Skip to main content
Erschienen in: Berliner Journal für Soziologie 1/2022

Open Access 17.03.2022 | Abhandlung

Begrenzte Möglichkeiten. Zur Kommerzialisierung und Akademisierung der Intellektuellenrolle

verfasst von: Susanne Martin

Erschienen in: Berliner Journal für Soziologie | Ausgabe 1/2022

Aktivieren Sie unsere intelligente Suche um passende Fachinhalte oder Patente zu finden.

search-config
loading …

Zusammenfassung

Zwei traditionelle Wirkungsbereiche von Intellektuellen, die politische Medienöffentlichkeit und das akademische Feld, unterliegen seit über drei Jahrzehnten anhaltenden strukturellen Veränderungen. Diese gelten vielfach als Ursache einer tiefen Krise oder sogar des Verschwindens der Intellektuellen. Doch um welche Veränderungen geht es dabei genau, und wie restrukturieren sie die gegenwärtige Rolle und Funktion von Intellektuellen? Zur Beantwortung dieser Fragen entwickelt der Beitrag einen Ansatz, der die struktur- und erfahrungsbezogenen Bedingungen intellektueller Praxis fokussiert und historisch vergleichend analysiert. Um eine Vergleichsfolie zu gewinnen, wird die intellektuelle Praxis Theodor W. Adornos analysiert. Dabei zeigt sich, dass Adorno die charakteristischen Widersprüche öffentlichen und akademischen intellektuellen Engagements methodisch aufrechterhielt, indem er eine Position des „Dazwischen“ reklamierte. Vor diesem Hintergrund werden seit den 1970er-Jahren forcierte strukturelle Veränderungen der Medienöffentlichkeit und des akademischen Feldes als Prozesse der „Vereindeutigung“ interpretiert, die eine widerspruchsaffine intellektuelle Praxis erschweren. In der Folge lassen sich eine ausgeweitete kommerzielle sowie eine eingeschränkte akademische Intellektuellenpraxis beobachten, die jeweils politisch wirksame Interventionen begrenzen.

1 Einleitung

In der öffentlichen Beschäftigung mit der gesellschaftlichen Rolle von Intellektuellen kann man häufig zwei komplementäre Motive beobachten: Einerseits werden ihnen regelmäßig Krisen, Verfall oder Verschwinden attestiert. Ein jüngeres Beispiel dafür ist der diagnostizierte Bedeutungsschwund der klassischen, kritisch in die politische Öffentlichkeit intervenierenden Intellektuellen angesichts einer sich ausweitenden medienintellektuellen (z.B. Moebius 2010) sowie akademisierten Deutungspraxis (z.B. Reitz 2017). Andererseits wird die Rolle von Intellektuellen als Deutungsarbeiter:innen immer wieder neu hervorgehoben und im Lichte aktueller Problemlagen zu bestimmen versucht (z.B. Gilcher-Holtey und Oberloskamp 2020). Obwohl beide Motive eine anhaltend lebendige Auseinandersetzung um die gesellschaftliche Bedeutung und Funktion der Intellektuellen dokumentieren, sind sie ein Indiz dafür, dass dabei ein eher überschaubares Erklärungsrepertoire genutzt wird, das in weitgehend ritualisierten Bahnen zwischen Untergangsphantasie und Erneuerungsemphase oszilliert.
Für die soziologische Analyse eignen sich die beiden Motive nur unter der Prämisse, dass die Sozialfigur des Intellektuellen einem zeitgeschichtlich bedingten Wandel unterliegt, der für deren Charakterisierung mindestens so bedeutsam ist wie die jeweiligen Tätigkeiten der Intellektuellen selbst. Die konkrete Rolle und Funktion von Intellektuellen hängt mit anderen Worten von historisch-gesellschaftlichen Entwicklungen und Konstellationen ab, die bisherige Wirkungshorizonte verschieben oder gegebenenfalls neue eröffnen können (Kreisky 2000; Gilcher-Holtey 2007; Kroll und Reitz 2013). Derart orientierte Untersuchungen widmen sich in der Regel entweder exemplarischen Einzelfiguren – häufig in vergleichender Perspektive (Jung und Müller-Doohm 2009; Judt 2010) – oder den Strukturbedingungen intellektueller Interventionen (Eyal und Buchholz 2010; Germer et al. 2013). Im Folgenden möchte ich hingegen beide Zugänge verbinden, um jüngere Veränderungen und aktuelle Ausprägungen der Intellektuellenrolle zu beleuchten. Dafür schlage ich einen Analyseansatz vor, mit dem sowohl einzelne Figuren in ihrer sozialen Einbettung als auch strukturelle Veränderungen intellektueller Tätigkeits- und Wirkungsbereiche historisch vergleichend untersucht werden können. Intellektuelle Rollenauffassungen werden dabei als Ausdruck bzw. Verarbeitung individueller sowie kollektiver Erfahrungen, die sich in zeitgenössisch prägnanten Denkmotiven und zugehörigen Praktiken manifestieren, reflektiert (Abschnitt 2).
Als Untersuchungsfall dient mir Theodor W. Adorno, da er zum einen als wichtiger Repräsentant der hier interessierenden öffentlichen und akademischen Intellektuellenpraxis gelten kann. Zum anderen illustriert seine programmatische intellektuelle Selbstpositionierung – nicht zuletzt ausgehend von der Erfahrung des Exils – eine teils generationstypische, bewusst ambivalente Praxis der gleichzeitigen Distanz- und Parteinahme, die ihrerseits als Versuch interpretiert werden kann, mit den charakteristisch widersprüchlichen Anforderungen der Intellektuellenrolle umzugehen. Das Beispiel Adornos bietet daher eine geeignete Vergleichsfolie, um den Zusammenhang von gesellschaftlichen Erfahrungen und intellektueller Praxis exemplarisch zu veranschaulichen und zentralen Problemstellungen hinsichtlich der Rolle und Funktion von Intellektuellen nachzugehen – in der Annahme, dass diese Folie helfen kann, den Blick auf gegenwärtige Probleme intellektueller Interventionen zu schärfen (3). Als entscheidende Veränderungen der jüngeren Vergangenheit betrachte ich ausgehend davon zum einen die Kommerzialisierung (4.1) und zum anderen die Akademisierung (4.2) intellektueller Praxis. Beide Entwicklungen sind nicht neu und werden seit den späten 1980er-Jahren als Ursache einer tiefen Krise oder sogar des Verschwindens der Intellektuellen interpretiert, allerdings selten in verschränkter Perspektive. Gegenüber solchen „Verfallsgeschichten“ möchte ich im Vergleich mit den Tätigkeits- und Wirkungsbedingungen Adornos die These vertreten, dass sich im Zuge nachhaltiger struktureller Veränderungen sowohl der Medienöffentlichkeit als auch des akademischen Feldes eine je spezifische Vereindeutigung der Ambivalenzen und Widersprüche vollzogen hat und vollzieht, die diese Tätigkeitsbereiche kennzeichnen. Dadurch, so meine ich, wird eine widerspruchsaffine (Selbst-)Positionierung erheblich erschwert, weshalb sich in der Folge eine stark ausgeweitete kommerzielle sowie eine in ihrem politischen Einfluss begrenzte akademische Intellektuellenpraxis beobachten lassen. Der Schlussteil (5) fasst die Beobachtungen zusammen und wagt eine kurze Einschätzung möglicher Entwicklungsperspektiven der Intellektuellenrolle.

2 Zur struktur- und erfahrungsbezogenen Analyse der Intellektuellen

Die soziologische Definition des Intellektuellen bereitet traditionell Schwierigkeiten. Weder eine spezifische Berufstätigkeit noch eine institutionelle Verortung oder verbindliche Tradition des Denkens und Handelns erlauben eine hinreichende Festlegung. Insofern sind wohl mit kaum einem Sozialtypus der modernen Gesellschaft häufiger wechselnde Rollen- und Funktionsbestimmungen verbunden (Bering 2010, S. 15). Hinzu kommen strittige methodische Fragen: Sind Analysen einzelner Figuren besser geeignet als Strukturanalysen wahlweise institutioneller Kontexte (von Universitäten, Gewerkschaften oder Publikationsmedien) oder öffentlicher Interventionen (in Gestalt von Debatten, Kontroversen oder Manifesten), um die Funktion und Wirkung von Intellektuellen zu charakterisieren? Konzentriert man sich also auf die Lebens- und Werkgeschichte Heinrich Bölls oder eher auf den institutionellen Kontext des PEN-Clubs und dessen Stellungnahmen gegen den Radikalenerlass, um beispielsweise die Rolle des literarischen Intellektuellen in den 1970er-Jahren zu analysieren?
In beiden bewährten Varianten gelingt es der Intellektuellenforschung selten, das Verhältnis von Einzelfigur und Strukturbedingungen nicht nach einer Seite hin aufzulösen, was neue Schwierigkeiten verursacht. So haben personenbezogene Darstellungen in der Regel eine begrenzte Reichweite und bemühen sich nur bedingt um weiterführende historische oder theoretische Aussagen – und sei es nur, um Abweichungen vom exemplarischen Fall zu reflektieren. Außerdem laden viele Untersuchungen ihren Gegenstand normativ auf, wobei positive Darstellungen dominieren. Gegenstand der Bewunderung sind dabei meist die schon von Mannheim (1956, 1993 [1932]) beschriebene „Ungebundenheit“ der Intellektuellen und ihre darauf zurückgeführte Fähigkeit, herrschende Ideologien zu kritisieren und ethische Orientierung zu stiften. In jüngeren Darstellungen haben Ralf Dahrendorf (2006) und Michael Walzer (2002) Intellektuellen spezifische Tugenden attestiert, die sie für entsprechende Aufgaben prädestinieren würden. Zuschreibungen von Tugenden oder Charaktereigenschaften sind jedoch fast immer an charismatischen Ausnahmefiguren orientiert, sodass sie für die soziologische Analyse wenig Aufschlussreiches bieten (Martin 2014).
Im Kontrast dazu versucht der strukturbezogene Zugang, die Beschränkung auf exemplarische Einzelne und deren angenommene Deutungshoheit durch wissenssoziologisch, feld- oder diskurstheoretisch orientierte Analysen zu umgehen. Damit geraten intellektuelle Tätigkeiten unterhalb der Prominenzschwelle, etwa in Diskussionskreisen, Foren oder anderen informellen Kontexten, in den Blick. Hauptproblem dieser Analysen ist allerdings ihre Unschärfe, wenn es gilt, Interventionen von Intellektuellen und professionellen Medienakteur:innen zu unterscheiden. So ist beispielsweise die analytische Grenze zwischen „Historikerstreit“ und der Thematisierung fragwürdiger Ernährungspraktiken – also vereinfacht gesagt: zwischen Habermas und Richard David Precht – nicht ohne weiteres zu ziehenn: Wo hört intellektuelle Praxis auf, wo fängt sie an? Hinzu kommt, dass Interventionsanalysen kaum ohne das beteiligte Personal auskommen, d.h. die Einzelfiguren oder Gruppen, die Themen setzen, Kontroversen öffentlich führen und repräsentieren. Deren Bedeutung wird in den Analysen jedoch selten systematisch reflektiert.
Um den Schwierigkeiten eines einseitig personen- oder strukturbezogenen Verfahrens zu entkommen, schlage ich einen Ansatz vor, der Personen einerseits nicht preisgibt, aber andererseits auch nicht zu Ausnahmefiguren erhebt (Martin und Reitz 2015). Möglich wird dies durch die Analyse von gesellschaftlich motivierten und umkämpften Denkmotiven und damit verbundenen Praktiken. Denkmotive und zugehörige Praktiken sind charakterisiert durch eine oft neuartige charakteristische Verbindung von intellektuellen Problematisierungen, Positionierungen und Äußerungsformen – man denke beispielsweise an Marx’ Paradigma „das Sein bestimmt das Bewusstsein“, an das des „Zivilisationsbruchs“ zur Charakterisierung des Nationalsozialismus oder jenes des „Endes der großen Erzählungen“ im Kontext des Poststrukturalismus. Denkmotive, um es allgemeiner zu formulieren, können als Verarbeitung individueller und v.a. gesellschaftlicher Erfahrungen betrachtet werden, die einzelne Intellektuelle mit Zeitgenossen teilen. Dadurch wird dem wichtigen Umstand Rechnung getragen, dass das, „was Intellektuelle produzieren, (…) nicht autonom und (…) nicht rein für sich [zu verstehen ist]“ (Eßbach 2012, S. 164).
Wenn man von Erfahrungen ausgeht, richtet sich der Fokus auf die sozialen, kulturellen und politischen Voraussetzungen und Kontexte intellektueller Theorie und Praxis. Ein Blick auf deren gesellschaftliche Einbettung erlaubt, zu sehen, was eine intellektuelle Praxis sachlich in die Welt gebracht hat – von neuen Problemlagen über politische Verschiebungen und soziale Konflikte bis zu Veränderungen im Kultur- oder Wissenschaftsbetrieb. So wird Zolas Einspruch „J’accuse“ während der Dreyfus-Affäre vor dem Hintergrund der Kämpfe liberaler und restaurativer Kräfte der Dritten Republik nachvollziehbar, Adornos Engagement für eine „Erziehung zur Mündigkeit“ im Kontext der verdrängten NS-Vergangenheit der Bundesrepublik und die Praxis gegenwärtiger Medienintellektueller als Teil eines neuen Strukturwandels der Öffentlichkeit. Der Charakter oder die vermeintlichen Tugenden einer Person spielen dabei kaum eine Rolle. Die Analyse geht vielmehr über den Einzelfall hinaus, indem dieser als sozial bedingter, mitunter geteilter Denk- und Handlungsgestus interpretiert wird. Freilich wird dabei nicht ignoriert, dass Erfahrungen unterschiedlich verarbeitet und Situationen mit verschiedenen Strategien bewältigt werden, dass also Denkmotive und zugehörige Praktiken divergieren, konkurrieren und umkämpft sind. Sie können sowohl kollektiv, durch Gruppen oder Schulen, als auch durch wenige oder einzelne Individuen repräsentiert werden. Vergleichende Analysen ermöglichen, die Parallelen und Differenzen zu prüfen oder der Frage der Veränderung früherer Varianten nachzugehen – Letzteres ist das Ziel dieses Beitrags. Aus diesem Grund ist der hier verfolgte Ansatz gerade für eine historisch und vergleichsorientierte Intellektuellensoziologie gewinnbringend.
Diese Überlegungen möchte ich nun am Beispiel von Adornos intellektueller Praxis konkretisieren, um eine Vergleichsfolie für gegenwärtige intellektuelle Tätigkeiten zu gewinnen. Dabei sollen entlang relevanter Erfahrungen Adornos Verarbeitungsweisen rekonstruiert und punktuell mit ähnlichen sowie abweichenden Verarbeitungsweisen anderer Intellektueller verglichen werden. Ziel ist es, seine Praxis im Kontext ihrer gesellschaftlichen Situation zu charakterisieren und dabei zentrale Problemstellungen hinsichtlich der Rolle und Funktion von Intellektuellen in den Blick zu nehmen.

