Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Der zweite Band behandelt die nichtmetallisch-anorganischen Baustoffe, von denen der Beton und das Mauerwerk für tragende Bauteile wichtig sind. Die übrigen Baustoffe dieser Gruppe werden nur in geringem Umfange konstuktiv eingesetzt, so z.B. der Naturstein in der Denkmalpflege und das Glas im Glasstahlbetonbau. Lediglich Decken- und Mauerziegel sind für tragende Bauteile bei Stahlsteindecken und Mauerwerk von größerer Bedeutung. Letztere werden daher im Teil E kurz besprochen. Neben und zusammen mit Stahl ist Beton heute der wichtigste Baustoff. Gegenüber fast allen anderen Baustoffen hat er den Vorteil, daß er fast unbegrenzt eingesetzt und gestaltet und vom Verwender selbst seinen Anforderungen entsprechend zielsi­ cher hergestellt werden kann. Die Herstellung in einem Betonwerk bzw. die Herstel­ lung oder wenigstens die Verarbeitung auf der Baustelle, meist im Verant­ wortungsbereich eines Bauingenieurs, bedarf jedoch besonderer Kenntnisse der Betoneigenschaften, ihrer Beeinflussung und ihrer Wirkung. Im letzten Jahrzehnt sind im Stahlbetonbau in größerem Umfang Mängel aufgetre­ ten, die allerdings weniger auf Baustoffehier, sondern im wesentlichen auf Planungs­ und Ausführungsfehler zurückzuführen sind. Da diese zum Teil aber auch auf mangelnden Baustoffkenntnissen beruhen, wurde der Dauerhaftigkeit in Teil D8 noch mehr Raum gewidmet. Sie wurde in der Vergangenheit gegenüber der Druck­ festigkeit zu sehr vernachlässigt und muß in Zukunft stärker berücksichtigt werden. Der Teil D wurde in dieser Auflage übersichtlicher strukturiert. Den Betonzusätzen wurde wegen der steigenden Bedeutung ein eigener Teil D3 mit den Abschnitten Zusatzstoffe und Zusatzmittel gewidmet. Der frühere Teil Normalbeton wurde in die Teile D4 Frischbeton, DS Festbeton und D6 Besondere Betone gegliedert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

D. Beton

Zusammenfassung
Die Begriffe Mörtel und Beton sind im Grunde genommen Strukturbegriffe. Sie bezeichnen ein Konglomerat von groben und feinen Stoffen, die durch ein Bindemittel verkittet sind. Mörtel und Beton unterscheiden sich lediglich durch das Größtkorn, wobei die Grenze bei 4 mm liegt.
Karlhans Wesche

D1. Bindemittel

Zusammenfassung
Bindemittel sind Stoffe, die gröbere oder feinere Körner (Zuschlag) fest miteinander verkitten. Sie werden nur selten als reine Bindemittelleime ohne Zuschlag verwendet, da diese im allgemeinen zu teuer sind und zum Teil ungünstige Eigenschaften aufweisen. Bestimmte Bindemittel erhärten nur an der Luft (z. B. Luftkalke und Gips), andere nach Luftlagerung auch unter Wasser (hydraulisch erhärtende Kalke) oder sofort nach Verarbeitung an Luft oder unter Wasser (Zemente). Man unterscheidet danach zwei Hauptgruppen:
  • Luftbindemittel, die nur an der Luft erhärten und im erhärteten Zustand wasserlöslich sind, und
  • hydraulische Bindemittel, die an der Luft und unter Wasser erhärten und im erhärteten Zustand wasserbeständig sind.
Für tragende Bauteile werden Kalke, Zemente, Putz- und Mauerbinder (PM-Binder, für Mauermörtel) und Anhydritbinder (für Estriche) verwendet.
Karlhans Wesche

D2. Betonzuschlag

Zusammenfassung
Zuschlag ist das Korngerüst, das mit Hilfe der aus Bindemittel und Wasser gebildeten Matrix verkittet wird. Er besteht entweder aus natürlichem oder künstlichem dichtem sowie porigem Gestein oder aus Metallen oder organischen D2 Betonzuschlag Stoffen mit Korngrößen, die für die Betonherstellung geeignet sind, und wird als Gemenge (Haufwerk) von gleich oder verschieden großen Körnern verwendet.
Karlhans Wesche

