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Über dieses Buch

Für Studierende in den neuen Bachelor-Studiengängen ergeben sich besondere Herausforderungen, einen für sie passenden Berufseinstieg zu finden. Mehr denn je sind beim Übergang in das Erwerbsleben ein hohes Maß an beruflicher Zielorientierung, Selbststeuerung, Flexibilität und eine selbstständige Weiterentwicklung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit gefragt. Das Programm KOMPASS an der FU Berlin unterstützt Studierende bei der Entwicklung beruflicher Ziele und Kompetenzen der Selbststeuerung. Nach einer Einführung in aktuelle Hintergründe und Ansätze zur beruflichen Entwicklungsberatung stellen wir die inhaltliche und didaktische Konzeption des Programms, dessen Ablauf, exemplarische Übungen und das im Programm eingebettete Coaching vor. Aus der wissenschaftlichen Begleitforschung wird ein Überblick zur qualitativen und quantitativen Methodik sowie ausgewählten Ergebnissen und deren Triangulation gegeben. Zudem werden Ansätze zur Weiterentwicklung des Programms vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Im Zuge des gesellschaftlichen Strukturwandels verändern sich Schulen, Hochschulen, Arbeitsmärkte und Berufe so stark und so rapide, dass die Übergänge von der Ausbildung in das Arbeitsleben individuell häufig nicht mehr vorhersehbar erscheinen. Studiengänge entstehen fortwährend neu, sie sind in ihrer Fülle kaum noch überschaubar, und sie münden immer seltener in klar vorgezeichnete Berufs- und Lebenswege. Vielen Studierenden fällt es daher schwer, ihre berufliche Zukunft zu entwerfen und zu planen. In dieser Situation erscheint es erforderlich, dass sie über sich selbst nachdenken, sich Klarheit über ihre persönlichen Interessen, ihre Kompetenzen, ihre beruflichen und privaten Lebensziele sowie über deren Realisierungschancen verschaffen und dann ihr Handeln möglichst autonom steuern.
Ernst-H. Hoff

2. Zur Ausgangssituation: Bologna-Prozess und Orientierungsprobleme von Studierenden

Die Vorbereitung junger Erwachsener auf ihr künftiges Arbeitsleben und ihre selbstgesteuerte berufliche Entwicklung steht in Deutschland und Europa im Zeichen des fortlaufenden Strukturwandels der Arbeitsgesellschaft. Darauf kann hier zu Beginn nur kurz mit Verweis auf einige Schlüsselbegriffe eingegangen werden: Ganz generell spricht man vom Wandel der Industriegesellschaft (der etwa in den 1970er Jahren einsetzte) hin zur heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft (Kübler 2009; Willke 2001).
Christian Härtwig

3. Berufliche Entwicklungsberatung angesichts des Wandels der Arbeitswelt. Angebote für Studierende

In den letzten Jahrzehnten hat eine enorme Expansion im Hochschulbereich stattgefunden (vgl. Teichler 2005). Befanden sich im Jahr 1960 rund 300.000 Personen an deutschen Hochschulen, so waren es im Jahr 1980 bereits eine Million, und im Jahre 2000 waren etwa 1,8 Millionen Studierende eingeschrieben. Derzeit kann man von deutlich über zwei Millionen Studierenden an deutschen Hochschulen ausgehen. Und während vor fünfzig Jahren noch nicht einmal jeder Zehnte aus einem Jahrgang ein Hochschulstudium aufnahm, so lag diese „Studienanfängerquote“ im Jahr 2000 bereits bei über 30 % eines Geburtsjahrganges. Seither erhöht sich die Quote kontinuierlich und liegt im Jahr 2010 schon bei etwa 45 % (vgl. Statistisches Bundesamt 2012).
Hans-Uwe Hohner, Ernst-H. Hoff

4. Das Programm Kompass: Leitfragen, Hauptbegriffe und Konzeption zur beruflichen Entwicklung

In diesem Kapitel werden Hauptbegriffe sowie Einzelkonzepte in verschiedenen Wissenschaftsbereichen skizziert und zu einer Gesamtkonzeption des selbstgesteuerten Handelns und der beruflichen Entwicklung integriert. Diese Konzeption liegt dem Projekt Kompass inhaltlich zugrunde. Davon ausgehend haben wir eine Reihe von Leitfragen zur Beantwortung für die Studierenden zusammengestellt, um bei ihnen Prozesse der Selbstreflexion und beruflichen Selbststeuerung anzustoßen und voranzutreiben. Welche Formen des Lehrens und Lernens wir zur Unterstützung solcher Prozesse in Seminaren, Workshops, Gruppenübungen und Einzelgesprächen gewählt haben, wird in den folgenden Kapiteln zur didaktischen Konzeption und zum Ablauf der Projektbausteine dargestellt.
Ernst-H. Hoff, Hans-Uwe Hohner, Christian Härtwig