3 Gesellschaftliche Erfahrungen und intellektuelle Praxis: das Beispiel Theodor W. Adorno

Adorno gilt zweifellos als einer, wenn nicht der wichtigste öffentliche Intellektuelle der frühen Bundesrepublik. Seine kompromisslosen Analysen nicht nur des postnazistischen Deutschlands, sondern – grundsätzlicher – der Defekte und Verwerfungen spätkapitalistischer Vergesellschaftung machten ihn seit den frühen 1950er-Jahren zum Bestsellerautor und Medienintellektuellen. Dies ist insofern bemerkenswert, als sich bei Adorno eine tiefgehende politische Desillusionierung mit unermüdlichem intellektuellen Engagement für emanzipatorische gesellschaftliche Veränderungen verband, seine Interventionen also trotz offensichtlicher Widersprüche prägenden Einfluss, allen voran auf die sich formierende „Neue Linke“, erlangten.
Der Fall Adorno scheint zunächst deutlich Steinerts (2007, S. 178) Feststellung zu bestätigen, dass Theorien meist „nicht nur (…) die zeitgenössischen Erfahrungen“ ihrer Entstehungszeit reflektieren, sondern auch mit dem arbeiten, „was selbstverständlich ist“ – wobei „das in einer Zeit Selbstverständliche nach seiner Herkunft weit zurückliegen [kann]“. Als in diesem Sinne selbstverständlich kann bei Adorno die materielle und emotionale Sicherheit seiner assimiliert jüdischen Herkunftsfamilie, Kindheit und Jugend gesehen werden (Müller-Doohm 2003, S. 15 ff.). Angesichts des selbst auferlegten „Bilderverbots“ hinsichtlich auch nur vage konkretisierter Vorstellungen vom „guten Leben“ fungierte „Kindheit“ in seinen späteren Texten als wiederkehrende Umschreibung von Utopie. Durch den Ersten Weltkrieg, die darauffolgenden Wirtschaftskrisen und nicht zuletzt die Erfolge antisemitischer und antibürgerlicher Massenbewegungen geriet die Lebenswelt des jüdischen Bürgertums jedoch zunehmend in Bedrängnis. Adorno kritisierte die kollektivpolitische Mobilmachung der Zwischenkriegszeit dementsprechend schon früh als Angriff auf das bürgerliche Subjekt. Dahinter stand allerdings nicht die Absicht, das „autonome“ bürgerliche Subjekt in konservativer Weise zu restituieren. Stattdessen konzentrierte sich Adornos Kritik auf die aus seiner Sicht neue vorherrschende Subjektform: das Kollektivsubjekt der modernen Massengesellschaft, das sich in variable Identitätskategorien einpasst. Zeitdiagnostisch erfasste seine Deutung die bevorstehende politische Entwicklung, sozialpsychologisch beschrieb sie eine der wichtigsten Voraussetzungen totalitärer Regime: Tatsächlich erwies sich das Kollektivsubjekt als vorläufig stabiles Korrelat einer spezifisch negativen Solidarität, durch die alle erklärtermaßen Nichtzugehörigen ausgeschlossen, verfolgt oder eliminiert werden konnten.
Seine angesichts diktatorischer Massenmobilisierung entwickelte Kritik des Kollektivsubjekts baute Adorno in der Nachkriegszeit zum Leitmotiv seiner philosophischen Zeitdiagnose aus. Mit scharfen Formulierungen verwies er in der Dialektik der Aufklärung auf dessen Gestalt als Schwundform bürgerlicher Individualität, als Pseudoindividuum und „Knotenpunkt konventioneller Reaktionen und Funktionsweisen“ (Horkheimer und Adorno 1987 [1944], S. 51), das sich auf dem Stand eines „bloßen gesellschaftlichen Objekts“ (Adorno 2003a [1951], S. 171) befinde. Solche Formulierungen entsprachen einerseits seiner üblichen, an Drastik und Zuspitzung orientierten Äußerungspraxis. Andererseits dienten Wendungen wie diese in der Folge der Verteidigung gerade jener Autonomie und Subjektivität, die Adorno durch den Anpassungsdruck der seiner Ansicht nach forciert konsumkapitalistischen, kulturindustriell konformisierten und politisch konservativen westdeutschen Nachkriegsordnung infrage gestellt sah.
Zum Erfahrungskontext der Jugendjahre Adornos gehört auch die gescheiterte proletarische Revolution. Verglichen mit marxistischen Zeitgenossen wie Lukács, Korsch oder Horkheimer beschäftigte ihn diese als politisches Ereignis zwar kaum: Partei- und bewegungsintellektuellem Engagement stand er zeitlebens skeptisch gegenüber, wie sich prominent in seiner ambivalenten, zwischen Distanz und Parteinahme changierenden Haltung gegenüber der Studentenbewegung der späten 1960er-Jahre zeigen sollte. Gleichwohl war die gescheiterte Revolution insofern maßgeblich für sein Denken, als Adornos Hauptinteresse dem faktischen Fortbestand der kapitalistischen Verhältnisse nach ihrem, wie er meinte, geschichtlichen Obsoletwerden galt, den er vor allem durch die stabilisierende Funktion der Kulturindustrie erklärte. Zudem verschwand mit der Revolutionsteleologie auch der traditionelle Adressat einer an Marx geschulten Kritischen Theorie, was Adorno und Horkheimer (1987 [1944], S. 288) zur berühmten Flaschenpostmetapher im Schlussteil der Dialektik der Aufklärung verleitete: „Wenn die Rede heute“, so heißt es dort, „an einen sich wenden kann, so sind es weder die […] Massen noch der Einzelne, der ohnmächtig ist, sondern eher ein eingebildeter Zeuge, dem wir es hinterlassen, damit es doch nicht ganz mit uns untergeht“. Dieses schon von Benjamin verwendete Motiv klassifizierte Habermas (1972) später als Erkennungsmerkmal der sogenannten „rettenden Kritik“, die ihm zufolge die Absicht hegt, dem katastrophischen Geschichtsverlauf die utopische Vision eines von Gewalt und Unterdrückung befreiten Lebens abzuringen und zu bewahren – im illusionslosen Wissen, dass die erwartete politische Realisierung ausgeblieben war (Müller-Doohm 2009).
Als zentraler Kontext von Adornos intellektueller Theorie und Praxis erweist sich schließlich der Nationalsozialismus, der Völkermord an den europäischen Juden sowie die Erfahrung des Exils. Paradigmatisch für die Verarbeitung dieser Geschehnisse steht eben die Dialektik der Aufklärung, das im kalifornischen Exil verfasste Schlüsselwerk der Kritischen Theorie, das den Großteil der für Adornos folgende Schriften zentralen Begriffe und Denkmotive in nuce enthält. Wichtiger als dessen Inhalt ist für meine Fragestellung allerdings der Entstehungskontext, d.h. das Exil, denn dieses wird von Adorno – und anderen exilierten Intellektuellen – nicht nur autobiografisch thematisiert, sondern fungiert als allgemeine Metapher für sein Rollen- und Selbstverständnis als kritischer Intellektueller. Den Ausgangspunkt dafür bildet die für den exilierten Intellektuellen spezifische Erfahrung von Fremdheit, deren Auswirkungen Adorno (2003a, S. 35 f.) wie folgt beschreibt: „Jeder Intellektuelle in der Emigration (…) ist beschädigt (…). Enteignet ist seine Sprache und abgegraben die geschichtliche Dimension, aus der seine Erkenntnis die Kräfte zog (…). Alle Gewichte werden falsch, die Optik verstört“.
In der exilspezifischen Fremdheit radikalisiert sich das Gefühl der Entfremdung, wie es für die Figur des modernen Intellektuellen unabhängig von Exilerfahrungen beschrieben wurde – man denke etwa an den einschlägigen Topos der „transzendentalen Obdachlosigkeit“ (Lukács 2009 [1920]). Das Exil führt zu dessen existenzieller Zuspitzung: Wenn sich Adorno im Briefwechsel mit Thomas Mann als „professionell Heimatlosen“ (Adorno und Mann 2002, S. 49), Jean Améry (2002 [1966], S. 85) als „nicht mehr heimisch (…) in der Welt“ oder Günther Anders (1987, S. 109) als „undefinierbar, (…) ohne bestimmte Grenzen“ bezeichnen, dann ist damit eine spezifische Erkenntnis- und Sprecherposition adressiert und reklamiert. In diesen Selbstbezeichnungen wird die existenzielle Fremdheit im Exil zu einer intentionalen Ort- bzw. Heimatlosigkeit des Intellektuellen umgedeutet, zu einem nicht nur erlittenen, sondern bewusst angeeigneten Standpunkt des „Dazwischen“ (Auer 2003; Martin 2013). Ähnlich wie in den klassischen Charakterisierungen des „Fremden“ von Simmel, Park oder Schütz markiert dieser Standpunkt die entscheidende Distanz gegenüber dem herrschenden gesellschaftlichen Bezugssystem, dessen geteilten und eingeübten Selbstverständnissen, Überzeugungen und Praktiken. Genau deswegen wird ihm unterstellt, der intellektuellen Kritik geeignete Bedingungen zu bieten. Die Metapher der Heimatlosigkeit bringt zum Ausdruck, dass der Intellektuelle kulturell, politisch und institutionell nicht fixiert sei sowie generell geringe Loyalität gegenüber dem herrschenden Bezugssystem empfinde und dieses daher umso kompromissloser kritisieren könne. Heimatlosigkeit wird somit zur Ressource intransigenter Kritik erklärt: „[M]an ist nirgends mehr zu Hause, und darüber sollte freilich wiederum der, dessen Geschäft die Entmythologisierung ist, nicht allzu sehr sich beklagen.“ (Adorno und Mann 2002, S. 62)
