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16.06.2017 | Baustoffe | Im Fokus | Onlineartikel

Sandwich-Fassadenwand aus Textilbeton

Autor:
Christoph Berger

Von Textilbeton wird nichts Geringeres erwartet, als dass er den Anfang einer neuen Bau-Ära einleitet. Nun hat ein System für eine Sandwich-Fassadenwand aus dem Baustoff die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erhalten.

Der Vorteile, die mit dem Einsatz von Textilbeton genannt werden, scheinen eindeutig: Die dünnere Bauweise macht Einsparungen beim Architekturbeton von bis zu 70 Prozent möglich, was zum einen die Materialkosten sinken lässt, zum anderen mehr Fläche in Gebäuden garantiert. Im Fachartikel "Perspektiven für technische Textilien im Leichtbau für morgen" der Springer-Zeitschrift "Lightweight Design" schreibt Dr. Klaus Jansen, dass sich ein weitreichender Paradigmenwechsel ankündigt: "Carbon- und Glasfaser ersetzen die Stahlarmierung im Beton. Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit machen den 'Carbonbeton' zum Baustoff der Zukunft."

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Nach Jansens Ausführungen spart Carbonbeton in der Herstellung und Nutzung erheblich Energie und Rohstoffe ein, da die Bauteile lediglich einen Bruchteil der Stahlbetonpendants wiegen. Er schreibt weiter: "Der Leichtbauwerkstoff ist für die Instandsetzung bestehender Bauwerke (Brücken, Gebäude), die Umnutzung wie auch für Neuerrichtungen bestens geeignet und könnte den Instandhaltungsrückstau bei Bauten im Bestand nachhaltig lösen."

Fertigung im Werk

Das auf Carbon- und AR-Glas-Bewehrung spezialisierte Unternehmen Solidan hat für eine Sandwich-Fassadenwand aus Textilbeton nun die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) erhalten – damit werde der Einsatz von Textilbeton baurechtlich deutlich erleichtert, so das Unternehmen.

"Sandwichfassaden wie sie bei Fertigteil-Wandbauweisen früher üblicherweise eingesetzt wurden, bestehen aus zwei Betonschalen mit einer wärmedämmenden Kernschicht", heißt es im Kapitel "Fertigteilbau" des Springer-Fachbuchs "Baukonstruktion – vom Prinzip zum Detail". Sie werden in zwei Arbeitsgängen – jeweils schichtweises Betonieren der Vorsatz- und Tragschale unter Einbindung einer dazwischenliegenden Hartschaumdämmschicht – im Werk gefertigt.

Einfache Installation der Wärmedämmung 

In dem nun bauaufsichtlich zugelassenen System werde die Montage aufgrund der leichteren Bauweise außerdem deutlich erleichtert, mit Schubgittern sollen Wärmedämmungen besonders einfach installiert und Kältebrücken vermieden werden können. 

Zum Einsatz kam die textile Bewehrung erstmals im Büropark Eastsite in Mannheim, im Bürogebäude Eastsite VIII: Zum Einsatz kam darin drei Zentimeter dünne Vorsatzschalen mit textiler Bewehrung aus Glasfasergelegen und Glasfaserschubgittern zur Anbindung an die konventionell bewehrte Tragschale. Inzwischen wurde die Technik und der Baustoff in noch weiteren Gebäuden des Büroparks eingesetzt.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2009 | OriginalPaper | Buchkapitel

Fertigteilbau

Quelle:
Baukonstruktion - vom Prinzip zum Detail

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Qualitätssicherung

Quelle:
Bauobjektüberwachung

2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Wärmedämmung

Quelle:
Energieeffizienz und Energiemanagement

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