Skip to main content
main-content

12.01.2016 | Bauwirtschaft | Interview | Onlineartikel

„Entwicklungsperspektiven sind heute das A und O“

Autor:
Christoph Berger
Interviewt wurde:
Martin Partenheimer

Martin Partenheimer leitet bei der Schneider Bau GmbH die Bereiche Personal und Marketing.

Leitung Personal, Marketing

Hans Schneider Bauunternehmung GmbH

Viele Bauunternehmen leiden am Nachwuchsmangel. Das mittelständische Bauunternehmen Schneider Bau im rheinland-pfälzischen Merxheim entwickelte daher ein nachhaltiges Personalentwicklungs- und Ausbildungskonzept.

Springer Professional: Welche Rolle spielt für Sie das Thema Nachwuchs als mittelständisches Bauunternehmen, das zudem noch in einer ländlichen Region angesiedelt ist?

Martin Partenheimer: Das Thema ist für uns sehr wichtig, es ist das Top-Thema unserer Personalentwicklung. Dabei macht unser Standort die Nachwuchskräftegewinnung nicht einfacher. Vor allem fachliche Experten, zum Beispiel Kalkulatoren, sind Mangelware. In diesen Bereichen bilden wir daher selber aus. Doch das noch größere Problem ist die vorherrschende Meinung, die Branche sei unattraktiv.

Mit welchen Argumenten können Sie dann aber doch von Ihrem Unternehmen überzeugen?

Vor allem mit realen Geschichten: Sämtliche Führungskräfte bei uns, bis hinauf zum Geschäftsbereichsleiter, haben eine Ausbildung im Handwerk absolviert. Sie sind somit das beste Beispiel für Karrieren im Bauwesen. Ich selbst habe Beton- und Stahlbetonbauer gelernt. Ein anderer junge Kollege betreut nach dem Besuch der Meisterschule Baustellen mit zum Teil über 50 Arbeitern. Dies bedeutet eine hohe Verantwortung. Doch diese fordern die jungen Menschen heute auch ein. Das Aufzeigen von Entwicklungsperspektiven sind heute das A und O im Werben um junge Nachwuchskräfte. Diese müssen von Anfang an transparent und nachvollziehbar sein.

Empfehlung der Redaktion

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Das Personalmanagement

Die Mitarbeiter sind neben den Kunden das eigentliche „Kapital“ der Planungsbüros, aber sie werden immer rarer. Fachleute sehen in der Beschaffung, Entwicklung und Erhaltung qualifizierter Mitarbeiter die größte Herausforderung der Planungsbüros in d


Sie arbeiten auch sehr eng mit Schulen zusammen. Wie wirken sich diese Kooperationen auf die Nachwuchssuche aus?

Die Kooperation mit den Schulen sind ein echter Gewinnbringer. Durch sie haben wir einen direkten Kontakt zu Schülern, Eltern und Lehrern. So können wir Aufklärungsarbeit an der Basis betreiben, Vorurteile aus dem Weg räumen und uns vorstellen. Gerade Eltern und Lehrer sind Meinungsbildner der potenziellen jungen Nachwuchskräfte, die es gilt, von uns zu überzeugen. Daher organisieren wir Berufspraxistage, Schüler-Elternabende oder Schulbesuche im Unternehmen. Klassische Ausbildungsmessen sind hierzu eher weniger geeignet, da die Bewerber dort einem zu großen Angebot ausgesetzt sind worunter der persönliche Austausch leidet.

Wie sieht für sie die optimale Kontaktaufnahme auf?

Im Idealfall lernen wir potenzielle Nachwuchskräfte an einem Schnuppertag, dem GirlsDay oder einer Berufspraxismesse, kennen. Das persönliche Gespräch ist uns prinzipiell am wichtigsten. Dies kann in Rahmen eines klassischen Bewerbungsgesprächs stattfinden, häufig aber auch im nicht „zwanghaften“ Rahmen eines Schüler-Eltern-Abends. Dann folgen in der Regel ein Praktikum, die Ausbildung und Weiterbildungen. Dieser Weg eröffnet lange Karrieren im Unternehmen. Denn wir wünschen uns, dass unsere Auszubildenden auch bei uns in Rente gehen.

Welche Ihrer Maßnahmen könnten auch andere Unternehmen problemlos übernehmen?

Eigentlich können alle Maßnahmen von anderen Unternehmen übernommen werden. Diese sind vielfältig und variantenreich und den jeweiligen Berufsgruppen angepasst. Die Herausforderung liegt allerdings darin, die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu sichern. Erfolge in der Nachwuchsarbeit stellen sich häufig nicht direkt ein. Man muss ausdauernd sein und ein positives Bild der Branche und des Unternehmens sukzessive aufbauen. Dazu gehört auch ein funktionierendes Netzwerk mit Kammern und anderen Unternehmen in Kooperationen. Als eine der Top-Maßnahmen hat sich die Kooperation mit den Schulen etabliert.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

    Bildnachweise