeutung zu. Schon eine kleine „Schieflage“ kann sich für einen Baubeteiligten existenzbedrohend auswirken. Hinzu kommt, dass der Auftragnehmer über die Vorleistungspflicht ein besonderes Risiko trägt.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Andreas Schmidt

Chapter 5. Der Baumangel

Die Mängelrechte stellen einen Kernbereich des Bauvertragsrechts dar. Zeit- und Kostendruck auf der einen und hohe qualitative Anforderungen auf der anderen Seite führen dazu, dass bei nahezu jedem Bauvorhaben irgendwann Mängel auftreten. Diese sind häufig Gegenstand streitiger Auseinandersetzungen der Vertragspartner.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Andreas Schmidt

Chapter 3. Die Abnahme der Werkleistung

Die Abnahme stellt den Dreh- und Angelpunkt bei der Abwicklung eines Bauvertrages dar. Bei jeder bauvertragsrechtlichen Fragestellung ist zunächst gedanklich zu prüfen, ob sich der Bauvertrag im Stadium vor oder nach der Abnahme befindet: Die Rechtsfolgen können jeweils völlig unterschiedlich sein. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Umkehr der Beweislast für Mängel.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Andreas Schmidt

1. Einführung

Im Rahmen von Bauvorhaben wird Boden in großem Maße beansprucht: er wird befahren, umgelagert, aufgeschichtet, vermischt, rückverdichtet und erfährt dadurch zum Teil irreversible Bodenschäden.

Dr. Ulrike Meyer, Anne Wienigk

7. Bodenkundliche Baubegleitung

In der bodenkundlichen Baubegleitung (BBB) wird der baubegleitende Bodenschutz umgesetzt.

Dr. Ulrike Meyer, Anne Wienigk

1. Mathematik in der Kunst

Für viele Menschen sind die beiden Begriffe „Mathematik“ und „Kunst“ geradezu Gegensätze. Mathematik, diese doch so trockene und häufig auch viel zu schwierige Zahlenrechnerei – In Mathe war ich immer schlecht! – und dagegen die so anmutige, leicht beschwingte Muse der Kunst – wie kann das zusammengehen? Tatsächlich gibt es in vielen Teilbereichen Zusammenhänge zwischen Kunst und Mathematik. Denken Sie z. B. an die Perspektive in der Malerei. Ich werde an vielen Beispielen zeigen, wie sich Künstler häufig Anregungen aus der Mathematik geholt haben.

Norbert Herrmann

5. Bauen mit Baumanagement und neuen Lean-Methoden

Wenn ein Projektmanager die Abläufe auf der Baustelle qualifiziert planen, koordinieren und steuern will, muss er die einzelnen Gewerke, ihre Zusammenhänge und Besonderheiten beherrschen. Dabei geht es mehr um Prinzipien und Ausführungsalternativen denn um Einzeldetails und Berechnungsverfahren. Die Managementleistungen während der Bauausführung werden auf der Steuerungsebene durch die Methoden des Lean Construction Managements in effektiver Weise ergänzt.

Hans Sommer

3. Konventionelle Planung mit Projektmanagement

Nach wie vor kommt der konventionellen Planung in Verbindung mit einem professionellen Bauprojektmanagement eine große Bedeutung zu, da diese Verfahren noch einige Zeit am Markt Bestand haben werden. Von kompetenten Planern und Projektmanagern durchgeführt, lassen sich damit in Verbindung mit konventionellem Bauen auch gute Ergebnisse erzielen. Außerdem ist der Großteil von Vorschriften aller Art noch darauf abgestimmt. Ungeachtet dessen sollte allerdings das baubegleitende Facility Management Consulting auch bei konventionellen Planungsverfahren von Beginn an mit einbezogen werden.

Hans Sommer

2. Klärung der Ziele und Projektvorbereitung

In dieser ersten Phase entscheidet sich die Zukunft eines Projektes grundsätzlich. Bei allem, was in dieser Phase falsch gemacht wird, kann in den späteren Phasen nur noch Kosmetik betrieben werden.

