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Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge

  • 2025
  • Buch
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Über dieses Buch

Ein gesellschaftlich hochrelevantes Themenfeld ist die Sicherung der Daseinsvorsorge, insbesondere in ländlichen Räumen. Diese ist nur gewährleistet, wenn die Erreichbarkeit zentraler Orte mit dem ÖPNV sichergestellt ist. Hier bestehen jedoch, trotz des Einsatzes verschiedener flexibler Bedienformen, weiterhin Defizite. Gleichzeitig gewinnt das autonome Fahren an Bedeutung. In der Folge könnten sich neue Potenziale zur Sicherung der Daseinsvorsorge ergeben. Die vorliegende Arbeit untersucht in diesem Zusammenhang, welchen Beitrag das autonome Fahren, insbesondere in ländlichen Räumen, hier leisten kann. Dabei wird insbesondere die Perspektive der ÖPNV-Fachplanung beleuchtet, welche für die Ausgestaltung eines ausreichenden öffentlichen Verkehrsangebots zuständig ist: Wie bewerten die Aufgabenträger die derzeitige ÖPNV-Versorgung im Kontext der Sicherung der Daseinsvorsorge? Welche Einsatzpotenziale für autonome Verkehrsangebote bestehen aus Sicht der Akteure des ÖPNV? Und welche Faktoren und Rahmenbedingungen tragen zu einer erfolgreichen Implementierung autonomer ÖPNV-Angebote bei? Die Arbeit leistet damit einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Einordnung des autonomen Fahrens im Kontext einer zukunftsfähigen öffentlichen Daseinsvorsorge.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Der öffentliche Personennahverkehr befindet sich in den peripheren Lagen Deutschlands in einer existenziellen Krise. Während insbesondere in urbanen Ballungszentren ein Ausbau des Angebots zu beobachten ist, und der ÖPNV dort im Kontext der Diskussion um eine Mobilitäts- und Verkehrswende auch eine finanzielle Stärkung erfährt, fallen viele ländliche Regionen im Vergleich der öffentlich zugänglichen Mobilitätsmöglichkeiten zurück. Dies könnte sich perspektivisch durch den Einsatz des autonomen Fahrens ändern.
Jonas Lamberg

Teil I: Grundlagen

Frontmatter
2. Daseinsvorsorge und Teilhabe: Grundlagen und Positionsbestimmung Deutschlands im Vergleich verschiedener Länder
Zusammenfassung
Im vorliegenden Buch werden die Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge erarbeitet. Dafür ist es zu Beginn notwendig, die Terminologie der Daseinsvorsorge zu bestimmen. Nach einer Vorstellung von daseinsvorsorgeähnlichen Zugängen auf europäischer Ebene werden in diesem Kapitel exemplarisch Terminologien und Konzepte in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Schweden erörtert.
Jonas Lamberg
3. Sicherung der Daseinsvorsorge durch die räumlichen Planungen und die ÖPNV-Fachplanung
Zusammenfassung
Die räumlichen Planungen sind in Bezug auf viele gesellschaftliche Fragestellungen relevant. So sind diese beispielsweise bei der Sicherung des Raumes für bestimmte Funktionen wie Siedlungs- und Freiraumentwicklung, aber auch das Vorhalten von Fläche für die zukünftige Entwicklung von Infrastruktur wichtig. Für die Sicherung der Daseinsvorsorge haben diese ebenfalls eine große Bedeutung. Dies gilt auch für die ÖPNV-Fachplanung.
Jonas Lamberg
4. Herausforderungen bei der Sicherung der Daseinsvorsorge im ÖPNV
Zusammenfassung
Insbesondere in ländlichen Räumen bestehen Herausforderungen bei der Sicherung der Daseinsvorsorge im ÖPNV. Diese werden im Anschluss an eine Definition ländlicher Räume aufgezeigt.
Jonas Lamberg
5. Lösungsansätze zur Sicherung der Daseinsvorsorge im ÖPNV
Zusammenfassung
  Die Ermöglichung von Mobilität und Erreichbarkeit sind wesentliche Bestandteile bei der Sicherung der Daseinsvorsorge. In den Nahverkehrsgesetzen der Länder wird diesbezüglich grundlegend festgelegt, welche Anforderungen an den ÖPNV im jeweiligen Bundesland dabei berücksichtigt werden müssen. Diese bilden anschließend den Rahmen für konkrete Nahverkehrsplanung der Aufgabenträger. Bei dieser können sowohl zeitliche, als auch räumliche Flexibilisierungen von Verkehren vorgenommen werden, um die Daseinsvorsorge im ÖPNV zu sichern.
Jonas Lamberg
6. Vorstellung eines neuen potenziellen Lösungsansatzes: Einsatz des autonomen Fahrens im ÖPNV in Deutschland
Zusammenfassung
Der Fokus dieser Arbeit liegt insbesondere auf der Anbindung der Fläche an die zentralen Orte und damit überwiegend auf dem straßengebundenen Transport von Personen. Dem autonomen Fahren im öffentlichen Straßenpersonennahverkehr kommt damit eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Daseinsvorsorge zu.
Jonas Lamberg