Adorno präzisiert den ortlosen Standpunkt an anderer Stelle auch sozialstrukturell. Den Ausgangspunkt bildet die widersprüchliche Rolle und Funktion des kritischen Intellektuellen unter kapitalistischen Arbeitsbedingungen. Dessen Distanznahme und Kritik würden einzig auf Basis der Trennung von körperlicher und geistiger Arbeit, d.h. nicht zuletzt durch einen bevorzugten Zugang zu Wissen und Erkenntnis ermöglicht, mit anderen Worten: durch eine herrschaftlich gewährte Privilegierung der kritisch-intellektuellen Tätigkeit. Intellektuelle könnten aus diesem widersprüchlichen Verhältnis jedoch nicht allein dadurch heraustreten, dass sie sich zum Sprachrohr benachteiligter Gruppen machten oder einen vermeintlich „herrschaftsfreien“ pluralen Meinungsaustausch anmahnten. Stattdessen muss der Widerspruch der kritischen Sprecherposition aus Sicht Adornos systematisch in die intellektuelle Theorie und Praxis einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund erhebt er die „Ortlosigkeit“ zur notwendigen Bedingung, um die kritische Praxis verteidigen und gleichzeitig deren herrschaftliche Voraussetzungen verurteilen zu können (Adorno 2003a [1951], S. 150 f.).
In dieser Position erkennt Adorno auch eine Antwort auf das Repräsentationsproblem, d.h. auf die dauerhaft strittige Frage, in wessen Namen die Intellektuellen sprechen: im Namen des „Allgemeinen“ und somit universeller Werte wie Gleichheit, Freiheit, Vernunft? Oder aber im Namen spezifischer benachteiligter Interessen und Gruppen? Durch die ortlose Selbstpositionierung versucht Adorno, dieses Entweder-oder zu unterlaufen. Ihm zufolge kann die Frage nur negativ über die Kritik jeglichen Versuchs, eines der beiden Repräsentationsverhältnisse zu privilegieren, beantwortet werden. Diese Kritik muss daher eine doppelte Stoßrichtung haben: sowohl gegen den historisch überholten, aufklärerischen Vertretungsanspruch universeller Werte, deren dialektische Komplizenschaft mit totalitärer Herrschaft und Barbarei für Adorno unabweisbar ist, als auch gegen den partikularen Vertretungsanspruch, der distanzlos die vorgefertigten bis linientreuen Positionen einer repräsentierten Gruppe wiedergibt. Sofern man die intellektuelle Tätigkeit und deren Öffentlichkeiten nicht preisgeben will, bleibt als politische Alternative allein die Gleichzeitigkeit der dichotomen Optionen, d.h. das Changieren zwischen Distanz und Parteinahme, Zurückhaltung und Engagement, allgemeiner und partikularer Rede, was jeweils nur situations- und sachabhängig entschieden werden kann. Konkret illustrieren Adornos ambivalente Haltung gegenüber der Studentenbewegung, Anders’ kritisches Engagement in der Anti-Atombewegung oder Arendts umstrittene Position zur Rolle der Judenräte im NS-Vernichtungsprozess diesen schwierigen und nicht immer erfolgreichen Balanceakt.
Ort- bzw. Heimatlosigkeit meint in diesem Sinne nicht politische Neutralität, auch nicht einen „objektivierten“ oder „wertfreien“ Erkenntnis- und Redestandpunkt. Stattdessen könnte man sie als intellektuellenpolitisches Positionierungsprinzip verstehen, das vor dem Hintergrund einer spezifischen historischen Erfahrung unternommen wird, die sowohl die unhintergehbare soziale Interessiertheit jedes vermeintlichen Sprechens im Namen des Universellen als auch die Instrumentalisierbarkeit parteilichen Engagements vor Augen geführt hat. Gerade angesichts seines „Zeitkerns“ kann dieses Prinzip nicht ohne weiteres verallgemeinert oder gar idealisiert werden. Gegen Letzteres spricht auch, dass das als Bezugserfahrung fungierende Exil eine erzwungene Entfremdung darstellte, die immanent mit Verfolgung, Flucht und leidvollen biografischen Verwerfungen verbunden war. Auer (2003, S. 46) hat Adorno daher als „Paria wider Willen“ charakterisiert: Seine Selbstbezeichnung als „Heimatloser“ sei insofern in keiner Weise vergleichbar mit der optimistisch konnotierten Entwurzelung, die im Rahmen eines „postmodernen Nomadismus“ von Deleuze und Guattari (1992) oder Villém Flusser (1994) vertreten werde.
Mit Blick auf seine politischen Interventionen umschreibt die Metapher schließlich auch Adornos Verhältnis zur Öffentlichkeit und zu deren kommerziellen Anforderungen. Alternativ hat Steinert (2003, S. 49 ff.) dafür die Formel der „öffentlichen Einsamkeit“ vorgeschlagen und diese als methodische Haltung charakterisiert, mit der kritische Intellektuelle in kulturindustriell geprägten Öffentlichkeiten erfolgreich agieren und sich gleichzeitig deren Verwertungsimperativen und Konformitätszwängen entziehen können. „Öffentliche Einsamkeit“ sei der Versuch, das für jedes öffentlich-kritische Wirken charakteristische Spannungsverhältnis zwischen Anpassungserfordernissen und Autonomieansprüchen aufrechtzuerhalten. Besonders augenfällig wird diese Haltung in den Jahren nach Adornos Rückkehr aus dem Exil, in denen er zum Prototyp eines öffentlich-kritischen Intellektuellen avancierte. Seit Mitte der 1950er-Jahre stieg seine Medienpräsenz insbesondere durch Vorträge im Rundfunk. Adorno galt als fachwissenschaftlicher Experte für philosophische, soziologische, musik- und literaturkritische Fragen. Noch einflussreicher aber waren seine klassisch intellektuellen Beiträge zum allmählich einsetzenden Vergangenheits- und Schulddiskurs (Müller-Doohm 2003, S. 554 ff.). Sein Engagement für die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und sein Plädoyer für politische Mündigkeit wurden schließlich als wesentlicher Beitrag zur Demokratisierung und „intellektuellen Gründung“ der Bundesrepublik identifiziert (Albrecht et al. 1999; Demirović 1999). Der im Rückblick erstaunlichste Aspekt dieses öffentlichen Erfolgs ist, dass Adorno ungeachtet kulturindustriell eingespielter Rezeptionsweisen des Publikums kaum von seinen heterodoxen Darstellungs- und Äußerungsformen abwich: den dialektischen Reflexionsschleifen, der strikten Negativität, den rhetorisch-stilistischen Mitteln der Drastik und Zuspitzung und nicht zuletzt dem Verzicht auf politische Programmatik, Lösungsangebote oder Handlungsempfehlungen. Im Kontext der Friedens- und Studentenbewegung wurde dieses Vorgehen von engagierten Zeitgenossen wie Marcuse (etwa in Briefen: Horkheimer 1996, S. 732 ff.), Anders (1983) oder Améry (2004 [1967]), die klarer adressatenbezogen agierten, als Rückzug in den Elfenbeinturm oder direkt als politisch unwirksam kritisiert – und verglichen mit den Genannten werden tatsächlich große Unterschiede deutlich (Martin 2013). Adorno selbst verteidigte seine Art des Engagements mit der Begründung, er wolle Vereinnahmungen vorbeugen und seine geistige Unabhängigkeit wahren (Adorno 2003b [1969]). Dahinter stand die Überzeugung, dass nur eine Argumentationspraxis, die etwaige Akzeptanzaussichten bei bestimmten Adressat:innen bewusst ausklammert, die notwendige Distanz zu einer unter dem Primat der Verwertung stehenden Kultur, Politik und Gesellschaft ermöglicht.
Diese Haltung wurde freilich durch die stabile institutionelle Basis der Frankfurter Universität und des Instituts für Sozialforschung gewährleistet, dessen Wiedereröffnung unter ihrer Leitung die entscheidende Voraussetzung für die Remigration Adornos und Horkheimers gewesen war. Beide betrachteten die deutsche Nachkriegsuniversität trotz ihrer institutionellen und personellen Kontinuitäten als günstigsten Ort, um zukünftig die gemeinsamen theoriepolitischen Vorhaben zu realisieren (Wiggershaus 1988, S. 424 ff.; Demirović 1999, S. 108 ff.). In den folgenden Jahren verbreitete und festigte Adorno die Kritische Theorie nachhaltig als mit einem verbindlichen Kern von Themen und Überzeugungen ausgestattetes Deutungsangebot, das allen voran kritisch orientierten Studierenden ein Instrumentarium bot, sowohl die Missstände der deutschen Nachkriegsgesellschaft als auch die des spätmodernen Kapitalismus kultursoziologisch, sozialpsychologisch und philosophisch zu deuten. Auf diesem Weg erlangte auch Adornos akademische Tätigkeit eine praktisch-politische Relevanz: in der Entfaltung der Kritischen Theorie zur Frankfurter Schule, der Bildung und Qualifizierung von Studierenden, als Beitrag für die demokratische Re-Organisierung der Universität oder als Begriffs- und Theoriekanon für die erweiterte bildungsbürgerlich-kulturelle Sphäre (Demirović 1999, S. 9 ff.).
Adorno selbst begriff die Strukturbedingungen der Universität als ambivalentes Spannungsfeld, das seine Tätigkeit zugleich ermöglichte und begrenzte. Einerseits schufen sie die Voraussetzungen geistig-praktischer Kritik, andererseits markierten sie deren Grenzen in Bezug auf politische Wirksamkeit, Reichweite oder Bündnisfähigkeit. Als gefährlich erachtete er das Ausblenden eben dieser Kontexte sowie damit verbundener Interessen und Perspektiven, da dies zwangsläufig zur Überschätzung kritisch-intellektueller Wirkungschancen und zur Bevormundung Subalterner durch einige selbsternannte Sprecher:innen führe. Er warnte daher vor einer falsch verstandenen Autarkie, da „die souveräne Geste des Kritikers (…) die Unabhängigkeit vorspielt, die er nicht hat, und die Führerschaft sich anmaßt, die unvereinbar ist mit seinem eigenen Prinzip geistiger Freiheit“ (Adorno 2003c [1951], S. 14). Damit nahm er die seit den 1970er-Jahren virulent werdende Kritik an der Figur des „universellen Intellektuellen“ selbst im Ansatz vorweg – freilich ohne die damit verbundenen Schlussfolgerungen.

