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17.06.2015 | Bauphysik | Im Fokus | Onlineartikel

Solarenergie für Aufzüge

Autor:
Christoph Berger

In zwei Bauabschnitten entsteht derzeit in Norderstedt das „Quartier No. 452“. Gebaut wird es als KfW-Effizienzhaus 55 – sämtliche Wohnungen sind zudem barrierearm gestaltet. Und: Ausgestattet wird das Quartier mit sieben Solaraufzügen.

Das Neubauprojekt „Quartier 452“ in Norderstedt wird mit sieben Solaraufzügen der Firma Schindler ausgestattet. Die Aufzüge können ausschließlich mit Solarenergie betrieben werden – die Installation der ersten Aufzüge ist für die zweite Jahreshälfte 2015 geplant.

Die Aufzüge werden dazu an die Photovoltaikanlage angeschlossen. Installiert wird zudem ein Energiespeicher, der mit einem sogenannten Hybrid-Power-Manager verbunden ist. Dieser sorgt dafür, dass die Anlage auch dann nicht stehen bleibt, wenn die Sonne mal nicht ausreichend Energie liefert. Der Energiespeicher wird aus der Solaranlage oder aus einer Spannungsversorgung mit 230 Volt gespeist.

Überschüssige Energie wird gespeichert

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Außer der Sonnenenergie soll außerdem die vom Aufzug selbst überschüssig erzeugte Energie, die beispielsweise beim Bremsen entsteht, gespeichert werden und dem Aufzug wieder zugeführt werden.

Sollte die Netzversorgung mal vollständig ausfallen, bleiben die Aufzüge mithilfe des Hybrid-Power-Managers laut Schindler voll einsatzfähig – bis zu 400 Fahrten sind dann auch noch ohne externe Energiezufuhr möglich.

Auch in Frankreich erster solarbetriebener Aufzug

Erst vor Kurzem wurde in Frankreich der erste mit Solarenergie betriebene Aufzug in einem Wohnviertel installiert. Der dort von der Firma Otis zum Einsatz gekommene Aufzug benötigt laut Unternehmensangaben aufgrund seines Batteriesystems weniger Strom als eine Mikrowelle.

Auch dort ist der Aufzug mit der Photovoltaikanlage verbunden, er ist an vier Solarmodule auf dem Dach des Gebäudes angeschlossen. 80 Prozent seines Energiebedarfs sollen so gedeckt werden, in den Sommermonaten sogar 100 Prozent. Bei Ausfällen sind aufgrund des installierten Batteriesystems noch 100 weitere Fahrten möglich.

Energieeinsparungen bei Aufzügen und Rolltreppen

Laut einer Studie des American Council for an Energy-Efficient Economy benötigen Aufzüge und Rolltreppen in den meisten Gebäuden zwischen zwei und fünf Prozent des Energiebedarfs. Während Hochphasen könne dieser Bedarf aber auch mal auf bis zu 50 Prozent ansteigen. Doch es gebe Technologien, mit denen sich der Bedarf um 40 Prozent oder mehr verringern lasse.

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