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Über dieses Buch

Aufgabe der Baurevision ist, Bauprojekte auf Ordnungs- und Rechtmäßigkeit sowie Wirtschaftlichkeit hin zu überprüfen. Dieses Fachbuch stellt, am Enstehungsprozess eines Bauvorhabens - von der Idee bis um Betrieb - orientiert dar, wie die Projektabwicklung geplant und dokumentiert werden muss, damit sie einer Revision stand halten. Das Buch gibt eine Übersicht über nationale und internationale Regelungen und leitet aus Praxisbeispielen konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Grundlagen

Zusammenfassung
Ein sogenanntes Audit oder eine Revision ist eine systematische und prozessunabhängige Untersuchung der qualitätsbezogenen Tätigkeiten in Übereinstimmung mit den geplanten Anordnungen und zu erreichenden Zielen. Dabei wird festgestellt, ob Vorgänge normgerecht durchgeführt wurden. Die Interne Revision prüft im Auftrag der Unternehmensführung unabhängig und objektiv die Unternehmensprozesse und Kontrollsysteme. Diese Aufgaben führt die Interne Revision in den kaufmännischen, technischen und juristischen Bereichen des Unternehmens durch. Die Technische Revision beurteilt die Qualität der technischen Prozesse und identifiziert Optimierungspotenzial im Bereich des Prozess- und Risikomanagement. Die Baurevision ist als Sonderaudit mit dem Fokus auf Bauprozesse ein Teilgebiet aus dem Bereich der Technischen Revision und damit der Internen Revision. Der Bauprozess bzw. die Ausführung von Bauleistungen ist die Gesamtheit miteinander verknüpfter aufeinander abgestimmter Tätigkeiten, Aufgaben und Abläufe, die über einen bestimmten Zeitraum in einer bestimmten Qualität ausgeführt werden. Der Bauprozess erfolgt – abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen – nicht durch eine einzelne Person. Um ein Bauwerk bis zur funktionsfähigen Reife fertig zu stellen, ist eine große Zahl an Personen beteiligt. Bauprojekte sind durch drei wesentliche Aufgabenfelder geprägt: Projektmanagement, Planung und Ausführung. Alle drei Aufgabenfelder beinhalten zahlreiche Teilprozesse. Zum Vornehmen einer Prozessanalyse müssen deshalb im Vorfeld Kriterien festgelegt werden, nach denen die Analyse erfolgen soll. Die sorgfältige Analyse der Prozesse lässt Rückschlüsse auf den Reifegrad der Prozesse zu und liefert eine Bewertung der Risiken, welchen der Bauprozess ausgesetzt ist. Dieses Kapitel diskutiert die theoretischen Grundlagen und Begriffe von der Einordnung der Baurevision in der Unternehmensführung über das allgemeine Prozessmanagement bis hin zur Systematik der Prozesse bei der Abwicklung eines Bauprojektes.
Peter Wotschke, Gregor Kindermann

Kapitel 2. Planung der Baurevision

Zusammenfassung
Durch eine funktionierende Revisionsplanung wird sichergestellt, dass die Ressourcen der Baurevision effizient und effektiv genau dort eingesetzt werden, wo das Unternehmen einerseits großen Risiken bei der Projektabwicklung ausgesetzt ist, aber andererseits auch große Chancen besitzen kann. Die wesentlichen Schritte für die Planung einer Baurevision, lassen sich in einem Algorithmus zusammenfassen, deren Bestandteile in diesem Kapitel systematisch und ausführlich vorgestellt werden. Am Anfang steht die Bestimmung des Prüfungsziels. Unterschieden wird in anlassbezogene Prüfungen, prophylaktische Prüfungen oder eine prophylaktische Kostenkontrolle. Im Anschluss gilt es, dass Prüfgebiet, das Prüffeld und den Prüfgegenstand zu identifizieren. Dies erfolgt durch Eingrenzung des Umfangs der zu prüfenden Teilprozesse anhand einer Matrix mit den sogenannten Prüfgebieten in den Spalten, Prüffeldern in den Zeilen und Prüfgegenständen als Schnittmenge. Wenn nicht bereits vorgegeben, ist als nächstes die Projektauswahl zu treffen. Dies kann durch eine Bewertung einer Auswahl von Projekten anhand einer Risikomatrix auf der Basis von 10 typischen Risikokriterien für Bauprojekte erfolgen. Das Projekt mit der höchsten Punktzahl wird das Prüfprojekt. Bei anlassbezogenen Prüfungen entfällt dieser Schritt. Danach beginnt die Grundlagenermittlung für die Vorbereitung der Prüfung. Das Identifizieren der erforderlichen Beteiligten und der notwendigen Informationen kann wiederum anhand einer Matrix mit Prüfgebieten in den Spalten, Prüffeldern in den Zeilen und den Beteiligten bzw. den erforderlichen Informationen als Schnittmenge vorgenommen werden. Als letzter Planungsschritt einer Baurevision wird die Terminierung vorgenommen. Der vorgeschlagene Algorithmus ist in einem Flussdiagramm zur Unterstützung der Revisionsplanung abgebildet und kann direkt als Arbeitsmittel verwendet werden.
Peter Wotschke, Gregor Kindermann