4 Tendenzen der Vereindeutigung: Kommerzialisierung und Akademisierung der Intellektuellenrolle

In seinem Vortrag zur „politischen Funktion des Intellektuellen“ von 1976 identifizierte Foucault (2003 [1977]) die von ihm selbst forcierte Verabschiedung unkritischer Apologien humanistisch universeller Werte mit dem notwendigen Ende des klassischen Intellektuellen als deren öffentlicher Anwalt. An dessen Stelle werde sich perspektivisch ein erweiterter Kreis von Expert:innen und Wissensarbeiter:innen finden, die nicht mehr als Vertreter:innen des Allgemeinen, sondern spezifisch situierter Belange in Erscheinung treten würden. Nach Foucault (2003 [1977], S. 145) agieren diese „spezifischen Intellektuellen“ vornehmlich dort, wo ihre kognitiven Fähigkeiten konkret gefragt sind: „in festgelegten Sektoren, an genau bestimmten Punkten, an die sie entweder durch ihre professionellen Arbeitsbedingungen oder durch ihre Lebensbedingungen (…) versetzt wurden“ – und das meint neben Psychiatrie oder Gefängnis auch die Universität. Genau genommen widersetzen sie sich den professionellen und funktionalen Anforderungen ihres Kontextes im Kampf um ein neues „Wahrheitsregime“. Spezifische Intellektuelle müssten daher nicht bereits eine Rolle in der Öffentlichkeit spielen, sondern entfalteten ihre oppositionelle wahrheitspolitische Wirkung beispielsweise in den Teilöffentlichkeiten von Universitätsgremien, Lehrveranstaltungen, wissenschaftlichen Konferenzen oder Projekten. Eine weitere Ausführung dieser Gedanken fand sich einige Jahre später in Lyotards (1985) Grabmal des Intellektuellen.
In Deutschland verstärkte sich die Rede vom „Ende des Intellektuellen“ vor allem mit der Zeitenwende von 1989/90 und schlug sich schließlich in veränderten Rollen- und Funktionsempfehlungen nieder. Demnach sollten Intellektuelle sich beispielsweise stärker auf „Realitäten“ statt auf „universelle Ideen“ beziehen (Dahrendorf 2002), Gegenwartsprobleme allgemeinverständlich kommunizieren (Roggenhofer 2007), Expertenwissen in öffentliche Debatten einbringen (Carrier 2007) oder die Komplexität hegemonialer Deutungsmuster steigern (Gumbrecht 2002). Wenngleich die Empfehlungen sichtlich variierten, wurde dabei die traditionell unterstellte universelle Deutungs- und Äußerungskompetenz der Intellektuellen faktisch auf Restfunktionen reduziert. Ein ähnliches Muster lässt sich in postkolonialen Konzeptionen erkennen, in denen der „universelle Intellektuelle“ als eurozentrischer Typus verabschiedet und die lokale Situierung intellektueller Kämpfe akzentuiert wurde (z.B. Spivak 1988; Said 1997). Allerdings, so eine spätere Annahme, könnten die Menschenrechte – verstanden als kontextbezogener Universalismus intellektueller Tätigkeit (Brumlik 2002) – als gemeinsamer Bezugspunkt fungieren, um den partikularen Kämpfen eine universelle Ausrichtung zu geben.
Die hier nur knapp wiedergegebene, diskursive Verabschiedung der „universellen Intellektuellen“ halte ich allerdings nicht für ausreichend, um ihr Verblassen zu erklären. Mindestens genauso bedeutsam sind meiner Ansicht nach zwei seit den 1970er-Jahren parallellaufende strukturelle Prozesse, deren Effekte ich als „Vereindeutigungen“ der Intellektuellenrolle und -tätigkeit charakterisieren will. Gemeint ist zum einen der Wandel der Medienöffentlichkeit, d.h. insbesondere der Bedeutungsgewinn des Fernsehens und später des Internets, der den Aufstieg der sogenannten „Medienintellektuellen“ begünstigte. Zum anderen ist damit die Restrukturierung der Universitäten und Hochschulen im Sinne einer „entrepreneurial university“ (Clark 1998) angesprochen, also vereinfacht gesagt deren stärkere Orientierung an der ökonomischen Verwertbarkeit ihrer bildungs- und forschungsbezogenen Aufgaben und Tätigkeiten, womit enorme Veränderungen auf institutioneller, organisationaler und wissenschaftskultureller Ebene verbunden sind, die Kritiker:innen schon früh unter dem Stichwort eines „akademischen Kapitalismus“ problematisiert haben (z.B. Slaughter und Leslie 1997). Insgesamt betrachtet wurden durch diese Entwicklungen wesentliche Voraussetzungen der klassischen Intellektuellenrolle unterminiert: Zum einen wurden im Zuge der Pluralisierung medialer Öffentlichkeiten ihre Wirkungschancen beeinträchtigt und die universelle Deutungsarbeit zunehmend von Medienintellektuellen übernommen, deren Agieren in erster Linie der forcierten Marktlogik einer Aufmerksamkeitsökonomie folgt. Zum anderen wurde die Universität als traditioneller, wenn auch freilich nicht alleiniger Ort intellektueller Praxis durch die Aufwertung nutzenorientierter Forschung und Lehre auf engere Zwecke umgestellt. Beide Prozesse, so meine These, können als feldspezifische Vereindeutigungen betrachtet werden, die eine bewusst ambivalente Positionierung zugunsten kompromissloser gesellschaftskritischer Interventionen erheblich erschweren.

4.1 Vereindeutigungen der politischen Medienöffentlichkeit

Am Beispiel der Medienintellektuellen, dem wohl bis heute dominanten Typus öffentlicher Intellektuellenpraxis, lassen sich die Tendenzen kommerzieller Vereindeutigung konkretisieren. Ihren ab den 1980er-Jahren rasant wachsenden Einfluss und Erfolg verdanken sie hauptsächlich medialen Auftritten, die sie immer auch für Selbstmarketing nutzen, meistens auf Kosten des inhaltlichen und politischen Gehalts ihrer Stellungnahmen. Strukturell begünstigt wurde ihr Aufstieg zunächst durch den in den 1960er-Jahren einsetzenden Bedeutungsgewinn des Fernsehens. Als Konkurrent etablierter Massenmedien wie Zeitung und Rundfunk bot es insbesondere durch neue Kommunikationsformate wie die politische Talkshow erweiterte Möglichkeiten für intellektuelle Interventionen. Dies illustrieren etwa die „nouveaux philosophes“, Frankreichs Medienintellektuelle der ersten Stunde (Moebius 2010), oder deutsche Vertreter von Roger Willemsen über Peter Sloterdijk bis Richard David Precht. Die größere Expansion medialer Öffentlichkeiten bewirkte freilich seit den 1990er-Jahren das Internet. Dieses bietet zwar nahezu unbegrenzte Äußerungsmöglichkeiten, minimiert dadurch allerdings die Durchschlagskraft und Halbwertszeit von Interventionen und maximiert den Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Genau darauf nahm Habermas (2008) Bezug, als er vor 14 Jahren einen erneuten „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ diagnostizierte und dessen Auswirkungen auf die Rolle des Intellektuellen reflektierte: Die Kernfunktion von Intellektuellen, die Bündelung von Aufmerksamkeit auf gesellschaftlich relevante Probleme, so Habermas, werde durch die expandierenden Teilöffentlichkeiten des Internets massiv beeinträchtigt. Zudem würden durch den bereits mit dem Medium des Fernsehens einsetzenden „iconic turn“ die Sichtbarkeit und Bekanntheit, das meint die Notwendigkeit einer Aufmerksamkeit generierenden Selbstdarstellung der öffentlich Auftretenden, aufgewertet, wodurch sich die Grenzen zwischen Intellektuellen und professionellen Medienakteur:innen auflösten – bis letztere die Intellektuellen im politischen Willensbildungsprozess schließlich ablösten.
Als zentrales Merkmal der Medienintellektuellen hat Moebius (2010, S. 283) die „Performance“ identifiziert: die „gezielte Selbstinszenierung“ zum Zweck der Steigerung des eigenen medialen Kapitals. Die dafür eingesetzten Techniken variieren und können letztlich nur in Einzelfallanalysen tragfähig bestimmt werden. Als typisch erweist sich jedoch ein breites Themenrepertoire von Demokratie, Religion, Bildung über Gentechnik, Ernährung und Konsum bis Liebe, Freundschaft, Glück und Moral, das weniger wegen seines inhaltlichen Gehalts, denn als „Beiwerk und Ornament“ von Bedeutung ist (Moebius 2010, S. 282). Um hohe Auflagen oder Einschaltquoten zu erreichen, müssen die Inhalte allerdings konsumierbar aufbereitet werden, z.B. durch allgemeine Verständlichkeit, unterhaltsame Darstellung, gelungene Überraschungen und nicht zuletzt Provokationen und Tabubrüche. Für Letztere bieten die über Jahre geschickt platzierten Interventionen und Kampagnen von Peter Sloterdijk ein einschlägiges und häufig genanntes Beispiel. Sie veranschaulichen zudem regelmäßige politische Richtungswechsel, die in der Summe eine klare politische Positionierung und Festlegung umgehen (Martin und Reitz 2018, S. 249 f.). So hat sich Sloterdijk (2009) mit der Bezeichnung des Wohlfahrtsstaates als „Kleptokratie“ eher marktliberal positioniert, mit seinen Reflexionen zur gentechnischen Reform des „Menschenparks“ diffus nietzscheanisch (Sloterdijk 1999), mit der Verurteilung von Angela Merkels Flüchtlingspolitik als „Akt des Souveränitätsverzichts“ eher rechts (Sloterdijk 2016a), um kurz darauf jede Nähe zur Neuen Rechten oder AfD vehement zu bestreiten (Sloterdijk 2016b). Die sich häufig erst auf den „zweiten Blick“ herausstellende politische Unschärfe solcher Provokationen erweist sich in der medialen Aufmerksamkeitsökonomie als Vorteil: Sie bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten, gewährleistet also die Aufnahme und Weiterverwertung in Repliken und erlaubt sogar den gesichtswahrenden Rückzug – schließlich wurde man gänzlich missverstanden –, um sich für neue Vorstöße in Stellung zu bringen.
Neben exemplarischen Repräsentant:innen gibt der strukturelle Wandel der Medienöffentlichkeit Aufschluss über die maßgeblichen Veränderungen der Intellektuellenrolle. Öffentliche Intellektuelle äußern sich nach wie vor vorwiegend in den traditionellen Massenmedien, d.h. in Büchern, Zeitschriften‑, Radio- und Fernsehbeiträgen. Durch deren Krise, beginnend mit dem Bedeutungsgewinn des Fernsehens, verschärft durch das Internet, reduzierten sich Anzahl und Bedeutung der angestammten Äußerungsorte, d.h. der Verlage, Zeitschriften und Feuilletons, in denen man bezahlt veröffentlichen und relativ gebündelt Aufmerksamkeit erlangen konnte. Öffentliche Intellektuelle agieren somit auf einem sukzessiv verengten Kulturmarkt unter verschärften Wettbewerbsbedingungen. Zusätzlich erschweren die vervielfältigten fragmentierten Teilöffentlichkeiten des Internets die Bündelung von Problemen und potenzieren den Wettbewerbsdruck. Hinzu kommen die Entwicklungen, die als „ästhetischer Kapitalismus“ (Menke und Rebentisch 2010; Reckwitz 2012; Böhme 2016) oder „erweiterte Kulturindustrie“ (Resch und Steinert 2003) beschrieben wurden. Diesen Diagnosen zufolge ist die kulturelle Sphäre seit der Systemkrise der 1970er-Jahre zu einer wesentlichen Quelle kapitalistischen Wachstums geworden. Dementsprechend werden geistig-ästhetische Tätigkeiten und Produkte vermehrt Markt- und Verwertungsimperativen unterworfen. Nimmt man die angesprochenen Entwicklungen zusammen, sehen sich öffentliche Intellektuelle einer allgemeinen Ökonomisierung ihrer Tätigkeitssphäre bei gleichzeitiger Schrumpfung ihrer traditionellen und Pluralisierung neuer Äußerungsmärkte ausgesetzt. Dies macht es nicht nur schwerer, sich kommerziellen Anforderungen zu entziehen, sondern legt es sogar nahe, diesen verlässlich nachzukommen, um sich überhaupt noch Gehör verschaffen zu können. Die Folge ist eine quantitativ wie qualitativ ausgeweitete Kommerzialisierung intellektueller Praxis. Dabei wird das mit Adorno skizzierte Spannungsverhältnis zwischen Autonomie und Anpassung tendenziell zugunsten Letzterer aufgelöst.
Die Grundzüge des Medienintellektuellen – inhaltliche Beliebigkeit, Konsumierbarkeit, politische Unschärfe – klingen daher nicht zufällig wie das Gegenteil von Adornos öffentlicher Praxis. Der Vergleich zeigt deutlich, wohin die Gewichte sich verlagert haben und was dabei so gut wie weggefallen ist: die Verbindung von kommerziellem Erfolg und intellektueller Unabhängigkeit, die die öffentliche Intellektuellenrolle lange Zeit kennzeichnete. Vor diesem Hintergrund sind von gegenwärtigen Medienintellektuellen Interventionen im Stile Adornos, Anders’, Sartres oder de Beauvoirs kaum zu erwarten. Denn ihre kommerzialisierte Praxis basiert hauptsächlich auf dem skizzierten strukturellen Wandel der Medienöffentlichkeit und kann als Konsequenz bzw. Bewältigung der neuen Voraussetzungen betrachtet werden. Unter diesen Voraussetzungen ist eine sowohl autonome als auch öffentlich erfolgreiche und politisch wirksame Äußerungspraxis nur noch eingeschränkt möglich.