Hans Sommer

4. Gestaltung des Anreizsystems

Anreizsysteme dienen dazu das Leistungsverhalten von Mitarbeitern zu beeinflussen (Steinle, 1978, S. 44), so dass es konform mit den Zielen der Unternehmung geht (Laux, 2006a, S. 20). Ein Anreizsystem umfasst dabei oft nicht nur ein singuläres Stimuli zur Verhaltensbeeinflussung. Vielmehr handelt es sich um „[…] die Summe aller im Wirkungsverbund bewusst gestalteten und aufeinander abgestimmten Stimuli, die bestimmte, gewünschte Verhaltensweisen durch positive Anreize (= Belohungen) auslösen und verstärken und das Auftreten unerwünschter Verhaltensweisen durch negative Anreize (= Bestrafungen) unterdrücken, sowie die damit verbundene Administration“ (Berthel und Becker, 2013, S. 218). Die Untersuchung und Gestaltung von Anreizsystemen ist Gegenstand unterschiedlicher Wissenschaften und somit Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen.

Marcus Müller

2. Transportlogistik im Erdbau

Die Bundesautobahn (BAB) A8 ist eine Hauptverkehrsachse mit vier Fahrstreifen. Zu den Spitzenzeiten muss der über 60 Jahre alte Abschnitt zwischen den Städten Ulm und Augsburg bis zu 90.000 Fahrzeuge am Tag aufnehmen. Die Streckenführung (s. Abbildung 2.1 auf der nächsten Seite) weist große Steigungen und Kuppen auf und ist insgesamt für die Bauleitung wenig einsichtig (s. Abbildung 2.2 auf Seite 31). Der Abschnitt ist insgesamt 58 Kilometer lang. Davon werden bis 30.09.2015 insgesamt 41 Kilometer unter Aufrechterhaltung des Verkehrs sechsstreifig ausgebaut.

Marcus Müller

1. Einleitung

In Industrie und Dienstleistung bestehen vielfältige Koordinationsprobleme, die zu Ineffizienzen und somit zu hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Schäden führen. Besonders die Bauindustrie ist eine noch weitgehend unerforschte Branche mit erheblichem Optimierungspotenzial. In Europa beträgt der Anteil des Bausektors am Bruttoinlandsprodukt (EU-27-BIP) 9,7%. Insgesamt werden im europäischen Bausektor 41,7 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt.

Marcus Müller

6. Zusammenfassung und Implikationen

In Bezug auf die eingangs formulierten Forschungsfragen lassen sich aus den vorangestellten Auswertungen der über die Simulation gewonnenen Daten folgende Erkenntnisse zusammenfassen. Im Hinblick auf die erste Forschungsfrage kann konstatiert werden, dass die vorherrschenden Zielkonflikte zwischen Bauleitung und den ausführenden Maschinisten anhand der als theoretisches Fundament gewählten Prinzipal-Agent-Theorie beschrieben und analysiert werden können.

Marcus Müller

22. Viel „Bubbel“ um Nichts?

Erforschung der Schallminderungsmaßnahme „Gestufter Blasenschleier“

Wenn riesige, bis zu 40 Meter lange Stahlpfähle im Sekundentakt in den Meeresboden gehämmert werden, ist der Lärm über 50 km weit hörbar. Bei der Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen kann der Rammschall das Gehör von Meeressäugetieren schädigen. Die Schallminderungsmaßnahme „Gestufter Blasenschleier“ stand im Mittelpunkt des gleichnamigen RAVE-Projektes. Hierin wurde die Wirksamkeit von Millionen, rund um den Pfahl aufsteigenden Luftbläschen erforscht, um die Auswirkungen des Rammschalls zu verringern. Vor Beginn der Rammarbeiten wurden die Meeressäugetiere zunächst mit hochfrequenten, akustischen Signalen vergrämt, um sie aus dem Baugebiet zu vertreiben. Das Konzept des gestuften Blasenschleiers, bei dem Auftriebskörper rund um den Pfahl und Tauchereinsätze notwendig sind, war eine große technische und organisatorische Herausforderung. Es zeigte sich, dass die Meeresströmung den Blasenschleier leicht wegtreiben und somit die Gesamteffizienz reduzieren kann.

