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05.09.2013 | Bauphysik | Im Fokus | Onlineartikel

Erdungsanlagen, Blitzschutz und RCDs richtig einsetzen

Autor:
Annette Galinski

Teil 2 der wichtigsten Aspekte bei der elektrotechnischen Ausstattung eines Wohngebäudes

„Eine Anlage mit mehreren in Reihe geschalteten Überstromschutz-Einrichtungen ist selektiv, wenn im Störungsfall nur die, in Energierichtung gesehen, direkt vor der Störungsstelle liegende Überstrom-Schutzeinrichtung anspricht und allein den Fehler abschaltet. Nichtbetroffene Abzweige werden weiterhin versorgt“, erläutert Spinger-Autor Autor Ismail Kasikci im Buchkapitel „Planung eines Wohngebäudes“ (S. 371).

Wenn neben der Überstrom-Schutzeinrichtung im betroffenen Stromkreis auch die Überstrom-Schutzeinrichtung im vorgeordneten Stromkreis abschaltet, wird für weitere vom Fehler nicht betroffene Stromkreise die Spannungsversorgung unterbrochen. In diesem Fall spricht man von nicht selektivem Verhalten. Der sogenannte Back-up-Schutz ist gegeben, wenn im Kurzschlussfall eine nachgeordnete Überstrom-Schutzeinrichtung durch eine vorgeordnete Überstrom-Schutzeinrichtung geschützt wird.

Erdungsanlagen

Eine Erdungsanlage dient dem Schutz vor gefährlichen Berührungsspannungen zwischen der technischen Anlage und dem Erdreich sowie zum Potenzialausgleich. Sie wird nach DIN VDE 0100-Teil 540 geplant.

Blitzschutz

Der Blitzschutz umfasst Einrichtungen zum Auffangen und Ableiten des Blitzstromes in die Erdungsanlage. Allerdings schreibt die Landesbauverordnung (LBO) Blitzschutzeinrichtungen für Wohngebäude nicht zwingend vor. Wenn eine Blitzschutzeinrichtung zum Einsatz kommt, ist die Gesamtzahl der erforderlichen Ableitungen nach Schutzklasse einzuhalten. In der Norm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) werden typische Abstände zwischen Ableitungen und Ringleitern in Abhängigkeit der Schutzklasse genannt.

Auslegung der Unterverteiler

Die Auslegung der Stromkreise erfolgt nach DIN 18015. Über die angeschlossene Leistung und die Betriebsspannung lässt sich der Betriebsstrom des Stromkreises berechnen. Über diesen wiederum werden die passende Sicherungsgröße und der Kabelquerschnitt ermittelt. Zu beachten ist die gleichmäßige Verteilung der Last auf die Leiter und die Auslegung des maximal zulässigen Spannungsfalls nach DIN VDE 0100-520 Beiblatt 2.

Zusätzlicher Schutz durch RCDs

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen sind vorgeschrieben. Die sogenannten RCDs (Residual Current protective Device oder auch Fehlerstromschutzschalter, kurz: FI-Schutzschalter) dienen der schnellen allpoligen Abschaltung von Betriebsmitteln, falls durch Isolationsfehler gefährliche Berührungsspannungen auftreten, dem Schutz gegen direktes Berühren und dem Brandschutz.

Berechnung des Spannungsfalls

Der längste Stromkreis dient der exemplarischen Berechnung des Spannungsfalles. Der Spannungsfall für die einzelnen Stromkreise der Unterverteiler lässt sich aus Tabellen im Beiblatt 2 zu DIN VDE 0100-520 ablesen.

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