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23.01.2015 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Bau 2015: BIM wird kommen

Autor:
Andreas Burkert

Internationale Bauprojekte lieben die Gebäudedatenmodellierung BIM. Doch noch immer bewerben sich deutsche Architekten ohne passenden Datensatz. Außerdem hindern fehlende Standards und die Diversifizierung der Gewerke den Durchbruch in Deutschland.

Die Gebäudedatenmodellierung als dreidimensionales Großereignis beherrscht die Halle C3 der diesjährigen Bau 2015. Noch bis morgen wird auf dem Gelände der Messe München die Zukunft des Bauens gezeigt. Abseits neuer Materialien, Bautechniken und Werkzeuge ist das Erstellen eines intelligenten 3D-Planungsmodells das A und O für Architekten, die auch international Bauprojekte planen.

Selbst wenn viele es noch nicht einsehen: Die Zeiten endlos langer Teillisten und der Strichzeichnungen mit CAD sind bald vorbei, erklärt uns ein Bauexperte von Autodesk. Denn nur mit dem Building Information Modeling (BIM) können „Bauherren und Dienstleister Planung, Konzeption, Ausführung und das Verwalten von Gebäuden und Infrastruktur optimieren“.

Kostensichere und termingenaue Abwicklung

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Auch der Bundesverband Bausoftware BVBS schätzt die Vorteile der 3D-Gebäudedatenmodellierung. Immerhin lässt sich bei Großprojekten ein Drittel der Planungszeit sparen, so eine Sprecherin des Verbands. „Einmal abgesehen von einer kostensicheren und termingenauen Abwicklung komplexer Baumaßnahmen“. Und selbst eine Plausibilitätsprüfung ist per Mausklick möglich – da werden dann zum Beispiel Außenwand zu Fassadenfläche analysiert. Darüber hinaus ist dank der koordinierten und konsistenten Daten das Arbeiten in sämtlichen Phasen des Projektlebenszyklus „enorm effizient“.

Warum meiden deutsche Architekten noch immer BIM?

Vor diesem Hintergrund erscheint es nur verständlich, dass viele internationale Bauprojekte den BIM-Einsatz fordern. „International gibt es fast nur noch Ausschreibungen via BIM“, so der BVBS. Wenn in naher Zukunft dann noch fehlenden Module zur Baufehlersimulation, zum Risikomanagement wie auch zum Durchkalkulieren verschiedener Szenarien dazukommen, wird sich auch die Akzeptanz in den Büros deutscher Architekten merklich verbessern.

Doch warum meiden derweil vor allem kleinere Architekturbüros BIM? Laut Planungsexperten erfordert zum einen eine erfolgreiche Implementierung eine sorgfältige und strukturierte Vorgehensweise. Zum anderen ist das transparente Zusammenarbeiten der verschiedene Gewerke ein Hindernis. „Es mangelt an der Bereitschaft, Bauteil-Know-how ohne Gegenwert weiterzugeben. Immerhin ist das Erstellen mit Kosten verbunden“, sagt einer von ihnen.

Für das Nachbarland Österreich ist dies kaum ein Problem. Dort verantwortet nämlich der Baumeister die Haustechnik, die Architektur und die Statik. Ist das also der entscheidende Grund, weshalb die Computersoftware zur Gebäudedatenmodellierung im Ausland wesentlich weiter im Markt verankert ist als in Deutschland?

Es gibt noch einen weiteren Makel: die fehlende Standardisierung etwa bei den Bauteilparametern. So tritt es unter anderem auf, dass einige „Fensterbreite“ als Parameterbezeichnung angeben, andere hingegen nur „Breite“. Werden dann verschiedene Datensätze in einem Gesamtprojekt zusammengeführt, ist eine korrekte Auswertung kaum noch möglich. Dabei bietet BIM die Möglichkeit, eigene Parameter wie Q-Wert, K-Wert, Material oder die Stahlbetongüte festzulegen. Selbst Bauteilkosten können hinterlegt werden.

BIM-Manager organisieren die Prozesse

Sind die Daten einmal eingepflegt, kann das Baumodell über die IFC-Schnittstelle (OpenBim) weitergegeben werden. Dann kann jeder dasselbe Gebäudemodell nutzen. So wie es beispielsweise das Bauunternehmen Wolff & Müller praktiziert. Das Projekt liegt bei dem Bauunternehmen auf dem Server und die beteiligten Architekten greifen via Internet auf den Server des Bauunternehmens zu. Ein sogenannter BIM-Manager fungiert dort als Aufpasser und achtet darauf, dass jeder nach dem richtigen Schema arbeitet.

Wichtige Gründe, BIM während der Entwurfs- und Bauvorbereitungsphase zu nutzen:

  • Koordination mehrerer Gewerke: 60 %

  • Visualisierung der Entwurfsidee: 52 %

  • Modellierung für Machbarkeitsbeurteilung: 34 %

  • Mengenbestimmung aus einem Modell: 30 %

  • Integration von Modell mit Zeitplan (4D): 29 %

  • Integration von Modell mit Kosten (5D): 24 %

  • Virtuelle Baustellenplanung und -logistik: 23 %

  • Wertanalyse: 16 %

  • Laser-Scan zur Bestandsaufnahme in einem Modell vor Baubeginn: 13 %

  • Sicherheitsplanung und -schulung: 6 %

Ergebnis einer Befragung von Bauunternehmern hinsichtlich der drei wichtigsten Aktivitäten

Quelle: McGraw-Hill Construction, Januar 2014

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