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Über dieses Buch

Die Autoren zeigen, dass die Baulogistik als einer der Erfolgsfaktoren bei der Realisierung von Bauvorhaben in den frühen Planungsphasen einzugliedern ist. Ein für die Praxis entwickeltes Baulogistikprozessmodell wird vorgestellt und ein Leistungsbild Baulogistik entwickelt. Die Funktionsweise wird an einem Praxisbeispiel belegt. Für die Genehmigungsfähigkeit von Bauprojekten in urbanen Bereichen wird die Vorlage von Baulogistikkonzepten künftig verpflichtend erwartet.

Die Autoren

Dr.-Ing. Fabian Ruhl absolvierte das Bauingenieurstudium an der TU Darmstadt und verantwortet geschäftsführend die Sparte Baumanagement bei einer Ingenieurgesellschaft. Er promovierte 2016 zum Thema Baulogistik an der TU Darmstadt.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christoph Motzko war in der Bauindustrie im internationalen Rahmen in Großprojekten und in der Geschäftsführung tätig. Er ist seit 2003 Geschäftsführender Direktor des Instituts für Baubetrieb der TU Darmstadt.

Dipl.-Ing.(FH) Peter Lutz hat nach der Ausbildung zum Bauzeichner an der Fachhochschule Darmstadt Bauingenieurwesen studiert. Seit 2007 ist er als Prokurist und Spartenleiter im Bereich Baumanagement einer Ingenieurgesellschaft tätig.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Bauprojekte sind mit den Transfers von großen Mengen an Daten, Informationen, Baustoffen, Betriebsmitteln, Finanzmitteln und anderen projektnotwendigen Größen verbunden. Erfolgreiches Bauen bedingt, dass diese Transfers transparent, effektiv, effizient und fristgerecht vollzogen werden. Ein wesentlicher Garant dafür ist die Baulogistik.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 2. Inhalt und Aufbau des essentials

Zusammenfassung
Gegenstand dieses essentials ist die Baulogistik aus der Sicht einer Bauprojektorganisation. Die entsprechenden Aufgaben der Bauprojektbeteiligten werden herausgearbeitet und in die Struktur eines vierstufigen Baulogistikprozessmodells überführt, welches in den frühen Planungsphasen ansetzt und über die gesamte Bauprojektdauer aktiv ist. Der Schwerpunkt liegt auf den organisatorischen Prozessen.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 3. Definitionen

Zusammenfassung
Die Logistik kann als Denkhaltung zur Durchsetzung der Flussorientierung aufgefasst werden (Fieten 1999). Baulogistik ist, ausgehend von der Flussanalyse und -prognose der erforderlichen Transfers für den Produktionsprozess, die Initiierung, Planung, Integration sowie Ausführung der erforderlichen Leistungen für die Ver- und Entsorgung der Baustelle und gleichzeitig der Rahmen der Produktionsbedingungen (Baustellenlogistik).
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 4. Baulogistikprozessmodell

Zusammenfassung
Die Baulogistik ist nach dem Verständnis der Verfasser ein wertschöpfungsorientiertes und auf den funktionalen Bausteinen der Beschaffungslogistik, der Produktionslogistik, der Entsorgungslogistik und der Informationslogistik basierendes Prozesskonzept des transparenten, effektiven und effizienten Transfers von projekt- und prozessnotwendigen Größen sowie der damit verbundenen Bereitstellung von Grunddaten für die genehmigungskonforme Bemessung von Planungs- und Produktionssystemen in Bauprojekten. Sie basiert auf einer Flussanalyse und -prognose der Transferprozesse für die erforderlichen Prozessgrößen und bildet gleichzeitig den Rahmen für die Gestaltung der administrativen sowie der sozio-technischen Arbeitssysteme des Bauprojektes. Sie umfasst die individuell für das jeweilige Bauprojekt zu definierenden Baulogistikattribute.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 5. Baulogistikbericht

Zusammenfassung
Die baulogistischen Einflussgrößen sowie die Baulogistikziele werden im Baulogistikbericht in den Grundsätzen unter Würdigung des Leistungsumfangs einschließlich der Bestimmung der notwendigen Qualifikationen formuliert. Ferner werden die Baulogistikattribute bezüglich ihrer Komplexität ausgewertet. Der Baulogistikbericht schafft damit für die Bauherren eine Entscheidungsgrundlage zur Ausrichtung und Beauftragung der Baulogistikplanung.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 6. Baulogistikkonzept

