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21.04.2015 | Baustoffe | Im Fokus | Onlineartikel

Ein rein natürlicher Bau

Autor:
Christoph Berger

An einem kleinen Testgebäude in Wien erforschen Wissenschaftler den Einsatz natürlicher Materialien beim Hausbau. Ziel ist, ein Verständnis über die Potenziale der unterschiedlichen Materialien und Technologien zu erlangen, um sie richtig einsetzen zu können.

Die Tragkonstruktion des kleinen Testgebäudes im dritten Wiener Gemeindebezirk besteht aus Holz. Gedämmt und ausgefacht ist es mit Strohballen. In den Wänden ist Kalk und Lehm zu finden. Die Fassade ist teilweise mit Pflanzen begrünt. Zudem wird ein Photovoltaiksystem getestet, das gemeinsam mit der Fassadenbegrünung eingesetzt wird. Dabei wird ein Teil des Lichts von der Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung genutzt, der andere Teil durchdringt das System und kommt den dahinter stehenden Pflanzen zugute.

Natürliche Bautechnologien und Materialien im Test

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Ausprobiert werden jedoch nicht nur die unterschiedlichsten Bautechnologien. Über ein Jahr werden mithilfe von Sensoren nun auch Messdaten an dem Haus gesammelt, um jene Technologien und Materialien zu ermitteln, die sich am besten bewähren. In der Fassade werden zum Beispiel die Parameter Wärmestrom, Temperatur oder Feuchtigkeit gemessen.

Professorin Azra Korjenic vom Institut für Hochbau und Technologie am Forschungsbereich für Bauphysik und Schallschutz der Technischen Universität will so zeigen, dass es auch ohne Beton und Kunststoff geht, sie will beweisen, dass ein Haus ausschließlich mit natürlichen Materialien gebaut werden kann. Gerade wurde das Projekt mit dem „Energy Globe Wien 2015“ ausgezeichnet.

Auch die Dauerhaftigkeit der Materialien wird geprüft

Mit den Messdaten lässt sich beispielsweise sagen, ob die eingesetzten Materialien auch auf Dauer haltbar oder ob Probleme zu erwarten sind – etwa aufgrund von zu viel Feuchtigkeit, die zu Schimmel oder Verrottung führt.

Doch laut Korjenic sind die ersten Ergebnisse sehr vielversprechend: „Das Bio-Haus“, wie sie es nennt, „funktioniert perfekt“, sagt sie – und habe auch seine Grenzen. Diese genau zu definieren, ist nun eines der weiteren Ziele des Projekts.

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