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17.05.2017 | Bauwirtschaft | Im Fokus | Onlineartikel

Die Attraktivität der Bauausbildung

Autor:
Christoph Berger

Was sind die Erwartungen und Pläne junger Berufsanfänger an eine Ausbildung und Berufskarriere in der Baubranche? Diesen Fragen wurde in einer großangelegten Studie nachgegangen.

Mit einer Befragung von rund 1.400 Berufseinsteigern aus der Bauwirtschaft haben der F.A.Z.-Fachverlag und Soka-Bau persönliche Gründe für die Wahl des Ausbildungsberufs, die Zufriedenheit mit der Bauausbildung, relevante Aspekte für die künftige Berufstätigkeit und Ziele bei der beruflichen Weiterbildung ermittelt. Außerdem wurden die Studienteilnehmer nach ihrem bevorzugtem Informationsmedium gefragt. Beschäftigte mit einer Bauausbildung, die aktuell nicht in der Baubranche tätig sind, gaben Auskunft darüber, ob sie sich eine Rückkehr in die Branche nochmals vorstellen können.

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Heraus kam dabei, dass es für 95 Prozent der Auszubildenden vor allem der Spaß an der Ausbildung ist, der für die Wahl eines Ausbildungsberufs ausschlaggebend ist. Wichtig ist ihnen außerdem, Erlerntes im privaten Umfeld anwenden zu können und eine gute berufliche Entwicklung zu haben. Erst dann folgt in dieser Gruppe die Ausbildungsvergütung. Für 34 Prozent ist es außerdem wichtig, einen Ausbildungsplatz in der Nähe ihres Wohnortes zu finden.

Hohe Zufriedenheit mit der Ausbildung

92 Prozent der Azubis gaben an, mit ihrer Ausbildung zufrieden zu sein – vor allem die betriebliche Ausbildung wird von der Mehrzahl positiv bewertet. Ähnlich ist der Zustimmung zur Ausbildung unter den Bauprofis, also den jungen Facharbeitern. 93 Prozent von ihnen bewerten die von ihnen durchlaufende Berufsausbildung mit sehr gut oder gut.

Nach ihren Zukunftsplänen gefragt, planen 55 Prozent der Azubis und 72 Prozent der Bauprofis in den kommenden zehn Jahren eine Weiterbildung. Der Meister ist dabei für jeweils zwei Drittel beider Gruppen das bevorzugte Ziel. 46 Prozent der Azubis und 41 Prozent der Bauprofis wollen Polier werden, ein Studium planen 28 Prozent der Azubis und 18 Prozent der Bauprofis.

Internet ist unangefochtenes Informationsmedium

Anders als bei der Wahl des Ausbildungsberufs, spielt das Gehalt – zusammen mit dem Wunsch nach einem festen Arbeitsplatz – bei den relevanten Aspekten für die zukünftige Berufstätigkeit für 96 Prozent der Befragten eine sehr wichtige oder zumindest wichtige Rolle. An Relevanz zugenommen haben auch die Themen Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie flexible Arbeitszeiten gegenüber einer Befragung aus dem Jahr 2012.

Unangefochten ist und bleibt das Internet das meist genutzte Informationsmedium für Jobsuchende in der Baubranche. 80 Prozent der Befragten nutzen Internetportale bei der Suche nach einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz. Zwölf Prozent nutzen Soziale Medien für ihre Recherche.

Branche ist stark vom Fachkräftemangel beeinflusst

Was eine Rückkehr von Ex-Bauprofis in die Branche betrifft, so können sich etwa 50 Prozent einen solchen Schritt vorstellen. Nach den Gründen für den einstigen Ausstieg gefragt, gaben 56 Prozent der Gruppe an, sich im früheren Betrieb nicht wohlgefühlt zu haben. Doch die Perspektiven in der vom Fachkräftemangel betroffenen Branche, scheinen die Perspektiven attraktiver zu machen.

Hintergrund der Befragung ist der Fachkräftemangel in der Baubranche. So haben Unternehmen der Bauwirtschaft schon seit Jahren Schwierigkeiten, alle Ausbildungsstellen zu besetzen. Laut der DIHK-Online-Unternehmensbefragung "Ausbildung 2016" vom Juni 2016 konnten 30 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Baugewerbe 2015 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Und im Kapitel "Nachhaltigkeit im Zielsystem der Bauunternehmen" des Springer-Fachbuchs "Bauwirtschaft" heißt es: "Der zu erwartende Fachkräftemangel wird die Unternehmen vor neue, bisher unbekannte Herausforderungen stellen. Es wird hier nicht mehr ausreichen, qualifizierte Mitarbeiter alleine durch höhere Gehälter in die Unternehmen zu locken, zumal dies auch die Wettbewerbsfähigkeit einschränken kann."

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