5. Das Programm Kompass: Charakteristika des didaktischen Konzeptes

Die didaktische Konzeption, die zu unserer bereits dargestellten theoretisch-inhaltlichen Gesamtkonzeption (vgl. Kap. 4) am besten passt, ist die „konstruktivistische Didaktik“. Ohne hier auf die wissenschaftliche Herkunft oder auf benachbarte Traditionen dieser Didaktik eingehen zu können, werden in diesem Kapitel die wichtigsten Charakteristika und Prinzipien einer solchen Didaktik, gestützt auf einige heutige Vertreter (Siebert, Voß, Lindemann), skizziert.
Luiza Olos, Nina Grübe, Ernst-H. Hoff

6. Das Programm Kompass: Ablauf und Beispiele zu praktischen Übungen

In diesem Kapitel beschreiben wir, wie wir unsere Konzeptionen zur beruflichen Entwicklung (vgl. Kap. 4) und zur Didaktik (vgl. Kap. 5) im Kompass-Programm an der Freien Universität Berlin (FU) praktisch umsetzen. Der Ablauf des Programms wird insbesondere mit Blick auf Leser dargestellt, die als Dozenten, Trainer und Laufbahnberater tätig sind. Zunächst geben wir einen kurzen Überblick über die sehr unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Bausteine sowie den Gesamtablauf des Programms (6.1). Anschließend beschreiben wir den Ablauf und die Schwerpunkte der einzelnen Veranstaltungen in inhaltlich zusammenhängenden Blöcken und erläutern exemplarisch die wichtigsten Übungen sowie die jeweils erzielten Ergebnisse (6.2 – 6.11). Auf die begleitenden Crew-Treffen sowie auf das Coaching gehen wir im nächsten Kapitel ein.
Luiza Olos, Nina Grübe

7. Coaching für Studierende im Rahmen von Kompass

In diesem Kapitel widmen wir uns dem Kompass-Baustein Coaching, der den Prozess der beruflichen Kursbestimmung und den Erwerb von Kompetenzen zur beruflichen Selbststeuerung in sehr individueller Weise begleitet und fördert. Zu dem Baustein gehören zum einen das sogenannte Peer-Coaching, eine Form der unterstützenden Begleitung durch andere Kompass-Teilnehmer im Rahmen von Kleingruppen ( „Crews“), und zum anderen das Einzel-Coaching, das durch professionelle Coaches angeboten und durchgeführt wird.
Nina Grübe, Luiza Olos

8. Zur Erfassung persönlicher Ziele und Handlungskompetenzen von Studierenden

In diesem Kapitel werden zwei Fragebögen und ein Interviewleitfaden vorgestellt, mit deren Hilfe wir untersucht haben, ob und in welcher Weise Studierende von Beginn bis Ende des Kompass-Programms ihre Ziele sowie Handlungskompetenzen verändert haben – dies im Vergleich mit Bachelor-Studierenden, die das Programm nicht durchlaufen haben. Auf diese Veränderungen gehen wir im folgenden Kap. 9 zu den Ergebnissen der Evaluation ein.
Christian Härtwig, Ernst-H. Hoff

9. Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Evaluation

In diesem Kapitel wird ein Überblick über die Ergebnisse der quantitativen und qualitativen Evaluation des Kompass-Programms gegeben. Dabei wird den Fragen nachgegangen, ob Kompass als Intervention zur Zielklärung und Laufbahnberatung wirksam ist und in welcher Weise sich die Reflexivität und die Ziele der Teilnehmer verändern. Zusätzlich wird gezeigt, inwiefern die Kombination der qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn für die Untersuchung und das Verständnis von Veränderungsprozessen bietet.
Christian Härtwig

10. Anregungen zur Weiterentwicklung und Übertragung des Kompass-Programmes

Nachdem im letzten Kapitel über die Evaluation von Kompass berichtet worden ist, bei der sich unser Lehr- und Beratungsprogramm als höchst erfolgreich und wirksam erwiesen hat, wollen wir am Ende dieses Buches auf Fragen eingehen, die sich mit Blick auf die Zukunft stellen. Ein erstes Bündel solcher Fragen bezieht sich auf das Programm in seiner ganzen Komplexität bzw.
Larisa Kolmans, Ernst-H. Hoff
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