Teil II: Forschungsbeitrag – Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge

Frontmatter
7. Ableitung des Forschungsbedarfs: Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge?
Zusammenfassung
Die vorangestellten Kapitel in Teil I verdeutlichen, dass vor allem in ländlichen Räumen vielfältige Herausforderungen bei der Sicherung der Daseinsvorsorge bestehen. Dies gilt auch für den ÖPNV. Der insbesondere auf Basis von Linien nach Fahrplan gestaltete Öffentliche Personennahverkehr gerät in ländlichen Räumen durch einen Bevölkerungsrückgang, steigende Betriebskosten und Fahrpersonalmangel zunehmend unter Druck. Daher ist zu untersuchen, welche Beitragspotenziale ein autonomer ÖPNV bei der Sicherung der Daseinsvorsorge entfalten kann.
Jonas Lamberg
8. Auswahl der Untersuchungsgebiete
Zusammenfassung
Die Ebene der Landesraumordnung entfaltet durch die Aufstellung von Raumordnungsplänen eine hohe rechtsverbindliche Wirkung. Zur Wahrung der Vergleichbarkeit werden daher mehrere Untersuchungsräume im selben Bundesland ausgewählt. Auf Basis der Klassifizierungen des Thünen-Landatlas werden vier niedersächsische Untersuchungsräume ermittelt: die Landkreise Emsland, Gifhorn und Goslar sowie die kreisfreie Stadt Wolfsburg. 
Jonas Lamberg
9. Einführung in die Erhebungsmethodik und Ableitung des Forschungsdesign
Zusammenfassung
Die Entwicklung der Erhebungsmethodik und des Forschungsdesigns ergeben sich unmittelbar aus der Ableitung der Forschungslücke und den damit verbundenen Forschungsfragen, welche in Abschnitt 7.3 darlegt werden.
Jonas Lamberg
10. Studie 1: Die Gewährleistung der Daseinsvorsorge aus Sicht der ÖSPV-Aufgabenträger in Niedersachsen
Zusammenfassung
Daseinsvorsorge ist in Deutschland ein unbestimmter Rechtsbegriff. Den daraus entstehenden Ausgestaltungsspielraum sollen im Fall des ÖPNV die Aufgabenträger konkretisieren. Wie genau die Aufgabenträger Daseinsvorsorge definieren, und ob diese vollständig gesichert ist, wird im Rahmen einer Vollerhebung aller Aufgabenträger in Niedersachsen untersucht.
Jonas Lamberg
11. Studie 2A: Vertiefende Analyse von Nahverkehrsplänen in Niedersachsen
Zusammenfassung
Wie das vorherige Kapitel aufzeigt, ist aus Sicht der ÖSPV-Aufgabenträger in Niedersachsen Handlungsbedarf bei der Sicherung der Daseinsvorsorge vorhanden. Dieser Handlungsbedarf wird durch eine vertiefende Analyse von Nahverkehrsplänen konkretisiert. In Abschnitt 8.1 wurde die Auswahl der Landkreise Emsland, Gifhorn und Goslar sowie der kreisfreien Stadt Wolfsburg als Untersuchungsgebiete bereits abgeleitet.
Jonas Lamberg
12. Studie 2B: Entwicklung eines Indikatorensystems zur Bewertung von ÖPNV-Verbindungen
Zusammenfassung
Wie Abschnitt 3.2.4 aufzeigt, sind die ÖPNV-Aufgabenträger für „die Sicherstellung einer ausreichenden […] Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr“ und in dessen Kontext auch für die Definition der „Anforderungen an Umfang und Qualität des Verkehrsangebotes“ zuständig. Doch wie Kapitel 11 ausgeführt wird, sind die Festlegungen in den Nahverkehrsplänen dazu oft unzureichend. Daher wird in diesem Kapitel ein Indikatorensystem zur Bewertung von ÖPNV-Verbindungen im Kontext der Sicherung der Daseinsvorsorge entwickelt.
Jonas Lamberg
13. Studie 2B: Anwendung des Indikatorensystems in den Untersuchungsgebieten
Zusammenfassung
Auf Grundlage des entwickelten Indikatorensystems in Kapitel 12 werden die in Kapitel 8 definierten Untersuchungsgebiete analysiert. Die hierfür erforderlichen Fahrplandaten wurden insbesondere über die ÖPNV-Datendrehscheibe Niedersachsen/Bremen erhoben.
Jonas Lamberg
14. Studie 2C: Entwicklung autonomer ÖPNV-Konzepte zur Sicherung der Daseinsvorsorge
Zusammenfassung
In Kapitel 12 wurde die Notwendigkeit zur Entwicklung eines Messsystems für ÖPNV-Verbindungen abgeleitet und dieses anschließend erarbeitet. Darin enthaltene Indikatoren sind insbesondere die mögliche Verweildauer im zentralen Ort sowie wie die Anzahl der notwendigen Umstiege um diesen zu erreichen. Auch das Qualitätskriterium des Fahrtzeitvergleichs zwischen MIV und ÖPNV wird berücksichtigt. In Kapitel 13 wurde das Indikatorensystem dann in den vier Untersuchungsgebieten in den Landkreisen Emsland, Gifhorn und Goslar sowie in der kreisfreien Stadt Wolfsburg angewendet. Im vorliegenden Kapitel werden, aufbauend auf den Ergebnissen der Fahrplandatenanalyse, autonome Betriebsszenarien für die vier Räume entwickelt.
Jonas Lamberg
15. Studie 2D: Durchführung von Fokusgruppen zur Validierung der entwickelten autonomen ÖPNV-Angebotskonzepte
Zusammenfassung
Wie in Kapitel 9 einführend beschrieben wurde, stellen qualitative Methoden einen wichtigen Teil der vorliegenden Arbeit dar. Auch bei der Durchführung von Fokusgruppen bilden diese die methodische Grundlage, wie die Ausführungen in diesem Kapitel zeigen. Zuerst wird auf die Erstellung von Interviewleitfäden und Arbeitsmaterial sowie die Durchführung der Fokusgruppen und die Erhebung der Audioaufzeichnungen eingegangen. Anschließend werden die Ergebnisse der in den Landkreisen Emsland, Gifhorn und Goslar sowie der kreisfreien Stadt Wolfsburg durchgeführten Fokusgruppen vorgestellt. Inhaltliche Grundlage bilden die autonomen ÖPNV-Betriebskonzepte, welche im vorherigen Kapitel 14 entwickelt wurden.
Jonas Lamberg
16. Studie 3: Ableitung von Erfolgsfaktoren bei der Implementierung autonomer ÖPNV-Angebote in Deutschland
Zusammenfassung
In den vorherigen Kapiteln wurden die Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die in Niedersachsen flächendeckend durchgeführte Befragung der ÖSPV-Aufgabenträger in Kapitel 10 ermöglicht die Betrachtung der Fachplanungssicht auf das derzeitige Verkehrsangebot sowie dessen zukünftige Entwicklung. Bei der konkreten Ableitung von Beitragspotenzialen eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge spielen zudem insbesondere die in Kapitel 13 untersuchten Fahrplandaten, die in Kapitel 14 daraus entwickelten Anwendungsfälle für das autonome Fahren und deren anschließende Diskussion in den Fokusgruppen in Kapitel 15 eine wichtige Rolle. Im vorliegenden Kapitel werden nun bereits bestehende autonome ÖPNV-Projekte auf Straße und Schiene evaluiert, um Erfolgsfaktoren für die Implementierung der zuvor entwickelten Konzepte ableiten zu können.
Jonas Lamberg