Prof. Dr.-Ing. habil. Raimund Rolfes, Jörg Rustemeier, Dr.-Ing. Tanja Grießmann

4. Besonderes Schuldrecht

Das allgemeine Schuldrecht stellt Regelungen auf, die für alle Arten von Schuldverhältnissen gelten. Da die einzelnen Verträge aber unterschiedliche Erfordernisse und Ausgestaltungen bedingen, reichen allgemeine, für alle geltende Vorschriften nicht aus, um die Rechtsbeziehungen untereinander ausreichend zu regeln. Daher stellt der Besondere Teil des Schuldrechts für die einzelnen Vertragstypen Sondervorschriften auf, die den speziellen Anforderungen des jeweiligen Vertragstyps Rechnung tragen.

Dietmar O. Reich

17. Vertragsmanagement

Gegenstand des Vertragsmanagements ist die Steuerung der Gestaltung, des Abschlusses, der Fortschreibung und der Abwicklung von Verträgen zur Erreichung des Projektziels. Grundsätzlich umfasst dies im Rahmen eines Infrastrukturprojektes alle zur Erreichung des Projektziels abzuschließenden Verträge, folglich auch die Planerverträge und die Projektsteuerungsverträge. Das vorliegende Kap. 17 beschränkt sich hingegen auf das Vertragsmanagement des Bauvertrages, da dieser als Grundlage für die bauliche Umsetzung eines Infrastrukturprojektes im Vordergrund steht.Im Rahmen öffentlicher Bauaufträge, wie sie Infrastrukturprojekten in der Regel zugrunde liegen, lassen sich folgende Komplexe des Vertragsmanagements unterscheiden: Im Vergabeverfahren wird die Art und Weise der Vergabe eines öffentlichen Bauauftrages bestimmt, im Rahmen der Bauvertragsgestaltung werden die wechselseitigen Leistungspflichten und Regelungen für die Abwicklung des Vertrages festgelegt und bei der Bauvertragsabwicklung ist auf die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen hinzuwirken, ggf. sind Anpassungen vorzunehmen. Schließlich gilt es in der Abschlussphase eines Infrastrukturprojektes die ordnungsgemäße Erfüllung der wechselseitigen Leistungspflichten abschließend zu klären.

Rechtsanwalt Dietmar Lampe

1. Einführung und Grundlagen

Die Erstellung von Verkehrswegen, also das Planen und Bauen von Straßen oder Schienenwegen, erfolgt seit Menschengedenken in Form von Projekten. Strukturiertes Projektmanagement hat jedoch erst in den letzten Jahrzehnten Eingang in die Bauwelt gefunden und ist heute ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Infrastrukturprojekte.Aus den Erfahrungen mit Projekten entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr die Erkenntnis, dass ein auf den Herstellprozess und auf das Endprodukt bezogener gesamtheitlicher Projekterfolg nur bei einer gesamtheitlichen Betrachtung und Behandlung des Projektes von der Idee bis zur Nutzung möglich ist.Projekte unterscheiden sich durch ihre Einmaligkeit und andere Spezifika von vielen anderen Aktivitäten in unserer Arbeitswelt. Projektmanagement mit all seinen Elementen ermöglicht dabei ein strukturiertes und zielgerichtetes Arbeiten. Bei Straßen und Bahnstrecken sind dazu die Besonderheiten und Herausforderungen von Infrastrukturprojekten wie ihre Linienförmigkeit oder der Einfluss des Umfelds zu berücksichtigen. Klare Ziele und Entscheidungsstrukturen gehören neben anderen Voraussetzungen zu den zentralen Erfolgsfaktoren.

Prof. Dr.-Ing. Konrad Spang
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