D3. Betonzusätze

Zusammenfassung
Betonzusätze werden dem Beton zugegeben, um durch chemische und physikalische Wirkung die natürlichen Eigenschaften von Frisch- und Festbeton — z. B. Konsistenz, Verarbeitbarkeit, Festigkeit, Dichtheit, Widerstandsfähigkeit und Farbe — besonderen Anforderungen anzupassen oder günstig zu beeinflussen. Außerdem dienen sie der Rationalisierung des Baubetriebs und der Wirtschaftlichkeit des Baustoffes Beton. Selbstverständlich werden solche Vorteile meist durch gewisse Nachteile erkauft. Sie müssen berücksichtigt werden und dürfen gewisse Eigenschaften wie Ansteifen, Erstarren, Erhärten, Festigkeit und Dauerhaftigkeit nicht so beeinträchtigen, daß Schäden auftreten können.
Karlhans Wesche

D4. Frischbeton

Zusammenfassung
Beton wird aus Zement, Zuschlag, Wasser, gegebenenfalls Zusatzstoffen und Zusatzmitteln zusammengesetzt, gemischt, zur Einbaustelle transportiert, eingebaut, verdichtet und nachbehandelt. Er wird Frischbeton genannt, solange er verarbeitet und verdichtet werden kann.
Karlhans Wesche

D5. Festbeton

Zusammenfassung
Mit der Besprechung der Nachbehandlung und der Temperatur und deren Einflusses auf die Frischbetoneigenschaften ist bereits die Schwelle vom Frisch- zum Festbeton überschritten. Beton wird Festbeton genannt, sobald er erhärtet ist und eine bestimmte Festigkeit aufweist.
Karlhans Wesche

D6. Besondere Betone

Zusammenfassung
Sichtbeton ist Beton, dessen Oberfläche ganz oder teilweise ein vorausbestimmtes Aussehen hat, z. B. durch besondere Art der Schalung oder Betonverarbeitung oder durch nachträgliche Oberflächenbehandlung, und mindestens strukturell sichtbar bleibt. Die Oberflächen können wie folgt eingeteilt werden, wobei die verschiedenen Arten auch kombiniert werden können:
  • Betonoberflächen ohne Bearbeitung, die die Struktur der Schalung zeigen;
  • Betonoberflächen, die mechanisch bearbeitet werden, bei jungem Beton durch Auswaschen (Waschbeton [6.1]), bei ausreichend erhärtetem Beton durch Sandstrahlen, Flammstrahlen, steinmetzmäßige Bearbeitung;1)
  • Betonoberflächen mit Dünnbeschichtungen (Anstrichen).
Heute sind die meisten Betonarbeiten im Ingenieurbau und bei Außenflächen im Hochbau Sichtbetonarbeiten.
Karlhans Wesche

D7. Leichtbeton

Zusammenfassung
Nachteile des Normalbetons sind u. a. die hohe Eigenlast und die relativ hohe Wärmeleitfähigkeit, die beide bei geringerer Rohdichte kleiner werden.
Karlhans Wesche

D8. Dauerhaftigkeit

Zusammenfassung
Dauerhaftigkeit, d. h. dauerhafte Beschaffenheit, bedeutet, daß ein Bauwerk und damit auch die in dem Bauwerk verarbeiteten Baustoffe über die vorgesehene Lebensdauer gegen alle vorauszusehenden Einflüsse bei ausreichender Instandhaltung genügend widerstandsfähig sind. Dazu kann man von einer Nutzungsdauer bei Industriebauten von 25–30 Jahren, bei Wohnbauten von 60 — 70 Jahren und bei Brücken von etwa 100 Jahren ausgehen.
Karlhans Wesche

D9. Mörtel

Zusammenfassung
Mörtel sind Gemische, die aus einem oder mehreren miteinander verträglichen Bindemitteln bestehen und in der Regel mineralische Zuschläge bis zu 4 mm Größtkorn enthalten. Anorganische Mörtel werden mit Wasser angemacht und erhärten durch chemische Bindung von Wasser sowie Kohlensäure an das Bindemittel. Ihnen können Zusätze beigegeben werden, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder zu beeinflussen.
Karlhans Wesche

E. Mauerwerk

Zusammenfassung
Mauerwerk ist ein sehr heterogener Baustoff, der i. d. R. aus Mauersteinen und Mauermörtel besteht und im Verband hergestellt wird, d. h. dessen Stoßfugen von Schicht zu Schicht versetzt sind. Durch den Verband wird die Schwachstelle Stoßfuge (s. S. 434) überdeckt und der Kraftfluß bei Zugspannungen im Steinbereich zum Teil um die Stoßfuge herumgeleitet. Die Besprechung der verschiedenen Verbände gehört in das Gebiet der Baukonstruktion. Mauerwerk kann aber auch ohne Mauermörtel als Trockenmauerwerk hergestellt werden, für das eine bauaufsichtliche Zulassung erforderlich ist.
Karlhans Wesche
Weitere Informationen