Teil III: Ergebnis und Diskussion des Forschungsbeitrags

Frontmatter
17. Gesamtfazit der Forschungsarbeit
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass ein autonomer ÖPNV Beitragspotenziale bei der Sicherung der Daseinsvorsorge entfalten kann. Dies ist insbesondere für die Anbindung der Fläche an die Grundzentren der Fall, bei der zukünftig autonome Flächenverkehre einen wesentlichen Beitrag leisten könnten. Hierfür ist es jedoch erforderlich, dass sowohl die Planungsprozesse als auch die Technik für das autonome Fahren zukünftig noch weiterentwickelt werden.
Jonas Lamberg
18. Kritische Reflexion, Handlungsempfehlungen für die Planungspraxis und Ausblick
Zusammenfassung
Das vorliegende Buch zeigt eine Vielzahl von Perspektiven für die Raumplanung und die Verkehrsplanung auf. Ausgehend von den erzielten Ergebnissen werden in diesem Kapitel verschiedene weiterführende Themen vorgestellt und diskutiert. Diese umfassen insbesondere gesellschaftliche, technische, ökonomische und planerische Aspekte. 
Jonas Lamberg
Backmatter
Titel
Beitragspotenziale eines autonomen ÖPNV zur Sicherung der Daseinsvorsorge
Verfasst von
Jonas Lamberg
Copyright-Jahr
2025
Electronic ISBN
978-3-658-50160-0
Print ISBN
978-3-658-50159-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-50160-0

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