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25.04.2013 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Wohnraumbedarf weitsichtig planen

Autor:
Annette Galinski

Nachhaltige, wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Städte in Europa – Das  ist das Thema der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages, der von  23. bis 25. April 2013 in Frankfurt stattfindet. Wie sieht in diesem Kontext die Situation in deutschen Städten aus? Wie nachhaltig ist unsere Stadtentwicklung? Wie viel Wohnraum wird beispielsweise benötigt und wie hoch wird der Wohnungsbedarf angesichts einer immer schneller schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland in Zukunft sein?

Mit sinkenden Bevölkerungszahlen sinkt auch der zusätzliche Wohnungsbedarf. Im Jahr 2005 lag er in Deutschland bei rund 200.000, um 2015 wird er voraussichtlich den Nullpunkt erreichen. Für jede neue Wohnung wird dann eine andere leer stehen oder zurückgebaut werden müssen. 

Gestiegene Flächenquote

Die Wohnfläche pro Person (Flächenquote, gemessen in m²/EW) ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland erheblich gestiegen: von 20,5 m² Anfang der 1950er-Jahre über 36 m² vor 1989 (nur Westdeutschland) auf heute rund 42 m². Diese Angaben beziehen sich auf die Nettowohnfläche (NWF).

Eine wesentliche Ursache für das Wachstum der Flächenquote waren die großen Einkommenssteigerungen der Vergangenheit, die zu höheren Wohnansprüchen führten. Wenn in Zukunft die Einkommen nicht mehr in demselben Maß zunehmen, wird vermutlich auch das Wachstum der Flächenquote abgebremst werden, jedoch nicht zurückgehen. 

Weitere Gründe für den Anstieg der Flächenquote finden sich in

  1. einer gestiegenen Anzahl an Haushalten (bei sinkender Personenzahl pro Haushalt),  
  2. einer mangelnden Flexibilität klassischer Wohngrundrisse zur Anpassung an unterschiedliche Lebenssituationen.

Wohnungsbedarf lokal und individuell bestimmen

Der Wohnungsbedarf sollte für jede Gemeinde gesondert aus der örtlichen Entwicklung der Bevölkerung und der Haushaltsgröße ermittelt werden. Wenn beispielsweise in einer Stadt in den letzten Jahren Einwohnerzahl und Haushaltsgröße in ungefähr gleichem Maß abgenommen haben, kann auch für die nächsten Jahre von keinem nennenswerten Neubaubedarf ausgegangen werden. Das trifft u. a. auf die meisten Städte im Ruhrgebiet zu. Trotz eines deutlichen Bevölkerungsrückgangs gab es dort bisher keine gravierenden Leerstände, allerdings auch keinen größeren Neubaubedarf. Ist dagegen die Bevölkerungsabnahme geringer als die der Haushaltsgröße oder nimmt die  Einwohnerzahl zu, steigt der Wohnungsbedarf. 

Nachhaltige Stadtplanung

Alle Planungen im Sinne nachhaltiger Städte – vom allgemeinen Flächennutzungsplan bis hin zu städtebaulichen Einzelentwürfen und Bebauungsplänen – sollten von der Wohnbebauung ausgehen. Aus ihr resultiert der Bedarf an Wohnfolgeeinrichtungen wie Läden oder Schulen, die „soziale Infrastruktur“ der Stadt, sowie die erforderliche technische Infrastruktur, insbesondere Verkehrsanlagen.

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