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14.08.2014 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Große Lücke bei altersgerechten Wohnungen

Autor:
Christoph Berger
2 Min. Lesedauer

Im Bereich der altersgerechten Wohnungen gibt es eine Versorgungslücke. Zu wenig Wohnungen sind altersgerecht umgebaut. Bis 2030 werden etwa 2,9 Millionen Wohnungen in diesem Segment benötigt.

Im Bereich des altersgerechten Umbaus von Wohnungen wird der Investitionsbedarf bis 2030 auf insgesamt 50 Milliarden Euro beziehungsweise drei Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Das geht aus einer Studie hervor, die die Prognos AG im Auftrag der KfW erstellt hat. Schon heute besteht demnach eine große Versorgungslücke. 2,7 Millionen benötigten Wohnungen stehen nur ca. 700.000 altersgerechte Wohnungen gegenüber. 2030 wird der Bedarf bei 3,6 Millionen liegen.

Dieser hohe Betrag resultiert aus der demografischen Entwicklung. Bundesweit wir die Anzahl der Senioren von 16,8 Millionen im Jahr 2010 um 33 Prozent auf rund 22,3 Millionen Menschen im Jahr 2030 ansteigen. Das Seniorenalter startet dabei ab dem 65. Lebensjahr.

Neubauten alleine reichen nicht

„Die Zahlen zeigen, dass der altersgerechte Umbau von Wohnraum an Bedeutung gewinnen wird“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Der Neubau alleine wird die Lücke nicht schließen können. Zum anderen lebe die Mehrheit der älteren Bevölkerung laut der Studie in Bestandgebäuden mit höherem Baualter.

Auch Stefanie Streck schreibt in ihrem Buch „Wohngebäudeerneuerung“, dass altersgerechtes Bauen und Wohnen das zweite große Thema im Wohnungsbau ist. Bund und Länder würden sich verstärkt des Themas annehmen. Denn es brauche einen integrativen Ansatz zum barrierearmen, energieeffizienten und kostengünstigen Wohnen. Außerdem müsse die optimale Anpassung des Wohnungsbestandes an die Bedürfnisse älterer Menschen vorangetrieben werden.

Laut der Prognos/KfW-Studie werden barrierefreie Wohnungen dann als altersgerecht bezeichnet, „wenn sie beispielsweise über einen ebenerdigen Zugang oder einen Aufzug verfügen, die mit breiten und schwellenlosen Türen oder mit einen bodengleichen Dusche ausgestattet sind.“

Ältere Menschen profitieren vom Umbau

Die Studie führt darüber hinaus auch aus, dass nicht nur die älteren Menschen vom Umbau profitieren – sie erhöhen ihre Lebensqualität und könne länger in ihrer vertrauten Umgebung leben. Auch die Pflegehaushalte und Sozialaushalte würden enorm entlastet. Nicht zuletzt würden die baulichen Maßnahmen Arbeitsplätze sichern und schaffen.

Die Schaffung von ausreichend altersgerechtem Wohnraum stellt somit nicht nur die Wohnungswirtschaft, sondern auch die Politik vor große Herausforderungen. Natürlich wird in der Studie auch darauf eingegangen, dass das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ eine entscheidendes Instrument bei der Bewältigung der abzuarbeitenden Aufgaben ist. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass mit ihm alleine die Versorgungslücke nicht geschlossen werden kann. Wohnungseigentümer, Pflege- und Sozialkassen sowie die öffentliche Hand müssten dabei zusammenarbeiten.

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