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27.08.2014 | Baustoffe | Im Fokus | Onlineartikel

Richtige Dämmung verhindert die Bildung von Schimmelpilz

Autor:
Christoph Berger
2:30 Min. Lesedauer

Eine Dämmung vermeidet Schimmelbefall und hält die Wärme im Haus. Das belegt ein aktuelles Umfrageergebnis. Allerdings sollte die Dämmung fachgerecht und durch Profis durchgeführt worden sein.

Es ist eine weitverbreitete Meinung, dass es in gedämmten Häusern häufiger zu Schimmelbefall komme als in ungedämmten. Es heißt, die Feuchtigkeit aus dem Inneren könne durch die Dämmung nicht durch das Gemäuer abziehen. Das führe zu Schimmel im Inneren der Häuser.

Dämmung beugt Schimmel vor

Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) kam nun jedoch zu dem Ergebnis, dass diese Einschätzung nicht zutrifft. So vermeidet eine Dämmung vielmehr Schimmelfall und hält gleichzeitig die Wärme im Haus. Laut Studie hatten 39 Prozent der Befragten vor der Sanierung Probleme mit Schimmelpilzen. Nach der Sanierung sank dieser Anteil auf sieben Prozent.

Andreas Skrypietz, Projektleiter der Klimaschutz- und Informationskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erklärt Schimmelsporen gediehen an den kühlsten Stellen im Haus, an denen sich Feuchtigkeit niederschlägt. Dies geschehe bei fachgerecht gedämmten Häusern nicht: „Eine professionelle Dämmung wirkt der Schimmelbildung sogar entgegen. Sie verhindert ein Abkühlen der Wände und beugt so dem Pilzbefall vor.“ Die Sporen liebten feuchte Plätze, die mit einer durchgehenden Dämmschicht verschwänden.

Hohe Raumluftfeuchten verursachen Schimmelbildung

Auch Michael Bauer, Peter Mösle und Michael Schwarz schreiben im Kapitel „Anforderungen an Green Buildings“ ihres Buchs „Green Building“: „Raumluftfeuchten über 70 Prozent können durch Kondensation Schimmelbildung verursachen, die neben gesundheitlichem Unbehagen auch Bauschäden nach sich ziehen kann. Ob für die Regulierung der Raumluftfeuchte zusätzliche technische Maßnahmen getroffen werden müssen, ist abhängig von der Häufigkeit des Auftretens von zu geringen bzw. zu hohen Raumluftfeuchten.“

DBU-Experte Skrypietz erklärt des Weiteren, dass auch der Einbau neuer Fenster keine Schimmelbildung zur Folge habe – vorausgesetzt sie würden fachgerecht in die gedämmte Wand eingesetzt. Werde richtig gelüftet und auch die Fassade energetisch fit gemacht, bestehe keine Schimmelgefahr.

Auch regelmäßiges Lüften hilft

Häufiges Lüften transportiere Feuchtigkeit ab und kühle den Raum nicht aus: „Fünf Minuten Stoßlüftung bei weit geöffneten Fenstern kostet kaum Heizenergie, denn die Wände verlieren die gespeicherte Wärme nicht so schnell“, erläutert Skrypietz. Eigentümer von Häusern ohne Lüftungsanlage sollten mindestens morgens und abends und insbesondere nach dem Duschen, Baden oder Kochen jeweils einmal kräftig durchlüften.

Noch besser geht es Hauseigentümern mit einer zentralen Lüftungsanlage: In Kombination mit einer durchgehenden Dämmschicht seien Lüftungsanlagen vorbeugende Mittel gegen Schimmelbildung. Der Einbau einer solchen Anlage habe außer der Vorbeugung von Schimmel zudem noch weitere Vorteile: Sie spart Energie und sorgt für Wohlfühlklima.

KfW fördert energieeffizientes Sanieren

Wer mit derartigen Überlegungen spielt, dem bietet die KfW im Rahmen des Förderprogramms „Energieeffizient sanieren“ einen Investitionszuschuss. Falls die neue Haustechnik Teil eines größeren Sanierungsvorhabens ist, können Hauseigentümer bei der KfW auch einen zinsgünstigen Kredit beantragen. Voraussetzung dafür ist immer, dass die Planung der Maßnahmen durch einen zertifizierten Energieberater und der Einbau von Fachunternehmen des Bauhandwerks durchgeführt werden. Damit wäre auch der Forderung Skrypietzs Rechnung getragen, dass die Sanierung durch fachgerechte Hände mit dem entsprechenden Know-how durchgeführt werde.

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