Kapitel 3. Durchführung der Baurevision

Zusammenfassung
Für die Durchführung der Prüfungshandlungen einer Baurevision existiert keine allgemeingültige verbindliche Festlegung. In Kap. 2 wurde gezeigt, wie ein Prüfprogramm aufgestellt werden kann. Dabei ist es ratsam, dass ein Baurevisor, eine Prüfgesellschaft oder eine entsprechende Abteilung für sich ein eigenes Prüfprogramm definiert. Dies stellt sicher, dass unterschiedliche Prüfende für unterschiedliche Objekte immer in derselben Qualität ihre Prüfung vornehmen. Zudem werden Prüfergebnisse vergleichbar. Außerdem besteht die Möglichkeit, bei Wiederholungsprüfungen, die Erfolge von Verbesserungsmaßnahmen messbar und damit sichtbar zu machen. In Kap. 2 wurden dafür Möglichkeiten skizziert. In diesem Kapitel wird anhand von Beispielen gezeigt, wie für die drei vorgestellten Prüffälle (anlassbezogene Prüfung, prophylaktische Prozessprüfung, prophylaktische Kostenkontrolle) konkrete Prüfungshandlungen durchgeführt werden können. Es werden drei unterschiedliche Fallbeispiele vorgestellt. Die Beispiele stammen aus der Praxis der Autoren, sind jedoch für dieses Buch anonymisiert, teilweise verändert und konstruiert und im Umfang stark reduziert. Sie zeigen jedoch von der Beschreibung einer möglichen Ausgangslage bis hin zu der Darstellung eines Prüfergebnisses mit konkreten Handlungsanweisungen einen guten Leitfaden zur Durchführung einer Baurevision.
Peter Wotschke, Gregor Kindermann

Kapitel 4. Auswertung der Baurevision

Zusammenfassung
Die Ergebnisse einer Revisionsprüfung münden in einer Ergebnisdarstellung, deren geeignete Form von den Umständen des Einzelfalls abhängt. Sie kann bspw. als Prüfbericht, als Gutachten zum Prüfgegenstand oder als Workshop ausgestaltet werden. Form, Inhalt und Umfang der Ergebnisdarstellung variiert in Abhängigkeit vom Prüfungsgegenstand und der Zielstellung, die der Auftraggeber einer Baurevision verfolgt. Sofern der Auftraggeber dies nicht schon in der Ausschreibung der Baurevisionsleistung formuliert hat, empfiehlt es sich, diese im Vorfeld der Prüfung abzustimmen. Das Kapitel zeigt Beispiele für die genannten Ergebnisdarstellungen.
Peter Wotschke, Gregor Kindermann

Kapitel 5. Schlussgedanke

Zusammenfassung
Mit diesem Buch haben es sich die Autoren zur Aufgabe gemacht, über das spannende, vielfältige und abwechslungsreiche Tätigkeitsfeld in der Baurevision aufzuklären und dadurch das Bild von der Baurevision bei den Baubeteiligten zu verbessern. Wenn mit diesem Buch bewirkt wird, dass der Eine oder die Andere die Baurevision als Chance begreift, sich und seine Arbeit zu verbessern – nicht als Risiko, Fehler aufgezeigt zu bekommen – dann sind die Autoren dem angestrebten Ziel schon ein gutes Stück näher gekommen.
Peter Wotschke, Gregor Kindermann

Backmatter

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