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28.11.2012 | Bauplanung | Im Fokus | Onlineartikel

Wofür steht Nachhaltigkeit?

Autor:
Annette Galinski

Themen, die sich mit Aspekten der Nachhaltigkeit befassen, stehen seit einiger Zeit hoch im Kurs. Und die meisten verbinden etwas mit dem Begriff – oder haben eine ungefähre Vorstellung davon, was Nachhaltigkeit  bedeutet. Das ist einiges: Nachhaltigkeit, wenn zielführend betrieben, betrifft alle Bereiche unseres Lebens und lässt sich nicht in wenigen Worten beschreiben. Wir befassen uns mit der Definition und den Auswirkungen von Nachhaltigkeit – in diesem Beitrag im übergeordneten Sinn, in den folgenden Beiträgen speziell auf das Bauen bezogen.

Ursprünglich wurde die Bezeichnung „Nachhaltigkeit“ in der Forstwirtschaft verwendet. Im Jahr 1713 beschreibt der Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg, Hans Carl von Carlowitz, damit eine Bewirtschaftungsweise, die auf den Systemerhalt und die Regeneration aus eigener Kraft abzielt: „Nicht mehr Holz schlagen, als nachwächst“ oder auch „nicht vom Kapital leben, sondern von den Früchten.“ 

1987 definierte die Brundtlandkommissionon (von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung) in ihrem Abschlussbericht „Unsere gemeinsame Zukunft“: „Nachhaltige Entwicklung besteht dann, wenn die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt werden, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, einzuschränken.“

Nachhaltigkeit – aktuell

„Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“ Diese Definition formuliert der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Dem RNE gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden.

Zu den Aufgaben des RNE gehören:

  • die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie,

  • die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie

  • Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Im April 2002 verabschiedete die Bundesregierung die nationale Nachhaltigkeitsstrategie für Deutschland. In dieses Dokument flossen die Ergebnisse von Konsultationen gesellschaftlicher Gruppen und Vorschläge des Rates für Nachhaltige Entwicklung ein. Seitdem ist die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie mit Hilfe sogenannter Fortschrittsberichte mehrfach weiterentwickelt worden. Seit 2006 dokumentiert das Statistische Bundesamt im Auftrag der Bundesregierung, welche Richtung die nachhaltige Entwicklung in Deutschland einschlägt in jährlich erscheinenden Indikatorenberichten.

Am 17. April 2012 wurde die nationale Nachhaltigkeitsstrategie zehn Jahre alt. Im Rahmen einer Bilanz sagte Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung: „In zehn Jahren hat sich mehr verändert, als oft wahrgenommen wird – aber noch zu wenig, als für einen Übergang in die ressourcensparende und klimaneutrale Gesellschaft nötig ist. Allerdings hat sich in den letzten Jahren etwas Entscheidendes getan: Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ist als Wert in der Gesellschaft erkannt und akzeptiert worden.“

Nachhaltigkeit – international

Weltweit verbinden Menschen mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ Werte und Ziele wie Umweltschutz bzw. Ressourcenschonung, Gerechtigkeit und eine Entwicklung, die sich an den künftigen Generationen orientiert. Ein einheitliches Verständnis für die Inhalte von Nachhaltigkeit ist allerdings nicht möglich, denn dies hängt von unterschiedlichen Faktoren der jeweiligen Region ab: geografischen und klimatischen, kulturellen und religiösen, vom Staatswesen und der wirtschaftlichen Situation. So bedarf es gesellschaftlicher Diskussionen und Kompromisse, um Wege in Richtung stärkerer Nachhaltigkeit zu finden und zu beschreiten.

Serie: Nachhaltigkeit beim Bauen

Teil 2: Prinzipien des nachhaltigen Bauens

Teil 3: Ökologische Qualitäten des nachhaltigen Bauens

Teil 4: Ökonomische Qualitäten des nachhaltigen Bauens

Teil 5: Soziokulturelle Qualitäten des nachhhaltigen Bauens

Teil 6: Prozessqualität des nachhaltigen Bauens

Teil 7: Baustoff- und Gebäudedaten

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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