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19.03.2015 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Ein Plusenergiehaus aus nachhaltigen Materialien

Autor:
Christoph Berger

20 Hochschulteams wurden ausgewählt, am Solar Decathlon 2015 teilzunehmen. Das ist ein vom Energieministerium der Vereinigten Staaten ausgeschriebener und alle zwei Jahre stattfindender Wettbewerb. An einem der Projekte arbeiten Studierende der Technischen Universität München mit.

Studierende der Technischen Universität München (TUM) und der University of Texas at Austin (UTA) entwerfen und bauen ein Plusenergiehaus, das fast vollständig aus nachhaltigen Materialien bestehen und Wasser effizient aufbereiten wird. Der Strom- und Wasserbedarf der Bewohner soll von ihm weitgehend abgedeckt werden. Derzeit finden in Austin, im US-Bundestaat Texas, erste Bauarbeiten und Tests an dem Gebäude mit dem Namen „NexusHaus“ statt.

Der Begriff Nexus kommt aus dem Lateinischen und steht für eine Verbindung oder Verknüpfung. Im „NexusHaus“ ist dies ein zusätzlicher Raum in einem eingeschossigen Pavillon neben einem Schlaf- und Wohnbereich. Dieser Raum kann flexibel genutzt werden: als Wintergarten, überdachte Terrasse oder vergrößertes Wohnzimmer. Außerdem regelt er die Temperatur in dem Haus mit. Im Sommer sorgt er als Teil des Lüftungssystems für angenehme Temperaturen, im Winter ist er ein Puffer zwischen Außen- und Innenluft.

Ausgeklügeltes Energieversorgungssystem

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Über Photovoltaikmodule auf dem Flachdach wird der Strom für Beleuchtung, Haushaltsgeräte und ein Elektrofahrzeug gewonnen. Auch die Klimatisierung wird über Solarstrom versorgt. Damit wird in Kombination mit einer Kältemaschine beziehungsweise Wärmepumpe der Wasserkreislauf gekühlt oder erwärmt. Ein integriertes thermisches Speichersystem verschiebt die Kühlung aus den Spitzenzeiten in die Nachtstunden.

In großen Speichertanks wird zudem Regenwasser gesammelt und mithilfe eines Filtersystems auf Trinkwasserqualität gebracht. Der Garten wird mit Wasser aus der Waschmaschine, dem Waschbecken und der Dusche versorgt. Das Kondenswasser der Klimageräte wird in einem Aquaponiksystem für die Bewässerung von Nutzpflanzen aufbereitet.

Außerdem liefern Speisefische durch ihre Fäkalien die Nährstoffe für das angebaute Obst und Gemüse. Die Pflanzen filtern wiederum das Wasser und erhalten so den Lebensraum der Fische.

Schadstofffreie und sortenreine Baumaterialien

Der Pavillon wird größtenteils aus schadstofffreien Komponenten bestehen, die vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen oder nach Möglichkeit sortenrein in ihre Einzelbausteine zerlegt werden können. Für die Fassade wird zum Beispiel Holz verwendet, im Bad kommen cradle-to-cradle-zertifizierte Keramikfliesen zum Einsatz.

Seit März 2015 führt das internationale Studierendenteam die ersten Bauarbeiten an dem Haus aus. Bis zum Sommer sollen die Module für die Wohn- und Schlafbereiche errichtet werden. Das Finale des Wettbewerbs findet schließlich im Oktober in Kalifornien statt. Dorthin muss das Haus dann noch transportiert werden.

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