4.2 Vereindeutigungen des akademischen Feldes

Auch mit Blick auf die akademische Intellektuellentätigkeit offenbart der historische Vergleich strukturelle Veränderungen, die im Ergebnis die Möglichkeiten einer kritisch-eingreifenden Deutungsarbeit reduziert haben. Die Veränderungen, um die es dabei geht, wurden unter der Bezeichnung „akademischer Kapitalismus“ ausführlich analysiert (z.B. Slaughter und Leslie 1997; Slaughter und Rhoades 2004; Münch 2009, 2011; Angermüller et al. 2017) und sollen nicht im Einzelnen rekapituliert werden. Stattdessen möchte ich lediglich einige der Folgen für die im weitesten Sinne als (gesellschafts-)kritisch einzustufenden Aktivitäten vergleichen. Dabei können freilich nur typische Folgen betrachtet werden; wie einzelne Beteiligte die Veränderungen handhaben, muss von Fall zu Fall geklärt werden.
Pauschal und stichwortartig kann man auf Basis der genannten Analysen sagen, dass an Universitäten und Hochschulen wichtige Freiräume eingeschränkt wurden und Effizienz- und Konkurrenzimperative zugenommen haben. Eine Hauptursache sind auf institutioneller Ebene die seit den 1980er-Jahren – paradoxerweise parallel zum Ausbau des wissenschaftlichen Sektors vorgenommenen – massiven Kürzungen der staatlichen Grundfinanzierung sowie die Umstellung auf Drittmittelfinanzierung. Eine unmittelbare Folge davon war der systematische Anstieg finanzieller und wettbewerblicher Zwänge und entsprechender Anpassungserfordernisse bei allen Beteiligten. Seitdem wird das wissenschaftliche Personal in Kämpfe um finanzielles und symbolisches Kapital verstrickt, die durch vermehrte Eingriffe des Managements, sei es durch Zielvereinbarungen, leistungsbasierte Mittelvergabe oder andere Prüf- und Kontrollinstrumente, noch verschärft werden. Auf der Ebene der individuellen Forschungsarbeit rücken Drittmittelquoten, Evaluationskriterien, Impact-Faktoren und andere Messgrößen der Forschungsleistung in den Vordergrund. Als teils explizite, teils implizite Maßstäbe der Regulierung bzw. Reglementierung sind sie für die wissenschaftliche Autonomie und Vielfalt besonders nachteilig.
Das Meiste davon hat es in schwächerer Form schon vor der forcierten Ökonomisierung gegeben, weshalb die Probleme allgemeiner gefasst werden können. Die akademische Tätigkeit ist eingebettet in strukturelle, institutionelle und symbolische Machtordnungen, die die Akzente setzen – von Ressourcenverfügung, relativen Privilegien, Netzwerken bis zu verdichteten Gruppeninteressen, eingeübten Haltungen und Selbstverständnissen (Bourdieu 1992). Nach Foucaults Leitbild waren und sind genau dies die Angriffspunkte kritisch-intellektueller Interventionen im eigenen Arbeitsfeld. Wahrscheinlicher als der oppositionelle Kampf ist jedoch, dass kritische Impulse gedämpft oder sogar neutralisiert werden (Reitz 2017; Loick 2018). Daran zeigt sich der schon von Adorno angesprochene, strukturelle Widerspruch der akademisch-kritischen Tätigkeit: Einerseits stellen Universitäten die Ressourcen für kritische Praxis bereit; andererseits beeinträchtigen sie deren Wirksamkeit und Reichweite. Denn als Institution, die ihren Mitgliedern Arbeits- und Lebenschancen eröffnet, sind sie selbst tendenziell nicht das Ziel systemkritischer Angriffe; und ihre Leitungsgremien wirken nicht freiwillig auf Störungen der universitären Funktionsbereiche hin, indem sie solche Aktivitäten ausbauen (Reitz 2013, S. 122). Eine Ausnahme bilden freilich die 68er-Bewegung und die in ihrer Folge verwirklichten Reformen, wobei die von mir beleuchteten Veränderungen gerade als „Rücknahme“ (Steinert 2014, S. 20) bzw. Versuch der Reduktion der geschaffenen Systemirritationen (Reitz 2013, S. 126) interpretiert werden können. Für Adorno (2003d, S. 789) waren Universitätsangehörige – in augenfälligem Selbstwiderspruch zu seiner eigenen Praxis – für kritische Ambitionen daher wenig prädestiniert: „Offensichtlich werden Menschen, die mit bestehenden Zuständen institutionell verflochten sind, im Allgemeinen zögern, an diesen Zuständen Kritik zu üben“. Historisch dürfte diese Tendenz ein Grund dafür sein, dass kritisch wirksame Impulse eher an den Rändern der Akademie oder mittels einer randständigen Selbstpositionierung gedeihen konnten (Martin 2013). Gegenwärtig könnte sie zudem erklären, warum die skizzierten Umstellungen zwar von teils massiver Kritik begleitet, aber von den meisten Betroffenen nur in seltenen Fällen kollektiv und nachhaltig abgewehrt werden.
Die alten und neuen Begrenzungen machen darüber hinaus auf den Unterschied zwischen akademischer und intellektueller Praxis aufmerksam. Letztere ist seit der Dreyfus-Affäre dadurch gekennzeichnet, dass professionelle Kompetenzen und Funktionen gezielt überschritten und für politisches und gesellschaftskritisches Engagement eingesetzt werden. Adorno, Marcuse oder Habermas sind dafür musterhafte Beispiele: Sie nutzten ihr fachliches Können und Ansehen, um etwa gegen Notstandsgesetze, atomare Aufrüstung oder Asylpolitik zu protestieren. Deshalb definierte Rainer M. Lepsius (1964, S. 88) die intellektuelle Praxis als „inkompetente, aber legitime Kritik“, und Habermas (1987, S. 42) identifizierte sie als Tätigkeit „im Nebenberuf“. Selbst Foucaults „spezifische Intellektuelle“, die Psychiatrie- oder Gefängnisverhältnisse anprangerten, wollten über unmittelbare Verbesserungen hinaus politisch-soziale Veränderungen anstoßen. Akademisch-intellektuelle Kritik ist demnach nicht als eine rein innerakademische Streitpraxis zu verstehen, sondern als eine diese überschreitende Aktivität, die allerdings nur möglich ist, wenn sie institutionell gewährt wird. Mit der zunehmenden Einbindung des wissenschaftlichen Personals in Verwaltungsprozesse und in die Konkurrenz um Stellen und Forschungsmittel wurde diese Gewähr weitreichend zurückgenommen.
Für den amerikanischen Kontext wurde in diesem Sinne argumentiert, dass die seit den 1970er-Jahren ausgeweitete Akademisierung der Intellektuellenpraxis kritisch transzendierende Eingriffe zurückgedrängt und die anhaltende Krise der Intellektuellen verursacht habe. Akademisch Etablierte, so die leicht unterschiedlichen Begründungen, hätten institutionell zu viel Unabhängigkeit eingebüßt (Jacoby 1987) respektive sich mental zu weit vom praktischen Leben entfernt (Posner 2003), um als „public intellectuals“ noch eine breite Öffentlichkeit ansprechen zu können. Mit dieser Sicht auf Akademisierung als Krise bzw. Niedergang der Intellektuellen wurde ein verbreitetes Motiv aufgegriffen, das bereits während der Dreyfus-Affäre (Bering 2010, S. 35 ff.) sowie in den Nach-68er Jahren u.a. bei Helmut Schelsky (1975) auftauchte, wo es klar anti-intellektuelle Züge trägt. Für wie stichhaltig man diese Deutungen im Detail auch halten mag, selbst ohne solche Zuspitzungen kann man in den jüngeren Entwicklungen Vereindeutigungen jener Aktivitäten erkennen, die das akademische Feld umgestalten oder überschreiten könnten: Abseits der wenigen Elitestandorte werden Forschung und Lehre auf engere Zwecke ausgerichtet, in allen Statusgruppen Regulierungen verstärkt, Spielräume abgebaut und Experimente zurückgedrängt. Für die akademische Intellektuellentätigkeit bedeutet dies, dass sie auf weitgehend feste disziplin- oder projektbezogene Anwendungsfelder und Adressat:innen begrenzt wird und ihre möglichen politischen Wirkungen eingeschränkt werden.
Dass diese Entwicklungen zweifellos von Ungleichzeitigkeiten und Ambivalenzen geprägt sind, veranschaulichen etwa die ab den 1990er-Jahren expandierenden „critical studies“. Einerseits sind dort kritische Kapitalismus‑, Herrschafts‑, Ungleichheits‑, Rassismus- oder Sexismusanalysen lebendiger denn je und stehen als Aufklärungs- und Deutungsangebote zur Verfügung. Wo diese sich zudem mit politischen Programmen, Initiativen oder Bündnispartner:innen verbinden, können sie eine wichtige Bezugsgröße und Anstoß für Veränderungen sein, wie etwa die Erfolge von Gleichstellungspolitik zeigen. Andererseits ist ihre Expansion Teil der Profilbildungs- und Spezialisierungsprozesse der „entrepreneurial university“, weshalb sie von institutioneller Seite nicht allein ihrer kritischen Impulse wegen gebilligt, sondern u.a. auch als Mittel betrachtet werden, Studierende zu gewinnen und Fördermittel zu akquirieren. Vor diesem Hintergrund drohen institutionelle und selbstauferlegte Beschränkungen, nicht zuletzt wenn politische Überschreitungen gedrosselt werden und kritische Deutungsarbeit im akademischen Resonanzraum – etwa in Seminaren oder Forschungsprojekten – eingekapselt wird. In diesem Fall kann man von verkürzten politisch-intellektuellen Tätigkeiten sprechen. Als innerakademische kritische Praxis spielen diese ohne Frage eine bedeutende Rolle, doch ihre begrenzte Reichweite verweist auch, zumal im historischen Vergleich, auf die gesellschaftliche Separierung der an Universitäten produzierten intellektuellen Kritik.
Der Vergleich weist noch auf einen anderen Punkt hin. Nach meiner Lesart unternahm Adorno den methodischen Versuch, die Spannungen und Widersprüche zwischen akademischer und intellektueller Praxis aufrechtzuerhalten. Dies kann wie gesehen sogar als wesentliche Voraussetzung für die konkrete, erfolgreiche Verknüpfung beider Tätigkeiten verstanden werden. Wenn die Diagnose der zunehmenden Vereindeutigungen stimmt, dann bedeutet die Aufrechterhaltung des Spannungsverhältnisses heute noch mehr als damals, die akademischen Rahmenbedingungen nicht aktiv auszublenden. Wichtig wäre die kontinuierliche Reflexion auf die Situierungen, Perspektiven und Interessen der akademisch-kritischen Tätigkeiten und Tätigen. Sie könnte Distanz schaffen und zu einer zeitweisen Des-Integration beitragen (Loick 2018). Dadurch könnten die Möglichkeiten von Umgestaltungen und Überschreitungen im konkreten Fall besser eingeschätzt und – falls gewollt und machbar – auch realisiert werden.

