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02.12.2014 | Bauphysik | Im Fokus | Onlineartikel

Nachhaltig für die kommenden 100 Jahre

Autor:
Christoph Berger
2:30 Min. Lesedauer

Auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Japan entstand die Fujisawa Sustainable Smart Town. Ein Technologiekonzern ist dabei nicht nur Initiator der Stadt.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde Ende November 2014 die Fujisawa Sustainable Smart Town von Panasonic in der Nähe von Tokio eröffnet. Schon Anfang des Jahres waren die ersten von insgesamt 3.000 Bewohnern in die Stadt eingezogen, die mindestens für die nächsten 100 Jahre nachhaltig sein soll.

Die Stadt entstand auf einem 190.000 Quadratmater großem ehemaligen Fabrikgelände. 1.000 Wohnungen, Gewerbeeinrichtungen und öffentliche Gebäude sind dort inzwischen entstanden. Die Kosten für die Stadt werden sich bei der endgültigen Fertigstellung auf rund 420 Milliarden Euro belaufen – so die Prognose.

Der Lebensstil steht im Mittelpunkt

Die Konstrukteure haben bei ihren Planungen einen intelligenten und komfortablen Lebensstil für die Bewohner in den Mittelpunkt gestellt. Das Design und die technische Infrastruktur der Stadt wurden auf dieses Ziel abgestimmt.

Die Nachhaltigkeit der Stadt basiert dabei auf acht Säulen: Energie, Sicherheit, Mobilität, Gemeinschaft, Gesundheit, Club-Services, Finanzen und einer nachhaltigen Vermögensverwaltung.

Reduzierter Energie- und Wasserverbrauch

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Entwickelt und gebaut hat die Stadt das japanische Unternehmen Panasonic in Zusammenarbeit mit acht Partnern. Die Stadt werde nahezu ohne Kohlendioxidemissionen auskommen, heißt es, und sich weitgehend selbst mit Energie versorgen. Hintergrund dafür ist ein vierteiliges Konzept: Energie wird erzeugt, gespeichert, verwaltet und gespart.

Ziel sei es, die Kohlendioxidemissionen beispielsweise mithilfe von Solarzellen und Energiespeichern um 70 Prozent zu senken. Installiert werde die Technik an allen freistehenden Häusern – diese sollen sogar 100 Prozent CO2-frei sein –, Einrichtungen und öffentlichen Bereichen.

Der Wasserverbrauch soll gegenüber dem Durchschnittsverbrauch von 2006 um 30 Prozent gesenkt werden. Dazu kommen wassersparende Produkte zum Einsatz. Zudem werde versucht, Regenwasser maximal zu nutzen.

Ein von Nachhaltigkeit geprägtes Leben

Auf dem zentralen Platz der Stadt gibt es eine Anlaufstelle für den Energieverkauf und -einkauf sowie eine Informations- und Leihstelle für umweltfreundliche Pkw und Elektroräder. Zudem werden Seminare für Umweltbildung oder im Handwerken angeboten. Auch viele kulturelle Veranstaltungen sollen dort künftig stattfinden.

Die Sicherheit der Stadtbewohner soll über einen Sicherheitsservice garantiert werden. Die Rede ist von einer „virtuel gated town“, also eine Stadt mit virtuellen Toren. Dazu zählen nach Unternehmensangaben keine Barrieren und Sicherheitsschleusen an den Eingängen, die bei den Bewohnern ein Unbehagen auslösen könnten. Installiert werden stattdessen Überwachungskameras und Lichter an vielen Orten. Zudem patrouillieren sogenannte „Sicherheits-Concierges“ durch die Einrichtung.

Der initiierende Konzern bringt in die Stadt sein gesamtes Angebot an Energielösungen und intelligenten Elektrogeräten zum Einsatz: Zum Beispiel Solarzellen, Wärmepumpen, Lithium-Ionen-Akkus und LEDs.

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