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12.03.2013 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Innenentwicklung vor Außenentwicklung

Autor:
Annette Galinski
1:30 Min. Lesedauer

Die über Jahrhunderte gewachsene lebendige Dichte und Nutzungsmischung in den meisten unserer Städte ist mit neuen Städten und Neubaugebieten niemals zu erreichen. Daher sollte jede weitere Ausdehnung möglichst vermieden werden. Vor der Ausweisung neuer Baugebiete oder der Erweiterung von Siedlungsflächen nach außen sollten daher zuerst die vorhandenen Stadtgebiete dem sich ständig wandelnden Bedarf angepasst und weiterentwickelt werden. Im Klartext bedeutet dies: Die Innenentwicklung steht vor der Außenentwicklung.

Für kleinere bis mittlere Städte ergibt sich aus der Vorgabe "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" folgende Prioritätenliste:

  1. Entwickeln des Ortskerns. Dies beinhaltet nicht nur die Instandhaltung oder -setzung der vorhandenen Gebäude, sondern auch Neubauten für neue Bedürfnisse.
  2. Entwickeln der übrigen Baugebiete, z.B. der Wohn- und Gewerbeflächen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind.
  3. Besteht darüber hinaus Baubedarf, sollten innerstädtische Brachflächen wie stillgelegte Industrieanlagen oder Güterbahnhöfe umgenutzt werden.
  4. Nur, wenn die Innenentwicklung nicht ausreicht, um eine starke Baulandnachfrage zu befriedigen, kann die Siedlungsfläche erweitert werden. Allerdings sollten dabei keine neuen Siedlungskerne im Außenbereich geschaffen werden, sondern Lücken zwischen vorhandenen Siedlungsgebieten geschlossen oder bestehende Baugebiete abgerundet werden.

Bestehendes schützen und weiterentwickeln

"Naturschutzgebiete, Biotopverbundflächen und sonstige Flächen mit schützenswerter Natur schließlich dürfen in keinem Fall überplant werden", erläutert Professor em. Dr. Johannes Meyer, der als Professor für Städtebau im Fachbereich Architektur an der Bergischen Universität Wuppertal lehrte. Ebenso sollte jede Ausdehnung der Siedlungsflächen und die weitere Entmischung der baulichen Nutzung vermieden werden. Dazu gehören die Entvölkerung der Innenstädte oder die Auslagerung des Gewerbes in Gewerbegebiete und Einkaufszentren am Stadtrand.

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Quelle:
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