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11.12.2018 | Bauwerke | Im Fokus | Onlineartikel

Digitale Bauwerksüberwachung

Autor:
Christoph Berger

Mit einem kontinuierlichen und sensorgestützten Monitoring in Verbindung mit einer luftbildgestützten Schadenserfassung und automatisierten Schadenserkennung soll die Bauwerksüberwachung vereinfacht und verbessert werden.

An Brücken können die unterschiedlichsten Mängel auftreten. Im Kapitel "Überwachung, Prüfung, Bewertung und Beurteilung von Brücken" des Springer-Fachbuchs "Handbuch Brücken" werden unter anderem Risse im Beton, Schäden im Bewehrungsstahl oder auch Schäden an Fugen und Lagern ausführlich besprochen. Zudem heißt es darin, dass am Beginn der Prüfung von Betonbrücken die visuelle Inspektion des Bauwerks durch einen erfahrenen Ingenieur steht, da oftmals aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds der Konstruktion auf den Bauwerkszustand geschlossen werden kann.

Empfehlung der Redaktion

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

Überwachung, Prüfung, Bewertung und Beurteilung von Brücken


Um diese jedoch zeit- und kostenintensiven Begutachtungen zu vereinfachen und zu verbessern, arbeiten Wissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar zusammen mit weiteren Forschungs- und Industriepartnern seit September 2018 an Potenzialen der digitalen Bauwerksüberwachung. Im vom BMBF geförderten Verbundprojekt "Bewertung alternder Infrastrukturbauwerke mit digitalen Technologien" (AISTEC) will man bis August 2021 Möglichkeiten für digitale Inspektionen entwickeln. Dazu Projektleiter Professor Dr. Guido Morgenthal: "Durch kontinuierliches, sensorgestütztes Monitoring in Verbindung mit einer luftbildgestützten Schadenserfassung und automatisierten Schadenserkennung kann der Zustand von Brücken und anderer Infrastruktur effizienter überwacht werden." Alterungsschäden würden durch einen solchen Technologieeinsatz schneller erkannt und Instandhaltungsmaßnahmen früher eingeleitet werden können.

Begutachtung aus der Ferne

So könnten mit hochauflösenden Kameras ausgestattete Drohnen Infrastrukturbauwerke fotografisch erfassen und Bild- und Thermographiedaten generieren – auf festgelegten sowie optimierten Routen. Zusätzlich sollen die Bauwerke mit festverbauten Sensoren dauerhaft überwacht werden.

Aus den aufgenommenen und gesammelten Daten wird daraufhin ein digitales 3-D-Modell des Bauwerks erzeugt, über das der Bauwerks-Ist-Zustand dargestellt wird. Mittels einer Bildanalyse sollen darin Schadensmuster automatisch erkannt und deren Wirkung auf das Tragverhalten über computergestützte Simulationen errechnet werden. Virtual-Reality-Systeme visualisieren die Messdaten schließlich noch. So werde eine Begutachtung durch Experten aus der Ferne möglich, sind die Forscher überzeugt.

Prototypisch umgesetzt und praktisch erprobt werden die Methoden an Referenzprojekten der Deutschen Bahn. So soll ihre Eignung nachgewiesen werden.

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