5 Schluss und Ausblick

Ausgehend von dem Vorschlag, die Praxis von Intellektuellen als Ausdruck bzw. Verarbeitung individueller und kollektiver Erfahrungen und somit in ihrer historisch-gesellschaftlichen Einbettung zu analysieren, war es das Ziel des Beitrags, ihre gegenwärtigen Ausprägungen im Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen seit den 1970er-Jahren zu erklären. Dabei habe ich mich auf zwei traditionelle Wirkungsbereiche der Intellektuellen – die politische Medienöffentlichkeit und das akademische Feld – konzentriert und deren Transformationen als feldspezifische Vereindeutigungen interpretiert, die kritisch wirksame Interventionen zunehmend erschweren. Zur Plausibilisierung dieser These diente mir zunächst Adornos intellektuelle Praxis, da sie ein aufschlussreiches Beispiel für den Versuch darstellt, mit den charakteristisch widersprüchlichen Anforderungen der Intellektuellenrolle durch eine Selbstpositionierung im „Dazwischen“ umzugehen. Seine programmatische „Ortlosigkeit“ habe ich als Konsequenz der spezifischen Fremdheitserfahrung eines jüdischen Intellektuellen im Exil, genauer: als deren Umdeutung zu einer Ressource intransigenter Kritik charakterisiert, mithilfe derer Adorno das Spannungsverhältnis zwischen intellektueller Autonomie und notwendiger Anpassung an die Bedingungen und Erfordernisse des öffentlich-medialen sowie akademischen Tätigkeitsfeldes aufrechtzuerhalten versuchte – zugunsten einer zugleich kompromisslosen und öffentlich erfolgreichen kritischen Praxis.
Seitdem haben sich die Wirkungsbereiche durch einen tiefgreifenden Wandel der Medienöffentlichkeit einerseits und eine ebenso einschneidende Restrukturierung der Universitäten andererseits nachhaltig verändert. Während die Schrumpfung alter und Pluralisierung neuer Äußerungsmärkte den wettbewerbsförmigen Kampf um Aufmerksamkeit in der Medienöffentlichkeit verschärft haben, wurden und werden an Universitäten unter Gesichtspunkten ökonomischer Effizienz und Verwertbarkeit nicht nur intellektuelle Freiräume beschnitten, sondern auch die potenziellen politischen Reichweiten akademischer Kritik beeinträchtigt. Beide Entwicklungen betrachte ich im Vergleich mit den Tätigkeits- und Wirkungsbedingungen Adornos als strukturelle Vereindeutigungen, die einer kommerzialisierten öffentlichen sowie einer in ihrem politischen Einfluss begrenzten akademischen Intellektuellenpraxis Vorschub leisten.
Die Bedingungen, unter denen Adorno seinen intellektuellen Einfluss erlangte, wird man nicht wiederherstellen können oder auch nur wollen. Es war daher weder meine Absicht, mit seiner Hilfe eine essentialistische Festschreibung der Intellektuellenrolle zu unternehmen, noch heutige Ausprägungen als bloße Verfallsformen darzustellen. Die Analyse der struktur- und erfahrungsbedingten Voraussetzungen und Veränderungen intellektueller Praxis sollte beidem vorbeugen. Mit diesem Fokus kann allerdings über das zukünftige Schicksal der Intellektuellen nur spekuliert werden. Denkbar sind zum einen der weitere Ausbau der kommerzialisierten und der Rückbau der akademisch-kritischen Intellektuellentätigkeit gemäß den erläuterten Vereindeutigungen. Im Kontext der um die Jahrtausendwende einsetzenden Diskussionen über immaterielle Arbeit und die „Multitude“ wurde zum anderen die Gruppe der „Massenintellektuellen“ als potenziell zukünftiger Intellektuellentypus ausgemacht (Negri et al. 1998; Hardt und Negri 2002; Dyer-Witheford 2015). Gemeint ist die weitgehend anonyme Gruppe von kognitiv Tätigen, die in Initiativen, Denkfabriken und in den Teilöffentlichkeiten des Internets wie Blogs oder Foren meist unbezahlte Deutungsarbeit leistet. Mit ihrer Bedeutungszunahme verband sich die Erwartung einer „Demokratisierung und Vervielfältigung intellektueller Dissidenz“ (Reitz 2009, S. 105). Allerdings wurden hinsichtlich ihres prognostizierten Stellenwerts auch Zweifel geäußert, die sich auf Kernbestimmungen der Intellektuellenrolle beziehen: Weder, so der Einwand, habe diese Gruppe ein festes Anwendungsfeld, noch bündle sie in klassischer Weise Aufmerksamkeit, weshalb fraglich sei, inwieweit überhaupt von „Intellektuellen“ die Rede sein könne (Martin und Reitz 2015). Naheliegend sei außerdem, dass ihre für gewöhnlich auf freiem Wissens- und Kommunikationstransfer basierende Tätigkeit umfassend staatlich oder privatwirtschaftlich verwertet werde, was kritische Impulse beeinträchtige (Reitz 2009, S. 106). Insbesondere Letzteres scheint sich angesichts eines „Plattformkapitalismus“ (Vogl 2021) zu bestätigen, der die Inwertsetzung jeglicher Nutzer:innenaktivität durch digitale Monopolisten wie Google und Amazon forciert. Diese Entwicklungen lassen kaum den Eindruck aufkommen, dass sich in den weitreichend kapitalisierten Teilöffentlichkeiten des Internets kritische intellektuelle Stimmen und Praktiken abseits von Nischen wirksam und dauerhaft etablieren können.
Vor dem Hintergrund der dargestellten Transformationen und damit verbundenen Vereindeutigungen halte ich schließlich auch eine Renaissance der klassischen „universellen Intellektuellen“ nicht für wahrscheinlich. Zwar lässt sich argumentieren, dass angesichts der Dimensionen aktueller Krisen – vom Klimawandel über die Neue Rechte bis zur Corona-Pandemie – der Bedarf an kritisch eingreifenden „Großdeutungen“ außer Frage stehe. Doch wo, d.h. in welchen Medien, für welches interessierte Publikum und von welchen öffentlich anerkannten Figuren diese artikuliert werden könnten, sind meiner Ansicht nach offene Fragen. Hinzu kommt, dass zumindest im Kontext der Corona-Pandemie bislang in erster Linie wissenschaftliche Expert:innen und teils Medienintellektuelle die Wissens- und Deutungsarbeit für Politik und Öffentlichkeit übernehmen. Ob sich im Zusammenhang mit anderen und zukünftigen Krisen eine hinreichend große Lücke für alternative Deutungsangebote auftut, ist derzeit nicht abzuschätzen.

Danksagung

Ich danke den anonymen Gutachter:innen und der Redaktion des Berliner Journals für weiterführende Fragen und Hinweise sowie Christine Resch und Tilman Reitz, die frühere Fassungen des Beitrags kommentiert haben.
Open Access Dieser Artikel wird unter der Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz veröffentlicht, welche die Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.
Die in diesem Artikel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist für die oben aufgeführten Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.
Weitere Details zur Lizenz entnehmen Sie bitte der Lizenzinformation auf http://​creativecommons.​org/​licenses/​by/​4.​0/​deed.​de.

Unsere Produktempfehlungen

Berliner Journal für Soziologie

Das Berliner Journal für Soziologie veröffentlicht Beiträge zu allgemeinen Themen und Forschungsbereichen der Soziologie sowie Schwerpunkthefte zu Klassikern der Soziologie und zu aktuellen Problemfeldern des soziologischen Diskurses.

