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26.03.2015 | Baustoffe | Im Fokus | Onlineartikel

Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

Autor:
Christoph Berger

Beim Bundeswettbewerb „HolzbauPlus – Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ wurden Gebäudeprojekte ausgezeichnet, in denen bei Konstruktion, Dämmung oder Ausbau neben Holz auch Stroh, Hanf, Schilf, Holzfasern, Lehm, Kalk und Zellulose zum Einsatz kamen.

Im Dezember 2012 wurde das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz fertiggestellt. Es steht auf einer ehemaligen städtebaulichen Brachfläche des ehemaligen Bahnhofsareals in Tirschenreuth. Ab Oberkante Bodenplatte wurde es komplett als Holzrahmenkonstruktion vorgefertigt. Auch die Fassade besteht aus Holzelementen. Ihre rote Farbgebung soll an die für die Region typischen Fachwerkhäuser erinnern. Das gesamte Gebäude ist zudem mit nachwachsenden Rohstoffen gedämmt.

Für diese nachhaltige und ressourcenschonende Bauweise wurde das Haus nun als Gewinner in dem vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgelobten 2. Bundeswettbewerb „HolzbauPlus – Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ in der Kategorie „Öffentliches Bauen – Neubau“ ausgezeichnet. Insgesamt wurden in vier Kategorien Bauten prämiert.

Auch bei Sanierungen ist der Einsatz nachhaltiger Baustoffe möglich

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Auffallend dabei ist, dass es sich bei drei der vier Kategorien um Sanierungen handelt. So wurde in der Kategorie „Öffentliches Bauen – Sanierung“ die Sanierung und Revitalisierung des 1543 errichteten historischen Rathauses der Stadt Weinstadt zum Museum Haus mit dem 1. Preis gewürdigt. In der Jurybegründung heißt es, dass anhand des Baus auf vorbildhafte Weise gezeigt werde, „wie mit modernen Holzwerkstoffen neue gestalterische Potenziale bei der Gebäudemodernisierung erschlossen werden können, die über die Möglichkeiten des konventionellen Holzbaus weit hinausgehen.“

Beschädigte Stellen in der Holzkonstruktion von Stielen, Schwellen und Deckenbalken waren erneuert worden. Es wurde eine neue Außentreppe angebracht und ein Aufzugsturm angefügt. Dieser fällt vor allem durch die mit der Methode der Acetylisierung behandelten Platten an der Oberfläche auf.

Ein umgebauter Saalbau und ein Reihenmittelhaus

Auch beim Mehrgenerationenhaus in Gutengermendorf handelt es sich um eine Sanierung. Das Haus erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Wohnungsbau – Sanierung (Land)“. Der einstmalige und unter Denkmalschutz stehende Saalbau wurde unter Verwendung nachwachsender Rohstoffe oder aufgearbeiteter wiederverwendeter Materialien in mehreren Bauabschnitten umgebaut.

In der Kategorie „Wohnungsbau – Sanierung (Stadt)“ gewann ein Reihenmittelhaus in Frankfurter Stadtteil Praunheim. Dieses ist von anderen Gebäuden mit massiver Wandbauweise umgeben. Trotzdem gelang es den Architekten auch hier, nachhaltige und nachwachsende Baustoffe einzusetzen. Die Fassaden wurden als vorgesetzte Holzständerwände mit Holzfaserdämmung, Außenputz und Holzfenstern erneuert.

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