Zusammenfassung
Bei Bauprojekten mit keiner bis geringer Baulogistikkomplexität wird auf die Anfertigung eines Baulogistikkonzepts verzichtet. Die erforderlichen baulogistischen Aufgaben werden im Rahmen der Objektplanung erfüllt. Bereits bei durchschnittlicher Baulogistikkomplexität sollte abgewogen werden, ob die Objektplanung die baulogistischen Leistungen übernimmt oder ob eine externe Beratung als Baulogistikplanung aktiviert wird. Das Ergebnis dieser Planungsleistung bildet das Baulogistikkonzept.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 7. Baulogistikhandbuch

Zusammenfassung
Das Baulogistikhandbuch ist Vertragsbestandteil für die Bauprojektbeteiligten. Bauherren, Planer, ausführende Unternehmen einschließlich der Nachunternehmen, Lieferanten, Dienstleister und weitere Projektbeteiligte haben die Regeln des Baulogistikhandbuchs mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten zu befolgen. Damit bildet das Baulogistikhandbuch das Regelwerk für die Realisierung des Baulogistikkonzepts in der Ausführungsphase und systematisiert die Zusammenarbeit bezüglich baulogistischer Prozesse. Die Baulogistikprozesse werden präzise definiert und den jeweiligen Prozessverantwortlichen zugewiesen. Bezogen auf das Baustellenareal besteht die Zielsetzung unter anderem in einer sicheren, koordinierten und gesteuerten Nutzung der Baustelleneinrichtung sowie der Baustelleninfrastruktur durch unterschiedliche Unternehmen zur Harmonisierung deren Unternehmensziele mit den Bauprojektzielen.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 8. Baulogistikrealisierung und Baulogistikcontrolling

Zusammenfassung
Eine sach- und fachgerecht organisierte Baulogistik soll gewährleisten, dass die Beschaffungs-, Baustellen-, Entsorgungs- und Informationslogistik einen transparenten, effektiven und effizienten Transfer von den prozessnotwendigen Größen erzielt. Dieses bezieht sich im Schwerpunkt auf den Projektraum der Baustelle. Auf der Baustelle liegt das Zentrum der Aktivitäten und die dort ausgeführten Prozesse sollen stabil, sicher, umweltschonend und plangerecht realisiert werden.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 9. Praxisbeispiel

Zusammenfassung
Für das komplexe innerstädtische Bauprojekt führte die Einrichtung einer Baulogistikplanung im Rahmen des gesamten Planungsprozesses zur Würdigung der notwendigen Baulogistikattribute über die gesamte Bauprojektphase. Das Ergebnis dieser Planung wurde mit dem Baulogistikbericht (Leistungsphase 1) implementiert, im Rahmen des Baulogistikkonzepts (Leistungsphasen 2 bis 4) geplant und mit dem Baulogistikhandbuch (Leistungsphasen 5 bis 6) eingeführt. Auf Basis dieser Gesamtabwicklung konnte im Rahmen eines vergaberechtskonformen Wettbewerbs die Baulogistikdienstleistung ausgeschrieben werden. Ein externer Dienstleister übernahm im direkten Auftrag des Bauherren die Organisation, die Bereitstellung sowie die Verwaltung von definierten Baulogistikattributen und der vorhandenen Ressourcen. Gleichzeitig war dieser verantwortlich für die Kontrolle und Steuerung der baulogistischen Prozesse auf der Grundlage des Baulogistikhandbuchs. Durch die gewerkeübergreifende Einhaltung des Regelwerks „Baulogistikhandbuch“ war es möglich, die baulogistischen Vorgänge in dem sehr eingeschränkten Baufeld reibungs- und störungsfrei über den Realisierungsprozess abzuwickeln. Die öffentliche Wahrnehmung der Baustelle sowie die negativen Auswirkungen auf die Nachbarschaft wurden signifikant reduziert.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Kapitel 10. Ausblick

Zusammenfassung
Die Technologie und die Methoden der Baulogistik werden durch die fortschreitende Digitalisierung neue Entwicklungen erfahren, welche dazu führen werden, dass eine noch intensivere Integration der baulogistischen Belange in die Planungs- und in die Realisierungsprozesse von Bauprojekten folgen wird. Bereits gegenwärtig sind in der vernetzt-kooperativen Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) die Möglichkeiten dieser Integration durch die Attribuierung der Objekte mit Daten und Informationen zu baulogistischen Parametern gegeben und werden in den praktischen Modellierungen der Pilotprojekte angewendet. Ergänzt wird diese Entwicklung durch den raschen Fortschritt in der Kommunikations- und Sensortechnik, welche die Erfassbarkeit und Auswertung von Prozessparametern deutlich erweitert hat.
Fabian Ruhl, Christoph Motzko, Peter Lutz

Backmatter

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