Literatur
Zurück zum Zitat Adorno, T. W. (2003a) [1951]. Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Gesammelte Schriften, Bd. 4. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Adorno, T. W. (2003a) [1951]. Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Gesammelte Schriften, Bd. 4. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Adorno, T. W. (2003b) [1969]. Resignation. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.2: Kulturkritik und Gesellschaft II (S. 749–799). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Adorno, T. W. (2003b) [1969]. Resignation. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.2: Kulturkritik und Gesellschaft II (S. 749–799). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Adorno, T. W. (2003c) [1951]. Kulturkritik und Gesellschaft. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I (S. 11–30). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Adorno, T. W. (2003c) [1951]. Kulturkritik und Gesellschaft. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I (S. 11–30). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Adorno, T. W. (2003d) [1969]. Kritik. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.2: Kulturkritik und Gesellschaft II (S. 785–793). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Adorno, T. W. (2003d) [1969]. Kritik. In T. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 10.2: Kulturkritik und Gesellschaft II (S. 785–793). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Adorno, T. W., & Mann, T. (2002). Briefwechsel 1943–1955. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Adorno, T. W., & Mann, T. (2002). Briefwechsel 1943–1955. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Albrecht, C., Behrmann, G. C., Bock, M., Homann, H., & Tenbruck F. H. (1999). Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Eine Wirkungsgeschichte der Frankfurter Schule. Frankfurt a. M.: Campus. Albrecht, C., Behrmann, G. C., Bock, M., Homann, H., & Tenbruck F. H. (1999). Die intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Eine Wirkungsgeschichte der Frankfurter Schule. Frankfurt a. M.: Campus.
Zurück zum Zitat Améry, J. (2002) [1966]. Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten. In J. Améry, Werke Bd. 2: Jenseits von Schuld und Sühne, Unmeisterliche Wanderjahre, Örtlichkeiten (S. 23–177). Stuttgart: Klett-Cotta. Améry, J. (2002) [1966]. Jenseits von Schuld und Sühne. Bewältigungsversuche eines Überwältigten. In J. Améry, Werke Bd. 2: Jenseits von Schuld und Sühne, Unmeisterliche Wanderjahre, Örtlichkeiten (S. 23–177). Stuttgart: Klett-Cotta.
Zurück zum Zitat Améry, J. (2004) [1967]. Jargon der Dialektik. In J. Améry, Werke. Bd. 6: Aufsätze zur Philosophie (S. 265–296). Stuttgart: Klett-Cotta. Améry, J. (2004) [1967]. Jargon der Dialektik. In J. Améry, Werke. Bd. 6: Aufsätze zur Philosophie (S. 265–296). Stuttgart: Klett-Cotta.
Zurück zum Zitat Anders, G. (1983). Über Verantwortung heute. In G. Anders, Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen (S. 24–54). München: Beck. Anders, G. (1983). Über Verantwortung heute. In G. Anders, Die atomare Drohung. Radikale Überlegungen (S. 24–54). München: Beck.
Zurück zum Zitat Anders, G. (1987). Brecht konnte mich nicht riechen. In E. Schubert (Hrsg.), Günther Anders antwortet. Interviews & Erklärungen (S. 97–113). Berlin: Edition Tiamat. Anders, G. (1987). Brecht konnte mich nicht riechen. In E. Schubert (Hrsg.), Günther Anders antwortet. Interviews & Erklärungen (S. 97–113). Berlin: Edition Tiamat.
Zurück zum Zitat Angermüller, J., Schulze-Cleven, T., Reitz, T., & Maeße, J. (2017). The new political economy of higher education. Higher Education, 73, 795–997.CrossRef Angermüller, J., Schulze-Cleven, T., Reitz, T., & Maeße, J. (2017). The new political economy of higher education. Higher Education, 73, 795–997.CrossRef
Zurück zum Zitat Auer, D. (2003). Paria wider Willen. Adornos und Arendts Reflexion auf den Ort des Intellektuellen. In D. Auer, L. Rensmann & J. Schulze Wessel (Hrsg.), Arendt und Adorno (S. 35–56). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Auer, D. (2003). Paria wider Willen. Adornos und Arendts Reflexion auf den Ort des Intellektuellen. In D. Auer, L. Rensmann & J. Schulze Wessel (Hrsg.), Arendt und Adorno (S. 35–56). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Bering, D. (2010). Die Epoche der Intellektuellen: 1889–2001. Geburt – Begriff – Grabmal. Berlin: Berlin University Press. Bering, D. (2010). Die Epoche der Intellektuellen: 1889–2001. Geburt – Begriff – Grabmal. Berlin: Berlin University Press.
Zurück zum Zitat Böhme, G. (2016). Ästhetischer Kapitalismus. Berlin: Suhrkamp. Böhme, G. (2016). Ästhetischer Kapitalismus. Berlin: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Bourdieu, P. (1992). Homo academicus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Bourdieu, P. (1992). Homo academicus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Brumlik, M. (2002). Intellektuelle, Postintellektuelle, Transintellektuelle. Thesen zum Probehandeln in der Weltgesellschaft. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 97–104). Frankfurt a. M.: Fischer. Brumlik, M. (2002). Intellektuelle, Postintellektuelle, Transintellektuelle. Thesen zum Probehandeln in der Weltgesellschaft. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 97–104). Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Carrier, M. (2007). Engagement und Expertise. In M. Carrier & J. Roggenhofer (Hrsg.), Wandel oder Niedergang? Die Rolle der Intellektuellen in der Wissensgesellschaft (S. 13–32). Bielefeld: transcript.CrossRef Carrier, M. (2007). Engagement und Expertise. In M. Carrier & J. Roggenhofer (Hrsg.), Wandel oder Niedergang? Die Rolle der Intellektuellen in der Wissensgesellschaft (S. 13–32). Bielefeld: transcript.CrossRef
Zurück zum Zitat Clark, B. R. (1998). Creating entrepreneurial universities. Organizational pathways of transformation. Oxford: Pergamon Press. Clark, B. R. (1998). Creating entrepreneurial universities. Organizational pathways of transformation. Oxford: Pergamon Press.
Zurück zum Zitat Dahrendorf, R. (2002). Theorie ist wichtiger als Tugend. Gesellschaftskritik und Intellektuelle. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 39–43). Frankfurt a. M.: Fischer. Dahrendorf, R. (2002). Theorie ist wichtiger als Tugend. Gesellschaftskritik und Intellektuelle. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 39–43). Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Dahrendorf, R. (2006). Versuchungen der Unfreiheit. Intellektuelle in Zeiten der Prüfung. München: Beck. Dahrendorf, R. (2006). Versuchungen der Unfreiheit. Intellektuelle in Zeiten der Prüfung. München: Beck.
Zurück zum Zitat Deleuze, G., & Guattari, F. (1992). Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie II. Berlin: Merve. Deleuze, G., & Guattari, F. (1992). Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie II. Berlin: Merve.
Zurück zum Zitat Demirović, A. (1999). Der nonkonformistische Intellektuelle. Die Entwicklung der Kritischen Theorie zur Frankfurter Schule. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Demirović, A. (1999). Der nonkonformistische Intellektuelle. Die Entwicklung der Kritischen Theorie zur Frankfurter Schule. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Dyer-Witheford, N. (2015). Cyber proletariat. Global labour in the digital vortex. London: Pluto.CrossRef Dyer-Witheford, N. (2015). Cyber proletariat. Global labour in the digital vortex. London: Pluto.CrossRef
Zurück zum Zitat Eßbach, W. (2012). Wer war Marx? Bilder eines Intellektuellen. In R. Faber (Hrsg.), Was ist ein Intellektueller? Rückblicke und Vorblicke (S. 163–181). Würzburg: Königshausen & Neumann. Eßbach, W. (2012). Wer war Marx? Bilder eines Intellektuellen. In R. Faber (Hrsg.), Was ist ein Intellektueller? Rückblicke und Vorblicke (S. 163–181). Würzburg: Königshausen & Neumann.
Zurück zum Zitat Eyal, G., & Buchholz, L. (2010). From the sociology of intellectuals to the sociology of interventions. Annual Review of Sociology, 36, 117–137.CrossRef Eyal, G., & Buchholz, L. (2010). From the sociology of intellectuals to the sociology of interventions. Annual Review of Sociology, 36, 117–137.CrossRef
Zurück zum Zitat Flusser, V. (1994). Von der Freiheit des Migranten. Einsprüche gegen den Nationalismus. Düsseldorf: Bollmann. Flusser, V. (1994). Von der Freiheit des Migranten. Einsprüche gegen den Nationalismus. Düsseldorf: Bollmann.
Zurück zum Zitat Foucault, M. (2003) [1977]. Die politische Funktion des Intellektuellen. In M. Foucault, Dits et Ecrits. Bd. III: Schriften 1976–1979 (S. 145–152). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Foucault, M. (2003) [1977]. Die politische Funktion des Intellektuellen. In M. Foucault, Dits et Ecrits. Bd. III: Schriften 1976–1979 (S. 145–152). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Germer, H., Müller-Doohm, S., & Thiele, F. (2013). Intellektuelle Deutungskämpfe im Raum publizistischer Öffentlichkeit. Berliner Journal für Soziologie, 23, 511–520.CrossRef Germer, H., Müller-Doohm, S., & Thiele, F. (2013). Intellektuelle Deutungskämpfe im Raum publizistischer Öffentlichkeit. Berliner Journal für Soziologie, 23, 511–520.CrossRef
Zurück zum Zitat Gilcher-Holtey, I. (2007). Eingreifendes Denken. Die Wirkungschancen von Intellektuellen. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft. Gilcher-Holtey, I. (2007). Eingreifendes Denken. Die Wirkungschancen von Intellektuellen. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft.
Zurück zum Zitat Gilcher-Holtey, I., & Oberloskamp, E. (Hrsg.). (2020). Warten auf Godot? Intellektuelle seit den 1960er Jahren. Berlin: de Gruyter. Gilcher-Holtey, I., & Oberloskamp, E. (Hrsg.). (2020). Warten auf Godot? Intellektuelle seit den 1960er Jahren. Berlin: de Gruyter.
Zurück zum Zitat Gumbrecht, H. U. (2002). Riskantes Denken. Intellektuelle als Katalysatoren von Komplexität. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 140–147). Frankfurt a. M.: Fischer. Gumbrecht, H. U. (2002). Riskantes Denken. Intellektuelle als Katalysatoren von Komplexität. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 140–147). Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Habermas, J. (1972). Bewußtmachende oder rettende Kritik. Die Aktualität Walter Benjamins. In S. Unseld (Hrsg.), Zur Aktualität Walter Benjamins. Aus Anlaß des 80. Geburtstags von Walter Benjamin (S. 173–224). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Habermas, J. (1972). Bewußtmachende oder rettende Kritik. Die Aktualität Walter Benjamins. In S. Unseld (Hrsg.), Zur Aktualität Walter Benjamins. Aus Anlaß des 80. Geburtstags von Walter Benjamin (S. 173–224). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Habermas, J. (1987). Heinrich Heine und die Rolle des Intellektuellen in Deutschland. In J. Habermas, Eine Art Schadensabwicklung. Kleine politische Schriften VI (S. 27–54). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Habermas, J. (1987). Heinrich Heine und die Rolle des Intellektuellen in Deutschland. In J. Habermas, Eine Art Schadensabwicklung. Kleine politische Schriften VI (S. 27–54). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Habermas, J. (2008). Ein avantgardistischer Spürsinn für Relevanzen. Die Rolle des Intellektuellen und die Sache Europas. In J. Habermas, Ach, Europa. Kleine politische Schriften XI (S. 77–87). Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Habermas, J. (2008). Ein avantgardistischer Spürsinn für Relevanzen. Die Rolle des Intellektuellen und die Sache Europas. In J. Habermas, Ach, Europa. Kleine politische Schriften XI (S. 77–87). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Hardt, M., & Negri, A. (2002). Empire. Die neue Weltordnung. Frankfurt a. M.: Campus. Hardt, M., & Negri, A. (2002). Empire. Die neue Weltordnung. Frankfurt a. M.: Campus.
Zurück zum Zitat Horkheimer, M. (1996). Gesammelte Schriften. Bd. 18: Briefwechsel 1949–1973. Frankfurt a. M.: Fischer. Horkheimer, M. (1996). Gesammelte Schriften. Bd. 18: Briefwechsel 1949–1973. Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Horkheimer, M., & Adorno, T. W. (1987) [1944]. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. In M. Horkheimer, Gesammelte Schriften. Bd. 5: Dialektik der Aufklärung und Schriften 1940–1950 (S. 13–290). Frankfurt a. M.: Fischer. Horkheimer, M., & Adorno, T. W. (1987) [1944]. Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. In M. Horkheimer, Gesammelte Schriften. Bd. 5: Dialektik der Aufklärung und Schriften 1940–1950 (S. 13–290). Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Jacoby, R. (1987). The last intellectuals. American culture in the age of academe. New York: Basic Books. Jacoby, R. (1987). The last intellectuals. American culture in the age of academe. New York: Basic Books.
Zurück zum Zitat Judt, T. (2010). Das vergessene 20. Jahrhundert. Die Rückkehr des politischen Intellektuellen. München: Hanser. Judt, T. (2010). Das vergessene 20. Jahrhundert. Die Rückkehr des politischen Intellektuellen. München: Hanser.
