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06.02.2015 | Bauphysik | Im Fokus | Onlineartikel

DIN-Normen für den Trockenbau

Autor:
Christoph Berger
2 Min. Lesedauer

DIN-Standards für den Trockenbau und Ausbau sollen Planern und Bauausführenden Unsicherheiten nehmen. Um die Normen zu entwickeln, gründete sich eine verbändeübergreifende Brancheninitiative.

Trockenbausysteme haben gleich mehrere Vorteile: Da ist zum einen die trockene Bauweise, die eine Weiterverarbeitung ohne Wartezeiten ermöglicht. Zudem haben die Systeme aufgrund ihrer Skelettbauweise nur ein geringes Gewicht und wegen der geringen Konstruktionsdicken kommt es zu einer Ersparnis an Raum. Die Systeme sind flexibel einsetzbar, sie lassen sich schnell montieren und gewährleisten einen einfacheren Installationseinbau. Mit einer entsprechenden Ausrüstung weisen sie zudem einen hohen Brand-, Schall- und Wärmeschutz auf. So ist es gleich zu Beginn des Kapitels „Trockenbau“ im Springer-Fachbuch „Malerfachkunde“ beschrieben.

Bisher fehlen DIN-Standards

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Dank dieser Vorteile hat sich der Trockenbau inzwischen für seine Einsatzgebiete durchgesetzt. Allerdings: „Eine anerkannte, weit verbreitete Bauweise wie der moderne Innenausbau mit Trockenleichtbausystemen benötigt in Deutschland auch zeitgemäße DIN-Standards“, erklärten Ende Januar 2015 Dipl.-Ing. Felizitas Skala, Vorsitzende der Bundesfachabteilung Trockenbau und Ausbau im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), und Dipl.-Ing. Ralf Wagner, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade. Daher gründeten sie die verbändeübergreifende Brancheninitiative „Normen im Trockenbau/Ausbau“.

Ziel der Normungsinitiative soll es sein, der Unsicherheit von Planern und Bauausführenden bezüglich der Verwendbarkeit allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse (abP) im Bereich brandschutzrelevanter Bauarten etwas entgegenzusetzen. Gleichzeitig soll der Markt für Standardsysteme gestärkt werden.

Initiative hat breite Unterstützung

Die Federführung der jetzt gegründeten Brancheninitiative liegt bei der Bundesfachabteilung Ausbau und Trockenbau des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Unterstützt wird die Normungsinitiative vom Bundesverband Ausbau und Fassade und dem Bundesverband in den Gewerken Ausbau und Trockenbau. Förderer sind namhafte Unternehmen des Fachhandels und der Hersteller. Fachliche Projektarbeit leistet die Fachhochschule Rosenheim.

„Eine mehrjährige Hängepartie ohne Alternativen zu allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen kann sich niemand leisten. Das wäre der Tod der brandschutzrelevanten Leichtbauarten“, betonte Dipl.-Ing. Helmut Bramann, Geschäftsführer Technik, Technik- und Spartenpolitik beim HDB, bei der Vorstellung der Initiative im Rahmen der BAU 2015 in München.

Bramann forderte zudem alle Marktteilnehmer auf, an der Initiative mitzuwirken, um so eine breite Basis für wirtschaftlich und technisch tragfähige beziehungsweise „systemoffene“ Realisierungsmöglichkeiten zu schaffen. „Grundlage hierfür ist ein Normenbestand auf dem aktuellen Stand der Technik“, sagte er. Es müsse jetzt eine tragfähige Lösung erarbeitet werden.

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