Zurück zum Zitat Jung, T., & Müller-Doohm, S. (Hrsg.). (2009). Fliegende Fische. Eine Soziologie des Intellektuellen in 20 Portraits. Frankfurt a. M.: Fischer. Jung, T., & Müller-Doohm, S. (Hrsg.). (2009). Fliegende Fische. Eine Soziologie des Intellektuellen in 20 Portraits. Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Kreisky, E. (2000). Intellektuelle als historisches Modell. In E. Kreisky (Hrsg.), Von der Macht der Köpfe. Intellektuelle zwischen Moderne und Spätmoderne (S. 11–65). Wien: Wiener Universitätsverlag. Kreisky, E. (2000). Intellektuelle als historisches Modell. In E. Kreisky (Hrsg.), Von der Macht der Köpfe. Intellektuelle zwischen Moderne und Spätmoderne (S. 11–65). Wien: Wiener Universitätsverlag.
Zurück zum Zitat Kroll, T., & Reitz, T. (Hrsg.). (2013). Intellektuelle in der Bunderepublik Deutschland. Verschiebungen im politischen Feld der 1960er und 1970er Jahre. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. Kroll, T., & Reitz, T. (Hrsg.). (2013). Intellektuelle in der Bunderepublik Deutschland. Verschiebungen im politischen Feld der 1960er und 1970er Jahre. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Zurück zum Zitat Lepsius, R. M. (1964). Kritik als Beruf. Zur Soziologie der Intellektuellen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 16, 75–91. Lepsius, R. M. (1964). Kritik als Beruf. Zur Soziologie der Intellektuellen. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 16, 75–91.
Zurück zum Zitat Loick, D. (2018). If you’re a critical theorist, how come you work for a university? Critical Horizons. A Journal of Philosophy and Social Theory, 19, 233–245. Loick, D. (2018). If you’re a critical theorist, how come you work for a university? Critical Horizons. A Journal of Philosophy and Social Theory, 19, 233–245.
Zurück zum Zitat Lukács, G. (2009) [1920]. Die Theorie des Romans. Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik. Bielefeld: Aisthesis. Lukács, G. (2009) [1920]. Die Theorie des Romans. Ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik. Bielefeld: Aisthesis.
Zurück zum Zitat Lyotard, J.-F. (1985). Grabmal des Intellektuellen. Wien: Passagen. Lyotard, J.-F. (1985). Grabmal des Intellektuellen. Wien: Passagen.
Zurück zum Zitat Mannheim, K. (1956). The Problem of the intelligentsia. An enquiry into its past and present role. In K. Mannheim, Collected works. Vol. 7: Essays on the sociology of culture (S. 91–170). London: Routledge. Mannheim, K. (1956). The Problem of the intelligentsia. An enquiry into its past and present role. In K. Mannheim, Collected works. Vol. 7: Essays on the sociology of culture (S. 91–170). London: Routledge.
Zurück zum Zitat Mannheim, K. (1993) [1932]. The sociology of intellectuals. Theory, Culture & Society, 10, 69–80.CrossRef Mannheim, K. (1993) [1932]. The sociology of intellectuals. Theory, Culture & Society, 10, 69–80.CrossRef
Zurück zum Zitat Martin, S. (2013). Denken im Widerspruch. Theorie und Praxis nonkonformistischer Intellektueller. Münster: Westfälisches Dampfboot. Martin, S. (2013). Denken im Widerspruch. Theorie und Praxis nonkonformistischer Intellektueller. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Zurück zum Zitat Martin, S. (2014). Intellektuellensoziologie als Personalisierung von Intellektualität. In S. Martin & C. Resch (Hrsg.), Kulturindustrie und Sozialwissenschaften (S. 120–139). Münster: Westfälisches Dampfboot. Martin, S. (2014). Intellektuellensoziologie als Personalisierung von Intellektualität. In S. Martin & C. Resch (Hrsg.), Kulturindustrie und Sozialwissenschaften (S. 120–139). Münster: Westfälisches Dampfboot.
Zurück zum Zitat Martin, S., & Reitz, T. (2018). Geistige Produktion auf beschränkten Märkten. Die Intellektuellen der Kulturindustrie. In M. Niederauer & G. Schweppenhäuser (Hrsg.), Kulturindustrie. Theoretische und empirische Annäherungen an einen populären Begriff (S. 239–258). Wiesbaden: Springer.CrossRef Martin, S., & Reitz, T. (2018). Geistige Produktion auf beschränkten Märkten. Die Intellektuellen der Kulturindustrie. In M. Niederauer & G. Schweppenhäuser (Hrsg.), Kulturindustrie. Theoretische und empirische Annäherungen an einen populären Begriff (S. 239–258). Wiesbaden: Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Menke, C., & Rebentisch, J. (Hrsg.). (2010). Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus. Berlin: Kadmos. Menke, C., & Rebentisch, J. (Hrsg.). (2010). Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus. Berlin: Kadmos.
Zurück zum Zitat Moebius, S. (2010). Der Medienintellektuelle. In S. Moebius & M. Schroer (Hrsg.), Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart (S. 277–290). Berlin: Suhrkamp. Moebius, S. (2010). Der Medienintellektuelle. In S. Moebius & M. Schroer (Hrsg.), Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart (S. 277–290). Berlin: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Müller-Doohm, S. (2003). Adorno. Eine Biographie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Müller-Doohm, S. (2003). Adorno. Eine Biographie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Müller-Doohm, S. (2009). Der Intellektuelle, seine Kritik und die Öffentlichkeit: Benjamin, Adorno, Habermas. In S. Bartmann, A. Fehlhaber, S. Kirsch & W. Lohfeld (Hrsg.), Natürlich stört das Leben ständig. Perspektiven auf Entwicklung und Erziehung (S. 137–143). Wiesbaden: Springer.CrossRef Müller-Doohm, S. (2009). Der Intellektuelle, seine Kritik und die Öffentlichkeit: Benjamin, Adorno, Habermas. In S. Bartmann, A. Fehlhaber, S. Kirsch & W. Lohfeld (Hrsg.), Natürlich stört das Leben ständig. Perspektiven auf Entwicklung und Erziehung (S. 137–143). Wiesbaden: Springer.CrossRef
Zurück zum Zitat Münch, R. (2009). Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Münch, R. (2009). Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Münch, R. (2011). Akademischer Kapitalismus. Zur politischen Ökonomie der Hochschulreform. Berlin: Suhrkamp. Münch, R. (2011). Akademischer Kapitalismus. Zur politischen Ökonomie der Hochschulreform. Berlin: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Negri, T., Lazzarato, M., & Virno, P. (Hrsg.). (1998). Umherschweifende Produzenten. Immaterielle Arbeit und Subversion. Berlin: ID. Negri, T., Lazzarato, M., & Virno, P. (Hrsg.). (1998). Umherschweifende Produzenten. Immaterielle Arbeit und Subversion. Berlin: ID.
Zurück zum Zitat Posner, R. (2003). Public intellectuals. A study of decline. Cambridge: Harvard University Press. Posner, R. (2003). Public intellectuals. A study of decline. Cambridge: Harvard University Press.
Zurück zum Zitat Reckwitz, A. (2012). Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. Berlin: Suhrkamp. Reckwitz, A. (2012). Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung. Berlin: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Reitz, T. (2009). They don’t speak for us. Die Dekomposition der öffentlichen Intellektuellen. Das Argument, 51, 103–109. Reitz, T. (2009). They don’t speak for us. Die Dekomposition der öffentlichen Intellektuellen. Das Argument, 51, 103–109.
Zurück zum Zitat Reitz, T. (2013). Aussichten der Fehlinvestition. Akademische Intellektuelle nach Bologna. In Unbedingte Universitäten (Hrsg.), Bologna-Bestiarium (S. 121–130). Zürich: Diaphanes. Reitz, T. (2013). Aussichten der Fehlinvestition. Akademische Intellektuelle nach Bologna. In Unbedingte Universitäten (Hrsg.), Bologna-Bestiarium (S. 121–130). Zürich: Diaphanes.
Zurück zum Zitat Reitz, T. (2017). Kritik als Ideologie. Selbstreflexion und Herrschaftsanteile der akademischen Linken. PROKLA, 47, 369–388.CrossRef Reitz, T. (2017). Kritik als Ideologie. Selbstreflexion und Herrschaftsanteile der akademischen Linken. PROKLA, 47, 369–388.CrossRef
Zurück zum Zitat Resch, C., & Steinert, H. (2003). Kulturindustrie. Konflikte um die Produktionsmittel der gebildeten Klasse. In A. Demirović (Hrsg.), Modelle kritischer Gesellschaftstheorie. Traditionen und Perspektiven der Kritischen Theorie (S. 312–339). Stuttgart: Metzler.CrossRef Resch, C., & Steinert, H. (2003). Kulturindustrie. Konflikte um die Produktionsmittel der gebildeten Klasse. In A. Demirović (Hrsg.), Modelle kritischer Gesellschaftstheorie. Traditionen und Perspektiven der Kritischen Theorie (S. 312–339). Stuttgart: Metzler.CrossRef
Zurück zum Zitat Roggenhofer, J. (2007). Im Diskurs: Zur Legitimierung der Intellektuellen im 21. Jahrhundert. In M. Carrier & J. Roggenhofer (Hrsg.), Wandel oder Niedergang? Die Rolle der Intellektuellen in der Wissensgesellschaft (S. 93–98). Bielefeld: transcript. Roggenhofer, J. (2007). Im Diskurs: Zur Legitimierung der Intellektuellen im 21. Jahrhundert. In M. Carrier & J. Roggenhofer (Hrsg.), Wandel oder Niedergang? Die Rolle der Intellektuellen in der Wissensgesellschaft (S. 93–98). Bielefeld: transcript.
Zurück zum Zitat Said, E. W. (1997). Götter, die keine sind. Der Ort des Intellektuellen. Berlin: Berlin-Verlag. Said, E. W. (1997). Götter, die keine sind. Der Ort des Intellektuellen. Berlin: Berlin-Verlag.
Zurück zum Zitat Schelsky, H. (1975). Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRef Schelsky, H. (1975). Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Opladen: Westdeutscher Verlag.CrossRef
Zurück zum Zitat Slaughter, S., & Leslie, L. L. (1997). Academic capitalism. Politics, policies, and the entrepreneurial university. Baltimore: Johns Hopkins University Press. Slaughter, S., & Leslie, L. L. (1997). Academic capitalism. Politics, policies, and the entrepreneurial university. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
Zurück zum Zitat Slaughter, S., & Rhoades, G. S. (Hrsg.). (2004). Academic capitalism and the new economy. Markets, state, and higher education. Baltimore: Johns Hopkins University Press. Slaughter, S., & Rhoades, G. S. (Hrsg.). (2004). Academic capitalism and the new economy. Markets, state, and higher education. Baltimore: Johns Hopkins University Press.
Zurück zum Zitat Sloterdijk, P. (1999). Regeln für den Menschenpark. Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp. Sloterdijk, P. (1999). Regeln für den Menschenpark. Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zurück zum Zitat Sloterdijk, P. (2016a). „Das kann nicht gut gehen“. Peter Sloterdijk über Angela Merkel, die Flüchtlinge und das Regiment der Furcht. Cicero. Magazin für politische Kultur vom 27.02.2016, 14–23. Sloterdijk, P. (2016a). „Das kann nicht gut gehen“. Peter Sloterdijk über Angela Merkel, die Flüchtlinge und das Regiment der Furcht. Cicero. Magazin für politische Kultur vom 27.02.2016, 14–23.
Zurück zum Zitat Spivak, G. C. (1988). Can the subaltern speak? In C. Nelson & L. Grossberg (Hrsg.), Marxism and the interpretation of culture (S. 271–313). Urbana: University of Illinois Press.CrossRef Spivak, G. C. (1988). Can the subaltern speak? In C. Nelson & L. Grossberg (Hrsg.), Marxism and the interpretation of culture (S. 271–313). Urbana: University of Illinois Press.CrossRef
Zurück zum Zitat Steinert, H. (2003). Adorno in Wien. Über die (Un‑)Möglichkeit von Kunst, Kultur und Befreiung. Münster: Westfälisches Dampfboot. Steinert, H. (2003). Adorno in Wien. Über die (Un‑)Möglichkeit von Kunst, Kultur und Befreiung. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Zurück zum Zitat Steinert, H. (2007). Das Verhängnis der Gesellschaft und das Glück der Erkenntnis. Dialektik der Aufklärung als Forschungsprogramm. Münster: Westfälisches Dampfboot. Steinert, H. (2007). Das Verhängnis der Gesellschaft und das Glück der Erkenntnis. Dialektik der Aufklärung als Forschungsprogramm. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Zurück zum Zitat Steinert, H. (2014). Die Universitätsreform der Gegenaufklärung. In S. Martin & C. Resch (Hrsg.), Kulturindustrie und Sozialwissenschaften (S. 15–42). Münster: Westfälisches Dampfboot. Steinert, H. (2014). Die Universitätsreform der Gegenaufklärung. In S. Martin & C. Resch (Hrsg.), Kulturindustrie und Sozialwissenschaften (S. 15–42). Münster: Westfälisches Dampfboot.
Zurück zum Zitat Vogl, J. (2021). Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart. München: Beck.CrossRef Vogl, J. (2021). Kapital und Ressentiment. Eine kurze Theorie der Gegenwart. München: Beck.CrossRef
Zurück zum Zitat Walzer, M. (2002). Die Tugend des Augenmaßes. Über das Verhältnis von Gesellschaftskritik und Gesellschaftstheorie. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 25–38). Frankfurt a. M.: Fischer. Walzer, M. (2002). Die Tugend des Augenmaßes. Über das Verhältnis von Gesellschaftskritik und Gesellschaftstheorie. In U. J. Wenzel (Hrsg.), Der kritische Blick. Über intellektuelle Tätigkeiten und Tugenden (S. 25–38). Frankfurt a. M.: Fischer.
Zurück zum Zitat Wiggershaus, R. (1988). Die Frankfurter Schule. Geschichte – Theoretische Entwicklung – Politische Bedeutung. München: DTV. Wiggershaus, R. (1988). Die Frankfurter Schule. Geschichte – Theoretische Entwicklung – Politische Bedeutung. München: DTV.
Metadaten
Titel
Begrenzte Möglichkeiten. Zur Kommerzialisierung und Akademisierung der Intellektuellenrolle
verfasst von
Susanne Martin
Publikationsdatum
17.03.2022
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Berliner Journal für Soziologie / Ausgabe 1/2022
Print ISSN: 0863-1808
Elektronische ISSN: 1862-2593
DOI
https://doi.org/10.1007/s11609-022-00465-x

Weitere Artikel der Ausgabe 1/2022

Berliner Journal für Soziologie 1/2022 Zur Ausgabe